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05.11.2018

Automobilmarkt in Polen auf Rekordkurs

Neues Prüfverfahren bremst Verkäufe aus / Von Niklas Becker

Warschau (GTAI) - Die Nachfrage nach Neuwagen in Polen ist ungebrochen. Doch ein neues Messverfahren sorgt zumindest vorläufig für Zulassungsengpässe.

Im August 2018 wurden 62.000 Kfz mit bis zu 3,5 Tonnen in Polen neu zugelassen. Dies entspricht einer Steigerung im Vergleich zum Vormonat von fast 58 Prozent - ein Rekordergebnis. Einen Monat später, im September, wurde die über drei Jahre andauernde Erfolgskurve unterbrochen: Mit rund 32.000 Pkw gingen die Neuanmeldungen um gut 50 Prozent im Vergleich zum August zurück. Verglichen mit den Zahlen von September 2017 wurden rund 22 Prozent weniger Fahrzeuge verkauft.

Als Hauptgrund für den starken Einbruch der Verkaufszahlen nennt der Polnische Verband der Automobilindustrie ein neu eingeführtes Verfahren zur Abgasmessung, das WLTP (Worldwide harmonized Light vehicles Test Procedure). Dieses soll gewährleisten, dass die Autos bei ihrer Zulassung unter möglichst realen Bedingungen auf ihre Abgaswerte getestet werden. Laut Wojciech Drzewiecki, Präsident des Automobilmarktforschungsinstituts Samar, haben sich die Händler daher bemüht, möglichst vor Einführung des neuen Verfahrens noch viele Autos zu verkaufen.

Doch der Rückgang hat einen weiteren Grund, ist Drzweicki überzeugt : Die Hersteller hatten zu spät begonnen, die Modelle auf die neuen Standards umzustellen, sodass es zu Angebotsengpässen kommt.

"Die kumulierten Verkaufszahlen machen 2018 zu einem Ausnahmejahr", betont der Experte. Neun der zehn Hersteller mit den meisten Neuzulassungen zwischen Januar und September 2018 konnten ihre Verkaufszahlen gegenüber dem Vorjahreszeitraum steigern. Insgesamt sind zwischen Januar und September 452.000 Neuwagen angemeldet worden, was einer Steigerung von rund 13 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.

Große Nachfrage nach Benzinern

Hauptabnehmer sind in Polen weiterhin die Unternehmen. Rund 72 Prozent der Neuwagen gingen nach Angaben des Instituts Samar an Geschäftskunden. Während bei Privatkunden Toyota Yaris, Skoda Fabia sowie Dacia Duster besonders im Trend lagen, erfreuten sich bei den Firmenkunden der Skoda Octavia und Fabia sowie der Volkswagen Golf großer Beliebtheit.

Die Neuwagenverkäufe könnten auch in Zukunft weiter wachsen. Wie die neuste Ausgabe des Corporate Vehicle Observatory Barometers prognostiziert, wird besonders die Nachfrage nach Firmenwagen weiter steigen. Jedes vierte Unternehmen plant demnach, seine Flotte zu erweitern. Eine Reduzierung ist je nach Firmengröße bei 4 bis 7 Prozent der Befragten vorgesehen.

Besonders beliebt waren insgesamt Benziner mit fast 72 Prozent Anteil an den Neuwagenverkäufen in den ersten drei Quartalen 2018. Auf Dieselfahrzeuge entfielen 24 Prozent. Hybrid betriebene Autos sowie Elektrofahrzeuge hatten mit 4,1 und 0,1 Prozent nur einen kleinen Marktanteil. Allerdings stiegen ihre Verkaufszahlen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um mehr als 30 Prozent. Autos der Premiumklasse hatten unter den Pkw einen Anteil von 13,4 Prozent. Das entspricht einem Plus um fast 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum von fast 17 Prozent bedeutet.

Mehr Informationen zu Polen finden Sie unter http://www.gtai.de/polen

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Polen Straßenfahrzeuge, allgemein

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