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14.02.2019

Belgien und Luxemburg mit großen Krankenhausprojekten

Projekte summieren sich auf 2 Milliarden Euro / Von Torsten Pauly

Brüssel (GTAI) - In Belgien entstehen neue Kliniken in Brüssel, Charleroi und Lüttich. Außerdem erhalten mehrere bestehende Einrichtungen neue Trakte. Auch in Luxemburg ist ein Großkrankenhaus in Planung.

Das mit 500 Millionen Euro teuerste belgische Klinikprojekt ist der Bau eines Krankenhauses in Charleroi, "Grand Hopital de Charleroi". Dieses wird bei seiner Fertigstellung 2024 mit 900 Betten eine der größten Kliniken im Land sein. Der Neubau wird mehrere fachmedizinische Abteilungen beherbergen, unter anderem eine kardiologische, onkologische sowie eine Mutter-Kind-Station.

In Brüssel und Gent sind umfangreiche Ausbauten geplant

In der belgischen Hauptstadt Brüssel geht bis 2025 der Ausbau der Uniklinik "Saint Luc" vonstatten. Für 400 Millionen Euro entsteht dort ein neuer Komplex, der neben einer allgemeinen Krankenhausfläche von 52.000 Quadratmetern auch Spezialstationen zur onkologischen und hämatologischen Behandlung über insgesamt 17.000 Quadratmeter und eine Psychiatrie mit 8.000 Quadratmetern vorsieht.

In der flämischen Stadt Gent fließen 112 Millionen Euro bis 2021 in die Erweiterung des allgemeinen Krankenhauses AZ (algemeen ziekenhuis) Sint-Lucas. Dort entstehen Einrichtungen für Reha- und Tagespatienten. Auch die Verwaltung erhält neue Räumlichkeiten.

Lüttich bekommt neues Krankenhaus und erweiterte Unikliniken

In Lüttich laufen mehrere Krankenhausprojekte. Insgesamt 295 Millionen Euro steckt die dortige Uniklinik CHU (Centre Hospitalier Universitaire de Liège) in den Ausbau zweier Häuser. Der Standort "Sart-Tilman" erhält bis 2025 einen siebten Gebäudekomplex mit Notfallstation samt Chirurgie, einem Verbrennungszentrum sowie gynäkologischen, Entbindungs- und Kinderstationen. Der Standort "Notre Dame des Bruyères" bekommt bis 2021 neue Notfalleinrichtungen.

Darüber hinaus ist in Lüttich die Klinik "Montlégia" im Bau, die zum Verband der Christlichen Hospitalzentren CHC (Centre Hospitalier Chrétien) gehören wird. Der Komplex wird auf 113.000 Quadratmetern unter anderem Platz für 720 Betten, Notaufnahmen, Operationssäle, Laboratorien und Intensivstationen bieten. Die Baukosten sind auf 260 Millionen Euro veranschlagt. Der Betrieb soll im Laufe des Jahres 2019 anlaufen.

Luxemburg errichtet Krankenhaus im Süden des Landes

Im Großherzogtum Luxemburg ist das neue Krankenhaus "Südspidol" in Esch-sur-Alzette in Planung. Vorgesehen sind hierfür 434 Millionen Euro. Nach seiner Eröffnung 2023 soll es 583 Betten beherbergen, davon bis zu 80 Prozent in Einzelzimmern. Die Klinik wird auch mit einer Notaufnahme, Operationssälen, Kreissälen, endoskopischen, radiologischen, sauerstofftherapeutischen, geriatrischen, onkologischen, psychiatrischen und anderen Fachabteilungen ausgestattet.

Große Krankenhausprojekte in Belgien und Luxemburg
Projektbezeichnung Investition (in Mio. Euro) Projektstand Anmerkungen
Klinikneubau "Grand Hopital de Charleroi" in Charleroi 500 Planung Realisierung bis 2024 geplant; http://www.ghdc-demain.be
Klinikneubau "Südspidol" im luxemburgischen Esch 434 Planung Realisierung bis 2023 geplant; http://www.chem.lu, http://www.sudspidol.lu
Ausbau der Uniklinik "Saint Luc" in Brüssel 400 Planung Realisierung bis 2025 geplant; http://www.saintluc.be
Erweiterungen zweier Standorte der Uniklinik in Lüttich 295 Planung Fertigstellung im Komplex "Notre Dame des Bruyères" bis 2021 geplant; Fertigstellung im Komplex "Sart-Tilman" bis 2025 geplant; http://www.chu.ulg.ac.be
Klinikneubau "Centre Hospitalier Chrétien Montlégia" in Lüttich 260 im Bau Eröffnung im Laufe von 2019 geplant; http://www.chc.be
Erweiterung der Klinik "AZ Sint Lukas" in Gent 112 Planung Realisierung bis 2021 geplant; http://www.azstlucas.be

Quelle: Recherchen von Germany Trade & Invest

Gesundheitssysteme stehen im internationalen Vergleich gut da

In Luxemburg haben sich die Gesundheitsausgaben 2017 auf 7.463 US-Dollar (US$) je Einwohner summiert. Damit belegt das Großherzogtum unter allen 35 Mitgliedsstaaten der OECD (Organisation for Economic Co-operation and Development) den dritten Platz, hinter den USA und der Schweiz. Belgien liegt mit einem Schnitt von 4.840 US$ auf Rang neun. Das schwedische Institut Health Consumer Powerhouse erstellt jährlich den Euro Health Consumer Index für 35 europäische Länder. In diesem aktuellen Ranking belegen Luxemburg den vierten und Belgien den achten Rang.

Rahmendaten zum belgischen und luxemburgischen Gesundheitssystem
Indikator Belgien Luxemburg
Einwohnerzahl (Anfang 2018 in Mio.) 11,4 0,6
Bevölkerungswachstum (2017 in % p.a.) 0,5 1,9
Bevölkerungsanteil der unter 15-Jährigen (2017 in %) 17,0 16,2
Bevölkerungsanteil der über 64-Jährigen (2017 in %) 18,5 14,2
Lebenserwartung bei Geburt (2016 in Jahren) 81,5 82,7
Gesundheitsausgaben pro Kopf (2016 in US$ *) 4.840 7.463
Anteil der Gesundheitsausgaben am BIP (2016 in %) 10,4 6,3
Ärzte/100.000 Einwohner (2016), darunter 303 289
.Fachärzte 189 202
Zahnärzte/100.000 Einwohner (2016) 75 94
Krankenhausbetten/100.000 Einwohner (2016) 569 478

*) 2016: 1 US$ = 1,10 Euro

Quellen: Eurostat; WHO; OECD

Weitere Informationen zu Belgien und Luxemburg finden Sie unter http://www.gtai.de/belgien und http://www.gtai.de/luxemburg.

Dieser Artikel ist relevant für:

Belgien, Luxemburg Gesundheitswesen allgemein, Hochbau

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