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30.08.2018

Botsuanas Kupfermine Khoemacau soll ab 2021 exportieren

Lieferchancen für deutsche Unternehmen / Von Fausi Najjar

Johannesburg (GTAI) - Das US-Unternehmen Cupric Canyon setzt auf steigende Kupferpreise und erschließt deshalb eine Kupfermine in Botsuana. Es gibt Beteiligungsmöglichkeiten für deutsche Unternehmen.

Nach starken Rückgängen bei der Produktion zeichnet sich in Botsuana beim Abbau von Kupfer eine Wende ab. So hat das amerikanische Private-Equity-Unternehmen Cupric Canyon Capital angekündigt, im Nordwesten des Landes ab 2021 in der Khoemacau-Mine Kupfer und das dabei auftretende Silber abzubauen. Die Mine befindet sich in den Distrikten Ghantsi und Ngamiland des kürzlich entdeckten Kalahari-Kupfergürtels, der für die kommenden Jahre noch einige weitere Rohstofffunde bereithalten könnte.

Neben dem Khoemacau-Projekt sind noch weitere Kupferprojekte in der Pipeline: So erstellt gegenwärtig ein Joint Venture aus dem australischen Kupferunternehmen MOD Resources (70 Prozent) und dem in London gelisteten Bergbauinvestor Metal Tiger (30 Prozent) Machbarkeitsstudien für ein Vorhaben mit Namen T3. Im Tagebau könnten 21.000 Tonnen Kupfer und 665.000 Unzen Silber pro Jahr erzeugt werden. Zudem exploriert das Joint Venture das aussichtsreiche Mahumo-Kupfervorkommen rund 20 Kilometer nordöstlich von T3.

Gegenwärtig bauen in Botsuana nur zwei Minen lediglich 34.000 Tonnen Kupfer pro Jahr ab. Die größte Kupfermine des Landes - die staatliche Bamangwota Concessions - hat 2016 nach 44 Jahren wegen erschöpfter Vorkommen und niedriger Weltmarktpreise den Betrieb eingestellt. Auch kleinere Kupferminen wurden geschlossen.

Beteiligung deutscher Unternehmen erwünscht

Die Khoemacau-Mine umfasst laut Cupric 100 Millionen Tonnen Kupfererze und eine mögliche Jahresproduktion von 2 Millionen bis 3 Millionen Unzen Silber. Das Kupfer-Silbererz weist eine Kupferkonzentration von 2 Prozent auf. Das entspricht einem guten, mittleren Wert. Cupric hat die Khoemacau-Mine aus einer Insolvenzmasse gekauft, muss jedoch noch kräftig in das Vorhaben investieren. Vorgesehen ist bei der Untertagebau-Mine zunächst bis 2021 eine Produktion von 60.000 und in der zweiten Phase von 100.000 Tonnen im Jahr.

Für die erste Stufe veranschlagt das Unternehmen Kapitalausgaben von 391 Millionen US-Dollar (US$) und für die zweite von 224 Millionen US$. In einer dritten Stufe würden die Jahreskapazität bei 160.000 Tonnen und die hierfür notwendigen Investitionen bei 319 Millionen US$ liegen.

"Jetzt ist die Zeit, mit Lieferanten für den Aufbau der Mine in Kontakt zu kommen", so Cupric-Manager William Morell im Gespräch mit GTAI. "Neuer Geräte und Anlagen bedarf es zur Modernisierung und Kapazitätssteigerung sowohl für die gegebene Prozessanlage als auch für die Infrastruktur und den Untertagebau", so der Chief Business Development Officer. Beteiligungsmöglichkeiten gebe es auch im Servicebereich; dies sowohl bei der Errichtung als auch beim Betrieb der Mine.

Kupferschmelzen gebe es in Botsuana nicht. Im Nachbarland Sambia seien aber die Kapazitäten unterausgelastet. Auch sei der Export von konzentriertem Kupfer nach Europa und insbesondere Deutschland eine Option. In diesem Fall müsse das Kupfer auf dem Landweg über das südafrikanische Durban oder über Walvis Bay in Namibia ausgeführt werden, so Morell.

Bei der Kontaktaufnahme deutscher Anlagenbauer für den Bergbau im südlichen Afrika unterstützt das Kompetenzzentrum für Bergbau und Rohstoffe an der AHK südliches Afrika (siehe Kontaktadresse). Der AHK-Experte war in das Gespräch mit Cupric eingebunden.

Steigende Kupferpreise, günstigere Stromversorgung und gutes Geschäftsklima

Der Cupric-Manager Morell rechnet mit steigenden Weltmarktpreisen. Ausschlaggebend dafür seien neue technologische Entwicklungen, wie die wachsende Elektromobilität. Zudem sei mit einer fallenden Produktion von Kupfer zu rechnen. So stellen beispielsweise die großen Kupferminen in Chile und Peru in den kommenden Jahren zunehmend vom Tagebau auf den Untertagebau um. Auch die politischen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen seien in Botsuana vorteilhaft.

Auf das gute Geschäftsklima verweist im Übrigen der Doing-Business Index der Weltbank. Dieser misst die durch das gegebene Regelwerk entstehenden Kosten für eine Geschäftstätigkeit. Im Doing-Business Ranking rangiert Botsuana im Vergleich der Subsahara-Länder nach Mauritius, Ruanda und Kenia an vierter Stelle. Auch im Annual Survey of Mining Companies 2017 des Fraser Institute belegt Botsuana hinsichtlich der regulatorischen Rahmenbedingungen für den Bergbausektor den afrikanischen Spitzenplatz.

Neben steigenden Weltmarktpreisen werden auch die Energiekosten wichtiger Erfolgsfaktor für die Mine sein. Denn Khoemacau ist abgelegen und bislang auf Dieselmotoren zur Stromversorgung angewiesen. Wegen fortgeschrittener Verhandlungen mit dem staatlichen Energieversorger Botswana Power Corporation rechnet Cupric mit einem Anschluss an das Stromnetz.

Projekte auch im Kohle- und Uranabbau

Neben Kupfer verfügt Botsuana mit 200 Milliarden Tonnen über beträchtliche, kaum erschlossene Steinkohlereserven sowie - vor kurzem entdeckt - mit 822 Millionen Tonnen Uran über eines der größten nicht-entwickelten Uran-Vorkommen. Die Kohle dürfte in den nächsten Jahren kaum nach Übersee exportiert werden. Für den Transport großer Schüttgutmassen fehlt schlichtweg die Infrastruktur. Allerdings dürfte sich in Zukunft die nationale und regionale Verstromung von Kohle entwickeln. Auch beim Uranabbau haben sich die Realisierungschancen verbessert.

Darüber hinaus ist Botsuana der weltweit wichtigste Diamantenproduzent. Zwar produziert Russland mit Abstand mehr als das afrikanische Steppenland, nicht jedoch im Hinblick auf die Qualität. Deswegen liegen die Exporte aus Botsuana seit über einem Jahrzehnt wertmäßig an erster Stelle und sorgen für kräftige Außenhandelsüberschüsse. Die Edelsteine bestritten 2017 rund 88 Prozent der Ausfuhren gefolgt von Kupfer-Nickel-Exporten mit einem Anteil von gerade mal drei Prozent.

Ein weitere wichtige Einkommensquelle ist der Luxus-Tourismus, der sich auf das Okavango-Delta konzentriert, wo der aus dem Norden kommende Fluss spektakulär in der Wüste Kalahari versickert und eines der größten und tierreichsten Feuchtgebiete Afrikas bildet.

Weitere Informationen:

Botsuanas Bergbau erweitert die Produktpalette

http://www.gtai.de/MKT201711068000

Kontaktadresse

Deutsche Industrie- und Handelskammer für das südliche Afrika

Kompetenzzentrum Bergbau & Rohstoffe

47, Oxford Road, Forest Town, 2193

Johannesburg, South Africa

T +27 (0)11 486 27 75

rzarske@germanchamber.co.za

http://resources.germanchamber.co.za

Dieser Artikel ist relevant für:

Botsuana Bergbau / Rohstoffe, allgemein, Bergbaumaschinen, Geo-Bohrtechnik

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