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21.02.2018

Brasiliens Pharmamarkt wächst weiterhin zweistellig

Vor allem nationale Hersteller investieren / Generika auf dem Vormarsch / Von Edwin Schuh (Januar 2018)

São Paulo (GTAI) - Die Verkäufe von Medikamenten wachsen weiter zweistellig. Die zunehmende Alterung der brasilianischen Bevölkerung sowie das steigende Gesundheitsbewusstsein beflügeln den Bedarf. Dabei bauen Generika ihren Marktanteil aus. Trotz niedriger Gewinnmargen in der staatlichen Versorgung investiert die Pharmaindustrie. Die lokalen Hersteller profitieren von der Abwertung des Real, was zu einem Rückgang der Importe führt. (Kontaktadressen)

Die Verkäufe von Pharmazeutika blieben 2017 unbeeindruckt von der Wirtschaftskrise und legten zwischen Januar und November in brasilianischen Real gemessen um 10,2 Prozent zu. Davon entfielen über ein Fünftel auf Generika, die ihren Anteil in den letzten Jahren ausbauten. Dies hängt damit zusammen, dass Brasilianer 80 Prozent ihrer Medikamente privat zahlen. Branchenkennern zufolge werden zudem immer kleinere Packungen mit weniger Einheiten nachgefragt. Die zunehmende Alterung der brasilianischen Bevölkerung trägt zum Anstieg der Nachfrage bei, insbesondere nach Langzeitmedikamenten. Auch das steigende Gesundheitsbewusstsein stimuliert den Bedarf. Zudem sind rund 56 Prozent der Brasilianer übergewichtig, was Krankheiten wie Bluthochdruck oder Diabetes auslöst.

Pharmaindustrie (Januar bis November 2017; Veränderung in %)
Indikator *) 2016 2017 Veränderung 2017/16
Umsatz Medikamente (in Mrd. US$) 22,9 27,4 19,6
Umsatz Generika (in Mrd. US$) 6,1 7,4 21,3
Absatzmenge Medikamente (in Mio. Einheiten) 3.378 3.576 5,9
Absatzmenge Generika (in Mio. Einheiten) 1.031 1.159 12,4

*) Verkäufe von Apotheken und Drogerien

Quelle: Sindusfarma/IMS Health

Die lokalen Hersteller profitierten von der Abwertung des Real, welche zu einem Rückgang der Importe führte. Allerdings verteuerten sich auch die zu 80 Prozent importierten Wirkstoffe. Vor allem nationale Hersteller investieren. Die brasilianische Biolab Farmaceutica kündigte im Juli 2017 an, in den kommenden vier Jahren 140 Millionen US-Dollar (US$) in einen neuen Produktionskomplex in Pouso Alegre (Minas Gerais) zu stecken. Dort sollen jährlich 200 Millionen Einheiten verschiedener Medikamente hergestellt werden.

Ache Laboratorios baut derzeit eine neue Produktionsstätte im Industrie- und Hafenkomplex Suape (Paraiba), die 155,4 Millionen US$ kostet. Die Produktionskapazität des Unternehmens soll sich dadurch um 50 Prozent erhöhen, wobei davon vor allem der Nordosten Brasiliens und der Export bedient werden sollen. Orygen, ein Joint Venture der Unternehmen Biolab und Eurofarma, investiert 155,4 Millionen US$ in Itapevi (SP) zur Herstellung von Biopharmaka und plant eine Fabrik für neurobiologische Produkte in San Carlos (São Paulo).

Kontaktadressen

Bezeichnung Internetadresse Anmerkungen
Sindicato da Industria de Produtos Farmaceuticos no Estado de São Paulo http://www.sindusfarma.org.br Verband der Pharmaindustrie
Associação Brasileira de Redes de Farmacias e Drogarias http://www.abrafarma.com.br Apotheken- und Drogerieverband

Weitere Informationen zu Wirtschaftslage, Branchen, Geschäftspraxis, Recht, Zoll, Ausschreibungen und Entwicklungsprojekten in Brasilien sind unter http://www.gtai.de/brasilien abrufbar.

(E.D.S.)

Dieser Artikel ist relevant für:

Brasilien Arzneimittel, Diagnostika

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Judith Illerhaus

‎+49 228 24 993 248

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