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21.09.2017

Chinas Lebensmittelindustrie boomt

Nachfrage nach sicheren und gesundheitssteigernden Nahrungsmitteln wächst / Milch- und Fleischkonsum sinken / Von Stefanie Schmitt

Beijing (GTAI) - Insgesamt steigen die Umsätze und Gewinne der Branche, wobei weiterverarbeitete Nahrungsmittel fortan an Beliebtheit gewinnen. Verbesserte Kühlketten und ein reger Onlinehandel erleichtern den Absatz von Frischwaren und Tiefkühlkost. Immer häufiger gehen Chinesen auswärts essen oder greifen auf Lieferdienste zurück. Im Getränkemarkt sind besonders Schnäpse mit Kräutern oder eingelegten Tieren im Kommen. Insgesamt werden Produkte zur Steigerung der Gesundheit immer beliebter.

Im Nahrungsmittelkonsum in den Großstädten zeichnet sich ein beträchtlicher Wandel ab: Einer Umfrage von Kantar Worldpanel unter 4.000 Privatpersonen aus First- und Second-Tier-Städten wuchsen die Käufe von Nahrungsmitteln für die Zubereitung zuhause zwischen 2013 und 2016 lediglich um 3 Prozent per annum. Dagegen gaben die Menschen jedes Jahr 10 Prozent mehr für Restaurantbesuche aus, während Lieferdienste von Fertiggerichten um ganze 44 Prozent zulegten.

Die Lebensmittelindustrie erzielte im Gesamtjahr 2016 laut China National Food Industry Association und CEInet mit fast 12 Billionen Renminbi Yuan (RMB; etwa 1,8 Billionen US$, Jahresdurchschnittskurs 2016: 1 US$ = 6,642 RMB) ein Umsatzplus von 5,4 Prozent gegenüber dem Vorjahr (nach 4,6 Prozent 2015 zu 2014) sowie in den ersten sechs Monaten 2017 sogar von 8,8 Prozent im Vergleich zur Vorjahresperiode. Für das Gesamtjahr 2017 erwartet die China Food Industry Association für die Branche (ohne Tabakwaren) weitere Umsatz- und Gewinnzuwächse zwischen 6 und 7 Prozent.

Umsatzentwicklung der chinesischen Lebensmittelbranche (in Milliarden RMB; Veränderung im Vergleich zum Vorjahreszeitraum in Prozent) *)
2016 Veränderung 1. Halbjahr 2017 Veränderung
Nahrungsmittelverarbeitung 6.895,2 6,0 3.339,7 9,4
Nahrungsmittelproduktion 2.362,9 8,0 1.201,2 9,5
Getränkeherstellung 1.841,5 6,3 961,3 10,4
Tabakwaren 869,2 -7,1 447,8 -0,6

*) Unternehmen mit einem Mindestjahresumsatz von 20 Mio. RMB (über 3 Mio. US$)

Quelle: China Economic Information Network (CEInet)

Mit Ausnahme der Tabakindustrie durften sich die Unternehmen weiter über anhaltend - wenn auch nicht mehr ganz so dynamisch - steigende Gewinne freuen. In den letzten Jahren wurden zahlreiche Antiraucherregularien eingeführt, welche besonders in den Großstädten wie Beijing oder Shanghai sehr stringent durchgesetzt werden. Dessen ungeachtet bleibt China weltgrößte Produktions- und Verbrauchsnation von Tabakwaren. Rund 44 Prozent der weltweit hergestellten Zigaretten werden in China geraucht.

Gewinnentwicklung der chinesischen Lebensmittelbranche (in Milliarden RMB; Veränderung im Vergleich zum Vorjahreszeitraum in Prozent) *)
2016 Veränderung 1. Halbjahr 2017 Veränderung
Nahrungsmittelverarbeitung 342,3 5,5 153,9 6,6
Nahrungsmittelproduktion 200,1 8,2 100,5 9,7
Getränkeherstellung 182,4 5,0 101,7 14,2
Tabakwaren 103,8 -15,0 53,1 -8,4

*) Unternehmen mit einem Mindestjahresumsatz von 20 Mio. RMB (über 3 Mio. US$)

Quelle: China Economic Information Network (CEInet)

Zunehmend an Bedeutung gewinnt der Bereich Haustierfutter. Laut der Tageszeitung China Daily vervielfachte sich der Umsatz allein zwischen 2013 und 2016 von 19,3 Milliarden auf 53,5 Milliarden RMB und soll bis 2020 rund150 Milliarden RMB erreichen. In Hangzhou, Provinz Zhejiang, wurde im März 2017 sogar die erste "Cross-border Pet Industry Experimental Zone" eröffnet. Schwerpunkt wird der Import von Heimtierfutter sein. Wie Euromonitor ermittelte, besitzen inzwischen etwa 30 Millionen chinesische Haushalte einen Hund. Damit ist China die drittgrößte Hundehalternation weltweit mit den beiden Schwerpunktmärkten Beijing und Shanghai.

Die Verbesserung der Nahrungsmittelsicherheit bleibt ein großes Thema. Gedacht wird an ausgeklügelte Tracking-Systeme, auf die sowohl die aufsichtführenden Behörden als auch die Konsumenten Zugriff haben. In Shanghai befindet sich eine entsprechende Online-Plattform gerade im Aufbau, so die China Food and Drug Administration (CFDA).

Entwicklung der Anlageinvestitionen in der chinesischen Lebensmittelindustrie (in Milliarden RMB; Veränderung in Prozent) *)
Segmente 2016 Veränderung 1. Halbjahr 2017 Veränderung
Nahrungsmittelverarbeitung 1.178,6 9,5 512,5 6,3
Nahrungsmittelproduktion 582,5 14,5 259,5 3,7
Getränkeproduktion 410,6 0,4 171,6 -3,2
Tabakwaren 20,9 -21,2 8,2 -1,7

*) Unternehmen mit einem Mindestjahresumsatz von 20 Mio. RMB. (über 3 Mio. US$)

Quelle: NBS

China ist auf Milchimporte angewiesen

Die chinesische Milchproduktion entwickelte sich 2016 laut staatlichem Statistikbüro NBS rückläufig (36 Millionen Tonnen; -4,1 Prozent), allerdings legte die Produktion von Milcherzeugnissen um 7,7 Prozent auf 29,9 Millionen Tonnen zu. Zugleich konnten sich die chinesischen Molkereien eines Umsatzwachstums von 5,8 Prozent auf 350,4 Milliarden RMB erfreuen. Ihre Gewinne stiegen um 13,1 Prozent auf 25,2 Milliarden RMB. Im 1. Halbjahr 2017 erhöhte sich die Erzeugung von Milchprodukten um weitere 3,1 Prozent auf 14,5 Millionen Tonnen (Daten für Milch sind noch nicht verfügbar).

Grundsätzlich liegen die Kosten für die Erzeugung vieler landwirtschaftlicher Produkte in der VR China über dem internationalen Durchschnitt. Milchprodukte sind nach Berechnungen des chinesischen Landwirtschaftsministeriums mindestens um 20 Prozent teurer als in der EU.

In der Folge zeigten die Einfuhren von Milch und Milchprodukten 2016 weiter nach oben (Milch (HS-Position 0401): 634.096 Tonnen; +37,8 Prozent; Milchprodukte (HS-Positionen 0402, 0403, 0404, 0406): 1.321.544 Tonnen; +14,8 Prozent). Im 1. Halbjahr 2017 stiegen die Milcheinfuhren wertmäßig weiter um 8,8 Prozent auf 342,8 Millionen US-Dollar (US$) (Deutschland: 58,3 Millionen US$; -29,1 Prozent), gingen mengenmäßig aber um 11,6 Prozent auf 278,200 Tonnen (Deutschland: 78.900 Tonnen; -29,3 Prozent) zurück. Die Importe von Milcherzeugnissen wuchsen um 28,8 Prozent auf 1.289,2 Millionen US$ (Deutschland: 34,2 Millionen US$; +113,5 Prozent) respektive um 9,7 Prozent auf 821.700 Tonnen (Deutschland: 15.000 Tonnen; +105,5 Prozent).

Der im Januar 2017 publizierte 13. Fünfjahresplan für die chinesische Milchindustrie (2016 bis 2020) sieht bis 2020 eine Outputsteigerung auf 41 Millionen Tonnen vor (38,7 Millionen Tonnen Milch im Jahr 2015). Die Selbstversorgungsrate soll bei über 70 Prozent gehalten werden (2015: 77,9 Prozent). Im selben Zeitraum ist geplant, die Produktion von Milcherzeugnissen von 27,8 Millionen Tonnen auf 35,5 Millionen Tonnen hochzufahren. Zur Realisierung dieser Ziele soll der Anteil von Farmen mit mehr als 100 Tieren von 48,3 Prozent auf 70 Prozent wachsen und die Milchleistung pro Kuh von durchschnittlich 6 Tonnen pro Jahr auf 7,5 Tonnen zunehmen.

Obwohl China den Eigenbedarf an Milch nicht decken kann, plant der Molkereiriese Mengniu den Aufbau neuer, auf den Export nach Indien oder Südostasien ausgerichteter Produktionsstätten etwa in Jinhua, Provinz Zhejiang.

Darüber hinaus versuchen sich die chinesischen Molkereiriesen im Biobereich besser aufzustellen. Allerdings liefen die Bemühungen des Marktführers Yili, sich am US-Hersteller Stoneyfield Farm oder auch an China Shengmu Organic Milk zu beteiligen, ins Leere.

Höheres Gesundheitsbewusstsein lässt Schweinefleischkonsum sinken

Nach leicht rückläufiger Entwicklung 2016 zog die Fleischerzeugung in der VR China im 1. Halbjahr 2017 wieder vorsichtig an. Insgesamt wurden mit 38,9 Millionen Tonnen rund 1 Prozent mehr Fleisch produziert als in der gleichen Periode des Vorjahres. Bei Schweinefleisch, auf das etwa 64 Prozent der Gesamterzeugung entfallen, betrug das Plus 0,8 Prozent.

Fleischproduktion in China 2016 (Produktion in Millionen Tonnen; Veränderung und Produktionsanteil in Prozent) *)
Produktion Veränderung zu 2015 Produktionsanteil
Gesamt, davon: 83,6 -1,1 100,0
.Schweinefleisch 53,0 -3,4 63,4
.Geflügelfleisch 18,9 3,4 22,5
.Rindfleisch 7,2 2,4 8,6
.Schaf-/Ziegenfleisch 4,6 4,2 5,5

*) Unternehmen mit einem Mindestjahresumsatz von 20 Mio. RMB (über 3 Mio. US$)

Quelle: NBS

Entgegen vorheriger Prognosen eines steten Wachstums beim Fleischkonsum scheint zumindest der Verbrauch an Schweinefleisch inzwischen eher rückläufig zu sein. Basierend auf Euromonitor-Daten berichtete die Shanghai Daily von einem Jahresverkauf von Schweinefleisch für 2016 von 40,9 Millionen Tonnen nach 42,5 Millionen Tonnen im Vorjahr. Für 2017 gehen die Marktforscher von einem weiteren leichten Rückgang aus.

Begründet wird dieser mit einem höheren Gesundheitsbewusstsein. Die chinesischen Konsumenten weichen entweder auf fettärmeres Rind oder andere Fleischsorten aus oder essen stattdessen einfach mehr Gemüse. Die WH Group mit Sitz in Luohe, Provinz Henan, als weltweit größter Schweinezuchtbetrieb und Schweinefleischverarbeiter verlagert deshalb ihren Geschäftsschwerpunkt zunehmend auf Schweinefleischprodukte mit höherer Wertschöpfung wie Schinken oder Wurst. Diese werden oftmals aus den USA von der zur Gruppe gehörenden Smithfield Foods importiert.

Generell entwickelten sich auch die Schweinefleischeinfuhren rückläufig und erreichten in den ersten sechs Monaten 2017 nur noch rund 662.330 Tonnen (-13,1 Prozent) respektive 1.212 Millionen US$ (-16,5 Prozent). Am stärksten betroffen waren Lieferanten aus Deutschland (die überdies zeitweise unter einer Importsperre litten) mit einem Einbruch auf 99.647 Tonnen (-39,1 Prozent) oder 178,3 Millionen US$ (-38,7 Prozent).

Seit 20. Juni 2017 dürfen die USA wieder Rindfleisch nach China importieren. Die Einfuhren des Landes (wie auch die aus Deutschland) waren 2003 mit dem Auftreten der Rinderseuche BSE gestoppt worden. In der Praxis dürften jedoch nur etwa 10 Prozent der US-Rindfleischproduktion überhaupt für den chinesischen Markt in Frage kommen. Denn China verbietet grundsätzlich die Einfuhr von Rindfleisch, das unter Einsatz wachstumsfördernden Substanzen erzeugt wurde - wie dem in den USA gängigen Ractopamin. Generell gehört die Volksrepublik zu den größten Rindfleischimportnationen weltweit und bezog laut chinesischer Zollstatistik 2016 über 1 Million Tonnen Rindfleisch (+12,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr) aus dem Ausland.

Frischware soll nun mit Hilfe von Onlineplattformen noch schneller zum Kunden

Alibaba will zusätzlich 300 Millionen US$ in seine Frischprodukteplattform Yiguo.com investieren, um die notwendigen Kühlketten für die dort angebotenen Erzeugnisse (Obst, Gemüse, Fleisch und Fisch) zu garantieren. Schnell verderbliche Lebensmittel sollen noch am gleichen, spätestens am Folgetag in über 200 Städte des Landes ausgeliefert werden können, berichtete die China Daily im August 2017.

Darüber hinaus arbeitet Alibaba am Aufbau einer Hybrid-Supermarktkette (Hema Xiansheng), wo der Kunde hochpreisige Frischwaren und andere Produkte, vielfach aus dem Ausland on- und offline erwerben kann. Bezahlt wird mit der elektronischen Geldbörse Alipay. Die gewählten Produkte können direkt vor Ort zubereitet werden, Kunden können sie aber auch mitnehmen oder sich liefern lassen. Jedes Erzeugnis trägt einen Barcode mit dem Preis und zusätzlichen Produktinformationen.

Backwaren erfreuen sich ungebrochener Beliebtheit

Westliche Backwaren - Brote, Kuchen, Hefegebäck, Kekse - erfreuen sich in China zunehmender Beliebtheit. In den Metropolen Beijing, Shanghai oder Guangzhou lassen Ketten wie Baker & Spice oder Spezialbäckereien wie Avec Toi in Shanghai oder Tienstiens in Beijing- vom erstklassigen Croissant bis hin zum ausgefallenen Walnussbrot - keine Wünsche offen. Aber auch in weniger entwickelten Städten etablieren sich hochwertige Ketten für Bäckereiwaren, oft nur lokal mit mehreren Verkaufsvertreten, aber überaus professionell ausgestattet wie beispielsweise Hilelon in Chifeng, Innere Mongolei.

Darüber hinaus gibt es auch in der Provinz immer mehr Backwarenhersteller mit interessantem Angebot an abgepackten Kuchen und anderen Backwaren, beispielsweise LeMai aus Taiyuan, Provinz Shanxi. Allerdings sind diese Firmen oft sehr klein und verfügen meist nicht einmal über eine eigene Webseite.

Fertigmüslis sind dagegen in China nicht mehr so gefragt. Offenbar halten die meisten Menschen beim Frühstück eher an ihren traditionellen Gewohnheiten fest. Nach Nielsen-Untersuchungen fielen die Verkäufe zwischen 2009 und 2014 um im Schnitt 1,5 Prozent jährlich. Obwohl China sich für den britischen Hersteller Weetabix in den letzten fünf Jahren zum drittwichtigsten Markt entwickelt hat, dürfte das generell schwache Abschneiden ein Grund dafür gewesen sein, dass die Shanghaier Bright Food Group einen Großteil ihrer Weetabix-Anteile im Juni an eine US-Holding verkauft hat.

Schokoladenhersteller haben es weiterhin schwer in China

Ganze 1,6 Millionen Tonnen Bonbons, Kaugummis und Fruchtgummis wurden im 1. Halbjahr 2017 in China produziert, knapp 2,4 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Im Jahr 2016 hatte die Jahresproduktion bei 3,5 Millionen Tonnen gelegen, ein Plus von 0,2 Prozent (Quelle: CEInet).

Ausgewählte Bonbon- und Kaugummihersteller in der VR China 2016 (Marktanteile in Prozent)
Firma Ursprung Marktanteil
Hsufuchi Taiwan 30,6
Madajie China 8,1
Alpenliebe Niederlande 6,2
Golden Monkey China 6,0
Extra USA 5,1
Orion Korea 4,8
Yake China 4,7
Wrigley USA 3,0
Fujiya Japan 2,2
White Rabbit China 1,8
Sonstige - 27,5
Insgesamt - 100

Quelle: http://www.askci.com

Der Schokoladenkonsum entwickelt sich, wenn auch langsam, nach oben. Gegenwärtig liegt der Pro-Kopf-Verbrauch indessen erst bei rund 200 Gramm pro Kopf und Jahr. Mars, Ferrero und Nestlé beherrschen gemeinsam rund zwei Drittel des landesweiten Absatzes. Wie die Tageszeitung People´s Daily berichtete, werden einheimische Hersteller dabei sukzessive aus dem Markt gedrängt. So musste der chinesische Lebensmittelriese COFCO die Produktion der bekanntesten Markenschokolade des Landes, Le Conte, nach langjährigen Verlusten 2016 einstellen.

Doch auch bei ausländischen Firmen läuft es nicht nur rund. Hershey beispielsweise kündigte eine Umstrukturierung seines Chinageschäftes an. Offensichtlich hat die Beteiligung am chinesischen Süßwarenhersteller SGM ("Golden Monkey") den US-Konzern nicht zu den gewünschten Ergebnissen geführt.

Verbesserte Kühlketten steigern den Absatz von Tiefkühlkost

Zeitungsberichten zufolge steigt die Online-Nachfrage nach gefrorenem Fisch/Meeresfrüchten (roh oder teilzubereitet) erheblich. Firmen wie die Zoneco-Group aus Liaoning konnten über Tmall ihre Verkäufe insbesondere über das Chinesische Frühlingsfest oder an anderen typischen "Bestelltagen" (wie dem 11. November) erheblich steigern.

Ermöglicht wird der Trend durch eine sich stark verbessernde Tiefkühlkettenlogistik im Hintergrund, etwa durch Shunfeng Express. Shunfeng verfügte nach eigenen Angaben Ende März 2017 landesweit über 63 Kühllagerhäuser für Nahrungsmittel sowie über 871 eigene Kühl-Lkws.

Derweil errichtet das in der Dalian Freihandelszone ansässige chinesisch-japanische Joint-Venture Dalian Global Food Corp. eine neue Verarbeitungsstätte für 2.400 Tonnen Thunfisch im Jahr. Sie soll Ende 2017 fertiggestellt sein. Zwar geht das Gros der Ware (70 Prozent) in den Export, doch die Nachfrage nach (gefrorenem) Thunfisch in den chinesischen Metropolen nimmt kontinuierlich zu.

Gesundheitsschnäpse treiben das Marktwachstum der Getränkebranche

Während sich die Bierbrauer im 1. Halbjahr 2017 erstmals wieder mit 0,8 Prozent Zuwachs über eine leicht positive Entwicklung freuen konnten, war Hochprozentiges mit 6,6 Prozent Wachstum gefragter denn je. Der Schnapshersteller Kweichow Moutai will deshalb die Erzeugung ausweiten und neues Personal einstellen, war im Juni in der China Daily zu lesen. Darüber hinaus hat Moutai eine Kooperationsvereinbarung mit der Xiuzheng Pharmaceutical Group geschlossen, um gemeinsam "Gesundheitsliköre" mit Kräutern oder in Schnaps eingelegten Tieren herzustellen und zu vermarkten.

Der Marktführer im Bereich solcher Liköre ist Jing Brand. Schätzungsweise 32 Milliarden RMB wurden 2016 mit solchen Kräuter- und Tierschnäpsen umgesetzt. Aus Sicht der China Alcoholic Drinks Association ist das Segment der neue Wachstumsmotor im Bereich Alkoholika. Nach Einschätzung von Xiuzheng Pharmaceutical soll der Markt bis 2020 auf 44 Milliarden RMB expandieren.

Produktion ausgewählter alkoholischer Getränke (in Millionen Hektoliter; Veränderungen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum in Prozent)
Produktkategoerie 2016 Veränderung 1. Halbjahr 2017 Veränderung
Alkoholische Getränke davon: 627,4 -2,2 k.A. k.A.
.Chinesische hochprozentige Alkoholika (Bai Jiu) 135,8 3,2 68,4 6,6
.Bier 450,6 -0,1 226,9 0,8
.Wein (aus Trauben) 11,4 -2,1 4,6 -10,4

*) Unternehmen mit einem Mindestjahresumsatz von 20 Mio. RMB (über 3 Mio. US$)

Quelle: NBS

Produktion ausgewählter alkoholfreier Getränke (in Millionen Hektoliter; Veränderungen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum in Prozent)
Produktkategorie 2016 Veränderung 1. Halbjahr 2017 Veränderung
Alkoholfreie Getränke, davon: 1.834,5 1,9 977,3 7,8
.abgefülltes Wasser 945,9 7,9 k.A. k.A.
.Säfte 240,5 0,8 120,2 7,3
.Getränke mit Kohlensäure 175,2 -2,4 89,1 4,2

*) Unternehmen mit einem Mindestjahresumsatz von 20 Mio. RMB (über 3 Mio. US$)

Quelle: NBS

Wichtige Internetquellen

Nationales Statistikamt http://www.stats.gov.cn
Tageszeitung China Daily http://www.chinadaily.com.cn
China Economic Information Network http://www.cei.gov.cn
China Academy of Agricultural Sciences (CAAS) http://www.caas.cn
China National Food Industry Association http://www.cnfia.cn
China Meat Association (CMA) http://www.chinameat.org
Marktforschungsgesellschaft Euromonitor http://www.euromonitor.com

Dieser Artikel ist relevant für:

China Nahrungs- und Genussmittel, allgemein, Getränke, Nahrungsmittel

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