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09.05.2017

Deutsche Exporteure bleiben in Serbien erfolgreich

Handelsvolumen 2016 mit 13% im Plus / Jeweils breitgefächerte Produktpalette / Von Jan Triebel

Belgrad (GTAI) - Der bilaterale Handel Serbiens mit Deutschland wächst stetig. Der Warenaustausch legte Destatis zufolge 2016 zum siebten Mal in Folge zu. Dabei stiegen die deutschen Ausfuhren nach Serbien um gut 7% und übertrafen erstmals die Marke von 2 Mrd. Euro. Noch temporeicher expandierten mit 17% Deutschlands Bezüge aus Serbien auf knapp 1,7 Mrd. Euro. Bestimmend sind Waren aus den Bereichen Elektrotechnik und Automotive.

Als Partner im serbischen Außenhandel nimmt Deutschland seit längerer Zeit einen vorderen Platz ein. So auch 2016: Gemäß Angaben des serbischen Statistikamtes RZS lag der Umsatz im Warenaustausch beider Staaten bei umgerechnet 3,99 Mrd. Euro, womit das Vorjahresergebnis (3,54 Mrd. Euro) um 12,7% übertroffen wurde. Dank dieser überdurchschnittlichen Steigerung avancierte Deutschland zum Haupthandelspartner des größten Westbalkanstaats. Für Italien, im Vorjahr noch führend, reichte es 2016 nur für Position zwei. Der serbisch-italienische Umsatz nahm nach 2015 mit 3,68 Mrd. Euro lediglich um 1,9% auf 3,75 Mrd. Euro zu.

Deutschland mit je gut einem Achtel an serbischen Im- und Exporten beteiligt

Auf Seiten der serbischen Einfuhren lag Deutschland mit einem Lieferanteil von 12,9 % (2015: 12,4%) vorne. Der seit einigen Jahren nach oben weisende Trend setzte sich somit fort. Als Abnehmer für in Serbien gefertigte Waren stellte Deutschland zudem 2016 die zweitwichtigste Destination nach Italien dar. Der diesbezügliche Anteil an den serbischen Exporten belief sich auf 13,0% (12,5%).

Den positiven Trend im deutsch-serbischen Handel mit Waren bestätigen auch entsprechende Erhebungen des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden (Destatis). Im detaillierten Vergleich mit dem serbischen Zahlenmaterial treten jedoch traditionell leichte Abweichungen auf, die mit der nicht immer einheitlich ausfallenden Zuordnung von Warenströmen nach Herkunfts- und Bestimmungsland zu tun haben dürften.

Entwicklung des Außenhandels zwischen Deutschland und Serbien (Export- und Importwert in Mio. Euro; Veränderung jeweils zum Vorjahr in %)
Jahr Export Veränderung Import Veränderung
2012 1.529,5 4,2 995,3 10,8
2013 1.575,4 3,0 1.220,3 22,6
2014 1.688,0 7,1 1.260,3 3,3
2015 1.954,6 15,8 1.430,1 13,5
2016 *) 2.095,7 7,2 1.670,1 16,8

*) vorläufig (Stand: 7.4.17)

Quelle: Destatis

So fällt auch der 2016 zwischen beiden Länder erzielte Gesamthandelsumsatz bei Destatis mit 3,77 Mrd. Euro (2015: 3,38 Mrd. Euro) etwas geringer als der RZS-Vergleichswert aus. Im Vergleich zum Vorjahr stieg der Umsatz laut Destatis um 11,3%, wozu die spürbar expandierenden Warenströme in beide Richtungen gleichermaßen beitrugen. In einer Aufstellung nach Deutschlands Handelspartnern nimmt Serbien dem Umsatz nach mittlerweile Platz 55 ein; im Jahr 2010 stand das Land noch auf Rang 63.

Im Importranking nach Ländern verbesserte sich der größte Westbalkanstaat zwischen 2010 und 2016 der Bedeutung für Deutschland nach von Position 64 auf 49. Die deutschen Bezüge aus Serbien fielen 2016 mit 1,67 Mrd. Euro um 16,8% höher als im Vorjahr aus. Zudem stiegen die deutschen Lieferungen nach Serbien um 7,2% auf 2,10 Mrd. Euro. Dies bedeutete für Serbien Platz 55 bei den deutschen Ausfuhren, nach Platz 59 im Jahr 2010.

Komponenten für Kabelsätze sowie Teile von Elektromotoren bei Exporten vorne

Mit Blick auf die Struktur der Warenströme registrierte Destatis für 2016 ausfuhrseitig unter allen Warenpositionen (SITC-Dreisteller) insgesamt 26 (2015: 26) mit einem Wert von jeweils 20 Mio. Euro und mehr. Bei den Importen wurde dieser Betrag von 19 (2015: 15) Erzeugnissen übertroffen.

"Einrichtungen für die Elektrizitätsverteilung" (SITC 773) führten mit einem Anteil von 6,2% die deutschen Lieferungen nach Serbien 2016 an. Dabei handelte es sich vornehmlich um elektrische Komponenten für Zünd- und Kabelsätze zum Einsatz in Beförderungsmitteln. Als wichtigste Einzelposition legten isolierte Wickeldrähte aus Kupfer um 48,0% auf 63,1 Mio. Euro zu.

Dahinter folgten mit einem Beitrag von ebenfalls 6,2% "Rotierende elektrische Kraftmaschinen und Teile davon" (SITC 716). Wichtige Rollen spielten hier andere Teile von Elektromotoren für 82,4 Mio. Euro (gegenüber 2015: -18,8%) sowie gut 2,65 Mio. Gleichstrommotoren mit einer Leistung von jeweils bis zu 750 W für 42,1 Mio. Euro (+107,6%).

Als drittwichtigstes Exportgut galten 2016 Pkw (SITC 781) mit einem Anteil am Gesamtaufkommen von 3,9%. Es dominierten erneut Gebrauchtwagen, die gut 70% der insgesamt rund 5.200 aus Deutschland nach Serbien verbrachten Fahrzeuge stellten. Im Jahr zuvor waren es insgesamt noch gut 1.000 Fahrzeuge mehr gewesen.

Schwerpunkte der deutschen Ausfuhren nach Serbien (in Mio. Euro)
SITC-Warengruppe 2008 2014 2015 2016 *) Veränderung 2016 zu 2015 (in %)
773 Einrichtungen für die Elektrizitätsverteilung 22,9 90,6 102,3 130,3 27,4
716 Rotierende elektrische Maschinen, Teile davon 82,0 107,1 129,8 130,0 0,2
781 Pkw 113,9 64,6 81,4 81,5 0,1
772 Elektrische Geräte zum Schließen von Stromkreisen 25,3 43,7 59,9 66,0 10,2
784 Teile, Zubehör für Kfz 34,2 48,3 55,7 63,1 13,3
684 Aluminium 38,5 60,0 56,0 59,4 6,1
542 Arzneiwaren 40,4 51,1 45,9 50,2 9,4
728 Andere Maschinen, Apparate, Geräte 47,0 45,3 41,9 42,0 0,2
783 Straßenfahrzeuge 48,4 27,7 33,1 42,0 26,8
575 Andere Kunststoffe in Primärformen 23,8 37,8 39,6 41,0 3,5

*) vorläufig

Quelle: Destatis

Wechselstromgeneratoren und Himbeeren aus Serbien gut nachgefragt

Unter Deutschlands Bezügen aus Serbien schnitten 2016 "Rotierende elektrische Kraftmaschinen und Teile davon" mit einem Beitrag von 21,8% erneut am stärksten ab. Unverändert zum Vorjahr bestimmten darunter komplettierte Wechselstromgeneratoren mit einer Leistung von über 750 kV das Bild. Insgesamt gingen 3.705 Stück für 178,6 Mio. Euro (gegenüber 2015: +46,1%) an deutsche Abnehmer. Dahinter folgten mit 149,0 Mio. Euro andere Teile von Elektromotoren (+78,0%).

Die zweitwichtigste Warengruppe im Rahmen der Importe aus Serbien bildeten einmal mehr verschiedene Früchte (SITC 058), die 2016 auf einen Anteil von 7,0% kamen. Trotz eines leichten wertmäßigen Rückgangs gegenüber 2015 um 3,3% erwiesen sich darunter rund 30.500 t überwiegend gefrorene Himbeeren mit einem Lieferwert von 79,5 Mio. Euro erneut als das mit Abstand wichtigste Erzeugnis. Nennenswerte Mengen entfielen zudem auf gefrorene Sauerkirschen und Brombeeren.

Den Früchten dicht auf den Fersen waren 2016 bei den Einfuhren aus Serbien nach Deutschland "Einrichtungen für die Elektrizitätsverteilung" mit einem Anteil von ebenfalls 7,0%. Den Hauptpart stellten Zünd- und Kabelsätze zum Einsatz in Beförderungsmitteln, deren Lieferungen 104,7 Mio. Euro (-12,5%) ausmachten.

Schwerpunkte der deutschen Einfuhren aus Serbien (in Mio. Euro)
SITC-Warengruppe 2008 2014 2015 2016 *) Veränderung 2016 zu 2015 (in %)
716 Rotierende elektrische Maschinen, Teile davon 115,8 183,6 222,4 364,0 63,7
058 Früchte, haltbar gemacht 66,6 96,8 118,3 117,6 -0,6
773 Einrichtungen für die Elektrizitätsverteilung 2,8 141,8 133,1 116,2 -12,7
775 Elektrische und nichtelektrische Haushaltsgeräte 15,9 78,2 74,0 80,7 9,1
778 Elektrische Maschinen, Apparate und Geräte 0,5 6,8 29,0 64,7 123,1
784 Teile, Zubehör für Kfz 10,7 39,4 54,1 64,3 18,9
846 Bekleidungszubehör 20,5 37,4 40,2 45,7 13,7
781 Pkw 0,3 50,8 48,0 41,1 -14,4
872 Instrumente, Geräte, Apparate für medizinische Zwecke 0,3 32,7 41,3 40,4 -2,2
542 Arzneiwaren 10,5 39,2 36,5 39,4 7,9

*) vorläufig

Quelle: Destatis

(T.J.)

Dieser Artikel ist relevant für:

Serbien Außenwirtschaft, allgemein, Wirtschaftsbeziehungen zu Deutschland

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