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15.08.2016

Deutsche Exporteure gewinnen in Serbien Marktanteile hinzu

Handelsvolumen 2015 mit 15% im Plus / Jeweils recht breitgefächerte Produktpalette / Von Jan Triebel

Belgrad (GTAI) - Der bilaterale Handel Serbiens mit Deutschland bleibt auf Expansionskurs. Der Warenaustausch legte 2015 das sechste Jahr in Folge zu. Dabei stiegen deutschen Exporte nach Serbien um 16,0% und verfehlten die Marke von 2,0 Mrd. Euro nur knapp. Ähnlich temporeich entwickelten sich die Importe: Der Wert der serbischen Lieferungen nach Deutschland betrug gut 1,4 Mrd. Euro, womit er das Vorjahresergebnis um 13,4% übertraf. Elektrische Ausrüstungen sind bestimmend.

Für Serbien zählt Deutschland in vielerlei Hinsicht seit Jahren mit zu den bedeutendsten Wirtschaftspartnern. So auch im Jahr 2015: Gemäß endgültigen Angaben des serbischen Statistikamtes RZS (Republicki zavod za statistiku) belief sich der Umsatz im Warenaustausch zwischen beiden Staaten auf umgerechnet 3,54 Mrd. Euro, womit das Vorjahresergebnis (3,15 Mrd. Euro) um 12,1% übertroffen wurde. Besser mit 3,68 Mrd. Euro schnitt nur Italien ab, wobei hier die Umsätze mit einem Plus von 0,5% gegenüber 2014 (3,66 Mrd. Euro) nur minimal zulegten.

Deutscher Beitrag jeweils ein Achtel der serbischen Im- und Exporte

Auf Seiten der serbischen Einfuhren lag Deutschland mit einem Lieferanteil von 12,4% vorne, womit sich der seit einigen Jahren nach oben weisende Trend fortsetzte. Bereits zwischen 2012 und 2014 hatte sich der deutsche Beitrag zu Serbiens Importen von 10,9 auf 11,8% ausgeweitet.

Als Abnehmer für in Serbien gefertigte Waren und Güter stellte Deutschland zudem 2015 die zweitwichtigste Destination nach Italien dar. Die deutsche Gewichtung auf Seiten der serbischen Exporte betrug 12,5%. In den Jahren 2012 bis 2014 hatte sich Deutschlands Anteil zwischen 11,7 und 11,9% bewegt.

Den positiven Trendverlauf im deutsch-serbischen Handel mit Waren und Gütern bestätigen auch entsprechende Erhebungen des Statistischen Bundesamtes in Wiesbaden (Destatis). Im detaillierten Vergleich mit dem serbischen Zahlenmaterial treten jedoch traditionell leichte Abweichungen auf, die mit der nicht immer einheitlich ausfallenden Zuordnung von Warenströmen nach Herkunfts- und Bestimmungsland zu tun haben dürften.

Entwicklung des Außenhandels zwischen Deutschland und Serbien (Export- und Importwert in Mio. Euro; Veränderung jeweils zum Vorjahr in %)
Jahr Export Veränderung Import Veränderung
1995 64,1 44,7 3,2 64,3
2000 492,0 49,9 216,3 20,0
2005 997,9 -3,6 369,4 12,5
2008 1.734,6 18,9 766,4 16,6
2009 1.229,9 -29,1 590,8 -22,9
2010 1.276,1 3,8 717,1 21,4
2011 1.468,6 15,1 898,3 25,3
2012 1.529,5 4,2 995,3 10,8
2013 1.575,4 3,0 1.220,3 22,6
2014 1.688,0 7,1 1.260,3 3,3
2015 *) 1.958,6 16,0 1.429,8 13,4

*) vorläufig

Quelle: Destatis

So fällt auch der 2015 zwischen beiden Länder erzielte Gesamthandelsumsatz bei Destatis mit 3,39 Mrd. Euro etwas geringer als der RZS-Vergleichswert von 3,54 Mrd. Euro aus. Im Vergleich zum Vorjahr verzeichnete der Umsatz laut Destatis ein Plus von 14,9%, zu dem die spürbar expandierenden Warenströme in beide Richtungen gleichermaßen beitrugen. In einer Aufstellung von Deutschlands Handelspartnern rückte Serbien dem Umsatz nach von Platz 63 im Jahr 2010 mittlerweile auf Rang 56 vor.

Im Länderranking der deutschen Importe verbesserte sich der Westbalkanstaat von Position 64 auf 57 im Zeitraum 2010 bis 2015. Die aus Serbien eingehenden Lieferungen erhöhten sich von 2015 auf 2014 um 13,4% auf 1,43 Mrd. Euro. Zudem stiegen parallel dazu die deutschen Exporte mit Serbien als Bestimmungsziel im Vorjahresvergleich um 16,0% auf 1,96 Mrd. Euro. Dies entsprach Platz 56 der deutschen Ausfuhren, nach Platz 59 im Jahr 2010.

Gleichstrommotoren bei Exporten ganz vorne

Mit Blick auf die Struktur der Warenströme wird deutlich, dass die deutschen Ausfuhren nach Serbien diversifizierter ausfallen als die Lieferungen in umgekehrter Richtung. So registrierte Destatis 2015 exportseitig für insgesamt 26 Warenpositionen (SITC-Dreisteller) einen jeweiligen Wert von 20 Mio. Euro und mehr. Auf Seiten der Importe traf das hingegen nur in 15 Fällen zu.

Als führend unter den deutschen Verkäufen nach Serbien erwiesen sich 2015 "Rotierende elektrische Kraftmaschinen und Teile davon" (SITC 716). Auf sie entfiel mit 6,6% laut Destatis der höchste Beitrag einer einzelnen Warengruppe zu den Exporten. Die Hauptrolle spielten die Positionen "andere Teile von Elektromotoren" für 101,4 Mio. Euro und gut 1,25 Mio. Stück Gleichstrommotoren mit einer Leistung von jeweils bis zu 750 W für 20,2 Mio. Euro.

Dahinter folgten mit einem Beitrag in Höhe von 5,2% "Einrichtungen für die Elektrizitätsverteilung" (SITC 773). Dabei handelte es sich vornehmlich um elektrische Komponenten für Zünd- und Kabelsätze zum Einsatz in Beförderungsmitteln. Laut Destatis gingen so allein für 42,7 Mio. Euro isolierte Wickeldrähte aus Kupfer (Beitrag: knapp 42%) an Abnehmer in Serbien.

Als drittwichtigstes Exportgut galten 2015 Pkw (SITC 781) mit einem Anteil am Gesamtaufkommen von 4,2%. Es dominierten Gebrauchtwagen, die gut vier Fünftel der insgesamt rund 6.500 aus Deutschland nach Serbien verbrachten Fahrzeuge stellten.

Schwerpunkte der deutschen Ausfuhren nach Serbien (in Mio. Euro)
SITC-Warengruppe 2008 2011 2014 2015 *) Veränderung 2015/2014 (in %)
716 Rotierende elektrische Maschinen, Teile davon 82,0 59,7 107,1 129,8 21,2
773 Einrichtungen für die Elektrizitätsverteilung 22,9 18,5 90,6 102,4 12,9
781 Pkw 113,9 57,4 64,6 82,3 27,4
792 Luftfahrzeuge 1,1 4,1 0,8 65,5 8.087,5
772 Elektrische Geräte zum Schließen von Stromkreisen 25,3 29,6 43,7 59,9 37,2
684 Aluminium 38,5 39,6 60,0 55,7 -7,2
784 Teile, Zubehör für Kfz 34,2 33,9 48,3 55,6 15,0
542 Arzneiwaren 40,4 33,5 51,1 46,0 -10,0
728 Andere Maschinen, Apparate, Geräte 47,0 31,9 45,3 41,9 -7,5
575 Andere Kunststoffe in Primärformen 23,8 25,3 37,8 39,7 4,9

*) vorläufig

Quelle: Destatis

Serbische Himbeeren gut nachgefragt

Auch Deutschlands Bezüge aus Serbien waren 2015 den Warengruppen nach durch ähnliche Schwerpunkte gekennzeichnet. Mit einem Beitrag von 15,6% standen wiederum "Rotierende elektrische Kraftmaschinen und Teile davon" im Fokus. Das entsprechende Aufkommen bestimmten insgesamt 2.610 komplettierte Wechselstromgeneratoren mit einer Leistung von über 750 kV (122,2 Mio. Euro) und andere Teile von Elektromotoren (83,7 Mio. Euro).

Auch Platz 2 der Einfuhren ist wiederum deckungsgleich mit den Ausfuhren: Der Anteil von "Einrichtungen für die Elektrizitätsverteilung" belief sich 2015 auf 9,3%. Den Hauptpart davon vereinigten fertig konfektionierte Kabelbäume oder Bordnetzsysteme zum Einsatz in Beförderungsmitteln für 119,7 Mio. Euro.

Die drittwichtigste Warengruppe im Rahmen der Importe aus Serbien stellten verschiedene Früchte (SITC 058) dar, deren Anteil bei 8,3% lag. Darunter erwiesen sich knapp 32.000 t überwiegend gefrorene Himbeeren für 82,2 Mio. Euro als das mit Abstand wichtigste Erzeugnis. Nennenswerte Mengen entfielen jeweils noch auf Brombeeren, Sauerkirschen und Nüsse.

Schwerpunkte der deutschen Einfuhren aus Serbien (in Mio. Euro)
SITC-Warengruppe 2008 2011 2014 2015 *) Veränderung 2015/2014 (in %)
716 Rotierende elektrische Maschinen, Teile davon 115,8 83,0 183,6 222,4 21,1
773 Einrichtungen für die Elektrizitätsverteilung 2,8 87,4 141,8 133,1 -6,2
058 Früchte, haltbar gemacht 66,6 88,8 96,8 118,3 22,1
775 Elektrische und nichtelektrische Haushaltsgeräte 15,9 32,1 78,2 74,0 -5,3
784 Teile, Zubehör für Kfz 10,7 17,0 39,4 54,1 37,4
781 Pkw 0,3 0,5 50,8 48,0 -5,4
684 Aluminium 19,2 22,0 34,3 46,0 34,1
872 Instrumente, Geräte, Apparate für medizinische Zwecke 0,3 19,8 32,7 41,3 26,3
846 Bekleidungszubehör 20,5 35,3 37,4 40,2 7,4
542 Arzneiwaren 10,5 26,7 39,2 36,5 -6,8

*) vorläufig

Quelle: Destatis

(T.J.)

Dieser Artikel ist relevant für:

Serbien Wirtschaftsbeziehungen zu Deutschland, Außenhandel / Struktur, allgemein

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