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13.03.2018

Elektromobilität Mexiko: Produktion wird hochgefahren

Neben Ford und Audi haben auch heimische Unternehmen Pläne für die E-Mobilität / Von Florian Steinmeyer

Mexiko-Stadt (GTAI) - Mexiko ist der siebtgrößte Autoproduzent weltweit. Obwohl konventionelle Fahrzeuge in dem lateinamerikanischen Land noch klar vorherrschen, gibt es einige Projekte internationaler und heimischer Produzenten für den Bau von Elektro- und Hybridfahrzeugen. Die Pläne mexikanischer Hersteller beziehen sich dabei auch auf kleine Nutzfahrzeuge, während internationale Autobauer vorwiegend Pkw mit Elektro- und Hybridantrieb in Mexiko fertigen wollen. (Kontaktadressen)

Unter den großen Autobauern hat bislang lediglich Ford Pläne, ein batterieelektrisches Auto (BEV) in Mexiko zu bauen. Wie im Dezember 2017 bekannt wurde, will der Konzern ab 2020 ein kleines SUV in seinem Werk im Estado de Mexico fertigen. Bislang sind noch keine Details zu Investitionen und Fertigungskapazität bekannt. Das Modell war ursprünglich für das Ford-Werk Flat Rock im US-Bundesstaat Michigan vorgesehen. Dort soll jedoch in Zukunft die Entwicklung und Produktion von autonomen Fahrzeugen vorangetrieben werden, weshalb das Elektromodell nach Mexiko wandert.

In der Fertigung von Hybridfahrzeugen ist Ford ebenfalls ein Vorreiter in Mexiko. Mit dem Ford Fusion montiert der US-Konzern als bislang einziges Unternehmen entsprechende Pkw im Land. Im Zuge von Umstrukturierungen gab Ford im Januar 2018 allerdings bekannt, die Fusion-Fertigung vom Werk Hermosillo im nördlichen Bundesstaat Sonora ab 2020 nach China zu verlegen.

Audi plant neben den konventionellen Varianten seines SUV-Modells Q5 auch eine Hybrid-Version in Mexiko zu montieren. Das 2016 eröffnete Werk im Bundesstaat Puebla bereitet diesen Schritt zurzeit vor. Die Fabrik hat eine Jahreskapazität von 150.000 Fahrzeugen. Wie viele davon künftig in der Hybrid-Variante vom Band laufen sollen, ist bislang nicht bekannt.

Mexikanische Firmen mit interessanten Plänen

Obwohl die mexikanische Kfz-Industrie von ausländischen Firmen beherrscht wird, gibt es beim Thema Elektromobilität einige heimische Ansätze. Das Unternehmen Motores Limpios brachte Mitte 2017 den Zweisitzer Zacua auf den Markt. Das 380 Kilogramm schwere Fahrzeug hat eine Reichweite von 195 Kilometern bei einer Höchstgeschwindigkeit von 95 Kilometern pro Stunde. Das vollständige Aufladen der Batterie dauert acht Stunden. Motores Limpios erhält Unterstützung vom Parkplatzbetreiber Copemsa. Nachdem der Verkauf 2017 bei rund 100 Einheiten lag, sollen 2018 rund 200 und 2019 bereits 300 Stück abgesetzt werden.

Die Fahrzeuge werden im zentralmexikanischen Puebla montiert, das Engineering der elektronischen Antriebskomponenten einschließlich des Motors liegt in der Hand der spanischen Firma Dynamic Technological Alliance. Das Außendesign stammt von der französischen Chatenet und die Batterien kommen aus China.

Geschäftskunden fest im Blick

Moldex, eine Tochterfirma des Backwarenriesen Bimbo, gab im Februar 2017 bekannt, zusammen mit der ebenfalls mexikanischen Firma Giant Motors ein elektrisch betriebenes Taximodell zu entwickeln. Es soll 2018 auf den Markt kommen. Giant Motors gehört zum Firmenimperium des mexikanischen Geschäftsmanns Carlos Slim und verfügt über ein Kfz-Werk im Bundesstaat Hidalgo. Dort werden bereits seit Mitte 2016 unter der Marke Moldex zwei Lieferwagenmodelle mit elektrischem Antrieb gebaut, die zunächst für den Eigengebrauch durch Bimbo gedacht waren. Deren Entwicklung findet ebenso wie die des E-Taxis in Eigenregie statt. Insbesondere stammt auch der Motor aus eigener Produktion.

Mit Vehiculos Electricos Corporativos (VEC) entwickelt ein weiteres mexikanisches Unternehmen elektrisch betriebene Nutzfahrzeuge. Zusammen mit der Universidad Autonoma Metropolitana (UAM) stellte die Firma Anfang 2017 den Prototypen eines Transporters vor, dessen Batterie für eine Reichweite von 100 Kilometern lediglich 60 Minuten Ladezeit benötigt. Der angestrebte Verkaufspreis ist mit umgerechnet rund 30.000 Euro im Vergleich zu anderen Elektrofahrzeugen günstig. Informationen über eine Markteinführung liegen jedoch noch nicht vor.

Mehr zum Kraftfahrzeugmarkt in Mexiko finden Sie in unserer Reihe "Branche kompakt Kfz-Industrie" unter: http://www.gtai.de/brk-kfz-mexiko

Mehr zu Entwicklungen auf den globalen Märkten für Elektrostraßenfahrzeuge finden Sie unter: http://www.gtai.de/elektromobilitaet

Mehr zu Mexiko finden Sie unter: http://www.gtai.de/mexiko

Kontaktadressen

Bezeichnung Internetadresse Anmerkungen
Asociacion Mexicana de la Industria Automotriz - AMIA http://www.amia.com.mx Mexikanischer Verband der Automobilindustrie (Pkw)
Asociacion Nacional de Productores de Autobuses, Camiones y Tractocamiones - Anpact http://www.anpact.com.mx Nationaler Verband der Bus-, Lkw- und Zugmaschinenhersteller

(FST)

Dieser Artikel ist relevant für:

Mexiko Straßenfahrzeuge, allgemein, Elektromobilität

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