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02.08.2017

Energiemärkte in Asien

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Erneuerbare Energien rücken auf der Agenda weiter nach vorne (Juli 2017)

Bonn (GTAI) - China spielt in punkto erneuerbare Energien weltweit ganz vorne mit, Indien hat die Energiewende eingeleitet und auch Thailand hat ehrgeizige Ziele formuliert. Immer mehr asiatische Länder setzen auf "grüne" Energien. Und dennoch bleiben konventionelle Energieträger, sprich Kohle und Gas aber auch Atomkraft, die wichtigsten Stromlieferanten. Neue Kraftwerke entstehen, bestehende müssen moderner, effizienter und nachhaltiger werden. Hohe Investitionen fließen darüber hinaus in die Stromnetze.

China (VR): Alternative Energien auf dem Vormarsch

China treibt den Umbau seiner Energieversorgung und den Ausbau seines Übertragungsnetzes voran. Bis 2020 ist ein Beitrag nicht-fossiler Energieträger (inklusive Atomkraft) zum Primärenergieverbrauch von 15% anvisiert. Laut dem 13. Fünfjahresprogramm für die Stromwirtschaft sind allein für den Ausbau nicht-fossiler Stromerzeugungskapazitäten inklusive Atomkraftwerke 361 Mrd. US$ Investitionen bis 2020 vorgesehen. Gleichzeitig fließt Geld zur Entschwefelung und Modernisierung von Kohlekraftwerken. Mittlerweile ist China der weltweit größte Markt und Produzent erneuerbarer Energien mit nahezu vollständigen Wertschöpfungsketten. Auch auf Druck der Regierung steigen Qualitäts- und Effizienzanforderungen an Komponenten und damit auch die Chancen ausländischer Hersteller für entsprechende Technologie.

Weitere Informationen: http://www.gtai.de/china

Hongkong (SVR): Fehlanzeige bei Erneuerbaren Energien

Hongkongs Energieversorgung ist zwar traditionell ausgerichtet, aber dennoch verlässlich. Die installierten Kapazitäten lagen 2015 bei 12,63 GW, und es wurden 136.525 Terajoule produziert. Zwei Versorger haben ein Duopol und erzeugen vor allem Energie aus Kohle und etwas Gas. Ferner wird Strom aus einem Atomkraftwerk in Südchina importiert. Bis 2030 will das Land die CO2-Emissionen um 26 bis 36% senken. Erneuerbare Energien werden aus Platzmangel außer für Waste-to-Energy kaum berücksichtigt. Bis 2020 soll Gas rund 50% der Stromerzeugung stemmen, auf Kohle entfallen 25%. Den Rest sollen importierter Atomstrom und andere nicht-fossile Brennstoffe stellen. Dagegen besteht großes Potenzial bei der Senkung des Energieverbrauchs von Gebäuden. Diese stehen für über 90% des Strombedarfs.

Weitere Informationen: http://www.gtai.de/hongkong

Indien: Die Energiewende ist eingeleitet

Indiens Stromkapazitäten in Höhe von 313 Gigawatt (GW) sind nur zu 60% ausgelastet. Experten stellen den Bau von Kohle- und Atomkraftwerken daher in Frage. Investitionen müssten in sauberere und effizientere Kraftwerke fließen. Deren Betreiber sind kapitalschwach. Investitionen in erneuerbare Energien (EE) boomen hingegen. Netzgebundene EE-Kapazitäten erreichten Ende März 2017 beachtliche 57 GW. Rund 100 GW an Photovoltaik-, 60 GW an Windkraft-, 10 GW an Biomasseanlagen und 5 GW an Kleinwasserkraftwerken sollen 2022 an die Netze angeschlossen sein. An Windkraft- und Photovoltaikanlagen entstanden im Finanzjahr 2016/17 jeweils rund 5,5 GW. Ihre Netzintegration kommt voran. Milliardenbeträge fließen in den Ausbau von Stromtrassen.

Weitere Informationen: http://www.gtai.de/indien

Indonesien: Investitionsbedarf von 135 Mrd. $

Indonesiens Stromverbrauch wächst jährlich um etwa 8%. Dringend müssen daher neue Kraftwerke gebaut werden. Der staatliche Energiekonzern PLN kalkuliert bis 2025 mit einem zusätzlichen Bedarf im Umfang von 80,5 GW. Zum Vergleich: 2016 waren landesweit gerade einmal rund 58 GW installiert. Die entsprechenden Investitionskosten zwischen 2017 und 2025 belaufen sich auf umgerechnet rund 100 Mrd. US$. Weitere 35 Mrd. $ sind für den Ausbau des Verteilungsnetzes vorgesehen. Beim Kraftwerksbau sollen private Kapitalgeber 70% der Investitionskosten stemmen. Die halten sich allerdings angesichts der unsicheren Rahmenbedingungen zurück. Eines ist sicher: Indonesien setzt mittel- bis langfristig auf Kohle und Gas. Eine Energiewende wird es vorerst nicht geben.

Weitere Informationen: http://www.gtai.de/indonesien

Japan: Neue Spielregeln für die Solarbranche

Der japanische Energiemarkt befindet sich nach der Liberalisierung weiter im Umbruch. Wenngleich damit einhergehende Großprojekte teilweise bereits im Vorfeld in Angriff genommen wurden, könnten für neue Mitstreiter aus dem Ausland noch Chancen in Nischenbereichen bestehen. Zum 1.4.17 trat das "Revised Renewable Energy Law" in Kraft. Insbesondere wurden dadurch neue Rahmenbedingungen für die Solarenergie geschaffen. Zahlreiche Großvorhaben, die nach Einführung lukrativer Einspeisetarife grünes Licht erhielten, wurden gar nicht umgesetzt. Diese "Paper Projects" wurden jetzt teilweise gestoppt und ein neues Genehmigungsverfahren eingeführt. Ein interessantes Geschäftsfeld bleibt der Abbau von stillgelegten Kernkraftwerken.

Weitere Informationen: http://www.gtai.de/japan

Korea (Rep.): Neue Regierung will erneuerbare Energien fördern

Die Verschlechterung der Luftqualität mit einer stark steigenden Feinstaubbelastung hat im Frühjahr 2017 neue Dimensionen erreicht und zu steigender Besorgnis in der Bevölkerung geführt. Der Handlungsdruck auf die Verantwortlichen steigt zusehends, da die jährlichen Kosten der Luftverschmutzung mittlerweile auf fast 9 Mrd. US$ pro Jahr geschätzt werden und die Gesundheit der Bevölkerung zunehmend beeinträchtigt wird. Bereits die Vorgängerregierung hatte Aktivitäten in diese Richtung verkündet. Der neue Präsident Moon will einen Schwerpunkt seiner Tätigkeit auf die Nutzung erneuerbarer Energien legen, die bis 2030 von derzeit knapp 4% des Energiemixes auf dann rund 20% ausgebaut werden soll. Acht alte Kohlekraftwerke sollen temporär geschlossen und innerhalb von fünf Jahren komplett ausrangiert werden.

Weitere Informationen: http://www.gtai.de/korea

Malaysia: Elektrizitätserzeugung wird ausgebaut

Da Malaysias Elektrizitätsnachfrage ähnlich wie die Wirtschaft in den kommenden Jahren real um 4 bis 5% wachsen dürfte, muss auch die Erzeugung und Verteilung ausgebaut werden. Entsprechend investieren der nationale Elektrizitätserzeuger Tenaga Nasional sowie private Betreiber in neue Kraftwerke. Es sind vor allem Gas-Kombi-Kraftwerke, die auf dem Reißbrett stehen, aber auch Kohle- und Wasserkraftwerke. Solar- sowie Biogas- und Biomasseanlagen spielen bislang keine große Rolle, auch wenn es hierfür ein staatliches Einspeisetarifprogramm gibt. Anfang 2017 waren erst 320 MW an PV- sowie 140 MW an Biogas- und Biomasse-Kapazitäten installiert. Im Laufe des Jahres 2017 beginnt der nationale Versorger Tenaga mit der Installation von 340.000 "smarten" Elektrizitätszählern in Melaka.

Weitere Informationen: http://www.gtai.de/malaysia

Mongolei: Viele Projekte geplant

Mit mongolischen Partnern errichtet Ferrostaal einen 55 MW-Windpark in Sainshand. Eine weitere Anlage entsteht in Tsogt-Tsetsii (50 MW). Im Januar 2016 wurde in Darkhan das erste Solarkraftwerk der Mongolei (10 MW) fertiggestellt. Das Land verfügt über ein großes Potenzial zur Produktion und zum Export von grünem Strom. Die Aufnahmekapazitäten im Inland sind beschränkt durch die geringe Marktgröße, die knappen Finanzen und die Netze. Die KfW bereitet ein Projekt zur Modernisierung von Umspannstationen vor. Im Kohlekraftwerksbau sowie beim Bau von Stromleitungen gibt es Projekte. Stillstand herrscht beim geplanten fünften Kraftwerk in Ulan Bator. Der Bau des Wasserkraftwerks Egiin Gol ruht wegen Bedenken um Auswirkungen auf den Baikalsee.

Weitere Informationen: http://www.gtai.de/mongolei

Myanmar: Mehrere Großprojekte in der Pipeline

Erneuerbare Energien sollen künftig eine stärkere Rolle spielen. Die thailändische Green Earth Power erhielt grünes Licht für einen 150 MW-Solarpark in Magwe mit Investitionskosten von über 290 Mio. $. Yangon eröffnete im April eine erste 700 MW-Waste to Energy-Anlage, finanziert mithilfe der Japanese Future Engineering Co-operation Agency. Ein Biomassepilotprojekt auf Basis von Reishülsen wurde in Nay Pyi Daw in Zusammenarbeit mit der myanmarischen Firma Mapco und japanischen Partnern gestartet. Mapco plant bereits zwei weitere Biomasseanlagen in der Region Ayeyarwady mit Kapazitäten von 2,2 und 1,6 MW. Im Zweig der fossilen Energieträger steht ein neues Erdgaskraftwerk in Yangon mit einer Kapazität von 1.000 MW auf dem Plan. Die Kosten betragen 2 Mrd. $, die Inbetriebnahme ist 2020.

Weitere Informationen: http://www.gtai.de/myanmar

Philippinen: Schneller Ausbau angestrebt

Im Energiebereich, der bereits zum großen Teil privatisiert ist, rechnet die Regierung im Jahr 2030 mit einem Kapazitätsbedarf von 30,2 GW. Ende 2016 lag die Stromerzeugungskapazität bei 21,4 GW. Eine Vielzahl von Kraftwerken auf fossiler wie erneuerbarer Energiebasis befinden sich im Genehmigungsverfahren. Zudem werden die Übertragungs- und Verteilsysteme ausgebaut und modernisiert. Die Nutzung erneuerbarer Energien soll deutlich ausgebaut werden. Jedoch liegt der Fokus in den nächsten Jahren auf Thermalkraftwerken, die die Grundlastversorgung stärken. Denn spätestens im Jahr 2021 wird der Strombedarf laut Energieministerium das verlässliche Angebot übersteigen. Schon jetzt bieten die Philippinen nur eine dünne Reserve.

Weitere Informationen: http://www.gtai.de/philippinen

Singapur: Effizienzsteigerung und Nachhaltigkeit sind gefragt

Die Devise im gut versorgten Stadtstaat lautet nicht so sehr, mehr Elektrizität zu erzeugen, sondern sie bedarfsgerechter zu verteilen. Bei der Erzeugung geht es um mehr Nachhaltigkeit. So werden alte Ölkraftwerke durch moderne Kombi-Gaskraftwerke ersetzt. Auch weist ein Trend zu mobilen Lösungen wie schwimmenden Kraftwerken. Die Solarkraft soll von 130 MW an PV-Kapazitäten im 1. Quartal 2017 bis 2020 auf 350 MW ausgebaut werden. Bei der Elektrizitätsverteilung kommen genau kalibrierte Komponenten und Technologien, von der automatisierten Schwachstellenauffindung bis zu intelligenten Elektrizitätszählern, zunehmend zum Einsatz. Auf der kleinen Semakau Insel testet der französische Energiekonzern Engie den Aufbau eines autarken Elektrizitätsnetzes durch Speicherung von erneuerbarer Energie.

Weitere Informationen: http://www.gtai.de/singapur

Taiwan: Investitionen in neuen Energiemix

Mit dem Ziel, ab 2025 ohne Nuklearenergie auszukommen, setzt Taiwan auf den Ausbau erneuerbarer Energien. Die Regierung will hier private Investitionen fördern. Neben den öffentlichen Budgetausgaben von knapp 50 Mrd. NT$ (1 US$ = 32 NT$) wird das staatliche Elektrizitätsunternehmen Taipower 277 Mrd. NT$ investieren, wohingegen der Ausbau der Solar- und Windenergie durch private Entwickler erfolgen soll. Für die nächsten acht Jahre werden Investitionen von privater Seite in Höhe von insgesamt mehr als 1,4 Bill. NT$ erwartet, darunter 940 Mrd. NT$ für die Nutzung von Sonnenenergie. Hier hat die Regierung zum Ziel gesetzt, dass 2025 eine installierte Kapazität von 20 GW (17 GW Boden-, 3 GW Dachanlagen) zur Verfügung stehen soll. Für Windenergie sollen Gelder im Umfang von 478 Mrd. NT$ fließen und eine installierte Kapazität von 4,2 GW (1,2 GW onshore, 3 GW offshore) ermöglichen.

Weitere Informationen: http://www.gtai.de/taiwan

Thailand: Erneuerbare auf Kurs

Bei erneuerbaren Energien ist Thailand der Frontrunner in der ASEAN-Region. Der "Alternative Energy Development Plan 2015-2036" gibt vor, den Anteil der Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien auf 15 bis 20% anzuheben. Hoch im Rang steht die Solarenergie mit einer Kapazität von 6.000 MW vor Biomasse (5.570 MW), Biogas (1.280 MW), Windenergie (3.002 MW), Wasserkraft (3.282 MW) und Waste-to-Energy (550 MW). Investitionsanreize bestehen für die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien sowie auch der Gründung von Energy Service Companies. Zu den größeren Playern im Solarmarkt zählen Conergy, SMA Solar, SPCG, Bangchak Petroleum, B.Grimm Power, CK Power, Natural Energy und Solartron. Zusätzliche Impulse verspricht die Einführung eines einheitlichen Hybridtarifs.

Weitere Informationen: http://www.gtai.de/thailand

Vietnam: Kohle soll den Energiebedarf decken

Vietnams Bedarf an Energie wächst rasant. Die vietnamesische Regierung geht von einer Nachfragesteigerung von 10 bis 12% pro Jahr aus. Für Kapazitätserhöhungen sowie den Ausbau und die Modernisierung der Übertragungsnetze müssen bis 2020 dem Ministry of Industry and Trade zufolge 40 Mrd. US$ investiert werden. Kohlekraft soll in Zukunft den Großteil der benötigten Energie liefern. Dafür müssen bestehende Kraftwerke ausgebaut und neue Anlagen errichtet werden. Zudem sollen gasbetriebene Wärmekraftwerke stärker zur Stromerzeugung beitragen und auch der Anteil der Erneuerbaren Energien deutlich angehoben werden. Für Wind- und Solarstromanlagen, bislang noch kaum existent, peilt die Regierung bis 2030 einen Kapazitätsausbau auf 18 GW an.

Weitere Informationen: http://www.gtai.de/vietnam

Die Informationen sind Auszüge aus der Publikationsreihe "Produktmärkte". Weitere Berichte zu wichtigen Abnehmerbranchen in mehr als 70 Ländern stehen unter http://www.gtai.de/produktmaerkte kostenlos zur Verfügung.

Dieser Artikel ist relevant für:

China, Hongkong, SVR, Indien, Indonesien, Japan, Südkorea, Malaysia, Mongolei, Myanmar, Philippinen, Singapur, Taiwan, Thailand, Vietnam, Asien Strom-, Energieerzeugung, allgemein, Stromübertragung und -verteilung, alternative Energien

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