Suche

15.02.2019

Erste Recyclinganlage für den Gaza-Streifen

Abfallwirtschaft in dem dichtbesiedelten Landstrich ist stark ausbaubedürftig

Jerusalem (GTAI) - Im Gaza-Streifen ist der Bau einer Recyclinganlage geplant. Allerdings braucht die Abfallwirtschaft in Gaza dringend eine umfassende Lösung.

Ende Januar 2019 haben sich die Palästinensische Nationalbehörde (Palestinian National Authority), Vertreter der Vereinten Nationen und Israel auf den Bau einer Recyclinganlage im Süden des Gaza-Streifens geeinigt. Die Finanzierung des Projekts wird aus internationalen Quellen bestritten, doch war die israelische Zustimmung erforderlich, damit die erforderlichen Baustoffe und Ausrüstungen nach Gaza transportiert werden können.

Das Projekt soll zur Minderung der Umweltschäden beitragen, die Mülldeponien in Gaza verursachen. In Ermangelung anderer Entsorgungsmöglichkeiten sind in Gaza neben wenigen offiziellen Deponien auch zahlreiche unregulierte tätig, die ohne ein umweltgerechtes Betriebskonzept arbeiten.

Solche Mülldeponien stellen eine Quelle ernster Gesundheits- und Umweltrisiken dar, verunreinigen die ohnehin schwer belasteten und überbeanspruchten Grundwasserbestände des Gaza-Streifens und sind Brutstätten für Schädlinge und Insekten. Die Bildung giftiger Gase und schwerwiegende Geruchsbelastung kommen hinzu, während die Verbrennung von Abfällen die Luft erheblich belastet.

Von diesen Risiken sind in dem einen oder anderen Maß, auch benachbarte israelische Regionen betroffen. Unter diesen Umständen liegt Abfallrecycling in Gaza nicht nur im palästinensischen, sondern auch im israelischen Interesse. Laut der israelischen Zeitung Yediot Ahronot will die UNO die erforderlichen Geldmittel bereitstellen. Die Anlage soll nicht nur umwelt- und gesundheitspolitische Vorteile bieten, sondern auch hunderte von Arbeitsplätzen in Gaza schaffen und zudem palästinensische Landwirte mit Kompost versorgen.

Allerdings stellt die neue Anlage allenfalls einen ersten Schritt zur angemessenen Müllentsorgung und -wiederaufbereitung im Gaza-Streifen dar, in dem eine Bevölkerung von fast 2 Millionen Menschen auf 365 Quadratkilometern lebt. Über die Menge der zu behandelnden Abfälle hinaus ist auch die Mülltrennung ungenügend. Hinzu kommt, dass die Kommunen im Gaza-Streifen, in deren Zuständigkeit die Abfallentsorgung fällt, wegen der schweren Wirtschafts- und Finanzlage ihre munizipalen Aufgaben nicht in vollem Umfang bewältigen können.

(S.T.)

Dieser Artikel ist relevant für:

Palästinensische Gebiete Umwelttechnische Anlagen, Abfallentsorgung, Recycling

Funktionen

Manfred Tilz Manfred Tilz | © GTAI

Kontakt

Manfred Tilz

‎+49 228 24 993 234

Suche / Mann mit Lupe | © GettyImages/BernardaSv

Suche

Recherchieren Sie aktuelle Marktanalysen, Wirtschaftsdaten, Zoll- und Rechtsinformationen, Projekte und Ausschreibungen aus über 120 Ländern.

Zur Suche