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14.02.2019

EU setzt auf Nachhaltigkeit auch im Finanzwesen

Technical Expert Group der EU-Kommission bittet Firmen um Feedback

Brüssel (GTAI) - Bis zum 22. Februar 2019 laufen Online-Umfragen zu nachhaltigen Finanzprodukten, Förderung von Klimaschutz im finanzpolitischen Kontext und zum Klassifizierungssystem "Taxonomy".

Klimawandel und Ressourcenknappheit bringen Folgen mit sich, die nicht absehbar sind. Mehr Nachhaltigkeit ist somit dringend geboten. Die Europäische Union (EU) misst dem Thema Nachhaltigkeit im Finanzwesen immer größere Bedeutung bei. Deshalb sollen insbesondere wirtschaftliche Aktivitäten und Investitionen gefördert werden, die umwelt- und sozialpolitische Ziele umsetzen und Emission von Treibhausgasen niedrig halten, Umweltverschmutzungen minimieren, Abfall vermeiden und natürliche Ressourcen effizient nutzen.

Aktionsplan der EU-Kommission für Nachhaltiges Finanzwesen soll Durchbruch für Umwelt und Klimaschutz bringen

Im März 2018 wurde hierzu von der EU-Kommission ein Aktionsplan für eine umweltfreundlichere und sauberere Wirtschaft beschlossen. Er besteht aus drei Zielen:

- Umlenkung der Kapitalflüsse hin zu Investitionen, die nachhaltiges und integratives Wachstum fördern.

- Finanzrisiken eindämmen, die durch Klimawandel, soziale Problematiken, Umweltzerstörungen und Naturkatastrophen hervorgerufen werden.

- Finanzielle und wirtschaftliche Aktivitäten transparenter und langfristiger gestalten.

"Der Wandel hin zu einer umweltfreundlicheren und nachhaltigeren Wirtschaft ist gut für die Schaffung von Arbeitsplätzen, für die Menschen und für unseren Planeten", so Franz Timmermans, erster Vizepräsident der EU-Kommission. Das Finanzsystem solle dies fördern. "Unsere Vorschläge werden Investoren und jeden einzelnen Bürger in die Lage versetzen, eine positive Wahl zu treffen - indem sie ihr Geld mit größerer Verantwortung einsetzen und Nachhaltigkeit unterstützen."

Experten beraten die EU-Kommission

Um diese Ziele umsetzen zu können, verabschiedete die EU im Mai 2018 einige der relevantesten Maßnahmen des Aktionsplans. Hierzu gehört auch eine technische Sachverständigengruppe (Technical Expert Group, TEG), die die EU-Kommission ins Leben rief. Sie besteht aus 35 Mitgliedern aus Zivilgesellschaft, Wissenschaft, Wirtschaft und dem Finanzsektor, arbeitet in mehreren Arbeitsgruppen und unterstützt die EU bei folgenden Vorhaben:

- Aufbau des sogenannten "Taxonomy": Dies ist ein EU-weites und einheitliches Klassifizierungssystem, anhand dessen bewertet werden kann, ob und wie ökologisch nachhaltig bestimmte wirtschaftliche Handlungen sind. Es stellt eine Art gemeinsame Sprache für das nachhaltige Finanzwesen dar, definiert Begriffe wie Nachhaltigkeit und informiert somit Wirtschaftsakteure.

- Erarbeitung von Grundsätzen zur Kennzeichnung von grünen Anleihen und Finanzprodukten (Green Bonds). So können Investoren leicht erkennen, welche Investitionen umweltfreundlich und emissionsarm sind. Private Investoren sollen vor "Grünfärberei" (Green Washing) geschützt werden.

- Festlegung von Richtwerten für Co2-arme Investitionsstrategien.

- Ausbau der Auskunftspflicht und Offenlegungsvorschriften von Unternehmen, Vermögensverwaltern und Anlegern über klimarelevante Informationen ihrer wirtschaftlichen Aktivitäten.

Meinung von Interessenvertretern und Firmen ist gefragt

Die TEG lädt in diesem Zusammenhang auch die deutsche Wirtschaft ein, ihr Feedback und ihre Meinungen zu diesen Vorhaben zu geben.

Im Konkreten sind Rückmeldungen zu zwei Punkten gefragt:

Umfrage 1: Feedback von technischen Experten und Interessenvertretern zu ausgewählten Kriterien und wirtschaftlichen Aktivitäten, von denen die EU einen Beitrag zur Minderung des Klimawandels erwartet. Diese beinhalten Projekte in den Bereichen Forstwirtschaft, Fertigung, Energieproduktion, Transport und Gebäudesanierung. Dieses Feedback stellt die erste Runde dar, andere Wirtschaftssektoren folgen.

Umfrage 2: Feedback zur Gebrauchstauglichkeit und Nutzerfreundlichkeit der "Taxonomy" in der Praxis.

Eine genaue Beschreibung der beiden Umfragen sowie zusätzliche Hintergrundinformationen finden Sie hier: https://ec.europa.eu/info/sites/info/files/business_economy_euro/banking_and_finance/documents/sustainable-finance-taxonomy-feedback-and-workshops_en.pdf

Rückmeldungen bitte online einreichen

Bitte senden Sie ihr Feedback auf Englisch ausschließlich über die Onlineportale unter folgenden Links:

Umfrage 1: https://ec.europa.eu/eusurvey/runner/taxonomy-feedback-first-round-climate-change-mitigation-activities

Umfrage 2: https://ec.europa.eu/eusurvey/runner/taxonomy-feedback-usability

Deadline für beide Feedback-Runden ist der 22. Februar 2019.

Kontaktadressen

Dieser Artikel ist relevant für:

EU Finanzwesen, allgemein, Finanzierung, allgemein

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Dorothea Netz

‎+49 228 24 993 339

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