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06.12.2018

Eurasische Wirtschaftsunion führt Chemikalienverordnung ein

Künftig gilt ein Standard für Gefahrenkennzeichnungen / Von Dominik Vorhölter

Bonn (GTAI) - Russland, Kasachstan, Belarus, Kirgisistan und Armenien erstellen seit dem 1. Dezember 2018 eine Übersicht über Chemikalien, die in der Eurasischen Wirtschaftsunion im Umlauf sind.

Die Mitgliedstaaten haben am 1. Dezember 2018 damit begonnen, nationale Register über Chemikalien anzulegen. Dies geht aus der geltenden Chemikalienverordnung der Eurasischen Wirtschaftsunion hervor. Es sollen Stoffe registriert und geprüft werden, die bereits in der Eurasischen Wirtschaftsunion im Umlauf sind. Ab dem 1. März 2021 sollen diese nationalen Register zu einer länderübergreifenden Datenbank zusammengeführt werden.

Die Eurasische Wirtschaftskommission hatte am 3. März 2017 das technische Reglement "Über die Sicherheit von chemischen Produkten" verabschiedet. Diese Chemikalienverordnung trat am 2. April 2018 in Kraft und regelt die Bewertung, Registrierung, Zulassung und das Verbot von chemischen Stoffen.

Chemieprodukte erhalten eine einheitliche Kennzeichnung

Nun gilt in Russland, Belarus, Kasachstan, Kirgisistan und Armenien der Standard GOST 31340-2013. Dieser Standard entspricht dem weltweit einheitlichen System zur Kennzeichnung von Chemikalien auf Verpackungen und Sicherheitshinweisen.

Mit der Datenbank entsteht ab März 2021 ein Kontrollsystem ähnlich wie in der Europäischen Union. Dort gilt seit 2007 die europaweite Verordnung REACH. Diese Abkürzung steht für Registration, Authorization, Evaluation and Restrictation of Chemicals (Registrierung, Bewertung, Zulassung und Beschränkung von Chemikalien). Die Umweltämter erhalten einen Überblick über Stoffe, die Verbraucher und Umwelt schaden und können diese aus dem Verkehr ziehen. Hersteller können gefährliche Stoffe in den Lieferketten mit harmloseren Stoffen ersetzen.

National geführte Register über chemische Produkte
Land Behörde Internetadresse
Russland Ministerium für Industrie und Handel https://minpromtorg.gov.ru
Kasachstan Gesundheitsministerium http://kooz.dsm.gov.kz/ru
Belarus Staatliches Komitee für Standardisierungen https://gosstandart.gov.by

Quelle: Germany Trade & Invest

Umsetzung der Verordnung ist noch nicht klar geregelt

Bisher ist allerdings unklar, wie Registrierung, Genehmigung oder Verbote konkret umgesetzt werden sollen. Es ist auch noch nicht geregelt, welche Informationen von den Behörden und Prüfstellen weiterverarbeitet werden. Künftig dürfen allerdings nur chemische Produkte künftig innerhalb der Eurasischen Wirtschaftsunion in den Handel gelangen, die registriert wurden. Für das Register schreibt das technische Reglement folgende Kategorien vor:

- Explosive Stoffe/Gemische und Erzeugnisse mit

- Gase unter Druck

- Entzündbare Gase

- Entzündbare Aerosole

- Entzündbare Flüssigkeiten

- Entzündbare Feststoffe

- Selbstzersetzliche Stoffe und Gemische

- Feuertragende (pyrophore) Flüssigkeiten und Feststoffe

- Selbsterhitzungsfähige Stoffe und Gemische

- Stoffe und Gemische, die in Berührung mit Wasser entzündbare Gase entwickeln

- Oxidierende Flüssigkeiten und Feststoffe

- Stoffe, die korrosiv gegenüber Metallen sind

Weitere Informationen zur Eurasischen Wirtschaftsunion erhalten Sie auf dem Informationsportal http://www.eawu.ahk.de.

Dieser Artikel ist relevant für:

Armenien, Weißrussland, Belarus, Kasachstan Chemische Industrie, allgemein

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Katrin Kossorz

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