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17.05.2017

Frankreich fördert intelligente Elektrizitätsnetze

Vier neue Pilotprojekte / Von Marcus Knupp

Paris (GTAI) - Die französische Umweltagentur Ademe hat im März 2017 vier weitere Pilotprojekte zur Entwicklung intelligenter Elektrizitätsnetze ausgewählt. Seit Beginn der Förderung im Jahr 2009 wurden bereits 21 derartige Projekte gestartet. Finanziert werden sie im Rahmen des Programms Zukunftsinvestitionen (Investissements d'avenir). Ziel ist es, technische Lösungen zu finden, mit denen die Infrastruktur modernisiert und erneuerbare Energien besser integriert werden können. (Kontaktadresse)

Eine effiziente Energieversorgung und die bedarfsgerechte Steuerung und Abstimmung von Energieverbrauchern in intelligenten Netzwerken (Smart Grids) erfordert eine Vielzahl neuer technischer Lösungen. Vieles ist heute noch im Experimentierstadium oder zunächst in lokal begrenzten Pilotprojekten verwirklicht, die dabei helfen, realistische und leistungsfähige Anwendungen zu finden. Um den Prozess zu beschleunigen, können in Frankreich entsprechende Vorhaben eine Förderung erhalten, die die Umweltagentur Ademe vermittelt. Vier neue Projekte wurden im März 2017 vorgestellt. Weitere sollen folgen.

Netzoptimierung auf dem platten Land

Rund 60% des Elektrizitätsnetzes in Frankreich befinden sich in ländlichen Räumen, wo die Leitungsdichte geringer ist und zudem die meisten Leitungen oberirdisch verlaufen und damit störungsanfälliger sind. Der Verteilnetzbetreiber Enedis will mit seinem Projekt Smart Occitania die Ergebnisse seines schon länger laufenden Projektes Sogrid in ein ländliches Netz übertragen. Im Rahmen von Sogrid wurden im Raum von Toulouse Telekommunikationssignale über das Stromnetz transferiert, um Möglichkeiten für neue Funktionalitäten auszuloten. Experimentierfelder von Smart Occitania sind die Netzsteuerung in ländlichen Räumen, die Dynamik der Übertragung bei einem größeren Anteil erneuerbarer Energien und schließlich die Vereinfachung der Aufnahme unregelmäßiger Stromzufuhr aus Solarenergie und Windkraft ins Netz.

Die Erleichterung der Analyse regionaler Energiepolitiken hat das Projekt Pride zum Ziel, das unter der Federführung des Clusters Images & Réseau steht. Inhalt ist die Schaffung einer Plattform, auf der eine Vielzahl von Energiedaten der Regionen Bretagne und Pays de la Loire zusammengeführt, bearbeitet und aufbereitet dargestellt werden können. Projekte für Smart Grids auf verschiedenen Maßstabsebenen sollen hierdurch in Bezug auf ihr Potenzial zur Energieeinsparung leichter bewertbar gemacht werden.

Simulationssoftware für die Planung

Im Rahmen des Projektes Next, das von dem Unternehmen Artelys geleitet wird, soll eine Software entwickelt werden, mit der Verteilnetzwerke für Elektrizität simuliert werden können, um deren Dimensionierung zu optimieren. Dabei werden Variablen wie Produktion, Verbrauch, Speicherung, Einfluss der Nutzung verschiedener Energieträger, Feinsteuerung des Netzes etc. verarbeitet. Die Software soll eine Referenz für Netzbetreiber und Stadtwerke sein und Maßstabsebenen von einzelnen Leitungsabschnitten bis zum ganzen Land darstellen können.

Das vierte Projekt PicoWatty beinhaltet die Entwicklung einer vielfach nutzbaren Infrastruktur vernetzter Objekte zur Optimierung von Energie-, Umwelt- und Gesundheitsdiensten. Koordiniert durch das Unternehmen EcoCO2 werden sieben Familien von Sensoren, drei Datenübertragungskanäle und eine angepasste Telekommunikationsinfrastruktur entwickelt. Die Anwendung soll im Rahmen von fünf Feldversuchen mit unterschiedlichen Anforderungen getestet werden, mit Unternehmen, Genossenschaften, der öffentlichen Verwaltung, Sozialhilfeempfängern und älteren Menschen.

Kontaktadresse

Informationen zum Förderprogramm gibt es bei der französischen Umweltagentur Ademe:

Internet: http://www.ademe.fr/systemes-electriques-intelligents

(S.K.)

Dieser Artikel ist relevant für:

Frankreich Stromübertragung und -verteilung

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