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01.05.2017

Geschäfte in Turkmenistan und Usbekistan erfordern langen Atem

Frühe Marktsondierung ist für Geschäftserfolg wichtig / Von Uwe Strohbach

Taschkent (GTAI) - In Turkmenistan und Usbekistan haben ausländische Unternehmen mit einigen Schwierigkeiten zu kämpfen. Trotz allem können deutsche Firmen mit ihrem Know-how und ihren Produkten bei Infrastrukturvorhaben punkten. Dies gilt vor allem für geberfinanzierte, aber auch große national finanzierte Projekte. Voraussetzung ist eine frühe Kontaktaufnahme mit potenziellen Entscheidungsträgern und lokalen Kooperationspartnern.

In Turkmenistan stellen die Marktsondierung und -bearbeitung eine ganz besondere Herausforderung dar. Informationen über geplante Projekte sind in dem stark zentralwirtschaftlich gelenkten Land öffentlich nicht zugänglich. Sie können nur auf der obersten Behördenebene mit einem hohen bürokratischen Aufwand eingeholt werden. Ausschreibungen sind oft politisch motiviert, intransparent und häufig knapp gefasst, was für die Projektumsetzung zusätzliche Kosten bedeuten kann.

Wer sich über das Geschäftspotenzial und Projekte in der Transportinfrastruktur informieren will und Kontakte zu Entscheidungsträgern sucht, sollte sich über die Handels- und Industriekammer Turkmenistans (HIK) direkt an den für die jeweilige Transportbranche zuständigen Minister (Behördenleiter) wenden. Mehr Erfolg verspricht eine Kontaktaufnahme zu dem für den Transportsektor zuständigen Stellvertreter des Vorsitzenden des Ministerkabinetts Turkmenistans Bayram Annameredow. Die Fachminister verfügen nur über eingeschränkte Kompetenzen bezüglich der Bereitstellung aktueller Projektinformationen. Bei der Kontaktaufnahme und der Visaeinholung können neben der HIK Turkmenistans die deutsche Botschaft in Aschgabat und die Delegation der Deutschen Wirtschaft für Zentralasien Hilfestellung leisten.

Fachkonferenzen bieten sich zur Kontaktaufnahme in Turkmenistan an

Die HIK ist Haupt- oder Mitausrichter der jährlich im Land durchgeführten drei Fachmessen und Ausstellungen für Bauwirtschaft und Infrastruktur sowie der parallel zu den Fachmessen veranstalteten Konferenzen. Auf den Fachkonferenzen besteht für ausländische Firmen die Möglichkeit, ihre Produkte und Dienstleistungen vorzustellen und auf diese Weise mit den turkmenischen Fachministerien und Unternehmen in Kontakt zu kommen. Als geschäftsfördernd erweisen sich auch Präsentationen unmittelbar vor den zentralen Entscheidungsträgern. Die HIK kann bei solchen geplanten Aktivitäten ausländischer Unternehmen vermittelnd tätig werden.

Informationen zur turkmenischen Transportwirtschaft finden Sie hier: http://www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Trade/Maerkte/suche,t=in-turkmenistans-transportwirtschaft-kommt-bewegung,did=1660550.html,

Vorhaben im Schienenwegebau: http://www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Trade/Maerkte/suche,t=turkmenistan-erneuert-investitionsprogramm-fuer-die-bahn,did=1660554.html

Vorhaben im Straßenbau: http://www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Trade/Maerkte/suche,t=turkmenistan-investiert-massiv-in-den-strassenbau,did=1660552.html

Vorhaben im Hafenausbau: http://www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Trade/Maerkte/suche,t=turkmenistan-treibt-bau-des-neuen-hafens-am-kaspisee-voran,did=1666176.html

In Usbekistan sind die Informationssuche nach Projekten, die Kontaktaufnahme zu Entscheidungsträgern und die Anbahnung von Kontakten zu potenziellen Partnern im Vergleich zu Turkmenistan erheblich einfacher, aber nicht leicht. Aktuell befindet sich der zentrale Verwaltungsapparat in einer umfassenden Umstrukturierung. Davon ist auch der Transportsektor betroffen. Erstinformationen über mittel- und langfristige geplante Vorhaben können bei der Verwaltung für Programme zur Entwicklung der Produktions-, ingenieurtechnischen und Kommunikationsinfrastruktur des Wirtschaftsministeriums eingeholt werden. Der Leiter der Struktureinheit ist Rustam Kamilowitsch Narimow (E-Mail: rnarimov@mineconomy.uz, Tel.: 00998 71/232 65 75). Darüber hinaus stehen die Staatsunternehmen für den Bahntransport O´zbekiston temir yo´llari (Usbekische Eisenbahn) und den Flugverkehr O´zbekiston havo yo´llary (Usbekische Fluglinien) für Auskünfte über vorgesehene Projekt zur Verfügung.

Usbekistan gründet neues Komitee für Straßen

Für die gesamtstaatliche Koordinierung der Investitionen im Straßenwesen wurde im Februar 2017 ein "Staatliches Komitee für Straßen der Republik Usbekistan" gegründet (vorläufige Internetadresse: http://www.uzavtoyul.uz). Es wurde auf der Basis der bisher für die Branche zuständigen staatlichen Aktionärsgesellschaft für den Bau und Betrieb von Straßen O´zavtoyo´l gegründet. Die Kompetenzen des neuen Komitees gehen über den bisherigen Tätigkeitsbereich von O´zavtoyo´l deutlich hinaus.

Zu seinen Geschäftsfeldern zählen die Erarbeitung und Umsetzung von staatlichen Straßenbauprogrammen, die Projektierung, der Bau und die Reparatur von Straßen, die Mitwirkung an der Schaffung internationaler und nationaler Transitkorridore, die Gewährleistung der Projektfinanzierung, die Straßenaufsicht, die Koordinierung bei der Modernisierung und beim Ausbau des regionalen und ländlichen Straßennetzes sowie die Vergabe von Machbarkeitsstudien und Straßenbauaufträgen.

Usbekischer Straßenfonds richtet sich neu aus

Vor einer Neuausrichtung steht ebenso der beim Ministerium für Finanzen Usbekistans angesiedelte Straßenfonds (Internetadresse: http://www.mf.uz). Dieser wurde im Februar 2017 direkt dem Ministerkabinett unterstellt. Die neue Zuordnung soll sicherstellen, dass Projekte künftig schneller vorbereitet, umgesetzt und vor allem termingerecht finanziert werden. Der Fonds war bisher auch für alle Auftragsvergaben zuständig. Die Verfahren für die Erstellung von Projektgutachten und die Durchführung von Ausschreibungen waren jedoch sehr bürokratisch und oft intransparent. Bei der Projektumsetzung gab es häufig Engpässe in der Finanzierung und bei der Lieferung von Baustoffen. Inwieweit das neue Straßenkomitee die Vergabepraxis und Projektumsetzung auf eine neue Grundlage stellen wird, bleibt abzuwarten.

Das Ende März 2017 gegründete staatliche Komitee für Investitionen dürfte sich in naher Zukunft zu einer weiteren wichtigen Anlaufstelle für die Einholung von Projektfrühinformationen entwickeln. Das direkt dem Ministerkabinett untergeordnete Komitee ist künftig unter anderem auch der Hauptkoordinator aller Ausschreibungen für international finanzierte Investitionsprojekte mit einem Ausschreibungswert von mehr als 100.000 US$, sofern die Regierung für diese Projekte eine Bürgschaft herauslegt.

Ausschreibungen werden in Usbekistan unter http://www.dgmarket.uz, http://tenderweek.com und http://tenders.uzreport.uz (Projekt des Informationsportals UzReport; Ausschreibungen im Abonnement erhältlich) sowie unter den Internetadressen der Fachministerien und anderer Behörde veröffentlicht.

Bereits seit 2011 gibt es auf der jährlich im Frühjahr in Taschkent durchgeführten Baumesse Usbekistans Uzbuild eine deutsche Gemeinschaftsausstellung. Im Jahr 2017 beteiligten sich mehr als zwei Dutzend Firmen aus Deutschland, die meisten davon im Rahmen des Gemeinschaftsstandes. Fast ein Drittel der deutschen Austeller beliefert mit seinen Produkten geberfinanzierte Bauprojekte im Transportsektor. Der nächste Jahrgang der Uzbuild ist vom 5. bis 7.3.18 geplant (mehr Informationen zu der Messe und der deutschen Gemeinschaftsausstellung finden Sie in der Messedatenbank des AUMA: http://www.auma.de/de/messedatenbank/seiten/messedetailseite.aspx?tf=145078n).

Bei der Kontaktanbahnung zum Ministerium für Wirtschaft und den obersten Transportbehörden Usbekistan ist der Bevollmächtige für Usbekistan der Delegation der Deutschen Wirtschaft für Zentralasien gern behilflich.

Informationen zur usbekischen Transportwirtschaft finden Sie hier: http://www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Trade/Maerkte/suche,t=usbekistans-transportsektor-setzt-auf-die-neue-seidenstrasse,did=1656098.html

Vorhaben im Schienenwegebau: http://www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Trade/Maerkte/suche,t=usbekische-bahn-realisiert-bis-2020-projekte-fuer-4-mrd-us$,did=1656100.html

Vorhaben im Straßenbau: http://www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Trade/Maerkte/suche,t=usbekistan-investiert-35-mrd-us$-in-den-strassenbau,did=1656102.html

Vorhaben im Flughafenausbau: http://www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Trade/Maerkte/suche,t=flughafen-taschkent-erhaelt-neuen-passagierterminal,did=1657672.html

Kontaktanschriften

Delegation der Deutschen Wirtschaft für Zentralasien

Ansprechpartner: Jörg Hetsch, Leiter der Delegation

Businesszentrum Koktem Square, Bostandykski rayon, mkr. Koktem 1, dom 15 a

050040 Almaty/ Kasachstan

Tel.:007 727/256 10-61 bis -66

E-Mail: l@ahk-za.com, Internet: http://zentralasien.ahk.de

Delegation der Deutschen Wirtschaft in Usbekistan

Bevollmächtigter der Deutschen Wirtschaft in Usbekistan: Dariusch Eftikhar

Tel.: 00998 71/277 13 43

E-Mail: ahktasch@xnet.uz

Delegation der Deutschen Wirtschaft in Turkmenistan

Bevollmächtigter der Deutschen Wirtschaft in Turkmenistan: Atamurat Hommayev

Tel.: 00993/65 63 99 00, Fax: -66 63 99 00

E-Mail: ahkaschg@gmail.com

(U.S.)

Dieser Artikel ist relevant für:

Usbekistan, Turkmenistan Geschäftspraxis allgemein, Verkehrsinfrastrukturbau, allgemein

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Kontakt

Dominik Vorhölter

‎+49 228 24 993 219

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