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19.04.2019

Geschäftsaussichten in Ungarn weiterhin positiv

Deutsche Unternehmen sehen ihre Perspektiven verbessert / Von Waldemar Lichter

Budapest (GTAI) - Deutsche Unternehmen bewerten die Wachstumsaussichten und ihre eigenen Geschäftsperspektiven in Ungarn überwiegend gut. Sorgen bereitet der zunehmende Fachkräftemangel.

Die große Mehrheit der deutschen Unternehmen in Ungarn schätzt ihre eigene Lage als gut ein. Auch die Aussichten der ungarischen Wirtschaft insgesamt werden positiv bewertet. Für die Gesamtwirtschaft wie auch für das eigene Geschäft erwarten die Unternehmer jedoch 2019 ein deutlich geringeres Wachstum als im vergangenen Jahr. Das ist das Ergebnis der 2019 zum 25. Mal durchgeführten Umfrage der Deutsch-Ungarischen Industrie- und Handelskammer (DUIHK) unter ihren Mitgliedsunternehmen.

Wirtschaftswachstum wird schwächer

Nach dem besonders guten Jahr 2018 mit einer Zunahme des Bruttoinlandsprodukts (BIP) um fast 5 Prozent wird 2019 für die ungarische Wirtschaft ein Plus von "nur" 3 Prozent erwartet. Die Stimmung ist grundsätzlich positiv. "Gleichzeitig gibt es viele Unsicherheiten in der Weltwirtschaft, die für die Zukunft eher schwierigere wirtschaftliche Bedingungen nahelegen", so DUIHK-Präsident Dale A. Martin.

Dazu gehören zum Beispiel die Auswirkungen des Brexit. Fast 40 Prozent der befragten Unternehmen (Stand Februar 2019) gehen davon aus, dass der Austritt des Vereinigten Königreichs aus der Europäischen Union das eigene Geschäft eher oder sehr wahrscheinlich negativ beeinflussen würde - infolge von Umsatzeinbußen, Kostensteigerungen und Unterbrechungen der Lieferketten.

Steuerverwaltung hat sich verbessert

Leicht verbessert hat sich die Wahrnehmung des geschäfts- und wirtschaftspolitischen Umfeldes. Deutlich besser als in früheren Umfragen wird das Steuersystem bewertet, sowohl im Hinblick auf die Steuerbelastung als auch auf die Steuerverwaltung sowie die öffentliche Verwaltung insgesamt. Weiterhin unzufrieden sind die Unternehmen dagegen mit der Intransparenz der öffentlichen Auftragsvergabe und der Korruption.

Mangel an Fachkräften bereitet Sorgen

Ein großes Problem für die Unternehmen ist der Mangel an qualifizierten Arbeitskräften. Zwei Drittel der befragten Manager bezeichnen das Arbeitskräfteangebot als "unbefriedigend". Bei mehr als der Hälfte der Firmen kommt es laut der Umfrage infolge des Arbeitskräftemangels zu Störungen der Produktions- und Serviceabläufe. Eine spürbare Konsequenz ist der Anstieg der Arbeitskosten. Für 2019 wird eine durchschnittliche Zunahme der Lohnkosten von 9 Prozent erwartet.

Dass die Arbeitsmärkte in den anderen Ländern der Region ähnlich angespannt sind, sei für die betroffenen Unternehmen ein geringer Trost, so DUIHK-Präsident Martin. Höhere Löhne seien zwar einerseits positiv, weil sie die Kaufkraft und Inlandsnachfrage erhöhten. Doch die Unternehmen müssten die zusätzlichen Kosten auch erwirtschaften. Dafür reiche der Anstieg der Produktivität jedoch nicht aus. Die Entwicklung könne vor allem kleinen und mittelgroßen Unternehmen Probleme bereiten.

Die Loyalität der befragten DUIHK-Mitgliedsunternehmen zum Standort Ungarn ist dennoch fast unverändert hoch. Rund 82 (verarbeitendes Gewerbe: 89) Prozent der Unternehmen würden nach eigener Aussage ihre Investitionen auch heute wieder in Ungarn realisieren. Dieser Wert lag 2019 nur knapp unter dem Rekordniveau des Vorjahres.

Kontaktadresse

Deutsch Ungarische Industrie- und Handelskammer (DUIHK)

Ansprechpartner: Dirk Wölfer, Bereichsleiter Kommunikation

Lövöhaz utca 30

1024 Budapest, Ungarn

T +36 (1)34 57 624

F +36 (1)63 22 143

woelfer@ahkungarn.hu

http://www.duihk.hu

Die Ergebnisse der Umfrage stehen unter http://www.ahkungarn.hu/konjunktur kostenlos zum Download zur Verfügung.

Weitere Informationen zu Ungarn finden Sie unter http://www.gtai.de/Ungarn

Dieser Artikel ist relevant für:

Ungarn Wirtschaftslage, -entwicklung, allgemein

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Martin Schulte

‎+49 228 24 993 245

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