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22.01.2019

Griechisches Unternehmen baut erstes Logistikzentrum im Land

Hoffnung für den Ausbau der Logistikbranche / Von Michaela Elena Balis

Athen (GTAI) - Das Unternehmen Mytilineos errichtet das landesweit erste Frachtzentrum. In den nächsten sechs Jahren sollen 109 Millionen Euro in dieses Projekt fließen.

Im 1. Quartal 2019 werden die Arbeiten für den Bau des ersten Logistikzentrums in Griechenland beginnen. Es soll in der Gegend Thriasio Pedio in Attika entstehen. Auftragnehmer des 109 Millionen Euro schweren Projekts ist der griechische Mischkonzern Mytilineos. Anfang Januar 2019 unterzeichnete das Unternehmen den Bauvertrag mit dem Projektträger Thriasio Emporevmatiko Kentro (THEK).

Innerhalb von sechs Jahren will Mytilineos Lagerräume und weitere Gebäude von insgesamt 235.000 Quadratmetern errichten, ferner 250.000 Plätze für Paletten und rund 4.120 Parkmöglichkeiten für Kraftfahrzeuge auf einer Gesamtfläche von 588.000 Quadratmetern. Neben dem Straßennetz innerhalb des Frachtzentrums soll ein Schienennetz entstehen und mit dem Schienenverkehr im anliegenden Grundstück verbunden werden.

Inhaber der gesamten Fläche ist Gaiaose, die Immobilienverwaltungsgesellschaft der griechischen Bahn OSE. Im Oktober 2018 unterzeichnete Gaiaose einen Konzessionsvertrag mit einer Laufzeit von 60 Jahren mit THEK für die Nutzung der Fläche als Frachtzentrum. THEK ist ein Konsortium, bestehend aus dem griechischen Logistik-, Transport- und Tourismuskonzern Goldair und der Gesellschaft ETVA VIPE, die in der Planung, Nutzung und Verwaltung von Industriezonen tätig ist.

Gaiaose plant in den ersten zwei Monaten des Jahres 2019 eine weitere Ausschreibung für die Nutzung des anliegenden Grundstücks mit einer Gesamtfläche von 1.650.000 Quadratmetern zu veröffentlichen.

Griechische Privatisierungsprojekte fördern die Logistikbranche

Griechenland will sich als internationale Logistikdrehscheibe etablieren. Ein wichtiger Schritt in diese Richtung war der Verkauf des griechischen Eisenbahnverkehrsunternehmens Trainose an den italienischen Bahnkonzern Ferrovie dello Stato Italiane im Jahr 2017. Die Privatisierung war mit einem Investitionsversprechen von 500 Millionen Euro verbunden. Das Geld soll in Rollmaterial und moderne Technologien fließen.

Ein weiterer Meilenstein für die Logistikbranche dürfte das milliardenschwere Projekt Egnatia Railway werden. Ziel des Vorhabens ist es, das nördliche Griechenland an das bestehende Schienennetz anzubinden. Die 565 Kilometer lange Bahnstrecke soll vom nordöstlichen Alexandroupolis zur westlichen Hafenstadt Igoumenitsa verlegt werden. Auf dieser Strecke können Züge auch die Häfen von Alexandroupolis, Kavala, Thessaloniki und Igoumentisa anfahren. Projektverantwortlicher ist die griechische Bahngesellschaft Erga OSE.

Die abgeschlossenen Privatisierungen der Betriebsgesellschaften der beiden Häfen von Piräus und Thessaloniki fördern die Möglichkeit für kombinierte Hafen, Straßen- und Schienentransporte. Geplant ist auch der Verkauf der Hafengesellschaft von Alexandroupolis.

Der Bau mehrerer Autobahnen in Griechenland in den letzten Jahren trägt unterstützend dazu bei. Positiv auf die Branche wirkt sich auch die Modernisierung von vierzehn regionalen Flughäfen durch das deutsch-griechische Konsortium Fraport-Slentel aus.

Die Logistikbranche trug im Jahr 2017 rund 6,7 Prozent zum griechischen Bruttoinlandsprodukt bei.

Weitere Informationen zu Wirtschaftslage, Branchen, Geschäftspraxis, Recht, Zoll und Ausschreibungen in Griechenland sind unter http://www.gtai.de/griechenland abrufbar.

Dieser Artikel ist relevant für:

Griechenland Transport und Verkehr, allgemein, Eisenbahnbau, Logistik / Speditionen

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