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16.02.2017

Großes Wachstumspotenzial auf dem US-Markt für Lasertechnik

Anwendungen in der Gesundheitswirtschaft expandieren / Lasersensoren stark gefragt / Von Christian Janetzke

San Francisco (GTAI) - Anbietern von industriellen Lasern und Lasersystemen bieten sich in den USA aufgrund wachsender Anwendungsbereiche gute Absatzchancen. In der Gesundheitswirtschaft ist ein steigender Bedarf zu verzeichnen, vor allem im Bereich kosmetischer Anwendungen. Zunehmend gefragt sind Lasersensoren im Automobilsektor. Die laseradditive Fertigung gewinnt ebenso an Relevanz wie die laserbasierte Zustandsüberwachung von Komponenten. (Internetadressen)

Der US-Markt für industrielle Laser und Lasersysteme dürfte nicht zuletzt aufgrund immer neuer Anwendungsfelder in den kommenden Jahren moderat wachsen. Dies war der Tenor unter Experten auf einem renommierten Marktseminar des Informationsportals "Laser Focus World" Ende Januar 2017 in San Francisco.

Die Integration verschiedener Bearbeitungsverfahren wie Schweißen, Schneiden und Markieren in einer Maschine gewinnt in der US-Industrie an Relevanz, berichtet Allen Nogee, Präsident des Marktforschers Laser Markets Research. In vielen industriellen Anwendungen im Land setzt sich der Trend zum verstärkten Einsatz von fasergekoppelten Hochleistungslasern fort, berichtet Hans-Dieter Hoffmann, Kompetenzfeldleiter Laser und Laseroptik bei dem Fraunhofer-Institut für Lasertechnik.

Diese Trends spiegelten sich auch bei den auf der "Photonics West" vorgestellten Produktinnovationen wider. Die größte US-Fachmesse für Optik und Photonik fand ebenfalls Ende Januar 2017 in San Francisco statt. Zahlreiche deutsche Aussteller präsentierten innovative Lasertechnologien. Der Photonikkonzern Jenoptik stellte beispielsweise stufenlos einstellbare Strahlaufweiter für die wachsenden Präzisionsanforderungen in der Lasermaterialbearbeitung vor.

Gesundheitswirtschaft gewinnt als Abnehmer an Bedeutung

Laut Experten der Fachveranstaltung von "Laser Focus World" bietet der US-Markt für medizinische Laser gute Absatzpotenziale für ein immer breiteres Spektrum an Diagnoseverfahren. Impulse für die Anwendung von Lasertechnik kommen aus der vermehrten Fertigung von medizinischen Geräten wie Gefäßstützen und Herzschrittmachern, berichtet Tom Hausken, Marktexperte bei "The Optical Society" (OSA). Im Medizintechnikbereich wächst zudem die Nachfrage nach Markierlasern, so Christof Lehner, Marktexperte bei der US-Tochtergesellschaft des deutschen Hochtechnologieunternehmens Trumpf im Bundesstaat Michigan. Der steigende Bedarf sei vor allem auf Regularien der Food and Drug Administration für eine eindeutige Geräteidentifizierung in vielen Medizintechniksegmenten vom November 2016 zurückzuführen.

Gemäß dem Marktforscher Grand View Research wird der Umsatz mit medizinischen Lasersystemen auf dem nordamerikanischen Markt zwischen 2016 und 2019 von rund 2,5 Mrd. auf circa 3,0 Mrd. US$ wachsen. Laut Allen Nogee ist vor allem bei kosmetischen Laseranwendungen, die Patienten aus eigener Tasche bezahlen müssen, wie Sehschärfenkorrektur, Haar- und Tattooentfernung sowie Faltenglättung, mit einer steigenden Nachfrage zu rechnen.

Gute Absatzpotenziale im Automobilsektor

Im Bereich industrielle Laser ist die US-Automobilindustrie ein sehr bedeutender Absatzmarkt. Robotergestütztes Laserschweißen setzt sich im Sektor zunehmend durch, erklärt Hoffmann. Der Trend zum Leichtbau wirkt sich auf den Maschinenbedarf aus. Laserschneidanlagen zur Bearbeitung von Leichtbauwerkstoffen und dabei vor allem von hochfestem Stahl sind in der Branche derzeit sehr gefragt, berichtet Lehner.

Große Potenziale sieht Lehner bei einer mittelfristigen Marktdurchdringung von Elektrofahrzeugen und dem damit einhergehenden Bedarf an Lithium-Ionen-Batterien. Die Laseranwendungen sind vielfältig und umfassen unter anderem das Schweißen des Gehäuses und der Kontakte sowie die Beschriftung der Akkus, erklärt der Marktexperte.

Lasersensoren stark gefragt

Im Zuge des Trends zur Entwicklung von teilweise autonom fahrenden Automobilen, wächst das Interesse an spezifischen Lasersensoren ("Lidar"). Mit diesen können Geschwindigkeit und Position von beweglichen Objekten in der unmittelbaren Umgebung des Autos aufgezeichnet werden. Allerdings ist noch nicht absehbar, inwieweit sich die Lidar-Technologie im Bereich selbstfahrender Automobile gegenüber konkurrierenden Systemen durchsetzen wird, erklärt Nogee. Die Kosten für die Technologie müssten noch deutlich fallen.

Auch in anderen Segmenten wächst der Bedarf an Lidar-Technologie, beispielsweise für die 3D-Modellierung sowie für Drohnen und Kartierungsanwendungen. Laut dem Marktforscher Global Market Insights wird der Umsatz auf dem US-Lidar-Markt zwischen 2015 und 2023 von 85 Mio. US$ im Durchschnitt um jährlich 9,3% zulegen.

Laserdistanzsensoren gewinnen in der Fabrikautomation an Relevanz, berichtet Hausken. Anbieter entsprechender Technik profitieren laut dem Marktexperten von den zunehmend robotergestützten Fertigungsprozessen im Land.

Industrie 4.0 mit Auswirkungen auf die Branche

Der Trend zu einer zunehmend digital vernetzten Fertigung birgt Absatzpotenziale für Anbieter von Lasertechnologie, beispielsweise im Bereich der Permanentmarkierung. So ist in stark automatisierten, auf dem Internet basierenden Fabriken die eindeutige Kennzeichnung von Komponenten und Systemen von entscheidender Relevanz, erklärt Lehner.

Die laseradditive Fertigung zur Metallbearbeitung dürfte laut diversen Experten auf der "Photonics West" im Zuge des Trends zu automatisch ablaufenden und vernetzten Produktionsprozessen an Bedeutung gewinnen. Gemäß dem Marktforscher IBIS World stieg die Nachfrage nach 3D-Druckern auf dem US-Markt 2015 um 16,2% auf etwa 1,5 Mrd. US$. Mittelfristig soll das Wachstumstempo in etwa gehalten werden.

Trumpf präsentierte auf der "Photonics West" unter anderem einen innovativen 3D-Drucker zur Bearbeitung diverser Materialien auf Basis von pulverbettbasiertem Laserschmelzen. In der US-Industrie kommen 3D-Drucktechnologien vor allem in der Luftfahrtindustrie vermehrt zum Einsatz.

Im Zuge der zunehmenden Automatisierung von industriellen Fertigungsprozessen in den USA gewinnen unterschiedliche Verfahren zur laserbasierten Qualitätsüberwachung in der Produktion an Relevanz, erklärt Hoffmann.

Importe von Lasertechnik legen robust zu

Deutschland ist in zahlreichen Segmenten wie bei Laserstrahlwerkzeugmaschinen auf dem Importmarkt einer der wichtigsten Lieferanten. In diesem Segment konnte Deutschland in den ersten elf Monaten 2016 einen kräftigen Zuwachs verbuchen und war hinter Japan das zweitbedeutendste Lieferland.

Einfuhr von ausgewählter Lasertechnik (in Mio. US$, Veränderung in %)
Warengruppe Januar - November 2016 Veränderung Januar - November 2016 *)
Laser(ohne Laserdioden) 577,5 5,6
.aus Deutschland 163,2 -1,5
Laserstrahl-werkzeugmaschinen 385,1 8,7
.aus Deutschland 101,1 29,6

*) Im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum

Quelle: U.S. International Trade Commission

Laut dem Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) war das Land in den ersten drei Quartalen 2016 hinter der VR China für deutsche Lieferanten von Laserwerkzeugmaschinen das zweitbedeutendste Abnehmerland.

Einige deutsche Branchengrößen haben jüngst Kapitalinvestitionen auf dem US-Markt getätigt. Trumpf eröffnete Ende 2016 ein Technologierzentrum im Bereich Laserbearbeitung, Mikroapplikationen und Beschichtungstechnik in Santa Clara (Kalifornien). Jenoptik investierte in seinen US-Standort in Rochester Hills (Michigan) 2016 rund 15 Mio. US$ in einen Technologiecampus. Hier will das Unternehmen unter anderem die Entwicklung von Laseranlagen für die nordamerikanische Automobilindustrie forcieren.

Internetadressen

Laser Focus World

Internet: http://www.laserfocusworld.com

The Optical Society (wissenschaftlicher Verband im Bereich Optik und Photonik)

Internet: http://www.osa.org

Laser Markets Research

Internet: http://www.lasermarketsresearch.com

Dieser Artikel ist relevant für:

USA Medizintechnik, allgemein, Werkzeugmaschinen, Photonik u. Präzisionstechnik (einschl. Optoelektronik)

Funktionen

Kontakt

Robert Matschoß

‎+49 228 24 993 244

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