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08.09.2017

In Pau soll die erste Wasserstoff-Buslinie Frankreichs eröffnet werden

Start ist 2019 geplant / Von Marcus Knupp

Paris (GTAI) - In der rund 80.000 Einwohner zählenden Stadt Pau im Südwesten Frankreichs sollen ab 2019 mit Brennstoffzellen ausgerüstete Elektrobusse im regulären Liniendienst verkehren. Bei der Umsetzung des Projektes arbeiten die lokalen Verkehrsbetriebe mit dem Energieversorger Engie, dem Wasserstoff-Spezialisten ITM Power und dem Bushersteller Van Hool zusammen. Der Auftrag umfasst zunächst acht Busse für den Betrieb einer Linie.

Mit kleinen Schritten gewinnt die Wasserstoffwirtschaft in Frankreich an Statur. Für den konkreten Einsatz der Brennstoffzellentechnologie im Alltagsbetrieb müssen allerdings mehrere Hürden gleichzeitig genommen werden: Neben neuen Fahrzeugen wird eine entsprechende Ladeinfrastruktur benötigt, Wasserstoff muss bereitgestellt und die Betriebe für diese neue Technik aufgerüstet werden.

Die südfranzösische Stadt Pau am Rande der Pyrenäen versteht sich als Vorreiter in Sachen Energiewende und plant ab September 2019 den Betrieb einer ersten Buslinie mit Brennstoffzellen-Bussen. Die acht Gelenkzüge wird der belgische Hersteller Van Hool liefern, der bereits rund 50 Wasserstoff-Fahrzeuge an Verkehrsbetriebe in Europa und Nordamerika übergeben hat. Die Kombination mit einem größeren, für Bus-Schnellverkehre (Bus Rapid Transit, BRT) ausgelegten 18-Meter-Modell stellt nach Aussage von Van Hool ein Novum dar.

Wasserstoff aus erneuerbaren Energien

Den benötigten Wasserstoff wird die britische Firma ITM Power durch Elektrolyse mit lokal erzeugter regenerativer Energie herstellen. Im Vereinigten Königreich arbeitet das Unternehmen bereits mit den Autoherstellern Toyota, Honda und Hyundai bei der Versorgung mit Wasserstoff für Brennstoffzellen-Antriebe zusammen. Die Ladeinfrastruktur stellt das Energieunternehmen Engie (ehemals GDF Suez) durch seine Filiale GNVert bereit. Die Betankung der Busse mit Wasserstoff soll nur zehn Minuten in Anspruch nehmen und eine Reichweite von über 300 Kilometern garantieren. GNVert betreibt in Frankreich etwa 140 Tankstellen für alternative Treibstoffe wie komprimiertes oder verflüssigtes Erdgas, Biogas oder Wasserstoff.

Betreiber der Busse ist der regionale Verkehrsverbund Syndicat mixte des transports urbains Pau Porte des Pryrénées (SMTU-PPP), der 2010 gegründet wurde und seit dem 1. Januar 2017 insgesamt 37 Gemeinden mit zusammen 184.000 Einwohnern bedient. Die erste Brennstoffzellen-Buslinie wird den Bahnhof Pau mit dem etwa fünf Kilometer entfernten städtischen Krankenhaus verbinden.

(S.K.)

Dieser Artikel ist relevant für:

Frankreich Stromerzeugungs- und -verteilungstechnik, Öffentlicher-Personen-Nahverkehr (ÖPNV), Elektromobilität

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