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21.07.2016

Israel steigt massiv in autonomes Fahren ein

Forschungs- und Entwicklungszentrum wird ausgeschrieben / Ausländische Firmen können sich an Ausschreibung beteiligen / Von Wladimir Struminski

Jerusalem (GTAI) - Israel will bei der technologischen Entwicklung wie bei der praktischen Einführung des autonomen Fahrens zur Weltspitze gehören, so das Verkehrsministerium. Das Ressort initiiert ein von gewerblichen Investoren zu betreibendes Forschungs- und Entwicklungszentrum. Die israelische Firma Mobileye nimmt am iNext-Projekt für autonomes Fahren mit BMW und Intel teil. Unterdessen zeichnet sich 2016 bei der Pkw-Einfuhr ein neuer Höchststand ab. (Kontaktanschrift)

Israel gehört zur Weltspitze bei der Entwicklung des autonomen Fahrens und will seine Tätigkeit in diesen Bereich weiter ausbauen. Das hat der Chefwissenschaftler des Verkehrsministeriums, Shay Soffer, gegenüber der Tageszeitung Jerusalem Post erklärt. Dabei, so Soffer, fördere die Regierung sowohl die Entwicklung der für fahrerlose Fahrzeuge nötigen Technologie als auch die Umsetzung autonomen Fahrens im Straßenverkehr. So ist beabsichtigt, ab 2020 besondere Autobahnfahrspuren für autonome Fahrzeuge freizugeben und langfristig (ab 2040) nur noch solche Fahrzeuge zum Straßenverkehr zuzulassen.

Wie das Verkehrsministerium gegenüber der GTAI erklärte, soll im September 2016 eine Ausschreibung für ein Forschungs- und Entwicklungszentrums (FuE) für autonomes Fahren und andere Verkehrstechnologien veröffentlicht werden. Als Standort ist die rund 30 km nördlich von Tel Aviv gelegene Stadt Netanya vorgesehen.

Unter anderem soll das FuE-Zentrum eine Fahrstrecke von 1 km, Gebäudeattrappen, eine Straßenkreuzung und Fußgängerüberwege vorweisen und verschiedene Fahrbedingungen wie trockene und nasse Fahrbahn oder die Fahrt bei Sonnenlicht wie im Schatten bieten. Auf einer weiteren Strecke von 700 m sollen das Fahrverhalten autonomer Fahrzeuge bei Beschleunigung und Bremsung sowie ihre Fahrstabilität geprüft werden.

Wie das Verkehrsministerium ferner erklärte, können sich an der Ausschreibung auch ausländische Firmen beteiligen, und zwar sowohl gemeinsam mit israelischen Partnern als auch allein. Darüber hinaus kündigte Verkehrsminister Israel Katz im Juli 2016 die Schaffung von Anreizen für ausländische Firmen an, die FuE-Projekte in dem neuen Zentrum durchführten wollten.

Unterdessen haben BMW, Intel und die israelische Firma Mobileye ein gemeinsames Entwicklungsprojekt für autonomes Fahren angekündigt. Mobileye, ein Hersteller von Fahrerhilfssystemen entwickelt Technologie für autonomes Fahren und soll im Rahmen des Kooperationsprojekts solche Technologie für den von BMS geplanten autonomen Wagen iNext beitragen.

Pkw-Einfuhr hebt ab

Unterdessen zeichnet sich 2016 bei der Pkw-Einfuhr ein weiteres Boomjahr ab. Wie aus Angaben der Vereinigung der Kfz-Importeure hervorgeht, nahm die Einfuhr von Pkw im 1. Halbjahr 2016 gegenüber der Vorjahresperiode um 15,0% zu und erreichte 165.000 Fahrzeuge. Die Auftragslage zur Jahresmitte lässt auf keine negative Kehrtwende schließen, sodass 2016 ein neuer Höchststand zu erwarten ist.

Neuzulassungen importierter Pkw (ausgewählte Jahre; in Tsd. Einheiten) *)
Jahr Pkw
2005 146
2010 216
2014 240
2015 255
2015 1. Halbjahr 144
2016 1. Halbjahr 165

*) einschl. Geländewagen, leichter Lieferwagen und Pritschenwagen, aber ohne Taxis

Quelle: Vereinigung der Kfz-Importeure

Kontaktanschrift:

Ministry of Transportation and Road Safety

Foreign Relations and Information Department

POB 867, Jerusalem 91008

Tel.: 00972/2 666 31 90, Fax: -666 31 95

E-Mail: dover@mot.gov.il, Internet: http://www.mot.gov.il

(S.T.)

Dieser Artikel ist relevant für:

Israel Forschung und Entwicklung, Straßenfahrzeuge, allgemein, Kfz-Teile, -Zubehör (ohne Brennstoffzellen), Straßenverkehr

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