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04.11.2016

Italien ist wieder der größte Weinproduzent der Welt

Binnennachfrage leicht gesunken / Importe aus Deutschland deutlich gestiegen / Von Robert Scheid

Mailand (GTAI) - In der Weinproduktion ist Italien Weltmeister: Gut 18% des weltweiten Weinangebots kommt aus Italien. Gleichzeitig rangiert das Land nach Frankreich auf Platz zwei der Exporteure. Zudem ist Italien weltweit der drittgrößte Weinkonsument, knapp hinter Frankreich und den USA. Lokale Weine dominieren den Binnenmarkt. Doch die Importe summierten sich 2015 immerhin auf 308 Mio. Euro. Deutschland rangiert auf Platz 5 der Lieferländer.

Italien hat 2015 den Spitzenplatz in der Weinproduktion von Frankreich zurückerobert. Mit 50 Mio. Hektoliter entsprach die italienische Produktion fast einem Fünftel der weltweiten Produktion. Auf Platz zwei der Produzenten rangierte Frankreich (47,3 Mio. hl), gefolgt von Spanien (36,6 Mio. hl) und den USA (22,1 Mio. hl). Deutschland liegt mit 8,8 hl an zehnter Stelle.

Die Internationale Organisation für Rebe und Wein erwartet, dass Italien 2016 zwar seine Spitzenposition halten wird, aber mit rund 48,8 Mio. hl etwas weniger Wein in die Keller bringen wird als im Vorjahr. Insgesamt wird die Weltproduktion der Prognose zufolge um 5% zurückgehen, die Rangliste dürfte sich dabei nicht verändern.

Italiener konsumieren weniger Wein

Zwischen 2011 und 2015 ist der Weinkonsum in Italien um circa 10% zurückgegangen. Im Jahr 2015 haben die Italiener rund 20,5 Mio. hl Wein getrunken. Nur in den Vereinigten Staaten (31 Mio. hl) und in Frankreich (27,2 Mio. hl) ist insgesamt mehr Wein konsumiert worden. Was allerdings den Pro-Kopf-Verbrauch betrifft, rangiert Frankreich weiterhin vor Italien.

Nach Angaben des Osservatorio del Vino ist der Weinabsatz in den Supermärkten 2015 um 6,5% gestiegen, dies vor allem, weil immer mehr Prosecco nachgefragt wird. Der Verband betont, dass die italienischen Konsumenten weiterhin viel Wert auf Qualitätsprodukte, insbesondere mit geschützten Ursprungsbezeichnungen, legen.

Frankreich und Spanien sind die wichtigsten Lieferländer

Italiener trinken am liebsten lokale Weinspezialitäten. Insgesamt wird 87% der Binnennachfrage (gemessen am Volumen) durch die heimische Produktion abgedeckt. Doch auch ausländische Winzer haben aufgrund des hohen Weinkonsums gute Geschäftschancen.

Im Jahr 2015 hat Italien 2,7 Mio. hl Wein im Wert von 308 Mio. Euro importiert. Aus Frankreich werden vor allem hochwertige Weine importiert, aus Spanien eher preiswerte Sorten.

Wichtigste Lieferländer von Wein nach Italien (2015)
Rang Länder Wert (in Mio. Euro) Volumen (in Tsd. hl)
1 Frankreich 160,4 195,7
2 Spanien 65,6 1.769,6
3 USA. 41,3 410,4
4 Australien 15,4 161,4
5 Deutschland 12,7 69,7
6 Portugal 5,7 18,8
7 Österreich 2,0 16,1
Welt 307,7 2.708,3

Quelle: ISTAT

Steigende Nachfrage nach deutschen Weinsorten

Deutschland kommt als Lieferland auf Platz 5. Insgesamt wurden 2015 rund 69.700 hl Wein im Wert von 12,7 Mio. Euro aus Deutschland importiert. Dabei stammen die Importe vor allem aus der Pfalz. Im Vergleich zu anderen Importländern liegt der Preis für deutsche Weine über dem Durchschnitt, deutlich hinter Frankreich, aber weit vor Spanien.

In den vergangenen Jahren ist die Nachfrage nach deutschem Wein deutlich gestiegen. Konnten deutsche Winzer im Jahr 2009 erst 5,0 Mio. Euro in Italien absetzen, waren es im Jahr 2015 bereits 12,7 Mio. Euro.

(R.J.S.)

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