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23.01.2019

Japans Elektronikausrüster erwarten 2019 geringere Nachfrage

Umsatzaussichten stagnieren für Halbleiter und sinken für Displays / Von Jürgen Maurer

Tokyo (GTAI) - Die asiatischen Elektronikhersteller wollen 2019 weniger in neue Kapazität investieren. Dies bekommen die japanischen Ausrüstungslieferanten zu spüren.

Für Japans Ausrüstungshersteller wird 2019 ein schwaches Jahr, so die Semiconductor Equipment Association of Japan (SEAJ). Denn die vornehmlich asiatischen Halbleiter- und Displayhersteller haben ihre Investitionsabsichten in neue Anlagen verringert. Die Nachfrage nach Halbleitern und Displays hat sich verkleinert beziehungsweise durchläuft eine Verschiebung in den Schwerpunkten.

Vor allem im Smartphonebereich ist die Nachfrage nach Halbleitern abgekühlt. Zudem hat die jahrelange Fixierung auf die Aktivitäten, die vom amerikanischen Apple-Konzern ausgingen, deutlich nachgelassen. Mehr in den Fokus rücken nun die Projekte und Produktplanungen, die Unternehmen aus den Bereichen Internet der Dinge, künstliche Intelligenz, autonomes Fahren und 5G-Telekommunikationsangebot angekündigt haben.

Wachstum fällt 2019 aus

Daher bleiben die japanischen Halbleiterhersteller verhalten optimistisch, dass die Bestellungen für Ausrüstungen nicht lange zurückhaltend bleiben werden. Sicherlich werden sie schwächer erwartet als in den letzten beiden Jahren, als die Zuwachsraten zweistellig ausfielen. Die japanischen Ausrüstungsanbieter gehen im Fiskaljahr 2019 (1. April bis 31. März) von einem stagnierenden Umsatzwachstum in Höhe von etwa 0,5 Prozent aus.

Für den Bereich Displayherstellung erwartet der Branchenverband, dass sich das Flüssigkristallanzeigensegment (Liquid Crystal Display, LCD) im Fiskaljahr 2019 weiter gut entwickelt. Dieses wird hauptsächlich durch Bestellungen aus China bestimmt und hier werden keine Änderungen erwartet.

Deutlich schwächer als vorgesehen zeigen sich die Investitionen in neue OLED-Ausrüstung (Organic Light-Emitting Diode; organische Leuchtdiode). Die Produktion von OLED-Geräten erfolgt hauptsächlich durch südkoreanische Hersteller, die ihre Kapazitäten gegenwärtig nicht auszuweiten planen. Insgesamt rechnet SEAJ daher im Fiskaljahr 2019 mit einem Absatzrückgang für die japanischen Ausrüster von circa 17 Prozent.

Bei diesen Prognosen schwingt auch die Unsicherheit über die weitere Entwicklung im Handelskrieg zwischen den USA und China mit, denn diese hat auf die Investitionen asiatischer Elektronikhersteller großen Einfluss. Daher halten sich die japanischen Branchenausrüster wie Tokyo Electron oder Disco mit Vorhersagen über neue Investitionen in ihre eigenen Kapazitäten zurück. Tokyo Electron hat jedoch Anfang 2019 verkündet, über die nächste Dekade jedes Jahr circa 900 Millionen US-Dollar für Forschung und Entwicklung ausgeben zu wollen.

Weitere Informationen zu Wirtschaftslage, Branchen, Geschäftspraxis, Recht und Zoll in Japan können Sie unter http://www.gtai.de/japan abrufen. Die Seite http://www.gtai.de/asien-pazifik bietet einen Überblick zu verschiedenen Themen in Asien-Pazifik.

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