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08.08.2018

Kroatien investiert in Wasserkraft- und Solaranlagen

Erneuerbare Energieprojekte bieten deutschen Unternehmen Chancen / Von Waldemar Lichter

Zagreb (GTAI) - Kroatiens Stromkonzern HEP plant große Investitionen für den Bau und die Modernisierung von Wasserkraftwerken. Auch die Solar- und Windenergie rücken in den Fokus der Entwicklungspläne.

Der Stromkonzern HEP bereitet eines der nach eigenen Angaben größten Vorhaben im Energiesektor Kroatiens vor. Es geht um die Erweiterung des Wasserkraftkomplexes HES Kosinj und den Bau des dazugehörigen neuen Wasserkraftwerks HE Senj-2.

Start des Vorhabens Senj-2 voraussichtlich Mitte 2019

Die Ausbaupläne beinhalten die Errichtung eines Stausees mit drei Dämmen, eines Tunnels, des Kanals Bakovac-Lika, den Bau des Wasserkraftwerks HE Kosinj und die Modernisierung des Kraftwerks HE Sklope. HEP schätzt die Investitionskosten auf rund eine halbe Milliarde Euro. Die Hälfte davon wird auf den Bau des Kraftwerks HE Senj-2 entfallen.

Die kroatischen Behörden haben die benötigte Umweltgenehmigung für das Projekt im Juni 2018 erteilt. Derzeit wird noch eine Investitionsentscheidung vorbereitet, die vom HEP-Vorstand und Aufsichtsrat abgesegnet werden muss. Danach folgen weitere Verfahren, um die Standort- und die Baugenehmigung für die Anlagen zu erhalten.

Gute Chancen für deutsche Unternehmen

Anschließend werden internationale Tender ausgeschrieben mit voraussichtlich je einem Los für Bauarbeiten und für den energietechnischen Teil des Vorhabens. Der Start dieser Phase wird für etwa Mitte 2019 erwartet. Die Bauarbeiten würden nach Schätzungen sechs bis sieben Jahre in Anspruch nehmen. Die Beteiligung deutscher Unternehmen an den geplanten Tendern wird ausdrücklich begrüßt. Frühere Ausschreibungen hätten gezeigt, dass sich deutsche Bieter mit ihren Lösungen ungeachtet preisgünstiger Konkurrenz aus anderen Ländern gut behaupten können, sagen HEP-Experten.

Die neuen Wasserkraftanlagen werden eine Gesamtleistung von 412 Megawatt haben. Derzeit verfügt der Komplex über eine Leistung von 238,5 (HE Sklope: 22,5 und HE Senj: 216) Megawatt. Die gesamte Stromerzeugung des Komplexes wird durch die Investitionen um 320 Gigawattstunden auf 1,5 Terrawattstunden pro Jahr steigen. Ein positiver Nebeneffekt des Vorhabens wird sein, dass durch die neuen Anlagen (Wasserspeicher) auch die Trinkwasserversorgung der kroatischen Küstengebiete gesichert und der Hochwasserschutz verbessert wird.

HEP will mehr Strom aus erneuerbaren Quellen

Ausbau und Modernisierung der Wasserkraftanlagen gehören zu den Investitionsschwerpunkten von HEP. Schließlich decken die bestehenden 26 Wasserkraftwerke des Konzerns rund ein Drittel des kroatischen Strombedarfs, so Vorstandschef Frane Barbaric. Der Anteil der Stromgewinnung aus erneuerbaren Quellen soll in den nächsten Jahrzehnten deutlich steigen. Nach Angaben von Barbaric prüft HEP den Bau von Solarkraftanlagen mit einer Leistung von 30 bis 50 Megawatt pro Jahr sowie die Errichtung von Windkraftanlagen und kleinen Wasserkraftwerken.

Erstes großes Solarprojekt am Start

Der Projektstart zum Bau eines Solarkraftwerks auf der Adria-Insel Cres im Juni 2018 leitete den Investitionszyklus in der Sparte erneuerbare Energieanlagen ein. Die Anlage Orlec Trinket entsteht auf einer Fläche von 17 Hektar und wird eine Leistung von 6,5 Megawatt haben. Die erwartete Stromproduktion soll 8,5 Millionen Kilowattstunden pro Jahr betragen. Die Investitionskosten belaufen sich auf umgerechnet 6,1 Millionen Euro. Das Cres-Projekt sei nur der Beginn, so Barbaric. HEP entwickele derzeit fünf bis sechs andere große Projekte im Bereich erneuerbare Energien.

Im konventionellen Bereich beginnt HEP in Kürze mit der Modernisierung einer Anlage zur Strom- und Fernwärmeerzeugung in Zagreb (KKE EL-TO Zagreb). Vorgesehen ist die Errichtung eines neuen gasbefeuerten Blocks mit 150 Megawatt Strom- und 114 Megawatt Wärmeleistung. Den Bauauftrag (EPC; Engineering, Procurement and Construction) und die Langzeit-Service-Vereinbarung (LTSA, Long-Term Service Agreement) hat HEP mit der italienischen Firma FATA S.p.A. (Danieli-Gruppe) unterzeichnet, die als Sieger aus einem internationalen Tender hervorgegangen war.

Finanziert wird das Vorhaben durch einen Kredit von insgesamt 130 Millionen Euro. Die Mittel stammen von der Europäischen Investitionsbank (EIB; 43 Millionen), der Europäischen Bank für Wiederaufbau und Entwicklung und einem Bankenkonsortium (zusammen 87 Millionen Euro). Der EIB-Kredit wird durch den Europäischen Fonds für strategische Investitionen garantiert.

Kontaktanschrift

Hrvatska Elektroprivreda (HEP)

Ansprechpartner: Herr Vedran Juric, Direktor des Sektors Investitionen

Ulica Grada Vukovara 37

10000 Zagreb, Kroatien

T +385 (1)632 21 45

F +385 (1)632 20 11

vedran.juric@hep.hr

http://www.hep.hr

Weitere Informationen zu Kroatien finden Sie unter http://www.gtai.de/Kroatien.

Dieser Artikel ist relevant für:

Kroatien Strom-/ Energieerzeugung, Solar, Strom-, Energieerzeugung, allgemein, Kraftwerksbau, Strom-/ Energieerzeugung, Wasserkraft

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