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30.08.2017

Kroatien verabschiedet neue Strategie für den Transportsektor

Maßnahmenplan bis 2030 / Dokument ist Voraussetzung für EU-Gelder / Von Waldemar Lichter

Zagreb (GTAI) - Die kroatische Regierung hat Ende August 2017 eine neue nationale Strategie zur Entwicklung des Transportsektors für den Zeitraum 2017 bis 2030 beschlossen. Die Verabschiedung dieses Dokuments war notwendig, um EU-Gelder zur Kofinanzierung wichtiger Vorhaben für Ausbau und Modernisierung der Verkehrs- und Transportinfrastruktur des Landes nutzen zu können. Die Strategie muss noch vom Parlament bestätigt werden.(Kontaktadresse)

Die jetzt verabschiedete neue Transportentwicklungsstrategie habe den Weg zur Finanzierung von mehr als 20 Projekten in allen Bereichen des Verkehrssektors aus EU-Strukturfonds freigemacht, so Kroatiens Verkehrsminister Oleg Butkovic. Deren Gesamtkosten werden auf 2 Milliarden Euro beziffert. Damit sei auch die letzte formale Bedingung erfüllt worden, um die Realisierung eines der bedeutendsten Infrastrukturvorhaben des Landes, den Bau der Peljesac-Brücke zur Umgehung des bosnisch-herzegowinischen Korridors Neum und eine bessere Anbindung von Süddalmatien mit Hilfe von EU-Geldern zu ermöglichen, heißt es.

Die Strategie listet insgesamt 118 Einzelmaßnahmen in den Transportbereichen Straße, Schiene, Luft, Wasserwege sowie öffentlicher Regional- und Nahverkehr auf. Zu den wichtigsten gehören neben der Peljesac-Brücke, die zusammen mit allen notwendigen Zugangsstraßen und anderer Infrastruktur fast eine halbe Milliarde Euro kosten wird, die Fertigstellung des Flughafens Dubrovnik sowie die Beschaffung von Diesel- und E-Loks. Auch sollen neue Straßenbahnen und Schiffe für den Passagiertransport zwischen den Inseln erworben sowie die Straßenbahninfrastruktur in Osijek und in Zagreb modernisiert werden.

Ausgewählte Maßnahmen der Transportstrategie im Bahnsektor
Strecke beziehungsweise Vorhaben Probleme/Vorgesehene Maßnahmen
Zagreb - slowenische Grenze Richtung Ljubljana Erwarteter Zuwachs an Passagier- und Güterverkehr nach Beitritt Kroatiens zur Schengen-Zone; Erhöhung der Fahrgeschwindigkeit (streckenweise maximal 60 Kilometer pro Stunde, km/h) und der Transportkapazität
Zagreb-Karlovac-Rijeka (Paneuropäischer Verkehrskorridor RH2) Ausbau der Transportkapazitäten der derzeit teilweise einspurigen Bahntrecke; teilweise Geschwindigkeitsbegrenzung auf 50 km/h
Zagreb - Krizevci - ungarische Grenze Richtung Budapest (RH2) Verbindung zwischen Rijeka/Zagreb und Osteuropa über Ungarn; heute teilweise einspurig; erwarteter Zuwachs im Güterverkehr infolge von Investitionen im Hafen Rijeka; derzeit Arbeiten an der zweiten Spur der Strecke Dugo selo - Krizevci
Zagreb - Novska - Richtung Grenze mit Serbien (RH1) Teilweise Geschwindigkeitsbegrenzung auf 50 km/h, weitere Untersuchungen zur benötigten Kapazität und Geschwindigkeit notwendig
Verkehrsknoten Zagreb Wichtigster städtischer TEN-T-Knoten in Kroatien, Studien für regionale Anbindung notwendig
Elektrifizierung der verbliebenen Strecken und Aufbau der Zugkontroll- und Bahnkommunikationssysteme ETCS und GSM-R Derzeit sind nur 36% der rund 2.600 km Bahnstrecken in Kroatien elektrifiziert; ETCS - European Train Control System; GSM-R - Global System for Mobile Communications - Railway

Quelle: Entwicklungsstrategie für den Transportsektor der Republik Kroatien 2017 bis 2030 (abrufbar in kroatischer Sprache unter: https://vlada.gov.hr/UserDocsImages//Sjednice/2017/08%20kolovoz/53%20sjednica%20VRH//53%20-%205.pdf)

Ausgewählte Maßnahmen der Transportstrategie im Straßen- beziehungsweise Autobahnsektor
Strecke beziehungsweise Vorhaben Probleme/Vorgesehene Maßnahmen
Sava-Brücke bei Gradiska Einer der beiden wichtigsten Grenzübergänge zwischen Kroatien und Bosnien und Herzegowina, Anbindung an die bestehende Schnellstraße Richtung Banja Luka; Tender und Bau für 2018 geplant
Teilstrecken des paneuropäischen Korridors Vc Bau von Abschnitten der Schnellstraße A5 Osijek - ungarische Grenze
Umbau der Autobahnknoten Zagreb und Rijeka Autobahnknoten Zagreb und Rijeka gehören zu den am stärksten belasteten Straßenabschnitten in Kroatien
Dubrovnik - Grenze mit Montenegro Teilstecken im Bau, Ausbau notwendig, um eine bessere Anbindung an den Flughafen und an die Stadt Dubrovnik zu erreichen

Quelle: Entwicklungsstrategie für den Transportsektor der Republik Kroatien 2017 bis 2030

Zu den wichtigsten Maßnahmen im Bereich der Luftfahrt zählen vor allem die Entwicklung der Flughäfen Dubrovnik, Pula, Brac, Mali Losinj, Osijek, Rijeka, Split und Zadar. Im Seeverkehrssektor soll an der Verbesserung des intermodalen Transports und dem Ausbau des RO-RO-Verkehrs gearbeitet werden. Die Häfen Rijeka (Container, Flüssiggüter), Ploce (Container, Schüttgut), Dubrovnik (Kreuzfahrtschiffe), Split (RO-RO, Passagiertransport und Kreuzfahrtschiffe), Zadar (RO-RO, Passagiertransport und Kreuzfahrtschiffe) sowie Sibenik (kleine Schiffe und Jachten) sollen stärker spezialisiert werden. Im Binnenschifffahrtssektor ist eine Verbesserung der Schiffbarkeit der Donau und Drau bis Osijek sowie der Save vorgesehen. Die Binnenhäfen Vukovar, Osijek, Slavonski Brod und Sisak sollen weiter entwickelt werden.

Kontaktadresse

Ministarstvo mora, prometa i infrastrukture (Ministerium für Seefahrt, Verkehr und Infrastruktur)

Ansprechpartner: Tomislav Mihotic (Staatssekretär für Infrastruktur)

Prisavlje 14

10000 Zagreb, Kroatien

T +385 (1)378 45 20, 378 45 70 (Mihotic)

F +385 (1)378 45 50

ministar@mmpi.hr

http://www.mppi.hr

(W.L.)

Dieser Artikel ist relevant für:

Kroatien Verkehrsinfrastrukturbau, allgemein, Eisenbahnbau, Straßen-, Brücken- und Tunnelbau, Flughafenbau, Wasser-, Hafenbau

Funktionen

Kontakt

Ingeborg Kozel

‎+49 228 24 993 365

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