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14.03.2019

Kroatiens Wachstum schwächt sich leicht ab

Wichtige Impulse gehen von Investitionen aus / Von Waldemar Lichter

Zagreb (GTAI) - Die kroatische Wirtschaft legt weiter zu, wächst allerdings langsamer. Wichtige Stützen der Konjunktur bleiben weiterhin der private Verbrauch und die Investitionen.

Kroatiens Wirtschaftsleistung nahm 2018 zum vierten Mal in Folge zu. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) stieg real um 2,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Zunahme fiel aber geringer aus als in den beiden Jahren davor. 2016 und 2017 hatte sich das BIP-Wachstum auf 2,9 und 3,5 Prozent belaufen.

Die Prognosen für 2019 bleiben trotz Wachstumsabschwächung günstig. Die kroatische Nationalbank (HNB) geht von einer realen BIP-Zunahme in einer ähnlichen Höhe wie 2018 aus. Dabei sei eine stärkere Inlandsnachfrage zu erwarten. Allerdings verschlechtern sich die globalen Rahmenbedingungen durch zunehmenden Protektionismus und durch eine Konjunkturabschwächung in der Euro-Zone. Daher prognostizieren HNB-Fachleute einen geringeren Konjunkturbeitrag der Auslandsnachfrage.

Dagegen sollen die Bruttoanlageinvestitionen kräftig steigen. Besonders öffentliche Investitionen werden zunehmen, was vor allem auf eine bessere Ausschöpfung von Fördermitteln der Europäischen Union (EU) zurückzuführen sein wird. Positiv auf die Investitionsaktivitäten könnte sich ferner die Reduzierung von Abgaben auf Löhne und Gehälter auswirken. Dadurch werden die Arbeitgeber entlastet. Steuerliche Entlastungen können auch den privaten Konsum stärken.

Die 2018 feststellbaren Trends bei Verbrauch, Investitionen und Auslandsnachfrage dürften sich auch 2019 und 2020 fortsetzen. So zog im 4. Quartal 2018 der private Konsum überraschend stark an. Die günstige Entwicklung des Verbrauchs wird unter anderem auf steuerliche Entlastungen im Laufe des Jahres zurückgeführt. Neben dem Konsum gingen aber im Schlussquartal 2018 die stärksten Wachstumsimpulse von den Bruttoanlageinvestitionen aus. In den ersten drei Quartalen 2018 legten die Investitionen um etwa 3,6 Prozent gegenüber der Vorjahresperiode zu. Im 4. Quartal verzeichnete das Statistikamt einen Wachstumssprung auf 6,1 Prozent.

Bruttoinlandsprodukt nach Verwendung (reale Veränderung in Prozent, jeweils gegenüber dem Vorjahr)
2016 2017 2018
BIP 3,5 2,9 2,6
Verbrauch
.private Haushalte 3,4 3,6 3,5
.Staat 0,7 2,7 2,9
Bruttoanlageinvestitionen 6,5 3,8 4,1
Export von Gütern und Dienstleistungen 5,6 6,4 2,8
.Güter 5,2 8,7 2,8
.Dienstleistungen 6,0 4,4 2,9
Import von Gütern und Dienstleistungen 6,2 8,1 5,5
.Güter 5,5 7,2 5,2
.Dienstleistungen 10,2 12,7 6,6

Quelle: Kroatisches Statistikamt (http://www.dzs.hr )

Bruttowertschöpfung nach Wirtschaftsbereichen (reale Veränderung in Prozent, jeweils gegenüber dem Vorjahr)
Wirtschaftsbereich Veränderung 2016 Veränderung 2017 Veränderung 2018
Bruttowertschöpfung, insgesamt 3,5 2,1 2,1
Land-, Forstwirtschaft, Fischerei 7,3 -2,1 2,0
Produzierendes Gewerbe, einschließlich Bergbau, Energie- und Wasserversorgung 5,9 1,3 -0,9
.darunter verarbeitendes Gewerbe 6,0 1,9 -0,8
Bauwirtschaft 1,9 1,3 4,7
Handel, Reparatur von Fahrzeugen, Transport und Lagerung 5,0 4,5 4,4
Informations- und Kommunikationsdienstleistungen 3,8 4,0 4,6
Finanz- und Versicherungsdienstleistungen 0,9 0,9 0,3
Grundstück- und Wohnungswesen 0,3 0,2 0,6
Administration, Verteidigung, Bildung, Gesundheit und Soziales 1,6 1,8 2,2
Andere Dienstleistungen 4,3 1,7 2,6

Quelle: Kroatisches Statistikamt (http://www.dzs.hr)

Weitere Informationen zu Kroatien finden Sie unter http://www.gtai.de/Kroatien

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Kroatien Außenhandel / Struktur, allgemein

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