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03.04.2017

Kroatischer Außenhandel steigt auf Rekordniveau

Exporte erreichen Höchststand / Importe legen dank anziehender Konjunktur zu / Von Waldemar Lichter

Zagreb (GTAI) - Der kroatische Außenhandel hat einen neuen Höchststand erreicht. Sowohl die Ausfuhren als auch die Einfuhren nahmen 2016 um über 6% gegenüber dem Vorjahr zu. Der Warenaustausch mit dem Ausland stieg auf rund 32 Mrd. Euro und war damit 41% höher als im Krisenjahr 2009. Seit dem EU-Beitritt Mitte 2013 nahm der kroatische Außenhandel um mehr als 24% zu. Wichtigster Außenhandelspartner des Landes war Deutschland.

Kroatiens Exportwirtschaft konnte einen neuen Rekord verbuchen. Nach Angaben des Statistikamtes in Zagreb stiegen die kroatischen Ausfuhren 2016 auf ein Allzeithoch von 12,3 Mrd. Euro. Seit dem krisenbedingten Einbruch auf nur noch 7,5 Mrd. Euro im Jahr 2009 haben sich die Exporte des Landes wieder erholen und um über 65% zulegen können. Nach Angaben von Eurostat belegte Kroatien 2016 nach Malta (plus 17%) den zweiten Platz unter den EU-Ländern mit dem größten Exportwachstum.

Exportstarke Pharmaindustrie

Den größten Beitrag zu den guten Exportergebnissen 2016 leistete einer Analyse der Kroatischen Wirtschaftskammer (Hrvatska Gospodarska Komora, HGK) zufolge die Pharmaindustrie. Ihre Ausfuhren stiegen um 56,4% gegenüber dem Vorjahr. Dabei habe es einen bedeutenden Anstieg der Exporte von fertigen Arzneimitteln gegeben. Zu deren größten Abnehmern gehörten die USA, Russland und Deutschland.

Erhebliche Steigerungen der Ausfuhren wurden neben Pharmaprodukten auch bei fertigen Metallerzeugnissen, Nahrungsmitteln und elektrotechnischen Erzeugnissen erzielt. Schwächer waren dagegen die Ergebnisse der Schiffbauindustrie (bedingt durch die hohe Vorjahresbasis), bei Erdölderivaten und chemischen Erzeugnissen.

Den größten Anstieg der Exporte erzielte Kroatien 2016 in die USA, wohin unter anderem Pharmaprodukte und Blutpräparate ausgeführt wurden. Beträchtliche Steigerungen hatte es ferner nach Deutschland, Italien und Slowenien gegeben. Der Anteil der EU an den Gesamtexporten sank leicht auf 66,5%, an den Importen auf 77%. Auch die Ausfuhren in CEFTA-Länder, die zweitwichtigste Zielregion für kroatische Exporte, sanken um 3,2%, was insbesondere auf geringere Lieferungen nach Serbien zurückzuführen war.

Importe legen kräftig zu

Dank der anziehenden Binnenkonjunktur haben 2016 auch die Einfuhren deutlich um rund 6% zugelegt. Nach Angaben von Eurostat war das nach Zypern, Malta und Rumänien das vierthöchste Importwachstum in der EU. Die kroatischen Einfuhren erreichten 2016 rund 19,7 Mrd. Euro. Das war der höchste Wert seit acht Jahren und der zweithöchste überhaupt. Nur im Vorkrisenjahr 2008 hatten die Importe mit 20,8 Mrd. Euro ein höheres Niveau gehabt. Am stärksten wuchsen 2016 die Importe von Pharmaerzeugnissen, Straßenfahrzeugen sowie Maschinen und Ausrüstungen. Letzteres wird von Fachleuten als Zeichen für eine Erholung der Investitionen gedeutet.

Wichtigster Außenhandelspartner des Landes war auch 2016 Deutschland mit einem Umsatz von 4,6 Mrd. Euro. Von dort stammten 16,2% der kroatischen Importe (3,19 Mrd. Euro; 11,1% gegenüber 2015). Nach Deutschland lieferte Kroatien Waren im Wert von 1,45 Mrd. Euro (+11,3% gegenüber dem Vorjahr; Anteil: 11,8% an den Gesamtexporten). Zweitwichtigster Partner war Italien (Handelsumsatz: 4,2 Mrd. Euro) gefolgt von Slowenien (3,6 Mrd. Euro).

Einen besonders starken Anstieg verzeichneten die Importe aus Korea (Rep.) von 124 Mio. auf 417 Mio. Euro. Nach Angaben der HGK sei das vor allem auf Einfuhren von Rohstoffen für die Pharmaindustrie, darunter Blutprodukte zurückzuführen. Der Handel mit Russland ist vergleichsweise gering (Umsatz: 490 Mio. Euro). Die kroatischen Importe von dort brachen 2016 um über 30% auf 300 Mio. Euro ein, die Exporte nahmen um 2,1% auf 190 Mio. Euro ab.

Kroatiens Außenhandel nach Warengruppen (in Mio. Euro, Veränderung gegenüber dem Vorjahr in %)
Warengruppe *) Export 2016 Veränderung 2016/2015 Import 2016 Veränderung 2016/2015
Insgesamt 12.321 6,9 19.687 6,5
.darunter
Landwirtschaft, Forst und Fischerei 593,3 11,2 548,2 -0,2
Bergbau 92,6 -15,2 1.114,2 -10,0
Verarbeitendes Gewerbe 10.951 8,1 17.294 8,7
.Nahrungsmittel 1.077 16,0 1.856 4,8
.Getränke 149 6,2 174 12,7
.Tabakerzeugnisse 42 13,3 61 -2,6
.Textilerzeugnisse 156 9,5 401 2,8
.Bekleidung 642 2,7 918 9,6
.Ledererzeugnisse 395 1,1 624 -2,8
.Holzprodukte, außer Möbel 585 3,2 255 9,0
.Papier und -erzeugnisse 215 13,0 458 -2,7
.Druckerzeugnisse 1,9 12,0 3,2 -10,1
.Koks- und raffinierte Erdölerzeugnisse 720 -8,9 749 -20,7
.Chemische Erzeugnisse 644 -8,8 1,519 -1,7
Pharmaerzeugnisse 895 56,4 1.245 49,0
.Gummi- und Kunststofferzeugnisse 365 19,0 821 7,8
.Nichtmetallische Mineralerzeugnisse 420 2,7 345 5,9
.Metalle 280 4,3 1.034 10,2
.Fertige Metallerzeugnisse, außer Maschinen und Ausrüstungen 936 21,5 744 16,4
.Rechner sowie elektronische und optische Erzeugnisse 440 14,9 1.216 4,4
.elektrische Ausrüstungen 866 20,3 910 9,2
.Maschinen und Geräte 897 3,3 1.621 19,2
.Motorfahrzeuge 453 29,2 1.363 25,7
.Andere Fahrzeuge 293 -39,8 244 -4,8
.Möbel 347 0,1 277 8,0
.Andere Erzeugnisse der verarbeitenden Industrie 131 22,2 452 15,1

Quelle: Statistikamt Kroatiens (Drzavni Zavod za Statistiku, DZS)

*) nach nationaler Nomenklatur wirtschaftlicher Aktivitäten, NKD

(W.L.)

Dieser Artikel ist relevant für:

Kroatien Export, Import, Wirtschaftsbeziehungen zu Deutschland, Wirtschaftsbeziehungen zur EU, Außenhandel / Struktur, allgemein

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