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24.06.2019

Kroatischer Hafen Rijeka treibt Ausbauprojekte voran

Zweite Konzession für Containerterminal wird ausgeschrieben / Von Waldemar Lichter und Snjezana Buhin Peharec

Zagreb (GTAI) - Der Seehafen Rijeka steht vor weiteren umfangreichen Investitionen. Neben der Erweiterung von Containerkapazitäten sind ein Logistik- und ein Marina-Vorhaben geplant.

Der kroatische Adria-Hafen Rijeka will in den nächsten Jahren den Ausbau seiner Umschlaginfrastruktur fortsetzen und einige neue Projekte vorantreiben. Im Mittelpunkt stehen dabei die Erweiterung der Containerkapazitäten und Investitionen in die Verbesserung der Zugangswege per Schiene und Straße. Neu entstehen soll auf dem Hafenterritorium eine moderne Marina.

Zu den wichtigsten Vorhaben gehört die Ausrüstung und die gewünschte Erweiterung des gerade fertiggestellten ersten Teils des Containerterminals Zagreb Deep Sea im Hafenbecken (Rijeka Gateway Projekt). In der ersten Bauphase bis Mai 2019 wurde ein 400 Meter langer Kai mit einer Seetiefe von 20 Metern für 112,5 Millionen Euro fertiggestellt.

Konzessionär für Containerterminal gesucht

Die Vergabe der Konzession für den Containerterminal wurde im März 2019 ausgeschrieben. Auf den Tender haben sich sieben Interessenten gemeldet, deren Angebote derzeit geprüft werden. Der Sieger wird zunächst eine Konzession für 30 Jahre erhalten und soll in die Ausrüstung des Terminals investieren.

Die Hafengesellschaft möchte jedoch den Terminal um weitere 280 Meter verlängern. Falls der potenzielle Konzessionsnehmer bereit wäre, in die Verlängerung der Anlage zu investieren, dann wird ihm eine Konzessionslaufzeit von 50 Jahren angeboten, so Vertreter der Hafenverwaltung. Dann würde der Terminal eine Kapazität von 1 Million (ohne Erweiterung: 600.000) Twenty Foot Equivalent Unit (TEU) haben.

Containerterminal verschafft dem Hafen Rijeka Wettbewerbsvorteile

Das Vorhaben Zagreb Deep Sea ist für Kroatien von besonderer Bedeutung. Denn mit dem Bau des Containerterminals gewinnt Rijeka Vorteile gegenüber den Konkurrenzhäfen Koper (Slowenien) und Triest (Italien) in der Nordadria. Anders als in diesen beiden Häfen werden in Rijeka nun Feeder-Schiffe mit größerem Tiefgang anlegen können.

In Hafenbecken Susak von Rijeka wird bereits ein weiterer Containerterminal Adriatic gate (Jadranska vrata/Brajdica) betrieben. Dort wurden im Rahmen des Rijeka Gateway Projektes 2013 rund 30 Millionen Euro in die Verlängerung des Terminals investiert. Die maximale Umschlagkapazität dort beträgt 600.000 TEU. Betrieben wird die Anlage durch das Unternehmen Adriatic Gate Container Terminal d.d., ein Joint Venture von ICTSI (Philippinen, 51 Prozent) und Luka Rijeka d.d. (49 Prozent).

Finanzierung von Projekten aus CEF-Mitteln

Aus der Connecting Europe Facility (CEF) der Europäischen Union (EU) hat der Hafen Rijeka Gelder zur Kofinanzierung von sieben Projekten im Gesamtwert von 132,8 Millionen Euro erhalten. Zwei davon werden von der Hafenverwaltung Rijeka und dem Konzessionär AGCT im Containerterminal Brajdica umgesetzt. Es handelt sich um die Modernisierung und den Ausbau der Bahnverbindung zwischen Brajdica und Rijeka mit Anbindung an die Bahnlinie nach Zagreb sowie der intermodalen Bahninfrastruktur auf Brajdica. Der Bahnauftrag ging im April 2018 an ein slowenisch-bosnisches Konsortium von Kolektor Koling d.o.o. und Euro-Asfalt d.o.o.

Das andere Vorhaben ist die Hafenvertiefung auf 15 Meter entlang des kompletten Kais. Die Arbeiten wurden im Februar 2019 ausgeschrieben, die Entscheidung über die Auftragsvergabe ist noch nicht gefallen. Der Konzessionär AGCT beabsichtigt in einer zweiten Projektphase die durchgängige Vertiefung auf 16,5 Meter. Eine Ausschreibung zur Ausarbeitung eines Ideenkonzepts ist beabsichtigt.

Im Hafenbecken Rijeka sind in nächster Zeit Investitionen in die Modernisierung der Verbindungsgleise zwischen den Kais, Lagerplätzen, Kranbahnen und der dazugehörigen Versorgungsinfrastruktur (Wasser, Abwasser etc.) geplant. Die Kosten werden auf 33,6 Millionen Euro geschätzt. Bisher sind noch keine Aufträge vergeben worden. Ähnliche Arbeiten sind auf dem Schüttgutterminal Bakar (6,1 Millionen Euro) geplant. Der Auftrag für Modernisierungsarbeiten am Stückgutterminal im Hafenbecken Rasa (6,9 Millionen Euro) ging an das slowenische Konsortium von MAP-Trade d.o.o und Komunalne gradnje d.o.o.

Aus CEF-Mitteln in Höhe von 31,6 Millionen Euro soll der geplante Bau intermodaler Infrastruktur im neuen Terminal Zagreb Deep Sea sowie der Ausbau der Bahnverbindung zum Frachtbahnhof Rijeka finanziert werden. Das Vorhaben wurde noch nicht ausgeschrieben. In der Planungsphase befindet sich ein Hinterlandterminal in Matulji. Die Gemeinde Matulji möchte auf 160 Hektar eine Industrie- und Logistikzone entwickeln, wovon 30 Hektar auf einen Off-Dock-Containerterminal entfallen würden. Die notwendigen Investitionen werden auf 112 Millionen Euro geschätzt.

Um eine bessere Straßenanbindung an den Zagreb Deep Sea Terminal zu schaffen, ist der Bau einer Verbindungsstraße zur Rijeka-Umgehung (DC-403) geplant. Die Kosten werden auf 70,2 Millionen Euro geschätzt. Davon sollen 85 Prozent aus Mitteln des EU-Regionalfonds finanziert werden. Projektträger ist die Straßenbetriebsgesellschaft Hrvatske ceste d.o.o.

In nächster Zeit steht die Wiederbelebung eines Vorhabens zur Errichtung einer Marina im Hafengebiet Porto Baros an, das vor einigen Jahren aufgrund unzureichender Finanzierung gescheitert war. Porto Baros wurde von der Hafenverwaltung 2018 an den kroatischen Staat übergeben. Das Ministerium für Seefahrt, Verkehr und Infrastruktur beabsichtigt nun, für das Gebiet eine Konzession zum Bau eines Yachthafens zu erteilen.

Kontaktadressen

Lucka uprava Rijeka (Verwaltung des Hafens Rijeka)

Ansprechpartner: Rajko Jurman, Leiter der Abteilung kommerzielle und operative Dienste

Riva 1, 51000 Rijeka, Kroatien

T. +385 (51)35 11 52

rajko.jurman@portauthority.hr

http://www.portauthorithy.hr

Ministarstvo mora, prometa i infrastrukture (Ministerium für Seefahrt, Transport und Infrastruktur)

Ansprechpartner: Andelko Petrinic (Stellvertretender Minister, Abteilung Seefahrt)

Prisavlje 14, 10000 Zagreb, Kroatien

T. +385 (1) 61 69 070

F. +385 (1) 61 95 956

andelko.petrinic@pomorstvo.hr

http://www.mmpi.hr

Weitere Informationen zu Kroatien finden Sie unter http://www.gtai.de/Kroatien

Dieser Artikel ist relevant für:

Kroatien Eisenbahnbau, Straßen-, Brücken- und Tunnelbau, Wasser-, Hafenbau

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‎+49 228 24 993 365

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