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08.02.2019

Luxemburg ändert Förderung von Elektroautos

Premiummarken halten sehr hohe Marktanteile / Von Torsten Pauly

Luxemburg (GTAI) - Der luxemburgische Pkw-Markt hat sich 2018 insgesamt auf hohem Niveau stabilisiert. Dieselmotoren sind dabei jedoch deutlich weniger gefragt.

Auch für 2019 sind die Aussichten auf dem Pkw-Markt weiterhin gut, wie das luxemburgische Statistikamt Statec im Oktober 2018 ermittelt hat. Es befragt regelmäßig die Verbraucher, ob sie bereit wären, sich innerhalb der nächsten zwölf Monate ein Fahrzeug anzuschaffen. In den Jahren 2017 und 2018 hatten die Registrierungen von neuen Pkw den bisherigen Rekordstand von 2008 jeweils deutlich übertroffen.

Im Jahr 2018 hatten 48,9 Prozent aller 52.811 Neuwagen in Luxemburg einen Benzinmotor. Dieselmodelle kamen auf 46,9 Prozent und hatten damit - anders als in den Vorjahren - einen geringeren Anteil. Der Grund war die Diskussion um Schadstoffe und Dieselfahrverbote. Auf Hybridantriebe entfielen 3,4 Prozent und auf reine Elektroautos 0,8 Prozent aller Neuzulassungen.

Volkswagen bleibt trotz Einbrüchen von Audi Pkw-Marktführer

Auf den Wolfsburger Konzern mit seinen Marken VW, Audi, Skoda, Seat und Porsche entfielen 26,9 Prozent aller Neuwagenregistrierungen. Auf einen Anteil von 10,8 Prozent kam der Wettbewerber Renault zusammen mit Dacia und Nissan. Weitere 9,6 Prozent konnte Peugeot samt Opel verbuchen.

Im kaufkräftigen Luxemburg haben Premiumhersteller traditionell eine starke Stellung. Ein luxemburgischer Erwachsener konnte 2017 im Schnitt über ein verfügbares Einkommen von 3.464 Euro im Monat disponieren. Im Jahr 2018 kamen die Marken BMW und Mercedes auf Marktanteile von 9,4 beziehungsweise 9 Prozent. Allerdings musste Audi bei den Neuwagenregistrierungen einen hohen Einbruch von 21,7 Prozent hinnehmen. Größter Nutznießer war Volvo mit einem Plus von 33,7 Prozent.

Registrierungen von neuen Pkw in Luxemburg
Marke 2017 2018 Veränderung 2018/2017 (in %)
Insgesamt, darunter 52.775 52.811 0,0
.VW 6.309 6.496 3,0
.BMW 4.943 4.955 0,2
.Mercedes 4,589 4.778 4,1
.Renault 4.053 3.752 -7,4
.Audi 4.468 3.498 -21,7
.Peugeot 3.034 3.194 5,3
.Ford 2.149 2.466 14,8
.Skoda 2.120 2.230 5,2
.Volvo 1.431 1.913 33,7
.Opel 2.313 1.891 -18,3
.Hyundai 1.782 1.787 0,3
.Fiat 1.533 1.616 5,4
.Citroen 1.622 1.590 -2,0
.Seat 1.132 1.138 0,5
.Nissan 1.060 1.136 7,2

Quelle: Luxemburgisches Statistikamt

Ende 2019 wird es flächendeckend Ladestationen geben

Zum Jahresbeginn 2019 ändert Luxemburg seine Förderung von Elektrofahrzeugen. Käufer von Neuwagen erhalten jetzt zunächst bis Jahresende eine Prämie beim Vertragsabschluss. Diese beträgt 5.000 Euro für Fahrzeuge mit reinem Elektro- oder Brennstoffzellenantrieb und 2.500 Euro für Modelle mit Hybridmotor, wenn diese nicht mehr als 50 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen.

Auch den Erwerb von elektrischen Motorrädern und Rollern fördert der Staat mit bis zu 500 Euro und die Anschaffung von Pedelecs zudem mit 300 Euro. Bis Ende 2018 konnten Käufer von Elektrofahrzeugen in Luxemburg je nach Modell bis zu 5.000 Euro von der Steuer absetzen.

Gut voran kommt der flächendeckende Bau von Ladestationen. In den Jahren 2018 und 2019 entstehen im Großherzogtum 400 zusätzliche Säulen an Park-and-Ride-Stellplätzen. Nochmal die gleiche Anzahl kommt an anderen öffentlichen Parkplätzen hinzu. Anfang 2019 sind in Luxemburg 1.758 Hybrid- und 1.036 reine Elektroautos registriert. Dies entspricht lediglich 1,4 Prozent des gesamten Fuhrparks.

Markt für Nutzfahrzeuge mit Licht und Schatten

Im Jahr 2018 sind die Zulassungen von leichten Nutzfahrzeugen (Nfz) mit bis zu 3,5 Tonnen um 2,1 Prozent gestiegen. Bei größeren Lastern gab es dagegen einen starken Einbruch um 42,5 Prozent. Auch die Registrierungen neuer Busse waren 2018 um 8,8 Prozent geringer als im Vorjahr.

Zulassungen von neuen Nfz in Luxemburg
Segment/Marke 2017 2018 Veränderung 2018/2017 (in %)
Nfz mit bis zu 3,5 t, darunter 4.754 4.855 2,1
.Renault 1.094 1.019 -6,9
.Ford 550 575 4,6
.VW 561 567 1,1
Nfz mit über 3,5 t, darunter 341 196 -42,5
.Mercedes 113 58 -48,7
.Volvo 51 41 -19,6
.MAN 56 29 -48,2
Busse, darunter 239 218 -8,8
.Setra 84 89 6,0
.Volvo 38 22 -42,1
.MAN 40 21 -47,5

Quelle: Luxemburgisches Statistikamt

Neue Branchenvereinigung Fedamo gegründet

Die luxemburgische Kfz-Industrie hat 2017 nur neun Unternehmen gezählt. Nicht hierin eingerechnet sind die zahlreichen Werkstätten. Zum Jahresbeginn 2019 haben die beiden Branchenverbände ADAL und Fegarlux zur neuen Vereinigung Fedamo fusioniert. Diese repräsentiert Autohändler und die Mobilitätsindustrie. Eine eigene Homepage war im Januar 2019 noch im Aufbau. Zuvor hatte ADAL den Autohandel und Fegarlux die Werkstätten vereint.

Kontaktadressen

Bezeichnung Internetadresse Anmerkung
Société Nationale de Circulation Automobile http://www.snca.lu Nationale Verkehrsbehörde
Fédération de la distribution automobile et de la mobilité (Fedamo) http://www.adal.lu Vereinigung des Autohandels und der Mobilitätsindustrie
Deutsch-Belgisch-Luxemburgische Handelskammer (Debelux) http://www.debelux.org Anlaufstelle für deutsche Unternehmen

Weitere Informationen finden Sie unter http://www.gtai.de/luxemburg.

Dieser Artikel ist relevant für:

Luxemburg Straßenfahrzeuge, allgemein, Motor- und Fahrräder, Personenkraftwagen (Pkw), Nutzfahrzeuge (Nfz), Elektromobilität

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Ingeborg Kozel

‎+49 228 24 993 365

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