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01.03.2018

Luxemburg weitet Wohnungsbau aus

Bevölkerungswachstum treibt Immobilienpreise stark in die Höhe / Von Torsten Pauly

Luxemburg (GTAI) - In Luxemburg entstehen weitere 47.000 Wohnungen. Dies hat das Ministerium für Wohnungswesen im Februar 2018 verkündet. Die Kaufpreise für Wohnraum sind zwischen 2009 und 2017 im Landesschnitt um 41 Prozent gestiegen. Grund hierfür ist die dynamische Wirtschaftsentwicklung, wodurch sich die Zahl der Stellen und der Einwohner stark erhöht hat. Dies eröffnet auch deutschen Anbietern Chancen, zumal luxemburgische Hochbaufirmen stark ausgelastet sind. (Kontaktadressen)

In Luxemburg sind laut Regierung mittelfristig 12.848 Wohnungen und langfristig 14.218 Einheiten geplant. Weitere 19.600 befinden sich bereits in der Realisierung. Damit eröffnen sich in Luxemburg auch für deutsche Firmen vielfältige Geschäftschancen. Bereits jetzt ist die Auslastung der Branche aufgrund der anhaltend guten Konjunktur hoch.

So hatten die luxemburgischen Hochbaubetriebe im Januar 2018 im Schnitt Aufträge für die kommenden zehn Monate. Nur 2 Prozent aller Branchenfirmen waren mit der Auftragslage unzufrieden. Auch 2018 und 2019 sollen sich die Bauinvestitionen in Luxemburg real um 3,5 Prozent beziehungsweise 3,1 Prozent ausweiten.

Wegen der angespannten Lage am Immobilienmarkt hat das Großherzogtum 2008 einen sognannten Pakt zum Wohnen (pacte logement, http://www.pacte-logement.lu) ins Leben gerufen. In dessen Rahmen wurden bis 2017 bereits 32.837 neue Wohneinheiten übergeben, was zusätzlichen Raum für knapp 73.500 Einwohner geschaffen hat. Zwischen 2008 und 2017 hat die öffentliche Hand 379 Millionen Euro für Maßnahmen im Zuge des pacte logement aufgewandt.

Einwohnerzahl soll bis 2027 um 22 Prozent steigen

Dennoch gibt es weiterhin eine große Wohnungsnot, weswegen das zuständige Ministerium schon einen Pakt 2.0 vorbereitet. Im Jahr 2017 kostete ein Quadratmeter Wohnraum in Luxemburg im Schnitt 5.262 Euro, das waren 41,1 Prozent mehr als 2009, am Tiefpunkt der letzten Jahre.

Neue Einfamilienhäuser und Apartments haben sich im selben Zeitraum noch leicht überdurchschnittlich um 41,9 Prozent auf 6.051 Euro verteuert. Bei Einheiten im Bestand ist das Preisniveau im Mittel um 37,5 Prozent auf 4.795 Euro gestiegen. Am höchsten sind Nachfrage und Preise im Kanton der Hauptstadt. Dort wurden zwischen Oktober 2016 und September 2017 im Schnitt 7.811 Euro für einen Quadratmeter neuen Wohnraums gezahlt.

Die luxemburgische Wirtschaft ist in den letzten Jahren stark gewachsen, so dass das Bruttoinlandsprodukt (BIP) 2016 preisbereinigt um insgesamt 24,6 Prozent höher war als zum Ausgang der letzten Rezession 2009. Dadurch ist die Zahl der Arbeitskräfte stark angestiegen. Im dritten Quartal 2017 gab es in Luxemburg 406.100 Stellen, das waren 29 Prozent mehr als zehn Jahre zuvor.

Diese Nachfrage ist mit Inländern allein bei weitem nicht zu decken. Sogar um 37 Prozent erhöht hat sich im selben Zeitraum die Zahl derjenigen, die zwar im Großherzogtum arbeiten, jedoch von außerhalb zugezogen sind. Insgesamt lebten 2017 in Luxemburg 590.700 Menschen, das waren 24 Prozent mehr als 2007. Dieser Trend soll anhalten. Das Statistikamt Eurostat erwartet, dass sich die luxemburgische Bevölkerung bis 2027 um weitere 22 Prozent erhöht.

Preise für neue Wohnimmobilien in Luxemburg (in Euro pro Quadratmeter)
Indikator Durchschnitt Oktober 2016-September 2017
insgesamt, darunter 6.316
.mit Gesamtfläche von unter 50 qm 7.223
.mit Gesamtfläche von 50-69 qm 6.592
.mit Gesamtfläche von 70-89 qm 6.088
.mit Gesamtfläche von 90-105 qm 5.967
.mit Gesamtfläche von 106-129 qm 6.114
.mit Gesamtfläche von mindestens 130 qm 5.721
.im Kanton Luxemburg 7.811
.im Kanton Capellen-Mersch 5.504
.im Kanton Esch-sur-Alzette 5.177
.im Osten des Landes 4.937
.im Norden des Landes 4.756

Quelle: Ministerium für Wohnungswesen

Kontaktadressen

Ministere du Logement

(Ministerium für Wohnungswesen)

4, Place de l'Europe

2916 Luxemburg, Luxemburg

T. +352 247 848 19

F +352 247 848 0

info@ml.public.lu

http://logement.public.lu

Deutsch-Belgisch-Luxemburgische Handelskammer (Debelux)

21 Avenue de Boulevard

1210 Brüssel

T +32 (0)2 203 50 40

F +32 (0)2 203 22 71

ahk@debelux.org

http://ahk.debelux.de

(P.T.)

Dieser Artikel ist relevant für:

Luxemburg Bauwirtschaft, allgemein, Wohnungsbau

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‎+49 228 24 993 365

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