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05.09.2016

Malta will Investitionen in erneuerbare Energien beschleunigen

Regierung stellt Fördermittel bereit / Solarparks stehen im Fokus / Von Robert Scheid

Valletta (GTAI) - Die Umstellung der Energieerzeugung steht ganz oben auf der politischen Agenda der maltesischen Regierung. In Bezug auf die Nutzung erneuerbarer Energien liegt der Inselstaat gegenwärtig noch auf dem vorletzten Platz in Europa. Die maltesische Regierung stellt jetzt 140 Mio. Euro für die Förderung von Photovoltaik- und Windenergieanlagen bereit. Dadurch entstehen auch Geschäftschancen für deutsche Unternehmen.

Malta verfügt über keine eigenen Energiequellen. Der Primärenergiebedarf wird nahezu vollständig über die Einfuhr von Rohöl oder Ölprodukten gedeckt. Sonne und Wind werden als Energiequellen bisher kaum genutzt. Die Verpflichtung gegenüber der EU, bis 2020 mindestens 10% des Verbrauchs durch erneuerbare Energien zu decken, setzt die Regierung unter Druck.

Um die Investitionen in die Nutzung erneuerbarer Energien zu beschleunigen, hat die maltesische Regierung ein Förderpaket im Umfang von 140 Mio. Euro beschlossen. Für den Zeitraum 2016 bis 2020 können Anlagenbetreiber von neu installierten Systemen mit einer Kapazität von mindestens 500 KW Prämien erhalten, die den Abnahmepreis für ihren Strom über den Marktpreis heben. Die Dauer der Förderung beträgt 20 Jahre. Die Prämien gelten für Betreiber von Solaranlagen und Onshore-Windanlagen, die im Förderzeitraum eine Baugenehmigung erhalten.

Sowohl für Anlagenbetreiber wie für Lieferanten von Technologie ergeben sich Geschäftsmöglichkeiten. Bei der Einschätzung des Marktvolumens sollte jedoch der begrenzte Energiebedarf der nur etwa 400.000 Einwohner Maltas berücksichtigt werden.

Unterseekabel nach Sizilien kann Kapazitätsschwankungen ausgleichen

Im Jahr 2014 lag der Anteil der erneuerbaren Energien am Endenergieverbrauch Maltas bei 4,7%. Bisher beschränkt sich ihr Einsatz auf photovoltaische Stromerzeugung (PV), die 2015 eine Kapazität von circa 73 MW erreichte. Solarenergie wird außerdem in Heizsystemen zur Warmwasserversorgung eingesetzt.

Im Fokus standen in der Vergangenheit die Umstellung eines bestehenden Kraftwerks auf Erdgas und der Bau eines modernen Gaskraftwerks. Zudem priorisierte die Regierung die Anbindung an das europäische Stromnetz mit dem Unterseekabel nach Sizilien. Der 2015 in Betrieb genommene Interconnector mit 200 MW Kapazität war eine wichtige Voraussetzung für den Ausbau erneuerbaren Kraftwerke mit ihren unvermeidbar hohen Produktionsschwankungen. Über das Kabel kann bei Bedarf Energie exportiert wie auch importiert werden.

(R.J.S.)

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