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31.05.2018

Maschinen: Briten liefern Waren im Wert von rund 20 Milliarden Euro in die EU

Frankreich ist vor Deutschland wichtigstes Exportziel

London (GTAI) - Im Jahr 2017 lieferte das Vereinigte Königreich Maschinenbauprodukte im Wert von rund 20,2 Milliarden Euro in die Länder der Europäischen Union. Wichtigste Abnehmerstaaten waren dabei Frankreich, Deutschland, die Niederlande, Irland, Italien und Spanien. Lesen Sie hier über Brexit-bedingte Absatzpotenziale für deutsche Maschinenbauer in elf europäischen Ländern. (Kontaktadressen)

Britische Hersteller erzielten 2017 besonders in den folgenden Kategorien des Maschinen- und Anlagenbaus erwähnenswerten Absatz in Ländern der Europäischen Union (EU): Flugzeugturbinen, Bau-, Baustoff- und Bergbaumaschinen, Pumpen, Kompressoren und Fördertechnik und in kleinerem Ausmaß Werkzeugmaschinen, Nahrungsmittel- und Verpackungsmaschinen.

Britischer Export von Maschinen in die EU 2017 (in Millionen Euro)
SITC Warenbezeichnung/Produktgruppe Britischer Export in die EU
714.41, 714.91 Turbostrahltriebwerke und Teile 3.099,3
723, 728.3 Bau- und Baustoffmaschinen, Bergbaumaschinen 1.475,9
724 Textil- und Ledermaschinen 58,0
725, 726 Druck- und Papiermaschinen 237,3
727, 745.27 Nahrungsmittel- und Verpackungsmaschinen 176,1
728.12, 728.44 Holzbearbeitungsmaschinen 18,2
728.42 Kunststoff- und Gummimaschinen 38,9
742, 743.1 Pumpen und Kompressoren 1.052,9
744 Fördertechnik 1.156,7
731, 733, 735 Werkzeugmaschinen zur Metallbearbeitung 343,1

Quelle: Eurostat

Die Länder der Europäischen Union nahmen dem Vereinigten Königreich 2017 rund 36 Prozent der Auslandsverkäufe von Maschinen ab und stellten drei der größten zehn Absatzmärkte. Besonders Frankreich und Deutschland waren wichtige Exportziele. In die USA, das größte einzelne Abnehmerland, gingen mit 8,8 Milliarden Euro etwa 15,5 Prozent der britischen Lieferungen. Weitere größere außereuropäische Ziele waren die Vereinigten Arabischen Emirate, Singapur, China, die Türkei, Hongkong und Japan.

MKT201805308017.14

Frankreich: Brexit könnte Serviceleistungen erschweren

Die französische Industrie hat sich 2017 leicht erholt und investiert wieder kräftiger. Dies eröffnet Anbietern von Maschinen und Ausrüstungen gute Chancen, da der Modernisierungsbedarf weiter sehr hoch ist. Einfuhren aus dem Vereinigten Königreich betreffen hier vor allem Bau- und Baustoffmaschinen sowie Fördertechnik. Gerade durch die Bedeutung von Serviceleistungen und schnelle Ersatzteillieferungen könnten britische Anbieter im französischen Markt unter Druck geraten und dies dürfte deutschen Unternehmen Chancen eröffnen.

Laut französischer Importstatistik kamen, abweichend von der britischen Exportstatistik, sogar 8,8 Milliarden Euro an Maschinen aus dem Vereinigten Königreich, davon waren 6,9 Milliarden Euro Turbostrahltriebwerke von Rolls-Royce für Airbus. Ansonsten ist Deutschland bereits das Hauptlieferland Frankreichs für Maschinen und Ausrüstungen. Die Einfuhren von Maschinen sind in den letzten drei Jahren insgesamt wieder kräftig angestiegen. Bei Bau- und landwirtschaftlichen Maschinen hat die Ansiedlung ausländischer Hersteller Frankreich zu einem wichtigen Produktionsstandort gemacht. Hier könnte mehr lokale Produktion auch Importe aus dem Vereinigten Königreich ersetzen.

Französische Einfuhr von Maschinen 2017 (in Millionen Euro)
SITC Warenbezeichnung/Produktgruppe Gesamteinfuhr aus Deutschland aus dem Vereinigten Königreich
723, 728.3 Bau- und Baustoffmaschinen, Bergbaumaschinen 3.169,7 780,5 280,5
725, 726 Druck- und Papiermaschinen 646,5 187,2 30,9
742, 743.1 Pumpen, Kompressoren 3.319,6 969,4 116,8
744 Fördertechnik 3.511,8 1.035,1 222,9
731, 733, 735 Werkzeugmaschinen zur Metallbearbeitung 1.492,6 501,4 42,2
714.41 Turbostrahltriebwerke 10.139,9 788,8 6.914,9

Quelle: Eurostat

Niederlande: Zusätzliche Chancen bei Pumpen und Fördertechnik

Der niederländische Maschinenbau entwickelt sich derzeit dank erhöhter Ausrüstungsinvestitionen besser als die Industrie insgesamt. Die Niederlande sind in dieser Branche zudem eine wichtige Drehscheibe im internationalen Handel. Britische Lieferungen in die Niederlande kamen 2017 vorrangig aus den Segmenten Pumpen und Kompressoren, Fördertechnik sowie Bau- Baustoff- und Bergbaumaschinen, aber auch aus dem Bereichen Druck- und Papiermaschinen sowie Nahrungsmittel- und Verpackungsmaschinen. Hier könnte sich durch einen Brexit in Zukunft zusätzliches Absatzpotenzial für deutsche Hersteller ergeben.

Niederländische Einfuhr von Maschinen 2017 (in Millionen Euro)
SITC Warenbezeichnung/Produktgruppe Gesamteinfuhr aus Deutschland aus dem Vereinigten Königreich
723, 728.3 Bau- und Baustoffmaschinen, Bergbaumaschinen 3.098,5 629,7 85,2
724 Textil- und Ledermaschinen 305,1 71,6 3,3
725, 726 Druck- und Papiermaschinen 454,6 103,7 25,7
727, 745.27 Nahrungsmittel- und Verpackungsmaschinen 656,6 190,7 21,9
728.12, 728.44 Holzbearbeitungsmaschinen 116,2 42,0 3,5
728.42 Kunststoff- und Gummimaschinen 83,5 24,7 1,8
742, 743.1 Pumpen, Kompressoren 1.721,5 471,2 159,1
744 Fördertechnik 2.996,7 758,3 138,8
731, 733, 735 Werkzeugmaschinen zur Metallbearbeitung 1.158,7 312,7 30,0

Quelle: Eurostat

Irland: Großer Bedarf an Maschinenimporten

Das anhaltend hohe Wirtschaftswachstum mit einer sehr kräftigen Industriekonjunktur lässt die irische Nachfrage nach Maschinen und Ausrüstungen stark steigen. Die EU-Kommission erwartet, dass die realen Ausrüstungsinvestitionen in Irland 2018 um 5,7 Prozent und 2019 um weitere 4,5 Prozent anziehen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) soll 2018 preisbereinigt um 3,9 Prozent zulegen (2019: +3,1 Prozent). Dabei ist Irland in hohem Maße auf Importe angewiesen, da der Maschinen- und Anlagenbau im Land keine große Bedeutung hat. Im Jahr 2014 hat die Branche laut neuesten verfügbaren Zahlen lediglich 2,2 Prozent zur gesamten Bruttowertschöpfung im verarbeitenden Gewerbe beigetragen.

Im Jahr 2017 haben sich die irischen Importe von Maschinen um 4,9 Prozent auf ein Volumen von 1,1 Milliarden Euro erhöht. Ein Blick in die Importstatistik zeigt auch, dass 2017 etwa 40,6 Prozent dieser Einfuhren aus dem Vereinigten Königreich kamen. Vergleichsweise gering war dagegen der deutsche Anteil mit 13,6 Prozent. Dabei können allerdings auch Maschinen aus anderen Ländern, die über britische Zwischenhändler nach Irland kommen, als aus dem Vereinigten Königreich stammend erfasst werden.

Der Brexit sollte bei entsprechenden Zollkontrollen und -tarifen dazu führen, dass Maschinen und Anlagen aus anderen EU-Märkten verstärkt direkt und nicht mehr über das Vereinigte Königreich nach Irland gelangen. Deutschen und anderen EU-Herstellern bietet sich somit die Chance, ihre Marktanteile gegenüber britischen Wettbewerbern zu steigern.

Irische Einfuhr von Maschinen 2017 (in Millionen Euro)
SITC Warenbezeichnung/Produktgruppe Gesamteinfuhr aus Deutschland aus dem Vereinigten Königreich
723, 728.3 Bau- und Baustoffmaschinen, Bergbaumaschinen 323,2 48,3 154,7
724 Textil- und Ledermaschinen 22,9 1,2 12,0
725, 726 Druck- und Papiermaschinen 44,0 6,3 20,4
727, 745.27 Nahrungsmittel- und Verpackungsmaschinen 74,8 9,6 30,0
728.12, 728.44 Holzbearbeitungsmaschinen 22,2 3,2 10,2
728.42 Kunststoff- und Gummimaschinen 26,1 2,3 5,9
742, 743.1 Pumpen, Kompressoren 196,3 21,1 54,9
744 Fördertechnik 318,1 44,6 133,0
731, 733, 735 Werkzeugmaschinen zur Metallbearbeitung 89,8 15,3 32,6

Quelle: Eurostat

Italien: Gute Chancen im Maschinenbau

Der italienische Maschinenbau befindet sich gerade in einer Boomphase. Die Ausfuhren sind in den vergangenen Jahren stark angestiegen, seit circa zwei Jahren wächst auch die Binnennachfrage. Ein großzügiges Förderpaket für die Investitionen in die Digitalisierung der Industrie verleiht positive Impulse. Deutsche Unternehmen sind bereits stark positioniert und exportieren mehr denn je nach Italien.

Deutschland lieferte 2017 fast zehnmal so viele Maschinen nach Italien wie das Vereinigte Königreich. Knapp ein Drittel aller Maschineneinfuhren stammen aus Deutschland. Britische Lieferungen kamen vorrangig aus den Segmenten Pumpen und Kompressoren, Fördertechnik sowie Bau-, Baustoff- und Bergbaumaschinen. Hier könnten sich durch einen möglichen Brexit in Zukunft weitere Absatzchancen für deutsche Hersteller ergeben.

Italienische Einfuhr von Maschinen 2017 (in Millionen Euro)
SITC Warenbezeichnung/Produktgruppe Gesamteinfuhr aus Deutschland aus dem Vereinigten Königreich
723, 728.3 Bau- und Baustoffmaschinen, Bergbaumaschinen 1.459 285,3 64,8
724 Textil- und Ledermaschinen 660,1 213,8 6,9
725, 726 Druck- und Papiermaschinen 648,3 216,3 19,7
727, 745.27 Nahrungsmittel- und Verpackungsmaschinen 519,8 153,2 11,4
728.12, 728.44 Holzbearbeitungsmaschinen 144,4 68,5 1,5
728.42 Kunststoff- und Gummimaschinen 336,9 129,0 7,4
742, 743.1 Pumpen, Kompressoren 2.492 599,8 100,6
744 Fördertechnik 1.911 629,4 90,5
731, 733, 735 Werkzeugmaschinen zur Metallbearbeitung 1.876 619,1 23,2

Quelle: Eurostat

Spanien: Bei Maschinen geringe Einfuhrquote aus dem Vereinigten Königreich

Spaniens Maschinen- und Anlagenbau erzielt 80 Prozent seiner Umsätze im Export. Der Zuwachs bei Produktion, Erlösen und Auftragseingang lag 2017 deutlich über den guten Ergebnissen der Industrie insgesamt. Die Branche profitiert auch von den wachsenden Ausrüstungsinvestitionen im Inland.

Die spanischen Ausfuhren umfassten 2017 rund 16 Milliarden Euro mit Deutschland als dritt-, dem Vereinigten Königreich als viertwichtigstem Absatzmarkt. Die Einfuhren machten 19 Milliarden Euro aus. Hierbei dominiert Deutschland in den vier großen Kategorien Kraftmaschinen, Arbeitsmaschinen, Metallbearbeitungsmaschinen und Maschinen für verschiedene Zwecke mit Anteilen zwischen 22 und 31 Prozent. Der britische Anteil liegt zwischen 3 und 4 Prozent und ist nur bei den Kraftmaschinen mit 8 Prozent höher.

In einigen Segmenten des Maschinenbaus können deutsche Anbieter Chancen haben, wenn sie ein entsprechend gutes Preis-Leistungs-Verhältnis bieten. Bei anderen, wie Holzbearbeitungs-, Textil- oder Kunststoff- und Gummimaschinen fallen britische Lieferungen kaum ins Gewicht.

Spanische Einfuhr von Maschinen 2017 (in Millionen Euro)
SITC Warenbezeichnung/Produktgruppe Gesamteinfuhr aus Deutschland aus dem Vereinigten Königreich
723, 728.3 Bau- und Baustoffmaschinen, Bergbaumaschinen 882,3 115,0 64,5
725, 726 Druck- und Papiermaschinen 444,8 142,4 18,0
727, 745.27 Nahrungsmittel- und Verpackungsmaschinen 653,8 198,9 10,0
742, 743.1 Pumpen, Kompressoren 1.622,4 334,0 59,1
744 Fördertechnik 1.485,6 427,5 71,8
731, 733, 735 Werkzeugmaschinen zur Metallbearbeitung 752,9 229,8 29,7

Quelle: Eurostat

Belgien: Britische Maschinen sind nur in wenigen Segmenten stärker gefragt

Der Maschinenbau zählt in Belgien zwar zu den wichtigeren Industriezweigen und hat 2016 etwa 5 Prozent des Gesamtumsatzes im verarbeitenden Gewerbe generiert. Dennoch muss das Land viele Maschinen einführen.

Der Import relevanter Warengruppen summierte sich 2017 auf 8,7 Milliarden Euro. Das Vereinigte Königreich hatte hieran einen Anteil von 5,6 Prozent. Dies war erheblich weniger als die Einfuhrraten Deutschlands (19,5 Prozent), Frankreichs (10,5 Prozent) oder auch der Niederlanden (9,2 Prozent). Eine bedeutendere Lieferposition hatte das Vereinigte Königreich 2017 lediglich bei Pumpen und Kompressoren (10,9 Prozent des Gesamtimports), ferner bei Werkzeugmaschinen (6,7 Prozent) sowie bei Bau-, Baustoff- und Bergbaumaschinen (5,3 Prozent). Der Brexit sollte den Marktanteil britischer Hersteller in Belgien tendenziell weiter verringern.

Belgische Einfuhr von Maschinen 2017 (in Millionen Euro)
SITC Warenbezeichnung/Produktgruppe Gesamteinfuhr aus Deutschland aus dem Vereinigten Königreich
723, 728.3 Bau- und Baustoffmaschinen, Bergbaumaschinen 2.089,8 287,9 111,5
724 Textil- und Ledermaschinen 409,6 82,0 4,2
725, 726 Druck- und Papiermaschinen 455,3 187,1 7,8
727, 745.27 Nahrungsmittel- und Verpackungsmaschinen 509,8 121,3 10,1
728.12, 728.44 Holzbearbeitungsmaschinen 131,6 46,1 1,1
728.42 Kunststoff- und Gummimaschinen 159,2 46,2 3,8
742, 743.1 Pumpen, Kompressoren 1.452,4 336,7 158,2
744 Fördertechnik 2.108,6 481,5 98,2
731, 733, 735 Werkzeugmaschinen zur Metallbearbeitung 1.418,0 113,5 95,7

Quelle: Eurostat

Schweden: Pumpen und Kompressoren aus dem Vereinigten Königreich gefragt

In Schweden besteht eine hohe Nachfrage nach Motoren und mechanisch angetriebenen Pumpensystemen. Rund 10 Prozent der von Schweden importierten Kompressoren und Luftpumpen kommen aus dem Vereinigten Königreich. Neben Automobilzulieferern investieren viele Unternehmen in die Prozessautomation.

Sollten schwedische Abnehmer britischen Lieferanten im Rahmen des Brexits den Rücken zukehren, könnten sich laut Marktbeobachtern zusätzliche Geschäftschancen für deutsche Unternehmen ergeben. Allerdings ist der britische Anteil an den schwedischen Maschinenimporten mit 5,4 Prozent vergleichsweise gering.

Schwedische Einfuhr von Maschinen 2017 (in Millionen Euro)
SITC Warenbezeichnung/Produktgruppe Gesamteinfuhr aus Deutschland aus dem Vereinigten Königreich
723, 728.3 Bau- und Baustoffmaschinen, Bergbaumaschinen 1.137,0 286,3 64,5
724 Textil- und Ledermaschinen 99,4 22,7 1,2
725, 726 Druck- und Papiermaschinen 222,1 40,5 11,5
727, 745.27 Nahrungsmittel- und Verpackungsmaschinen 214,5 38,9 3,2
728.12, 728.44 Holzbearbeitungsmaschinen 62,7 23,2 1,4
728.42 Kunststoff- und Gummimaschinen 57,5 18,1 0,9
742, 743.1 Pumpen, Kompressoren 1.222,2 409,2 94,9
744 Fördertechnik 1.011,1 272,2 35,2
731, 733, 735 Werkzeugmaschinen zur Metallbearbeitung 332,1 106,0 9,7

Quelle: Eurostat

Polen: Neue Chancen für Baumaschinenhersteller

Weniger als 3 Prozent seines Auslandsbedarfs an Maschinen und -teilen deckt Polen mit Importen aus dem Vereinigten Königreich. Bei möglichen Handelsbarrieren nach dem Brexit würden vor allem neue Baggeranbieter gesucht werden: Fast ein Viertel der Importe von 360 Millionen Euro kommen von der Insel. Damit ist das Vereinigte Königreich einer der wichtigsten Konkurrenten deutscher Hersteller. Dahinter folgen andere EU-Staaten wie Schweden, Italien, Frankreich oder Belgien.

Interessante Lieferlücken könnten sich ferner beim Stillen des Bedarfs an Fördertechnik sowie Filtersystemen für Gase auftun. Dank EU-Fördermitteln und wegen des zunehmenden Fachkräftemangels dürfte die Nachfrage nach Maschinen in Polen in den nächsten Jahren weiter wachsen.

Polnische Einfuhr von Maschinen 2017 (in Millionen Euro)
SITC Warenbezeichnung/Produktgruppe Gesamteinfuhr aus Deutschland aus dem Vereinigten Königreich
723, 728.3 Bau- und Baustoffmaschinen, Bergbaumaschinen 956,9 261,1 107,8
724 Textil- und Ledermaschinen 306,8 126,7 4,5
725, 726 Druck- und Papiermaschinen 398,4 170,4 9,3
727, 745.27 Nahrungsmittel- und Verpackungsmaschinen 504,8 186,6 5,5
728.12, 728.44 Holzbearbeitungsmaschinen 211,3 77,9 0,5
728.42 Kunststoff- und Gummimaschinen 286,5 119,8 2,4
742, 743.1 Pumpen, Kompressoren 1.401,2 466,6 25,5
744 Fördertechnik 1.120,3 317,2 47,1
731, 733, 735 Werkzeugmaschinen zur Metallbearbeitung 929,9 390,3 12,4

Quelle: Eurostat

Schweiz: Maschinenbau sieht dem Brexit mit Skepsis entgegen

Die Schweizer Maschinenbauer sehen die Brexit-Szenarien mit sehr gemischten Gefühlen. Die Branche ist mit ihren über 2.000 Unternehmen sehr mittelständisch geprägt und Teil internationaler Lieferketten hinsichtlich Komponenten und Halbfertigprodukten.

Im Gefolge der Aufwertung des Schweizer Franken Anfang 2015 scannten viele Unternehmen den EU-Markt, um Zulieferer zu übernehmen oder nationale Zulieferungen durch EU-Kooperationen zu ersetzen. Nun machen sich die gleichen Unternehmen daran, ihre Lieferbeziehungen zum Vereinigten Königreich zu überprüfen und gegebenenfalls zu substituieren.

Schweizer Einfuhr von Maschinen 2017 (in Millionen Euro)
SITC Warenbezeichnung/Produktgruppe Gesamteinfuhr aus Deutschland aus dem Vereinigten Königreich
723, 728.3 Bau- und Baustoffmaschinen, Bergbaumaschinen 690 278 11
725, 726 Druck- und Papiermaschinen 251 145 4
727, 745.27 Nahrungsmittel- und Verpackungsmaschinen 469 230 4
742, 743.1 Pumpen, Kompressoren 601 295 21
744 Fördertechnik 1.107 423 22
731, 733, 735 Werkzeugmaschinen zur Metallbearbeitung 992 459 9

Quelle: Eidgenössische Zollverwaltung

Tschechien: Britischer Maschinenbau ist keine Konkurrenz für deutsche Lieferanten

Tschechien ist immer noch ein klassisches Industrieland, in dem mehr als ein Viertel der Wertschöpfung im verarbeitenden Gewerbe entsteht. Daher ist die kleine Republik als Absatzmarkt für Produktionsgüter sehr interessant.

Nennenswerte Marktanteile halten britische Hersteller lediglich bei bestimmten Bau- und Baustoffmaschinen und bei Fördertechnik. In den für deutsche Unternehmen wichtigen Kategorien wie Druck und Papier oder Holzbearbeitung stellen Maschinenproduzenten aus dem Vereinigten Königreich keine Konkurrenz dar. Geschäftsmöglichkeiten könnten sich ergeben bei Umwelt- und Belüftungstechnik. Britische Hersteller von Reinigungsanlagen für Wasser oder Gase hatten 2017 Produkte für über 44 Millionen Euro nach Tschechien geliefert. Bei Pumpen, Kompressoren und Ventilatoren lag das Liefervolumen bei über 15 Millionen Euro.

Dagegen ist das Vereinigte Königreich für viele tschechische Maschinenbauer ein wichtiger Kunde. Das gilt vor allem für Pumpenhersteller und Baumaschinenlieferanten. Da diese Produzenten auch Vorprodukte aus Deutschland beziehen, könnten geringere Absatzvolumina auf der Insel deutsche Unternehmen in Mitleidenschaft ziehen.

Tschechische Einfuhr von Maschinen 2017 (in Millionen Euro)
SITC Warenbezeichnung/Produktgruppe Gesamteinfuhr aus Deutschland aus dem Vereinigten Königreich
723, 728.3 Bau- und Baustoffmaschinen, Bergbaumaschinen 534,1 189,6 52,9
724 Textil- und Ledermaschinen 304,4 165,4 1,0
725, 726 Druck- und Papiermaschinen 220,2 117,8 6,0
727, 745.27 Nahrungsmittel- und Verpackungsmaschinen 177,9 66,7 2,3
728.12, 728.44 Holzbearbeitungsmaschinen 68,4 28,7 0,1
728.42 Kunststoff- und Gummimaschinen 222,5 94,9 3,2
742, 743.1 Pumpen, Kompressoren 1.322,3 684,4 14,6
744 Fördertechnik 819,7 362,3 33,6
731, 733, 735 Werkzeugmaschinen zur Metallbearbeitung 787,4 358,3 7,5

Quelle: Eurostat

Slowakei: Große Nachfrage nach Pumpen, Fördertechnik und Werkzeugmaschinen

Die Slowakei ist immer noch ein klassisches Industrieland mit einem großen Bedarf an Ausrüstungsgütern. Denn rund ein Viertel der Wertschöpfung entsteht im verarbeitenden Gewerbe. Der Trend geht ähnlich wie in Westeuropa zu mehr Automatisierung und Vernetzung der Produktionsprozesse (Stichwort "Industrie 4.0").

Britische Maschinenbauer agieren in der Slowakei nur in Nischenmärkten. Größere Marktanteile haben sie bei Fördertechnik und Bau- und Bergbaumaschinen. Außerdem sind sie bei Ausrüstungen für die Kunststoff- und Gummiindustrie gefragt. Bei Werkzeugmaschinen oder Holzbearbeitungsmaschinen sind britische Lieferanten traditionell kaum vertreten.

Slowakische Einfuhr von Maschinen 2017 (in Millionen Euro)
SITC Warenbezeichnung/Produktgruppe Gesamteinfuhr aus Deutschland aus dem Vereinigten Königreich
723, 728.3 Bau- und Baustoffmaschinen, Bergbaumaschinen 176,8 41,6 9,9
725, 726 Druck- und Papiermaschinen 62,9 10,7 1,7
728.42 Kunststoff- und Gummimaschinen 117,0 63,2 7,3
742, 743.1 Pumpen, Kompressoren 670,3 89,8 6,2
744 Fördertechnik 380,2 125,9 10,4
731, 733, 735 Werkzeugmaschinen zur Metallbearbeitung 353,7 150,6 4,0

Quelle: Eurostat

Kontaktadressen

Eine Bestandsaufnahme der möglichen Brexit-Auswirkungen auf 13 europäische Länder finden Sie in der GTAI-Analyse "Der Brexit und seine Folgen" auf: http://www.gtai.de/brexit-zielmaerkte

In der GTAI-Reihe "Branche kompakt" finden Sie die regelmäßig aktualisierten Kurzanalysen "Maschinen- und Anlagenbau" für eine Vielzahl von Ländern: http://www.gtai.de/branche-kompakt

Dieser Artikel ist relevant für:

Frankreich, Italien, Niederlande, Schweiz, Schweden, Spanien, Slowakei, Tschechische Republik, Irland, Belgien, Polen, Vereinigtes Königreich Maschinen- und Anlagenbau, allgemein, Brexit

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