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01.03.2017

Mexikanische Verpackungsindustrie steht vor schwierigem Jahr

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Aussichten durch schwächeres Wirtschaftswachstum und unsichere Exportmöglichkeiten eingetrübt / Von Florian Steinmeyer (Januar 2017)

Mexiko-Stadt (GTAI) - Die mexikanische Verpackungsindustrie legte 2016 dem Verband AMEE (Asociación Mexicana de Envase y Embalaje) zufolge um rund 4,5% zu. Für 2017 gab der Verband noch keine Prognose ab, verweist aber darauf, dass die Rahmenbedingungen durch den Regierungswechsel in den USA womöglich schwieriger werden. Die Branche müsse daher die Produktivität steigern, um so ihre Stellung im Export - besonders Richtung USA - zu wahren.

Im Jahr 2015 verzeichnete die mexikanische Verpackungsindustrie einen Umsatz von rund 18 Mrd. US$, etwa 3,1 Mrd. US$ davon machte der Export aus. Die mengenmäßige Produktion lag bei etwa 11 Mio. t an Verpackungen. Mit etwa 50% kommt das Gros der nationalen Verpackungsnachfrage aus der Nahrungsmittelbranche, gefolgt von 20% aus der Kosmetik- und Körperpflegeindustrie, 15% von Reinigungsmittelherstellern sowie 10% aus dem Bereich Arzneimittel.

Laut AMEE kommen bei der Verpackungsproduktion hauptsächlich Karton (35% der genutzten Stoffe), Kunststoffe (28%) sowie Glas (19%) und Metall (17%) zum Einsatz. Etwa 20% der Vorprodukte stammen aus dem Ausland. Die Einfuhrquote ist besonders hoch bei Materialien der Petrochemie wie Polyethylen, Polycarbonat und Polyprophylen. Der Verband hofft, dass die nationale Produktion dieser Ausgangsstoffe durch die Liberalisierungen der momentan laufenden Energiereform steigt.

Schwächere Konsumerwartungen können Nahrungsmittelbranche treffen

Die Fertigung von Nahrungsmitteln war in den vergangenen Jahren mit jährlichen Wachstumsraten jenseits der 5%-Marke eine der dynamischsten Industriezweige. Laut der Investitionsfördergesellschaft ProMéxico lag der Gesamtumsatz der Branche 2016 bei 169 Mrd. US$. Für 2014 bis 2019 geht das Marktforschungsfirma Euromonitor von einem jährlichen Absatzplus von jahresdurchschnittlich 4,1% aus.

Es ist allerdings fraglich, ob diese Prognose unter dem neuen gesamtwirtschaftlichen Szenario bestand hat. Die Wahl Donald Trumps zum zukünftigen US-Präsidenten im November 2016 und die erneuten Kürzungen für den Haushalt 2017 im September trüben die gesamtwirtschaftlichen Perspektiven Mexikos für die kommenden zwei Jahre ein. Die Konsumenten reagierten in der November-Umfrage des Statistikamts Inegi mit einem schwächeren Zutrauen in die wirtschaftliche Entwicklung und geringeren Konsumaussichten. Die Einschätzung der wirtschaftlichen Lage in den kommenden zwölf Monaten sank um 3,6% gegenüber dem Vorjahr, die aktuellen Möglichkeiten zum Kauf von Lebensmitteln und anderen Gütern wurden um 1,9% schlechter eingeschätzt.

Zudem wird die Inflationsrate 2017 mit voraussichtlich über 4% höher liegen, als in den vergangenen Jahren. Im Bereich der Nahrungsmittel wird die Teuerung jedoch aber eher importierte Artikel betreffen, da ein großer Teil der Preissteigerungen auf den schwachen Wechselkurs des mexikanischen Peso und auf die damit höheren Kosten von Gütern aus dem Ausland zurückzuführen ist. Der schwache Wechselkurs hat auch Effekte auf der Angebotsseite, da mexikanische Exporte günstiger werden, andererseits jedoch die Kosten für Vorprodukte sowie die Schulden der mexikanischen Konzerne in Auslandswährung erhöhen. Davon sind unter anderem die Konzerne Bimbo, Gruma und Lala betroffen.

Im Auslandsgeschäft sorgt eine seit September gültige Gesetzesänderung in den USA für Unruhe, wonach Nahrungsmittel vor der Einfuhr in die USA am Herstellungsort zertifiziert sein müssen. Das erhöhe den Aufwand für den wichtigen Absatz in den USA, so Befürchtungen von Branchenfirmen. Laut dem Verband der Lebenmittelindustrie des Bundesstaates Jalisco CIAJ (Cámara de la Industria Alimenticia de Jalisco) sind jedoch die meisten Firmen auf die neuen Rahmenbedingungen eingestellt, wodurch ein Einbruch der Lieferungen nicht zu erwarten sei.

Trotz der momentan negativen Erwartungshaltung der Konsumenten sind die Aussichten für die Lebensmittelbranche mittelfristig gut. Die Industrie profitiert von der steigenden Bevölkerungszahl und dem steigenden Beschäftigungsgrad, der zum einen das Haushaltsbudget erhöht und zum anderen den Kauf von abgepackten, schnell zuzubereitenden Lebensmitteln fördert. Zudem nehmen die Ansprüche der Konsumenten zu, insbesondere in den jungen Kundengruppen.

Produktion der mexikanischen Nahrungsmittelindustrie nach ausgewählten Produkten (in 1.000 t; Veränderung in %)
Produkt Januar bis Oktober 2015 Januar bis Oktober 2016 Veränderung 2016/2015 *)
Weizenmehl 2.573,1 2.490,8 -3,2
Maismehl 2.032,0 2.082,3 1,5
Frühstückscerealien 159,1 152,1 -4,4
Schokolade in Tafeln 19,6 19,6 -0,1
Kaugummi 61,4 61,6 0,2
Hühnerfleisch 152,2 163,2 7,2
Pasta für Suppen 288,2 288,5 0,1
Chilischoten in Konserven 239,8 306,2 27,7
Süße Kekse 683,2 681,3 -0,3
Thunfisch (eingemacht) 157,2 150,1 -4,5
Soßen 121,0 132,7 9,7
Löslicher Kaffee 37,0 38,7 4,5
Schweinefleisch 304,4 290,7 -4,5
Rindfleisch 26,7 27,1 1,5

*) jeweils Januar bis Oktober, Abweichungen durch Rundungen

Quelle: Statistikamt Inegi

Rund 80% der mexikanischen Nahrungsmittelexporte fanden 2015 ihre Abnehmer in den USA. 2014 waren es nur etwa 75% gewesen. Gründe dafür sind die Abwertung des mexikanischen Peso sowie die wachsende lateinamerikanische Bevölkerung in den USA. Die Gesamtausfuhren der mexikanischen Nahrungsmittelbranche stiegen 2015 gegenüber dem Vorjahr um 4,6% auf 21,4 Mrd. US$.

Steuer auf kalorienreiche Lebensmittel hilft Zuckerersatzstoffen

Konsumtrends in Mexiko gehen hin zu Bioprodukten und Erzeugnissen auf Grundlage "neuer" Ausgangsprodukte wie Quinoa, Amarant, Chia und Buchweizen. Diese Samen und Getreidesorten kommen vermehrt auch in Fertigprodukten zum Einsatz, beispielsweise der Marken La Rioja und Milagro Mexicano.

Lebensmitteln mit Zuckerersatzstoffen wie Stevia werden ebenfalls populärer, unter anderem durch die 2014 eingeführte Zusatzsteuer auf besonders kalorienhaltige Lebensmittel (mehr als 275 Kalorien pro 100 g). Unter den Zuckerersatzstoffen ist besonders die Marke Splenda auf dem Vormarsch. Neue Produkte, darunter Schokolade der Marken Carlos V und Hersheys, kommen als zusätzliche Sorten mit Zuckerersatz auf den Markt.

Ursprünglich sollte ab 2017 die Zusatzsteuer auf trinkbare Milchprodukte mit Geschmackszusätzen (zum Beispiel Trinkjoghurts) ausgedehnt werden. Die Finanzbehörde SAT (Servicio de Administración Tributaria) gab im Dezember 2016 allerdings bekannt, dass aufgrund einer Verordnung 2017 keine Steuererhöhungen durchgeführt werden dürfen und somit die Ausweitung der Sondersteuer nicht möglich ist.

Einheimische Konzerne bestimmen den Nahrungsmittelsektor

Im Gegensatz zu anderen wichtigen Industriezweigen verfügt Mexiko in der Nahrungsmittelverarbeitung über starke einheimische Konzerne, die zunehmend im Ausland expandieren. Führend in ihren Segmenten sind Bimbo (Backwaren), Femsa (Erfrischungsgetränke), Grupo Modelo (Bier) und Grupo Lala (Milchprodukte).

Laut der Investitionsfördergesellschaft ProMéxico sind im zentral gelegenen Bundesstaat Estado de México nahe der Hauptstadt die meisten Niederlassungen der Nahrungsmittelindustrie ansässig. Unter anderem produzieren dort Global Player wie Unilever, Nestlé und Kraft. In ihrer Bedeutung für die Nahrungsmittelindustrie folgen die Bundesstaaten Puebla, Oaxaca, Mexiko-Stadt und Veracruz.

Größte Nahrungsmittel- und Getränkeproduzenten in Mexiko (Umsatz in Mexiko, in Mrd. mex$) 1)
Unternehmen (Herkunftsland) Umsatz 2015 Hauptsegment
Grupo Bimbo (Mexiko) 219,2 Backwaren
Coca-Cola Femsa (Mexiko) 151,9 Erfrischungsgetränke
Sigma Alimentos (Mexiko) 93,6 Gekühlte Lebensmittel
Arca Continental (Mexiko) 76,5 Erfrischungsgetränke
Grupo Modelo (Mexiko) 2) 62,2 Bier
Pepsico de México (USA) 58,4 Erfrischungsgetränke
Gruma (Mexiko) 58,3 Tortillas und Maismehl
Grupo Lala (Mexiko) 48,2 Milchprodukte
Cervecería Cuauhtémoc Moctezuma (Mexiko) 3) 47,0 Bier
Industrias Bachoco (Mexiko) 46,2 Hühnerfleisch und Eier (Aufzucht und Verarbeitung)
Grupo Nestlé de México (Schweiz) 45,4 Unter anderem Zerealien, Kaffee, Speiseeis, Süßwaren
Cultiba (Mexiko) 40,9 Erfrischungsgetränke
SuKarne (Mexiko) 38,9 Rindfleisch (Aufzucht und Verarbeitung)
Danone México (Frankreich) 19,7 Milchprodukte
Tyson de México (USA) 4) 16,5 Hühnerfleischprodukte
Grupo Herdez (Mexiko) 16,4 Konservierte Lebensmittel

1) 1 Euro = 17,635 mex$ (Durchschnitt 2015); 2) Tochterfirma von Anheuser-Busch InBev; 3) Tochterfirma von Heineken; 4) über Pilgrim´s Pride Teil von JBS

Quelle: Wirtschaftsmagazin Expansión

Die Konzerne Bimbo, Gruma und Arca Continental sehen sich trotz des Wachstumsdämpfers infolge der US-Wahl gut gerüstet. Die Firmen betonen die Notwendigkeit, die Produktivität der Produktion zu steigern, haben aber keine konkreten Investitionsabsichten in Mexiko. Bei Nestlé stehen laut dem Investitionsplan 2015 bis 2018 in Mexiko für die kommenden zwei Jahre noch 200 Mio. US$ an Investitionen an, nachdem der Konzern 2015 und 2016 bereits 800 Mio. US$ unter anderem für zwei neue Fabriken in den Bundesstaaten Jalisco (Milchprodukte) und Guanajuato (Tiernahrung) ausgegeben hat. Besondere Wachstumschancen sieht der Konzern in Mexiko in den kommenden Jahren bei Babyprodukten sowie bei Haustierfutter.

Getränkesektor nicht so dynamisch wie in den Vorjahren

Die mexikanische Getränkeindustrie entwickelte sich im Gesamtjahr 2016 mit einem Produktionsplus von 4% (gemessen am Volumen) positiv, wenn auch nicht mehr ganz so dynamisch wie im 1. Halbjahr und in den Vorjahren. Gründe dafür sind das eingetrübte Konsumklima und eine Marktkonsolidierung, nachdem große Branchenkonzerne wie der Bierbrauer Cuauhtémoc Moctezuma und der Cola-Abfüller Femsa zuletzt stark in ihre Produktionskapazitäten investiert hatten. 2017 wird die Branche bei einem voraussichtlich schwächeren Inlandsabsatz, jedoch besseren Exportaussichten durch die Pesoabwertung in etwa in gleichem Maße zulegen.

Mexiko ist durch die Präsens von Branchengrößen wie Femsa, Heineken (Cervecería Cuauhtémoc Moctezuma) und Anheuser-Busch InBev (Grupo Modelo) sehr stark in der Getränkeproduktion aufgestellt. 2015 exportierte das Land Getränke im Wert von 4,2 Mrd. US$. Mit Ausfuhren von 2,5 Mrd. US$ an Bier war Mexiko 2015 erneut der größte Exporteur weltweit. Dem Volumen nach lagen die Bierausfuhren bei rund 2,8 Mrd. l.

Produktion der mexikanischen Getränkeindustrie nach ausgewählten Produkten (in Mio. hl; Veränderung in %)
Getränk Januar bis Oktober 2015 Januar bis Oktober 2016 Veränderung 2016/2015 *)
Cola-Getränke 110,3 112,2 1,7
Bier 54,3 56,2 3,6
Limonaden (ohne Cola) 45,8 46,2 0,7
Filtriertes Wasser (abgefüllt, ohne Kohlensäure) 61,1 68,0 11,2
Energy-Drinks und Sportgetränke 3,1 3,5 12,2
Säfte und Nektar 7,8 8,6 9,5
Tequila 3,1 3,1 1,8

*) jeweils Januar bis Oktober, Abweichungen durch Rundungen

Quelle: Statistikamt Inegi

Ein starkes Wachstum erlebte in den vergangenen Jahren die Tequila-Produktion. Grund dafür ist der stärkere Export auf etablierte Märkte wie die USA und die Erschließung neuer Absatzpotenziale, beispielsweise in der VR China. Daneben haben durch die Zusatzsteuer auf kalorienreiche Lebensmittel Getränke mit einem verminderten Zuckergehalt und filtriertes Wasser gewonnen. Coca-Cola weihte im September ein Forschungszentrum für kalorienreduzierte Getränke in Mexiko-Stadt ein, in das der Konzern rund 18 Mio. US$ investierte. Dort sollen zukünftig neue Produkte für Mexiko und den restlichen lateinamerikanischen Markt entwickelt werden.

Trend hin zu mehr Generika im Pharmasektor

Das Marktanalyseunternehmen BMI Research geht davon aus, dass der Absatz an Arzneimitteln in lokaler Währung 2016 um rund 3,0% zunahm, aufgrund der Abwertung des Peso jedoch in US-Dollar berechnet um knapp 10% nachlässt. In absoluten Zahlen lagen die Verkäufe bei 10,1 Mrd. US$. Für 2017 soll das Wachstum (in US-Dollar) der gleichen Quelle zufolge rund 2,8% betragen. Der Branchenverband Canifarma (Cámara Nacional de la Industria Farmacéutica) geht von einem Plus von 2% aus. Damit verlangsamt sich das Wachstum gegenüber den vergangenen Jahren voraussichtlich.

Grund dafür ist die Sparpolitik des öffentlichen Sektors. Im September 2016 sorgte eine zusätzliche Haushaltskürzung dafür, dass 2017 unter anderem für den Gesundheitsbereich weniger Mittel bereitstehen. Die Kürzung des Gesundheitsbudgets beträgt real rund 0,9% gegenüber 2016. Davon sind besonders die Einrichtungen des Gesundheitsministeriums und der Marine betroffen. Dies schlägt sich auf die mexikanische Pharmaproduktion nieder: In den ersten elf Monaten 2016 ging die Fertigung mengenmäßig um knapp 1% zurück, nachdem sie bis Mai des Jahres noch um 5,6% zugelegt hatte. Infolge des niedrigeren Budgets wird der Anteil von Generika an der Arzneimittelproduktion voraussichtlich weiter zunehmen.

Die mexikanische Fertigung von Arzneimitteln betrug 2015 rund 12,0 Mrd. US$. Dem Statistikamt Inegi zufolge lag die mengenmäßige Produktion bei etwa 2,6 Mrd. Schachteln. Dabei handelte es sich hauptsächlich um Antibiotika (Anteil von 23%), verdauungsfördernde Medikamente (12%), Schmerzmittel (9%) und Nahrungsergänzungsmittel (8%). Die größten Hersteller waren 2014 Bayer, Pfizer, MSD und Novartis.

Produktion von Pharmazeutika in Mexiko (in Mio. Schachteln, Veränderung in %) 1)
2013 2014 2015 Januar bis Oktober 2016 Veränderung 2016/2015 2)
2.761,1 2.584,4 2.564,3 2.117,6 -0,9

1) umfasst Human- und Tiermedizin sowie Impfstoffe, Vitaminpräparate und Ernährungszusatzstoffe; 2) Januar bis Oktober, Abweichungen durch Rundungen

Quelle: Statistikamt Inegi

Der schweizerische Konzern Novartis will 2016 und 2017 in Mexiko wesentlich stärker wachsen als der Gesamtmarkt. Das Unternehmen geht für die beiden Jahre von einem Umsatzplus von jeweils 5 bis 10% aus. Möglich macht dies laut dem Unternehmen ein neues Geschäftsmodell mit dem öffentlichen Sektor, wonach die öffentlichen Einrichtungen nur für die Produkte zahlen, wenn diese positive Wirkung bei den Patienten zeigen. Darüber hinaus schloss Novartis eine Reihe von Kooperationsvereinbarungen mit öffentlichen Gesundheitsversorgern ab, unter anderem durch Investitionen in eine Klinik für 15 Mio. US$. Das ebenfalls schweizerische Unternehmen Roche will 2017 rund 16 Mio. US$ in Mexiko investieren.

Der niederländische Pharmaproduzent Synthon legte Ende Oktober den Grundstein für eine neue Fabrik in Tlajomulco im Bundestaat Jalisco. Das 20 Mio. US$ teure Werk soll ab 2018 Krebsmedikamente herstellen. Die Kapazität soll dann bei jährlich 200 Mio. Tabletten und 200 Mio. Kapseln liegen. Im Juni 2016 investierte Pfizer 12 Mio. US$ in sein Werk in Toluca im Estado de México. Dadurch soll die Produktion von jährlich 58 Mio. auf 63 Mio. Schachteln steigen.

Kosmetikbranche mit durchwachsenen Aussichten für 2017

Die Kosmetikindustrie hat sich 2016 mit einem vom Verband Canipec (Cámara Nacional de la Industria de Productos Cosméticos) prognostizierten Plus von 3,5% gegenüber dem Vorjahr erholt. 2017 kann das schwache Konsumklima der Branche jedoch das nächste schwierige Jahr bringen. Zudem kommen viele Vorprodukte aus dem Ausland, weshalb Produzenten in Mexiko infolge der Peso-Abwertung unter Preisdruck kommen. Sie werden in Zukunft verstärkt nach lokalen Anbietern suchen.

Das Produktionsvolumen lag in den ersten elf Monaten 2016 um 2,8% über dem Vorjahreswert, wobei sich die verschiedenen Segmente allerdings unterschiedlich entwickelten. Seifen und Schminkprodukte zeigten ein überaus starkes Plus, während die Fertigung von Cremes, Haarpflegemitteln und Parfums zurückging.

Von dem Produktionswert von 12,0 Mrd. US$ im Jahr 2015 waren rund 3,8 Mrd. US$ für den Export bestimmt. Dadurch erreichte Mexiko einen Handelsbilanzüberschuss bei Kosmetika von etwa 1,8 Mrd. US$. Marktbeobachter erwarten für die kommenden Jahre insbesondere bei Luxusprodukten einen überdurchschnittlichen Zuwachs.

Kosmetikproduktion nach ausgewählten Produkten in Mexiko (in 1.000 Einheiten; Veränderung in %)
Produkt Januar bis Oktober 2015 Januar bis Oktober 2016 Veränderung 2016/2015 *)
Parfums 72.595 71.890 -1,0
Cremes 169.633 152.324 -10,2
Haarpflegemittel 673.313 665.506 -1,2
Schminkprodukte 114.801 143.706 25,2
Deodorants 221.659 248.021 11,9
Handseifen 41.211 48.202 17,0

*) jeweils Januar bis Oktober, Abweichungen durch Rundungen

Quelle: Statistikamt Inegi

Die Kosmetikbranche wird dominiert von multinationalen Großkonzernen. Procter & Gamble ist der führende Hersteller von Branchenprodukten in Mexiko gefolgt von L'Oréal und dem mexikanischen Konzern Arabela. Im populären Direktverkauf an Haushalte sind die Unternehmen Jafra und Mary Kay mit je 10% Marktanteil führend, gefolgt von Avon mit 9%.

(FST)

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Mexiko Nahrungs- und Genussmittel, allgemein, Arzneimittel, Diagnostika, Körperpflegemittel und Kosmetika, Getränke, Nahrungsmittel

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