Suche

21.12.2017

Nachfrage nach Verpackungsmaschinen in Russland steigt

Landwirtschaft bleibt auf Wachstumskurs / Deutsche Lieferungen von Maschinen legen zu / Von Hans-Jürgen Wittmann (August 2017)

Moskau (GTAI) - Russlands Landwirtschaft bleibt weiter auf Wachstumskurs. Im 1. Halbjahr 2017 stieg die Produktion um 0,2 Prozent auf 25,5 Milliarden Euro. Damit verbunden nimmt die Nachfrage nach Maschinen zum Verpacken und Abfüllen von Nahrungsmitteln zu. Trotz sinkender verfügbarer Einkommen greifen die russischen Verbraucher verstärkt bei Lebensmitteln, Kosmetika und Medikamenten zu. Hersteller von Verpackungsmaschinen sollten die veränderte Erwartungshaltung an das Verpackungsdesign berücksichtigen.

Der russische Verpackungsmarkt bleibt 2017 stabil. Experten rechnen bis zum Jahresende mit einem leichten Wachstum. Die Nachfrage nach ansprechend und qualitativ hochwertig verpackten und abgefüllten Waren steigt. Deshalb investieren die Hersteller von Nahrungs- und Arzneimitteln sowie von Kosmetika in moderne Anlagen. Für 2017 planen zwölf Werke die Inbetriebnahme neuer Verpackungsanlagen. Auch die Hersteller von Biolebensmitteln benötigen zusätzliche Maschinen.

Die Einfuhren von Nahrungsmittelverarbeitungs- und -verpackungsmaschinen aus Deutschland sind in den ersten fünf Monaten 2017 um 6,1 Prozent auf 145 Millionen Euro gestiegen. Für deutsche Marktgrößen wie Windmöller & Hölscher, Menshen oder Krones ergeben sich neue Geschäftschancen.

Die russische Regierung fördert ihrerseits die einheimischen Hersteller von Nahrungsmitteltechnik im Jahr 2017 mit 1 Milliarde Rubel, das sind umgerechnet 14,4 Millionen Euro. Marktführer ist das Unternehmen Russkaja Trapeza. Die Firma Tauras-Fenix (Tauras Phönix) modernisiert im Werk Sankt Petersburg die Produktionslinien von Vertikalpackmaschinen. Greiner Packaging aus Österreich gründet im Moskauer Gebiet ein Joint Venture mit Sojuzpromplast, einem Hersteller von Kunststoffverpackungen.

Innerhalb der Eurasischen Wirtschaftsunion (EAWU) sind bestimmte Produktinformationen auf der Verpackung tierischer Erzeugnisse Pflicht. Bei Milchprodukten müssen das Abfüll- und Haltbarkeitsdatum sowie der Milchfettanteil, bei Fleischerzeugnissen das Schlachtdatum angegeben werden. Auch Pharmazeutika und Erzeugnisse aus tierischen Rohstoffen unterliegen der Markierungspflicht. Die russische Regierung diskutiert die Einführung einer Verordnung, die Lebensmittelproduzenten verpflichtet, Angaben über das Produkt auf mindestens 30 Prozent der Verpackungsfläche gut sichtbar anzubringen.

Entwicklung der Produktion ausgewählter Erzeugnisse (Veränderung in Prozent)
Warengruppe Veränderung 2016/2015 Veränderung 2017/16 *)
Nahrungsmittel 2,4 3,7
Getränke 1,1 -1,2
Pharmazeutika 3,7 11,2
Kosmetika und Haushaltschemie 7,4 k.A.

*) Januar bis Juni

Quelle: Föderaler Statistikdienst Rosstat

Nahrungsmittel

Der russische Staat fördert die Landwirtschaft 2017 mit 3,1 Milliarden Euro. Die wachsende Agrarproduktion kurbelt auch die Nachfrage nach Maschinen zur Verpackung von Molkereierzeugnissen und Fleischwaren an. Außerdem verändert sich der Lebens- und Ernährungsstil der russischen Bevölkerung. Das bringt neue Anforderungen an die Verpackungen mit sich. Produzenten und Verarbeiter streben danach, die Qualität ihrer Produkte zu erhöhen und die Verpackung modern zu gestalten.

Entwicklung der Produktion ausgewählter Nahrungs- und Genussmittel (Veränderung in Prozent)
Warengruppe Veränderung 2016/2015 Veränderung 2017/16
Milch und Milchprodukte 1,1 2,8
Fleisch und Fleischprodukte 3,8 5,8
Produkte der Fischverarbeitung, Fisch- und Meeresfrüchtekonserven 2,8 10,2
Gemüse und Pilze, tiefgefroren 9,4 44,2
Backwaren mit kurzer Haltbarkeit -2,8 -1,5
Waren aus Mehl und Stärke -0,3 5,2
Süßwaren 2,2 3,1
Gemüse- und Obstsäfte (Dosen) -1,5 -26,3
Tierfutter 3,9 k. A.
Tabakwaren -0,8 -20,3

*) Januar bis Juni

Quelle: Föderaler Statistikdienst Rosstat

Molkereiprodukte

Die Produktion von Milch und Molkereierzeugnissenwächst 2017 langsamer als in den Vorjahren. Im 1. Halbjahr 2017 sank sie sogar leicht um 0,9 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Für das Gesamtjahr erwartet das Infoportal Milknews eine Produktion von etwa 31,1 Millionen Tonnen Rohmilch. Für 90 Prozent der Bevölkerung gehören Molkereierzeugnisse zum festen Bestandteil der täglichen Grundversorgung. Der Pro-Kopf-Verbrauch von Milchprodukten liegt bei etwa 237 Kilogramm pro Jahr.

Das Unternehmen Ekoniva des deutschen Landwirts Stefan Dürr nimmt im Jahr 2017 in den Gebieten Kaluga, Woronesch und Nowosibirsk vier neue Milchfarmen in Betrieb. Darüber hinaus gliederte Dürr zwei bestehende landwirtschaftliche Betriebe in Ekoniva ein, was ihn mit einem Bestand von etwa 40.000 Kühen zum Marktführer bei der Milchproduktion in Russland macht. Auch RusMoloko erweitert seine Milchproduktion auf 72.000 Tonnen pro Jahr und investiert in neue Anlagen. Im Gebiet Woronesch baut die Firma Niwa Pridonja bis 2018 für 17,3 Millionen Euro eine Farm für 1.200 Milchkühe.

Der Fleischproduzent Miratorg möchte in die Milchproduktion einsteigen und investiert umgerechnet 340 Millionen Euro in den Aufbau einer Milchfarm im Gebiet Tula. Für den Bau einer Farm in der Region Kaluga investiert die vietnamesische TH Group bis 2019 ebenfalls etwa 240 Millionen Euro. Daneben hat die TH Group bereits im Moskauer Gebiet den Grundstein für eine Fabrik zur Weiterverarbeitung von Milch gelegt.

Die CP Group aus Thailand errichtet für rund 851 Millionen Euro eine Milchfarm im Gebiet Rjasan. Der US-Getränkekonzern PepsiCo baut das Milchkombinat Timaschewsk für 37 Millionen Euro in eine moderne Produktionsstätte für Kindernahrung aus Milch um. Agroferma errichtet ein Milchverarbeitungswerk in der Region Kaluga, und GK Galaktika modernisiert sein Werk in den Gebieten Leningrad und Kirow.

Die Produktion von Käse stieg im 1. Halbjahr 2017 um 1,7 Prozent. Bei Kefir, Butter und Sahne gab es einen leichten Rückgang. Trotz der Negativschlagzeilen über den mit Palmöl gestreckten Analogkäse greifen russische Verbraucher vor allem zu billigen Produkten. Der Marktführer Hochland erweitert sein Werk im Gebiet Belgorod. Bis 2020 werden 30 Millionen Euro investiert, um die Kapazitäten auf 38.000 Tonnen Feta- und Schmelzkäse pro Jahr zu erweitern. Das Unternehmen Syry Kubani plant den Bau eines Käsewerks in der Region Krasnodar für36 Millionen Euro.

Fleischverarbeitung

Die Produktion von Rindfleisch stieg im 1. Halbjahr 2017 um 1,4 Prozent, von Schweinefleisch um 8,1 Prozent und von Geflügel um 3,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Der Fleischverbrauch legte in den letzten zehn Jahren auf 73,4 Kilogramm pro Kopf zu. Die Kunden wandeln ihre Lebensgewohnheiten und bevorzugen gekühlte und gefrorene Halbfabrikate, die schnell zubereitet werden können. Die Hersteller erweitern ihr Sortiment und vermarkten die Waren mit einer ansprechenden Verpackung.

Der größte russische Fleischproduzent, Miratorg, investiert 2,3 Milliarden Euro in den Aufbau einer Schweinefarm im Gebiet Kursk. RusAgro, der zweitgrößte Hersteller von Schweinefleisch, erweitert seine Produktion in der Region Primorje im Fernen Osten für 720 Millionen Euro . Die Nummer zwei bei Geflügel, Tscherkisowo, plant für 43 Millionen Euro im Gebiet Moskau eine neue Geflügelfarm. Damate baut im Gebiet Pensa eine Putenmastanlage aus bis 2018.

Der US-amerikanische Geschäftsmann John Haskell plant mit seiner Bondar Landwirtschaftsgesellschaft (OOO BSK) für 23,3 Millionen Euro den Bau einer Rinderfarm mit 2.000 Mastrindern im Rajon Terengul im Gebiet Tambow. Um ihre Margen zu erhöhen, gehen die Fleischerzeuger dazu über, das Fleisch gleich selbst zu verarbeiten und zu verkaufen. Auch Einzelhandelskonzerne erweitern ihre Wertschöpfungsketten. Die französische Auchan baut eine eigene Fleischverarbeitungsfabrik im Gebiet Tambow.

Bei Wurstwaren ist ein leichter Rückgang der Produktion feststellbar. Die Tscherkisowo Gruppe investiert 83 Millionen Euro in die Modernisierung ihres Fleischverarbeitungsbetriebs im Gebiet Moskau. Ab 2018 verlassen 30.000 Tonnen Wurstwaren jährlich das Werk. Lokale kleinere Firmen konkurrieren mit den großen Holdings. Um wettbewerbsfähig zu bleiben, müssen sie nicht nur ihre Produktionsanlagen modernisieren und das Qualitätsniveau halten, sondern auch in ansprechende Verpackungsdesigns investieren.

Backwaren

Brot ist das wichtigste Grundnahrungsmittel, doch sinkt der Brotkonsum der Russen seit Jahren auf zurzeit 49 Kilogramm pro Kopf und Jahr. Steigende Preise und eine Änderung der Essgewohnheiten der Verbraucher, die mehr Wert auf eine gesunde Ernährung ohne Kohlenhydrate legen, verändern den Markt. Ausländische Backspezialitäten, wie Ciabatta oder Baguette, finden immer mehr Zuspruch. Zunehmend beliebter werden auch tiefgefrorene Produkte, die zu Hause aufgebacken werden. Auch Sandwichscheiben oder Brot aus mit Vitaminen angereichertem Getreide sind im Kommen.

Für 40 Prozent der Kunden ist die Verpackung des Brotes ein entscheidendes Kaufargument. Neben der Frische ist ein ästhetisch ansprechendes Äußeres relevant. Etwa 70 Prozent der Kunden wählen abgepacktes Brot mit Klipps zum mehrmaligen Öffnen und Schließen. Eine hochwertige Verpackung wird als hygienisch rein angesehen und soll das Brot vor Hitze, Feuchtigkeit oder Verschmutzung schützen. Die deutsche IREKS-Gruppe baut ein neues Werk für Backzutaten in Sankt Petersburg. Die chinesische Firma Angel Yeast eröffnete für 82 Millionen Euro im Gebiet Lipezk das größte russische Werk zur Produktion von Trockenhefe.

Süßwaren

Die Produktion von Schokolade und Konditoreiwaren stieg im 1. Halbjahr 2017 um 3,1 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Russen essen pro Jahr und Kopf bis zu 4,3 Kilogramm Schokolade. Vor allem Süßigkeiten für Kinder sind beliebt. Verpackte Kekse verkaufen sich dabei besser als lose Kekse.

Das Bestellen von Süßwaren per Internet ist immer mehr im Kommen. Die Holding Obedinjonnyje Konditery eröffnete das Internetgeschäft Aljonka mit den Sorten Rotfront, Roter Oktober und Babajewski. Mars startete im Februar 2017 den Online-Verkauf von Schokoriegeln der Marke A. Korkunow und bietet seinen Kunden ein Sortiment verschiedener Süßigkeiten an. Dazu werden sechs verschiedene Arten der Verpackung angeboten, je nach Anlass. Mars möchte dieses Segment zu einem Premiumsegment ausweiten, entsprechend individuell und ansprechend muss die Verpackung sein.

Die KDW Group hat die Firma Gran, einen Hersteller von Gebäck, gekauft und plant die Übernahme eines lokalen Konditoreiwarenherstellers aus Uljanowsk. Die Agrarholding der Familie des russischen Landwirtschaftsministers Alexander Tkatschjow ist zum fünftgrößten Zuckerhersteller Russlands, hinter Prodimex, Dominant, RusAgro und Sucden aufgestiegen.

Marktanteil der verpackten Süßwaren im Süßwarenmarkt (2016, mengenmäßig)
Warengruppe Marktanteil (in %)
Gebäck 34
Schokopralinen 31
Schokotafeln und -riegel 15
Bonbons 7
Waffeln, traditionell 7
Marshmallow 4
Waffeln, mit Schokolade bedeckt 2

Quelle: Marktforschungsinstitut Nielsen

Convenience-Produkte

Die Nachfrage nach Snacks steigt rasant. Die Nahrungsaufnahme unterwegs beim Autofahren, im Zug oder beim Gehen sowie der mehrmalige Verzehr kleinerer Portionen spiegelt einen neuen Lebensstil vor allem junger Russen wider. Dabei werden Vollkornsnacks mit Proteinen in verschiedenen Geschmacksrichtungen bevorzugt.

Eine moderne und trendige Verpackung soll einen spontanen Kaufimpuls setzen und sollte beim Öffnen ein bestimmtes Geräusch erzeugen, um Gefühle zu wecken. Da viele Kunden weniger Zucker, Salz und künstliche Zutaten zu sich nehmen möchten, entscheiden sie sich für gesunde Snacks. Im Jahr 2016 wuchs dieses Segment auf umgerechnet 126 Milliarden Euro. Der deutsche Snackhersteller Lorenz erweitert im Jahr 2017 die Produktion seines Werkes in Sankt Petersburg für 10 Millionen Euro.

Getränke

Der Trend zu gesunder Ernährung lässt die Nachfrage nach stark alkoholhaltigen Getränken wie Wodka oder Cognac sinken. Auch der Bierabsatz ist in den letzten acht Jahren um 30 Prozent zurückgegangen. Der russische Biermarkt konsolidiert sich im Jahr 2017. Geplant ist ein Zusammenschluss von AB InBev mit der türkischen Efes. Das Joint Venture AB InBev-Efes nimmt mit den Biermarken Bud, Stella Artois, Sibirskaja Corona oder Starij Melnik etwa ein Viertel des russischen Biermarktes ein. Marktführer Carlsberg aus Dänemark kommt auf einen Anteil von 34 Prozent.

Der Markt für Mineralwasser zeigt eine positive Dynamik, es ist der Durstlöscher Nummer eins in Russland. Jedes Jahr werden bis zu 5 Milliarden Liter abgefüllt. Junge Russen nehmen Mineralwasser mit zum Sport. Daher sollte die Flasche beim Abfüllen nicht mit einem Schraubverschluss sondern mit einer Kappe versehen werden, die leicht zu öffnen ist. Immer beliebter werden auch Mineralwasser mit heilender oder energetischer Wirkung.

Der Absatz von Getränken, die Kohlensäure enthalten, leidet unter steigenden Preisen. Bei diesen Modegetränken spielt das Aussehen eine entscheidende Rolle. Form der Flasche, Verpackung, Farbe des Getränks und ein unverkennbares Geräusch beim Öffnen sind verkaufsrelevant.

Ariant plant bis 2019 etwa 65 Millionen Euro in die Weinproduktion zu investieren. Dazu übernimmt der größte Weinhersteller Russlands die Kelterei Russkij Asow und baut eine neue Kelterei in Anapa. Die Firma Alkon, einer der führenden Hersteller von alkoholischen und nicht-alkoholischen Getränken, investiert im Gebiet Pensa 173 Millionen Euro in ein Werk zur Verarbeitung von Weizen. Der entstehende Glukose-Fruktose-Sirup wird zur Herstellung von Getränken und Konditoreiwaren verwendet. Der Abfüllanlagenhersteller Krones AG liefert an den russischen Alkoholproduzenten Tatspirtprom Brau- und Abfüllanlagen im Wert von rund 30 Millionen Euro.

Russland möchte den Alkoholkonsum drastisch begrenzen. Im Januar 2017 wurde deshalb die Produktion von Plastikflaschen mit 1,5 oder mehr Litern Volumen gesetzlich verboten. Allerdings diskutiert das russische Parlament die Rücknahme dieser Regelung für Bierflaschen, die in den Export gehen. Mehr als 200 Millionen Liter Bier werden pro Jahr exportiert.

Markt für nicht-alkoholische Getränke (2016, mengenmäßig)
Warengruppe Marktanteil (in %)
Mineralwasser 43
Brausegetränke 27
Säfte 19
Kwas 6
Eistee 3
Energy Drinks 2

Quelle: Marktforschungsinstitut Nielsen

Pharma

Russland ist einer der am schnellsten wachsenden Pharmamärkte weltweit. Die Produktion von Arzneimitteln stieg im 1. Halbjahr 2017 um 11,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Experten des Marktforschungsinstituts DSM erwarten, dass der Markt bis Jahresende auf 22 Milliarden Euro anwächst.

Die Verpackung von Arzneimitteln unterliegt strengen Anforderungen. Die Zertifizierung von Verpackungen kann bis zu fünf Jahre dauern. Premierminister Dimitri Medwedew hat angekündigt, dass bis 2018 alle Medikamente markiert werden müssen. So sollen Verbraucher vor Produktfälschungen geschützt und die Preise überwacht werden. Dazu müssen die Hersteller QR-Codes auf den Packungen anbringen. Am 6. Mai 2017 ist der gemeinsame Markt für Arzneimittel und Medizinprodukte der Eurasischen Wirtschaftsunion (EAWU) in Kraft getreten. Medikamente können seitdem nach den neuen Regeln der EAWU registriert werden.

Der französische Pharmakonzern Sanofi plant aus seiner Fabrik in Orjol Insulin in die Europäische Union (EU) zu exportieren. Pfizer und Novamedika bauen bis 2021 ein neues Arzneimittelwerk im Gebiet Kaluga. Polisan baut eine neue Linie zur Herstellung von Arzneimitteln in Sankt Petersburg. Farma Sintes unterzeichnete eine Absichtserklärung zum Bau eines neuen Werks im Gebiet Irkutsk.

NazImbo investiert etwa 86 Millionen Euro in das Werk Kirow Plasma zur Produktion und Verarbeitung von Blutplasma. Pro Jahr sollen bis zu 600 Tonnen Plasma verarbeitet werden. Das deutsche Pharmaunternehmen Bionorica baut für 40 Millionen Euro ein Werk zur Herstellung von Naturheilmitteln in der Region Woronesch. Der Start der Produktion soll 2021 erfolgen. Insgesamt werden drei Verpackungslinien benötigt.

Kosmetika

Russinnen und Russen geben wieder mehr Geld für Hautpflegecremes und Parfüms aus. Nach Prognosen von Euromonitor International wird die Produktion von Kosmetika im Jahr 2017 um 7 Prozent wachsen. Stark im Kommen ist der Verkauf von Kosmetika im Street-Retail. Vor allem junge Russen fühlen sich durch die Diskussionen in sozialen Netzwerken animiert, Kosmetika zu kaufen, um mitreden zu können.

Perwoje Reschenie wird im Herbst 2017 Geschäfte unter den neuen Markennamen Sibirskij Vertoljot (Billigsegment) und Savon di Sibiria (Premiumsegment) eröffnen. Zudem plant der Hersteller von Kosmetika und Haushaltschemie die Eröffnung von Geschäften der Marke Organic Shop in den USA und Deutschland.

Der US-amerikanische Haushaltschemie- und Verbrauchsgüterkonzern Procter & Gamble (P&G) plant in die Erweiterung und Modernisierung seiner Produktionsanlagen im Gebiet Tula 72 Millionen Euro zu investieren. Da dessen Kunden häufiger kleinere Einkäufe tätigen, sollen die Verpackungen von Geschirrspül- und Waschmitteln entsprechend angepasst werden. Auch dass die Käuferschicht älter wird, hat Einfluss auf die Gestaltung der Verpackung.

Die Kette für Haushaltschemie, Ulybka Radugi, wird in den kommenden drei Jahren 22 Millionen Euro in den Ausbau ihres Verkaufsnetzes investieren. Sie plant, 540 Geschäfte und 1.000 neue Verkaufspunkte zu eröffnen. Marktführer Magnit Kosmetics will 2017 ebenfalls 1.000 neue Drogerien eröffnen. Die französische Kette Louis Vuitton Moet Hennessy (LVMH) wurde durch Übernahmen der einzige Inhaber des drittgrößten russischen Parfümnetzes Ile de Beaute.

Dieser Artikel ist relevant für:

Russland Land- und Forstwirtschaft, Fischerei, allgemein, Nahrungs- und Genussmittel, allgemein, Arzneimittel, Diagnostika, Nahrungsmittel- u. Verpackungsmaschinen, Körperpflegemittel und Kosmetika

Funktionen

Kontakt

Boris Alex

‎+49 30 200 099 605

Suche / Mann mit Lupe | © GettyImages/BernardaSv

Suche

Recherchieren Sie aktuelle Marktanalysen, Wirtschaftsdaten, Zoll- und Rechtsinformationen, Projekte und Ausschreibungen aus über 120 Ländern.

Zur Suche