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31.05.2018

Nahrungsmittel und Getränke: Briten liefern Waren im Wert von rund 15 Milliarden Euro in die EU

Irland, Frankreich und Niederlande unter den Top 4 der globalen Absatzmärkte des Vereinigten Königreichs

London (GTAI) - Das Vereinigte Königreich lieferte 2017 rund 14,6 Milliarden Euro an Nahrungsmitteln und Getränken in die Länder der Europäischen Union. Wichtigste Abnehmerländer waren dort Irland, Frankreich, die Niederlande, Deutschland, Spanien und Belgien. Besonders gefragt waren alkoholische Getränke, Getreideprodukte, Fleischerzeugnisse und Milchprodukte. Lesen Sie hier über Brexit-bedingte neue Absatzchancen in elf europäischen Ländern. (Kontaktadressen)

Britische Lebensmittelhersteller setzten 2017 rund 25 Milliarden Euro im Ausland ab, etwa 9,7 Prozent mehr als im Vorjahr. Lieferungen in die EU-Partnerstaaten wuchsen mit 10,3 Prozent sogar noch mehr als der Gesamtexport. Beliebteste Produkte sind Whisky, Schokolade, Käse, Bier, Wein, Gin, Rind- und Schweinefleisch. Dabei punkten britische Hersteller sogar in Kategorien, in denen die Abnehmerländer selber starke Produzenten sind. Sie lieferten zum Beispiel etwa 100 Millionen Euro an Käse nach Frankreich und 24 Millionen Euro an Schokolade nach Belgien.

Britische Lieferungen von Nahrungsmitteln und Getränken in die EU 2017 (in Milliarden Euro)
SITC Warengruppe Britischer Export in die EU
01 Fleisch und Fleischprodukte 1,6
02 Milch- und Milchprodukte, Vogeleier 1,5
03 Fische, andere Wassertiere und Zubereitungen 1,5
04 Getreide und Getreideprodukte, Teig- und Backwaren 1,6
05 Gemüse, Früchte und Zubereitungen 1,0
06 Zucker, Zuckerwaren, Honig 0,3
07 Kaffee, Tee, Kakao, Gewürze und Waren daraus 1,2
08 Tierfutter 0,8
09 Verarbeitete Lebensmittel und Zubereitungen 1,9
11 Getränke 3,1
.112 Alkoholische Getränke 2,7

Quelle: Eurostat

Die Länder der europäischen Union nahmen dem Vereinigten Königreich 2017 rund 60 Prozent der Exporte von Nahrungsmitteln und Getränken ab und stellten sechs der größten zehn Absatzmärkte. Der Nachbar Irland stach mit etwa 4,2 Milliarden Euro als wichtigstes Exportziel überhaupt hervor. In die USA, das zweitgrößte einzelne Abnehmerland, gingen mit 2,6 Milliarden Euro etwa 10,5 Prozent der britischen Lieferungen.

MKT201805308025.14

Irland: Vereinigtes Königreich liefert mehr als die Hälfte der Importe

Irlands Importe von Nahrungsmitteln und Getränken sind 2017 um 5,9 Prozent auf 8,1 Milliarden Euro gestiegen. Hiervon hat das Vereinigte Königreich 54,9 Prozent geliefert. Es folgten die Niederlande und Deutschland mit Anteilen von 9,5 beziehungsweise 7,2 Prozent. Unklar ist im Frühjahr 2018 noch, ob es nach dem Brexit im britischen EU-Handel mit Agrarprodukten zu Zöllen oder Kontingenten kommen wird. Falls ja, so sollte dies Waren aus der EU gegenüber Erzeugnissen aus dem Vereinigten Königreich in Irland konkurrenzfähiger machen.

Ein Grund für die dominante Position von Nahrungsmitteln und Getränken aus dem Vereinigten Königreich ist die traditionell starke Position britischer Händler in Irland. Zwischen Dezember 2017 und Februar 2018 hatte die Kette Tesco einen Marktanteil von 22,3 Prozent am irischen Einzelhandel, so das Portal Kantarworldpanel. Eine Chance zum Markteinstieg bieten aber auch die beiden Discounter Lidl und Aldi, die in Irland in den vergangenen Jahren stark an Bedeutung gewonnen haben und zuletzt einen Marktanteil von zusammen 21,4 Prozent verbuchen konnten. Auch der E-Commerce eröffnet ausländischen Anbietern hervorragende Chancen. Das Portal Eshopworld erwartet, dass 2021 etwa 84 Prozent der irischen Bevölkerung Onlinekäufe tätigen und der Jahresumsatz pro Kopf von 2017 bis 2021 um 38 Prozent auf 1.655 US-Dollar steigt.

Irische Einfuhr von Nahrungsmitteln und Getränken 2017 (in Millionen Euro)
SITC Warenbezeichnung/Produktgruppe Gesamteinfuhr aus Deutschland aus dem Vereinigten Königreich
01 Fleisch und Fleischprodukte 976,9 106,4 470,7
02 Milch- und Milchprodukte, Vogeleier 784,6 65,6 584,0
03 Fische, andere Wassertiere und Zubereitungen 290,0 18,9 193,4
04 Getreide und Getreideprodukte, Teig- und Backwaren 1.096,1 46,2 743,0
05 Gemüse, Früchte und Zubereitungen 1.248,3 123,7 519,3
06 Zucker, Zuckerwaren, Honig 375,6 22,6 153,9
07 Kaffee, Tee, Kakao, Gewürze und Waren daraus 590,3 37,1 409,0
09 Verarbeitete Lebensmittel und Zubereitungen 709,5 76,3 348,2
11 Getränke 816,3 47,0 450,3
.112 Alkoholische Getränke 568,0 31,2 245,7

Quelle: Eurostat

Frankreich: Nicht alle britischen Lieferungen nach sind leicht zu ersetzen

Rund 9 Prozent der französischen Einfuhren von Getränken und Lebensmitteln kommen aus dem Vereinigten Königreich. Im Falle eines harten Brexits wären die Handelsströme hier besonders durch Zölle (20 Prozent und mehr) und nichttarifäre Handelshemmnisse betroffen. Die britischen Lieferungen sind in erster Linie bei Fisch und alkoholischen Getränken bedeutend.

Bei einem Teil der Lieferungen handelt es sich um Produkte bestimmter Marken oder mit regionalen Herkunftsbezeichnungen, die nicht leicht durch Konkurrenzprodukte aus Deutschland oder anderen EU-Ländern zu ersetzen sind. Wo dies nicht der Fall ist, gilt eine Verdrängung britischer Importe als wahrscheinlich.

Französische Einfuhr von Nahrungsmitteln und Getränken 2017 (in Millionen Euro)
SITC Warenbezeichnung/Produktgruppe Gesamteinfuhr aus Deutschland aus dem Vereinigten Königreich
01 Fleisch und Fleischprodukte 5.009,2 763,5 345,5
02 Milch- und Milchprodukte, Vogeleier 4.035,3 631,2 179,6
03 Fische, andere Wassertiere und Zubereitungen 5.862,2 262,7 723,9
04 Getreide und Getreideprodukte, Teig- und Backwaren 3.935,3 776,6 166,6
09 Verarbeitete Lebensmittel und Zubereitungen 3.796,8 600,7 214,6
11 Getränke 3.552,1 291,5 709,9
.112 Alkoholische Getränke 2.797,3 144,6 668,9

Quelle: Eurostat

Niederlande: Großer Importmarkt

Die Ernährungswirtschaft ist der wichtigste Industriezweig der Niederlande. Rund 70 Prozent der örtlichen Produktion gehen ins Ausland, aber auch der Importmarkt ist mit etwa 47 Milliarden Euro groß, selbst bei Abzug eines wahrscheinlichen Rotterdameffekts (der auch Transitlieferungen miteinbezieht). Deutschland ist hier führender Lieferant, auch im Wachstumssegment Milch und Milchprodukte. Britische Hersteller liefern unter anderem Fleisch- und Fleischerzeugnisse, verarbeitete Lebensmittel sowie alkoholische Getränke. Falls der Brexit diese Lieferungen verteuert und/oder verlangsamt, zum Beispiel durch ausgiebige Kontrollen von Veterinär- und Gesundheitsauflagen, könnten deutsche Lieferanten neue Marktanteile erschließen. Umgekehrt würden aber auch mögliche Absatzrückgänge im Vereinigten Königreich niederländische Anbieter dazu anregen, aggressiver auf dem lokalen Markt, in Deutschland oder in anderen europäischen Staaten zu agieren.

Niederländische Einfuhr von Nahrungsmitteln und Getränken 2017 (in Millionen Euro)
SITC Warenbezeichnung/Produktgruppe Gesamteinfuhr aus Deutschland aus dem Vereinigten Königreich
01 Fleisch und Fleischprodukte 5.341,6 1.278,7 240,7
02 Milch- und Milchprodukte, Vogeleier 4.117,6 1.580,0 195,8
03 Fische, andere Wassertiere und Zubereitungen 3.738,0 413,1 132,1
04 Getreide und Getreideprodukte, Teig- und Backwaren 4.767,8 1.091,0 175,8
05 Gemüse, Früchte und Zubereitungen 12.661,5 1.210,5 216,6
06 Zucker, Zuckerwaren, Honig 991,4 290,7 40,5
07 Kaffee, Tee, Kakao, Gewürze und Waren daraus 6.151,9 776,3 171,6
08 Tierfutter 2.943,6 615,0 93,4
09 Verarbeitete Lebensmittel und Zubereitungen 2.943,6 579,5 217,7
11 Getränke 3.040,8 666,8 248,2
.112 Alkoholische Getränke 2.272,7 407,9 217,6

Quelle: Eurostat

Spanien: Import aus dem Vereinigten Königreich bereits 2017 rückläufig

Wichtigster Industriesektor ist in Spanien die Nahrungsmittel- und Getränkeherstellung. Sie ist auf einem robusten Wachstumspfad. In der Krise 2009 bis 2013 setzte sie auf Exportsteigerungen und behält dieses Erfolgsrezept bei. Rund 30 Prozent des Produktionswertes von fast 100 Milliarden Euro gehen mittlerweile ins Ausland. Sie liegt damit nach Angaben des Verbandes Fiab in der EU als Exporteur auf Platz 6, weltweit auf Platz 10. Hinzu kommen noch außerdem Agrarexporte (Obst, Gemüse, Hülsenfrüchte) im Wert von 17 Milliarden Euro.

Spanien ist in hohem Maße Nettoexporteur, aber mit Einfuhren im Wert von 31 Milliarden Euro auch ein wichtiger Importeur. Deutschland steht als Ursprungsland an zweiter Stelle nach Frankreich und liefert vor allem verarbeitete Lebensmittel und Zubereitungen, Milch und Milcherzeugnisse, Getreideprodukte sowie Kaffee und Tee. Aus dem Vereinigten Königreich (Rang 6) kommen besonders alkoholische Getränke, Fisch und andere Meerestiere sowie verarbeitete Lebensmittel.

Im Jahr 2017 war der spanische Nahrungsmittelimport aus dem Vereinigten Königreich mit einem Rückgang um 14 Prozent auf 0,9 Milliarden Euro deutlich stärker negativ betroffen als der Export in das Vereinigten Königreich (-0,6 Prozent auf 3,3 Milliarden Euro). Mit Deutschland stiegen Einfuhren wie Ausfuhren. Diese Tendenz dürfte sich bei einem Brexit verstärken, der britische Produkte selbst im Fall eines Freihandelsabkommens durch Regularien, Herkunfts-, Gesundheits- und andere Bescheinigungen, Kontrollen sowie logistische Kosten verteuern würde.

Spaniens Einfuhr von Nahrungsmitteln und Getränken 2017 (in Millionen Euro)
SITC Warenbezeichnung/Produktgruppe Gesamteinfuhr aus Deutschland aus dem Vereinigten Königreich
01 Fleisch und Fleischprodukte 1.737,9 251,7 68,6
02 Milch- und Milchprodukte, Vogeleier 1.920,2 389,6 48,3
03 Fische, andere Wassertiere und Zubereitungen 6.960,8 88,4 244,0
04 Getreide und Getreideprodukte, Teig- und Backwaren 3.874,1 317,9 118,3
05 Gemüse, Früchte und Zubereitungen 5.220,0 200,4 70,8
06 Zucker, Zuckerwaren, Honig 908,3 73,3 52,6
07 Kaffee, Tee, Kakao, Gewürze und Waren daraus 2.313,4 276,3 84,9
09 Verarbeitete Lebensmittel und Zubereitungen 2.195,8 412,6 141,3
11 Getränke 1.781,4 164,3 285,2
.112 Alkoholische Getränke 1.446,7 95,8 267,2

Quelle: Eurostat

Belgien: Nahrungsmittel kommen nur in geringem Umfang aus dem Vereinigten Königreich

Im Jahr 2017 hat Belgien Nahrungsmittel und Getränke im Wert von 29,3 Milliarden Euro eingeführt. Dabei dominierten die Nachbarländer, wobei die Anteile der Niederlande (27 Prozent) und Frankreichs (21,6 Prozent) deutlich höher waren als der Deutschlands (11,1 Prozent). Aus dem Vereinigten Königreich kamen 2017 etwa 3,2 Prozent aller nach Belgien eingeführten Nahrungsmittel und Getränke. Am höchsten war der britische Anteil bei Milch- und Fleischwaren (5,2 beziehungsweise 4,9 Prozent), Zuckerprodukten (4,8 Prozent) und alkoholischen Getränken (4,1 Prozent). Gerade bei Agrarerzeugnissen und Verarbeitungen davon kann es nach einem britischen EU-Austritt zu nennenswerten Zöllen, Handelskontingenten und Kontrollen kommen. Dies dürfte britischen Anbietern die Belieferung des belgischen Marktes deutlich erschweren.

Belgiens Einfuhr von Nahrungsmitteln und Getränken 2017 (in Millionen Euro)
SITC Warenbezeichnung/Produktgruppe Gesamteinfuhr aus Deutschland aus dem Vereinigten Königreich
01 Fleisch und Fleischprodukte 2.011,6 243,9 98,7
02 Milch- und Milchprodukte, Vogeleier 3.796,8 566,3 197,8
03 Fische, andere Wassertiere und Zubereitungen 1.977,6 143,5 43,4
04 Getreide und Getreideprodukte, Teig- und Backwaren 3.487,8 520,5 138,7
05 Gemüse, Früchte und Zubereitungen 7.149,7 548,1 70,3
06 Zucker, Zuckerwaren, Honig 1.062,5 199,6 50,7
07 Kaffee, Tee, Kakao, Gewürze und Waren daraus 3.573,6 414,7 80,4
09 Verarbeitete Lebensmittel und Zubereitungen 1.366,3 216,8 45,4
11 Getränke 2.467,9 277,9 97,2
.112 Alkoholische Getränke 1.503,7 194,5 62,2

Quelle: Eurostat

Italien: Begrenzte Absatzmöglichkeiten für Nahrungsmittelvorprodukte

Die Nahrungsmittelbranche ist mit einem jährlichen Umsatz von circa 135 Milliarden Euro einer der Kernsektoren der italienischen Industrie. Viele italienische Produkte erweisen sich als Exportschlager und erreichen jährlich neue Rekordwerte bei den Ausfuhren. Nichtsdestotrotz macht sich die Branche Sorgen über einen Rückgang der Exporte ins Vereinigte Königreich nach einem Brexit. Das Land ist zudem auf importierte Vorprodukte angewiesen, insbesondere Fleisch, Fisch und Milch, die in die italienische Produktion einfließen. Der Anteil aus Großbritannien ist aber niedrig.

Aus dem Vereinigten Königreich importierte Italien 2017 vor allem Fisch und alkoholische Getränke. Falls der Brexit diese Lieferungen verteuert und/oder verlangsamt, könnten deutsche Lieferanten neue Marktanteile erschließen. Das Potenzial ist jedoch laut Marktkennern nicht sehr groß, da die deutsche Nahrungsmittelindustrie bereits der wichtigste Lieferant ist. Gleichzeitig beschränken sich britische Importe auf wenige konkrete Produkte wie Lachs und Gin, die nicht leicht ersetzbar sind.

Italienische Einfuhr von Nahrungsmitteln und Getränken 2017 (in Millionen Euro)
SITC Warenbezeichnung/Produktgruppe Gesamteinfuhr aus Deutschland aus dem Vereinigten Königreich
01 Fleisch und Fleischprodukte 4.687,0 1.022,9 63,9
02 Milch- und Milchprodukte, Vogeleier 3.731,3 1.340,5 73,1
03 Fische, andere Wassertiere und Zubereitungen 5.721,1 172,9 138,8
04 Getreide und Getreideprodukte, Teig- und Backwaren 4.190,3 451,9 62,0
05 Gemüse, Früchte und Zubereitungen 5.918,3 405,1 48,9
06 Zucker, Zuckerwaren, Honig 1.168,0 248,3 30,1
07 Kaffee, Tee, Kakao, Gewürze und Waren daraus 2.990,4 436,4 35,1
08 Futtermittel 1.935,4 162,3 25,5
09 Verarbeitete Lebensmittel und Zubereitungen 1.723,0 357,1 57,8
11 Getränke 1.524,8 246,9 124,2
.112 Alkoholische Getränke 1.275,0 213,2 115,2

Quelle: Eurostat

Polen: Fleisch und Whisky dominieren Importe

Mehr als die Hälfte der polnischen Nahrungsmittel- und Getränkeimporte aus dem Vereinigten Königreich bestehen aus Fleisch, Whisky sowie Kaffee, Tee und Gewürzen. Beim Fleisch ist der Inselstaat vor allem wichtig als Quelle von Schaf- und Ziegenfleisch (29 Prozent aller Importe) sowie Rindfleisch (14 Prozent). Allerdings generieren beide Gruppen ein Volumen von nur 13 Millionen Euro. Nahezu das Sechsfache verdienen schottische Brennereien aus dem Polengeschäft. Sie verantworten über die Hälfte der Lieferungen, mit großen Abstand vor den USA und Italien. Eine nur unwesentlich schwächere Stellung haben britische Gin-Produzenten. Allerdings bezieht sich ihr 42-prozentiger Anteil auf einen wesentlich kleineren Bedarf von 3 Milliarden Euro. Dieser wird ferner zu einem Drittel durch deutsche Konkurrenten gedeckt.

Polnische Einfuhr von Nahrungsmitteln und Getränken 2017 (in Millionen Euro)
SITC Warenbezeichnung/Produktgruppe Gesamteinfuhr aus Deutschland aus dem Vereinigten Königreich
01 Fleisch und Fleischprodukte 1.763,1 542,3 102,6
02 Milch- und Milchprodukte, Vogeleier 979,6 348,9 18,2
03 Fische, andere Wassertiere und Zubereitungen 2.024,8 209,4 43,2
04 Getreide und Getreideprodukte, Teig- und Backwaren 1.093,2 339,6 21,4
05 Gemüse, Früchte und Zubereitungen 3.236,4 560,3 36,4
06 Zucker, Zuckerwaren, Honig 443,4 103,7 19,4
07 Kaffee, Tee, Kakao, Gewürze und Waren daraus 2.067,5 949,1 71,1
09 Verarbeitete Lebensmittel und Zubereitungen 1.187,7 394,6 60,9
11 Getränke 741,5 129,8 90,0
.112 Alkoholische Getränke 618,5 106,1 89,0

Quelle: Eurostat

Schweden: Brexit-Opfer alkoholische Getränke

Bei den Nahrungsmittelimporten wären in Schweden durch den Brexit vor allem alkoholische Getränke betroffen. Mit knapp 9 Prozent machen diese in dem Sektor den größten Anteil der schwedischen Warenbezüge aus dem Vereinigten Königreich aus.

Schwedische Einfuhr von Nahrungsmitteln und Getränken 2017 (in Millionen Euro)
SITC Warenbezeichnung/Produktgruppe Gesamteinfuhr aus Deutschland aus dem Vereinigten Königreich
01 Fleisch und Fleischprodukte 1.262,3 269,1 26,9
02 Milch- und Milchprodukte, Vogeleier 1.032,5 159,9 12,8
03 Fische, andere Wassertiere und Zubereitungen 4.352,2 41,7 7,5
04 Getreide und Getreideprodukte, Teig- und Backwaren 728,8 139,4 33,3
05 Gemüse, Früchte und Zubereitungen 2.358,9 223,1 27,7
07 Kaffee, Tee, Kakao, Gewürze und Waren daraus 1.042,1 129,5 36,5
09 Verarbeitete Lebensmittel und Zubereitungen 1.292,2 183,8 60,1
11 Getränke, darunter 1.172,2 119,3 83,3
112 Alkoholische Getränke 935,0 68,2 79,7

Quelle: Eurostat

Schweiz: Vielfältige Einfuhr von Getränken und Nahrungsmitteln

Die Einfuhren von Lebensmitteln und Getränken aus dem Vereinigten Königreich sind vielfältig, auch wenn sie prozentual nicht besonders ins Gewicht fallen. Einen großen Teil des Nahrungsmittelhandels wickelt der weltweit tätige Schweizer Konzern Nestlé ab, der seine Lieferketten schnell neu ordnen kann. Für schottischen Whisky wird sich indes kaum Ersatz finden lassen. Neben alkoholischen Getränken kommen aus dem Vereinigten Königreich besonders Fischzubereitungen, Tee und Gewürze sowie verarbeitete Lebensmittel.

Schweizer Einfuhr von Nahrungsmitteln und Getränken 2017 (in Millionen Euro)
SITC Warenbezeichnung/Produktgruppe Gesamteinfuhr aus Deutschland aus dem Vereinigten Königreich
01 Fleisch und Fleischprodukte 754,1 105,2 18,1
02 Milch- und Milchprodukte, Vogeleier 554,3 119,6 5,0
03 Fische, andere Wassertiere und Zubereitungen 731,1 93,3 30,2
04 Getreide und Getreideprodukte, Teig- und Backwaren 903,5 271,2 14,3
05 Gemüse, Früchte und Zubereitungen 2.499,3 166,2 12,1
07 Kaffee, Tee, Kakao, Gewürze und Waren daraus 1.349,1 177,1 23,7
09 Verarbeitete Lebensmittel und Zubereitungen 733,2 256,3 23,2
11 Getränke 1.638,0 168,7 60,2
.112 Alkoholische Getränke 1.323,0 97,1 54,1

Quelle: Eidgenössische Zollverwaltung

Tschechien: Geschäft mit Lebensmitteln ist ein Wachstumsmarkt

Im Lebensmittelhandel ist in Tschechien wegen der hohen Lohnzuwächse mit steigenden Marktvolumina zu rechnen. Der Trend geht dabei zu Premium-, Frische- und Bioprodukten, bei denen Deutschland und das Vereinigte Königreich direkte Wettbewerber sind. Britische Lieferanten sind bislang gut vertreten bei Kaffee, Kakao, Tee und Gewürzen sowie bei einigen alkoholischen Getränken. Durch die starke Präsenz von Tesco und Marks & Spencer im Lebensmitteleinzelhandel landen viele Nahrungsmittel von der Insel in den tschechischen Einkaufskörben.

Dem Brexit sehen einige tschechische Hersteller von Lebensmitteln und Getränken mit Sorge entgegen. Dazu gehören die Brauereien, denn das Vereinigte Königreich ist der sechstgrößte Abnehmer für böhmisches Bier. Der Lebensmittelkonzern Nestlé plant zurzeit in Olomouc eine Produktion von zuckerarmen Schokoriegeln, die speziell für den britischen Markt konzipiert wurden. Inwieweit solche Projekte auch nach dem EU-Austritt des Vereinigten Königreichs Bestand haben werden, hängt von den künftigen Zollregeln ab.

Tschechische Einfuhr von Nahrungsmitteln und Getränken 2017 (in Millionen Euro)
SITC Warenbezeichnung/Produktgruppe Gesamteinfuhr aus Deutschland aus dem Vereinigten Königreich
01 Fleisch und Fleischprodukte 1.211,9 311,5 5,8
02 Milch- und Milchprodukte, Vogeleier 660,8 234,1 6,6
03 Fische, andere Wassertiere und Zubereitungen 299,0 42,9 3,7
04 Getreide und Getreideprodukte, Teig- und Backwaren 629,1 122,1 12,6
05 Gemüse, Früchte und Zubereitungen 1.607,0 343,7 17,5
06 Zucker, Zuckerwaren, Honig 242,6 48,8 3,3
07 Kaffee, Tee, Kakao, Gewürze und Waren daraus 812,1 232,5 50,7
09 Verarbeitete Lebensmittel und Zubereitungen 631,5 142,5 16,0
11 Getränke 594,9 98,2 18,4
.112 Alkoholische Getränke 404,3 65,3 16,1

Quelle: Eurostat

Slowakei: Tesco verliert Marktanteile an deutsche Einzelhandelsketten

Im Bereich Nahrungs- und Genussmittel können britische Lieferanten lediglich bei Kaffee, Tee, Kakao und Gewürzen mit deutschen Anbietern konkurrieren. Bei den meisten anderen Produktkategorien haben sie nur marginale Lieferanteile. Durch den Rückzug der britischen Handelsgruppe Marks & Spencer verringert sich seit 2017 die Stellung des Vereinigten Königreichs im slowakischen Einzelhandel. Die britische Kette Tesco war jahrelang der führende Lebensmittelhändler im Land, muss aber zunehmend Marktanteile an die deutschen Wettbewerber Lidl und Kaufland abgeben. Das verschlechtert auch die Position von britischen Lebensmitteln.

Slowakische Einfuhr von Nahrungsmitteln und Getränken 2017 (in Millionen Euro)
SITC Warenbezeichnung/Produktgruppe Gesamteinfuhr aus Deutschland aus dem Vereinigten Königreich
01 Fleisch und Fleischprodukte 657,2 91,4 2,7
05 Gemüse, Früchte und Zubereitungen 706,4 136,9 8,5
07 Kaffee, Tee, Kakao, Gewürze und Waren daraus 493,0 117,2 32,3
09 Verarbeitete Lebensmittel und Zubereitungen 315,3 40,3 2,1
11 Getränke 364,4 18,1 7,5
.112 Alkoholische Getränke 212,9 13,8 7,5

Quelle: Eurostat

Kontaktadressen

Eine Bestandsaufnahme der möglichen Brexit-Auswirkungen auf 13 europäische Länder finden Sie in der GTAI-Analyse "Der Brexit und seine Folgen" auf: http://www.gtai.de/brexit-zielmaerkte

In der GTAI-Reihe "Branche kompakt" finden Sie die regelmäßig aktualisierten Kurzanalysen "Ernährungswirtschaft" für eine Vielzahl von Ländern: http://www.gtai.de/branche-kompakt

Dieser Artikel ist relevant für:

Frankreich, Italien, Niederlande, Schweiz, Schweden, Spanien, Slowakei, Tschechische Republik, Irland, Belgien, Polen, Vereinigtes Königreich Nahrungs- und Genussmittel, allgemein, Brexit

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