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18.02.2019

Nahrungsmittelimporte Hongkongs mit neuem Rekord

Deutschland liefert Fleisch und Molkereiprodukte / Von Roland Rohde

Hongkong (GTAI) - Hongkong muss seinen Bedarf an Nahrungsmitteln und Getränken überwiegend mit Importen decken. 2018 summierten sich die Einfuhren auf fast 28 Milliarden US-Dollar (US$).

Wer zum ersten Mal einen Supermarkt in den zentralen Wohn- und Geschäftsvierteln Hongkongs besucht, kommt aus dem Staunen nicht mehr raus. Das Angebot ist riesig, und die Waren stammen aus aller Welt: Es gibt edle australische oder japanische Steaks, französische Austern und Hummer, hunderte Sorten von Käse, Süßwaren aus Deutschland, Gletscherwasser aus der Arktis und vieles mehr.

Da in der Sonderverwaltungsregion (SVR) kaum Landwirtschaft existiert, muss sie sich hauptsächlich mit Hilfe von Importen ernähren. Weil die Bevölkerung und die Pro-Kopf-Einkommen stetig wachsen, nehmen auch die Brancheneinfuhren seit Jahren zu. 2018 summierten sie sich auf knapp 28 Milliarden US$, ein Plus von rund 4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Hongkongs Importe von Nahrungsmitteln und Getränken (in Mrd. US$) *)
Jahr Insgesamt, davon .Nahrungsmittel .Getränke
2013 23,1 20,7 2,4
2015 25,5 22,0 2,5
2017 26,5 23,3 3,2
2018 27,6 24,4 3,2
2019 2) 28,0 24,7 3,3

*) SITC-Pos. 0 (Nahrungsmittel) und 11 (Getränke)

Quellen: 2013 bis 2018: Statistikamt Hongkong; 2019: Germany Trade & Invest

China ist traditionell der größte Lieferant. Das Land bedient die Nachfrage im unteren Preissegment. Schätzungsweise knapp die Hälfte der Bevölkerung kann sich nur Waren aus dem Reich der Mitte leisten. Doch diese haben infolge zahlreicher Lebensmittelskandale einen denkbar schlechten Ruf. Wer es sich leisten kann, meidet Produkte aus der Volksrepublik. Restaurants werben sogar damit, dass sie kein Fleisch chinesischer Herkunft verwenden.

Hongkongs Einfuhren von Nahrungsmitteln und Getränken nach Lieferländern (2018; in Mio. US$)
Land Insgesamt, davon .Nahrungsmittel .Getränke
China 5.682,3 4.670,8 1.011,5
USA 4.330,8 4.232,6 98,2
Brasilien 2.485,3 2.485,2 0,1
Frankreich 1.552,6 241,0 1.311,6
Japan 1.416,6 1.333,2 83,4
Australien 1.395,4 1.172,0 223,4
Chile 1.191,8 1.171,0 20,8
Thailand 1.163,0 1.148,9 14,1
Vereinigtes Königreich 623,2 375,6 247,6
Neuseeland 609,6 597,3 12,3
Deutschland 494,9 473,8 21,1

Quelle: Statistikamt Hongkong

Deutschland verkaufte 2018 Nahrungsmittel und Getränke im Wert von rund einer halben Milliarde US$ nach Hongkong. Knapp zwei Drittel der Lieferungen "Made in Germany" entfielen auf Fleisch und Molkereiprodukte. Frankreich und das Vereinigte Königreich liegen in der Zollstatistik vor Deutschland, vor allem, weil sie im großen Umfang Wein beziehungsweise Whiskey in die SVR exportieren.

Auch 2019 dürften die Nahrungsmittel- und Getränkeimporte der Metropole steigen, allerdings nur sehr leicht. Die Konjunkturaussichten trüben sich ein, was sich auf die Konsumlaune der Bevölkerung auswirken dürfte. Die Anzahl der Touristen vom chinesischen Festland - einer wichtige Kundengruppe - soll zwar weiter steigen, ihre Pro-Kopf-Ausgaben könnten im Zuge der dortigen wirtschaftlichen Abkühlung aber sinken.

Kontaktadressen

Bezeichnung Internetadresse Anmerkung
Census and Statistics Department http://www.censtatd.gov.hk/home/index.jsp (Startseite); https://www.censtatd.gov.hk/hkstat/sub/so230.jsp (Außenhandelszahlen); https://www.censtatd.gov.hk/press_release/pressReleaseDetail.jsp?charsetID=1&pressRID=4417 (Zahlen zum Einzelhandelsumsatz) Statistik-amt Hongkong

Zusatzinformationen

Weitere Informationen zu Wirtschaftslage, Branchen, Geschäftspraxis, Recht, Zoll, Ausschreibungen und Entwicklungsprojekten in Hongkong können Sie unter http://www.gtai.de/hongkong abrufen. Die Seite http://www.gtai.de/asien-pazifik bietet einen Überblick zu verschiedenen Themen in der Region.

Dieser Artikel ist relevant für:

Hongkong, SVR Getränke, Nahrungsmittel

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Bernhard Schaaf

‎+49 228 24 993 349

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