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08.08.2018

Neue Chancen im türkischen Windenergiesektor

Einstieg ins Offshore-Geschäft steht bevor / Von Necip C. Bagoglu

Istanbul (GTAI) - Die Türkei plant den Bau ihres ersten Offshore-Windparks. Investoren können sich bis 23. Oktober um das Großprojekt bewerben. Auch sonst bietet die Branche gute Geschäftschancen.

Die Türkei setzt auf den Ausbau der Windenergie. Das Ministerium für Energie und Naturressourcen veröffentlichte im Staatsanzeiger (Resmi Gazete) vom 21. Juni 2018 eine Ausschreibung für den Aufbau des ersten Offshore-Windenergieparks des Landes mit einer geplanten Kapazität von 1.200 Megawatt. An dem Wettbewerb mit einer Bietungsfrist bis zum 23. Oktober 2018 dürfen sich ausschließlich juristische Personen beteiligen. Es ist allerdings möglich, sich mit anderen Firmen zu Konsortien zusammenzuschließen.

Bewerbungsunterlagen können im Energieministerium angefordert werden

Der Bieter mit dem niedrigsten Strompreisangebot wird den Zuschlag und eine Stromabnahmegarantie für die produzierten ersten 50 Terawatt-Stunden erhalten. Der Höchstpreis wurde vom Ministerium mit 8 US-Cent pro Kilowattstunde festgelegt. Ausführliche Informationen und Bewerbungsunterlagen zu diesem Projekt sind bei der Generaldirektion für erneuerbare Energien im Energieministerium gegen Zahlung von 20.000 Türkische Lira (TL; etwa 3.410 Euro; 1 Euro = 5,86 TL, Stand: 3. August 2018) erhältlich. Bewerber müssen eine Bietungsgarantie von 20 Millionen US-Dollar (US$) hinterlegen. Ist die Bewerbung erfolgreich, muss eine Leistungsgarantie von 100 Millionen US$ abgegeben werden, wobei zeitgleich die Bietungsgarantie zurückerstattet wird.

Lokaler Lieferanteil von 60 Prozent vorgesehen

Nach den Worten des Präsidenten des türkischen Windenergieverbandes TÜREB, Mustafa Serdar Ataseven, wird der geplante Offshore-Windpark voraussichtlich in den nordwestlichen Küstengebieten bei Gelibolu, Sarköy oder Kiyiköy entstehen. In der ersten Projektphase ist der Aufbau einer Kapazität von 840 Megawatt vorgesehen. Die restlichen 360 Megawatt sollen in sechs Jahren fertiggestellt werden. Es sollen Turbinen mit einer Leistung von jeweils mindestens 6 Megawatt eingesetzt werden. Bei den Ausrüstungen wird ein lokaler Lieferanteil von 60 Prozent angestrebt. Die Laufzeit der Betriebslizenz soll 30 Jahre betragen.

Türkei baut Windenergiekapazitäten aus

In der Vergangenheit hat die Türkei ihren Onshore-Sektor bereits kräftig ausgebaut. Die installierten Windenergiekapazitäten erreichten laut TÜREB Mitte 2018 insgesamt 7.013 Megawatt. Im 1. Halbjahr 2018 kamen Kapazitäten von 140,7 Megawatt hinzu. Von der bereitstehenden gesamten Windenergiekapazität entfielen 38,9 Prozent auf die ägäische Region und 33,9 Prozent auf die Marmara-Region. Weitere 13,3 Prozent der Kapazitäten waren in der Mittelmeerregion und 8,7 Prozent in Zentralanatolien. Auf Provinzebene betrachtet nahmen Izmir (19,6 Prozent), Balikesir (15,4 Prozent), Manisa (9,6 Prozent) und Hatay (5,2 Prozent) die ersten Plätze ein. Die größten Investoren bei den Windkraftwerken, die sich bereits in Betrieb befinden, sind die Unternehmen Polat Enerji (566 Megawatt), Demirer Enerji (487 Megawatt) und Güris (481 Megawatt).

Entwicklung der türkischen Windenergiekapazitäten
Jahr Kapazität (MW)
2011 1.806
2012 2.312
2013 2.958
2014 3.762
2015 4.718
2016 6.106
2017 6.872
1. Halbjahr 2018 7.013

Quelle: TÜREB

Mehrere Onshore-Windkraftanlagen im Aufbau

Mitte 2018 befanden sich in der Türkei Windkraftwerke mit einer Gesamtkapazität von 885 Megawatt (29 Projekte) im Aufbau. Größter Investor war dabei das Unternehmen Akfen Enerji, das in den Provinzen Canakkale und Denizli in Anlagen mit einer Kapazität von zusammen 243 Megawatt investiert. Zweitwichtigster Investor war die Firma Sancak Enerji, die in Konya Kapazitäten von 155 Megawatt errichtet. An dritter Stelle auf der Investorenliste stand die Gesellschaft Agaoglu mit einem 124 Megawatt-Projekt in Balikesir.

TÜREB-Präsident Ataseven erwartet für die Verwirklichung von geplanten neuen Windenergieprojekten mit geschätzten Investitionen von 1,5 Milliarden US$ verlässliche und vorhersehbare Rahmenbedingungen hinsichtlich der zukünftigen Förderpolitik. Da der bisher gültige staatliche Fördermechanismus unter der Bezeichnung "YEKDEM" im Jahr 2020 ausläuft, müssten - so Ataseven - klare neue Richtlinien rechtzeitig bekannt gemacht werden, damit sich Investoren darauf einstellen könnten.

Kontaktadressen

Enerji ve Tabii Kaynaklar Bakanligi (Ministerium für Energie und Naturressourcen)

Yenilenebilir Enerji Genel Müdürlügü (Generaldirektion für erneuerbare Energien)

Eskisehir Yolu 7. Km, No. 166

06520 Cankaya - Ankara, Türkei

T +90 (0)312 295 51 10

F +90 (0)312 295 50 05

yeka@yegm.gov.tr

http://www.yegm.gov.tr

Türkiye Rüzgar Enerjisi Birligi - TÜREB

(Turkish Wind Energy Association - TWEA)

Green Office, Kizilirmak Mah. 1443. Cad. No. 22/16

06520 Cukurambar - Ankara, Türkei

T +90 (0)312 474 02 74

F +90 (0)312 474 02 75

info@tureb.com.tr

http://www.tureb.com.tr

Weitere Informationen zu Wirtschaftslage, Branchen, Geschäftspraxis, Recht, Zoll und Ausschreibungen in der Türkei sind unter http://www.gtai.de/tuerkei abrufbar.

Dieser Artikel ist relevant für:

Türkei Energiepolitik, Strom-/ Energieerzeugung, Wind

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