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04.02.2019

Neue Schnellspuren für Tel Aviv

Ausschreibung für Park-and-Ride-System veröffentlicht / Von Wladimir Struminski

Jerusalem (GTAI) - Israel will zwei Schnellspuren an den Stadteinfahrten von Tel Aviv, inklusive eines Park-and-Ride-Systems, bauen. Die Kosten werden auf 1,5 Milliarden US-Dollar beziffert.

Israel will den Straßenverkehr in Tel Aviv durch ein neues Schnellspur- und Parksystem entlasten. Dazu werden zwei neue Schnellspuren, eine vom Norden, die andere vom Süden her verlegt. An beiden wird auch ein Park-and-Ride-System angeboten.

Das Projekt, dessen Kostenpunkt auf umgerechnet 1,5 Milliarden US-Dollar (US$) geschätzt wird, soll im Rahmen einer öffentlich-privaten Partnerschaft realisiert werden. Die neuen Schnellspuren ergänzen die seit 2011 in Betrieb befindliche, mautpflichtige Schnellspur, die aus südöstlicher Richtung in die Stadt führt.

Im Januar 2019 schrieb die Regierung den Bau und Betrieb des Park-and-Ride-Systems für die neuen Schnellspuren aus. Der Ausschreibungssieger wird das System planen, finanzieren, bauen, betreiben und instand halten. Ausschreibungen für den Bau der Schnellspuren sollen, wie das Finanzministerium erklärte, folgen. Der Abschluss aller Bauarbeiten ist für 2025 geplant.

Zu dem Park-and-Ride-System gehören zwei Großparkplätze: einer in Tel Avivs südlicher Anrainerstadt Rishon Le-Zion mit 4.000 und ein weiterer in der Nähe der nördlich von Tel Aviv gelegenen Ortschaft Shfayim mit 7.000 Parkplätzen. Autofahrer, die diese Parkmöglichkeiten nutzen, können kostenfrei in Pendelbusse umsteigen, die laut Planung zehn wichtige Ziele in Tel Aviv ansteuern werden.

Wie das Finanzministerium bei der Veröffentlichung der Ausschreibung betonte, werden die Schnellspuren parallel zu den bestehenden Autobahnen verlegt, so dass die Zahl der gebührenfreien Fahrspuren nicht verkleinert wird. Ferner soll im Rahmen des Projekts eine 3 km lange Autobahnstrecke zwischen Shfayim und der Stadt Raanana gebaut werden. Das Finanzministerium erwartet, dass sich alle sechs Konsortien, die sich bei der Vorausschreibung qualifiziert haben, an der Ausschreibung für das Park-and-Ride-System beteiligen werden.

Beitrag zur Verkehrsentlastung

Die heute bestehende Schnellspur-Einfahrt nach Tel Aviv wird gelegentlich als eine "Straße für Reiche" kritisiert: Bei Spitzenbelastung kann die Nutzung der 13 km langen Strecke umgerechnet bis zu 30 US$ kosten. Indessen bringt sie ihren Betreibern nicht nur Einnahmen, sondern leistet auch einen Beitrag zur Verkehrsentlastung, indem sie nach Betreiberangaben täglich bis zu 8.000 Einfahrten nach Tel Aviv erspart. Das ist dem Park-and-Ride-Angebot ebenso wie der Bildung von Fahrgemeinschaften zu verdanken.

Eine noch stärkere Reduktion des in Tel Aviv ankommenden Pkw-Verkehrs versprechen sich die Planer von den beiden neuen Schnellspuren. Als Israels Wirtschafts- und Kulturmetropole muss Tel Aviv bei einer Bevölkerung von 440.000 Einwohnern werktags einen Zustrom von schätzungsweise 600.000 Berufspendlern und anderen Besuchern bewältigen. Wenn die Zahl der von außerhalb in die Stadt einfahrenden Fahrzeuge reduziert wird, wird dies auch den Bedarf an innerstädtischen Investitionen in den Straßenverkehr senken. Im Gespräch ist daher bereits eine vierte, vom Osten führende Schnellspur nach Tel Aviv.

Bewerber für das neue Tel Aviver Park-and-Ride-System
Unternehmen Anmerkungen
Bewerberkonsortium 1
Shikun Ubinui Baukonzern
Egged Bustransportunternehmen
Bewerberkonsortium 2
Minrav Holdings Bauunternehmen
Metropolin Bustransportunternehmen
Monolead Infrastrukturbau
Arie Shasha Personenbeförderung
Bewerberkonsortium 3
Ashtrom Properties Bau, Erwerb und Verwaltung kommerzieller Immobilien
Oron Group Investments and Holdings Gebäude- und Infrastrukturbau
Bewerber 4
Shapir Engenieering (Einzelbewerber) Infrastrukturbau
Bewerberkonsortium 5
Dan Public Transportation Bustransportunternehmen
Denya Cebus Bauunternehmen
Konsortium 6
Electra Bauunternehmen
Afikim Public Transportation Bustransportunternehmen

Quelle: Finanzministerium

Weitere Informationen zu Wirtschaftslage, Branchen, Geschäftspraxis, Recht, Zoll, Ausschreibungen und Entwicklungsprojekten in Israel können Sie unter http://www.gtai.de/israel abrufen.

Dieser Artikel ist relevant für:

Israel Verkehrsinfrastrukturbau, allgemein, Straßen-, Brücken- und Tunnelbau

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