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20.05.2019

Niederländischer IKT-Sektor im Aufwind

Personalmangel bremst Dynamik / Von Marte-Marie van den Bosch

Den Haag (GTAI) - Der niederländische IKT-Sektor entwickelt sich dynamischer als die Gesamtwirtschaft. Das Softwaresegment ist der stärkste Bereich.

Die Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) gehört zu den am dynamischsten wachsenden Branchen der Niederlande. Seit 2014 ist der Sektor im Aufwind und legte 2018 um 7,4 Prozent zu. Auch für die Jahre 2019 und 2020 rechnen Experten mit einem Plus von je 5,0 und 4,5 Prozent. Laut einer im Auftrag der ABN Amro Bank von Panteia ausgeführten Studie generieren die insgesamt etwa 55.000 Unternehmen einen Umsatz von rund 90,3 Milliarden Euro. Der Sektor hat einen Anteil von etwa 4,5 Prozent am Bruttoinlandsprodukt. Damit ist die Branche stärker als der Agrarbereich und vergleichbar mit dem Bausektor.

Software als Wachstumstreiber

Etwa 54 Prozent der Branchenunternehmen sind Softwarefirmen. IT-Dienstleister und Systemintegratoren machen 27 Prozent des Marktes aus, Hardware 5 Prozent. Ähnlich sieht es beim Personal aus: Das Segment Software beschäftigt 55 Prozent aller IT-Fachkräfte. Kleine Unternehmen dominieren den Markt: Etwa 56 Prozent der Firmen sind Einmannbetriebe, 88 Prozent haben laut Statistikamt CBS fünf oder weniger Angestellte. Nur 0,6 Prozent der Firmen beschäftigen mehr als 100 Mitarbeiter.

Der Umsatz des Softwaresegments macht knapp 42 Prozent des IT-Sektors aus, der Bereich Hardware mit 26,9 Milliarden Euro knapp 30 Prozent. Der Anteil des Softwaresektors am Bruttoinlandsprodukt (BIP) hat sich von 2003 bis 2019 verdoppelt und liegt nun bei 3 Prozent. Grund ist die fortschreitende Digitalisierung der Wirtschaft, damit bleibt Software auch künftig ein Wachstumsmarkt.

Fachkräfteengpässe stellen Hürde dar

Laut der ABN AMRO-Studie haben etwa 17 Prozent der Unternehmen mit Personalmangel zu kämpfen. Zudem haben knapp 8 Prozent der Firmen Schwierigkeiten bei der Finanzierung. Die Banken sind angesichts der vielen kleinen, schnell wachsenden Unternehmen mit neuen und unbekannten Geschäftsmodellen zurückhaltend. Etwa 5 Prozent der IKT-Unternehmen beklagen den Gesetzesrahmen, insbesondere beim Datenschutz.

Der größte Abnehmer von IKT ist der Dienstleistungsbereich. Etwa ein Viertel aller Unternehmen hat Kunden aus der Sparte, gefolgt vom Finanzsektor (15 Prozent) sowie dem Groß- und Einzelhandel (13 Prozent). Nur etwa 7 Prozent der Betriebe bedienen die Industrie. Künftig werden im öffentlichen Sektor, im Gesundheitswesen und im Finanzsektor die größten Veränderungen durch die Digitalisierung erwartet. IKT-Firmen rechnen daher mit Neukunden aus diesen Bereichen.

Fusions- und Übernahmewelle

In den Jahren 2017 und 2018 erfolgten einige große Übernahmen und Fusionen. So hat beispielsweise Siemens im Sommer 2018 die Rotterdamer Mendix (führendes Unternehmen im Bereich Low Code-Applikationsentwicklung) übernommen.

Der niederländische Softwaremarkt ist stark fragmentiert und unterteilt in viele kleine Nischenmärkte. Damit ergeben sich neue Möglichkeiten für Firmen mit Buy-und Build-Strategien: Ursprünglich im Wettbewerb zueinander stehende Unternehmen fusionieren, um Größeneffekte und eine bessere Marktposition zu erreichen. Auch Konsolidierungen im Bereich der IKT-Infrastruktur sorgen für anhaltende Übernahmen. Laut Experten soll es 2019 zu weiteren Übernahmen kommen, was deutschen Unternehmen Chancen eröffnen kann.

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Bezeichnung Internetadresse Anmerkung
Germany Trade & Invest http://www.gtai.de/niederlande Außenhandelsinformationen für die deutsche Exportwirtschaft
AHK Niederlande https://niederlande.ahk.de Anlaufstelle für deutsche Unternehmen
ICT Nederland HYPERLINK "https://www.nederlandict.nl/"http://www.nederlandict.nl IKT-Branchenverband
Computable http://www.computable.nl Fachblatt

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Niederlande Computer, -Hardware, Peripheriegeräte etc., Digitalisierung

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