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05.11.2018

Norwegen baut neue Straßen

Güterverkehrsaufkommen wächst kontinuierlich / Von Michal Wozniak und Romy Helm

Stockholm (GTAI) - Norwegens Regierung steigert von Jahr zu Jahr seine Infrastrukturinvestitionen. Wie können Straßenbauer davon profitieren?

Norwegens Regierung will 2019 über 7,7 Milliarden Euro für Infrastrukturinvestitionen ausgeben. Der größte Teil des im Vergleich zum Vorjahr um knapp 8 Prozent gewachsenen Geldtopfes wird dem Amt für Öffentliche Straßen (Statens vegvesen; Sv) zugutekommen. Im Rahmen des Nationalen Transportplans 2018 bis 2029 ist dieser für 50 große Autobahnprojekte im Gesamtwert von geschätzten 135 Milliarden Kronen (nkr; etwa 14,2 Milliarden Euro; 1 Euro = 9,4898 nkr; Stand: 25.10.18) verantwortlich. Damit wie geplant 30 der Vorhaben bis 2023 fertiggestellt werden können, wird Sv 2019 mit nahezu 32 Milliarden nkr (etwa 3,3 Milliarden Euro) bezuschusst.

Die für den Straßenbau und -unterhalt verantwortliche Nye Veier AS soll 5,4 Milliarden nkr (etwa 569 Millionen Euro) erhalten. Dabei gilt die Priorität vor allem dem Ausbau der Autobahn E6. Bis März 2019 soll ein Ausführer für den Bau des 19 Kilometer langen Abschnitts zwischen Kvithammar und Asen ausgewählt werden. Besonders interessant macht diesen ein aus zwei separaten und jeweils 7,8 Kilometer langen Rohren bestehender Tunnel unter dem Berg Forbordsfjell. Wegen des hohen Schwierigkeitsgrades werden die Baukosten für den gesamten Abschnitt auf 422 Millionen Euro geschätzt. Die Arbeiten sollen etwa ein Jahr nach der Auftragsvergabe starten und bis spätestens 2026 abgeschlossen sein.

Vorbeugende Maßnahmen gegen Erdrutsche

Neben dem Ausbau des Straßennetzes ist auch die Verkehrssicherheit ein wichtiges Anliegen. Deswegen sollen bestehende Straßenabschnitte in ganz Norwegen besser gegen Erdrutsche geschützt werden. In entsprechende Vorhaben auf Fernstraßen sollen 2019 etwa 1,1 Milliarden nkr (etwa 116 Millionen Euro) und auf Kreisstraßen 800 Millionen nkr (etwa 84 Millionen Euro) fließen. Der Großteil der Vorhaben wird an Tunneln durchgeführt.

Des Weiteren sollen für 25 Millionen nkr (etwa 2,6 Millionen Euro) Brücken auf Kreisstraßen verstärkt werden, um beispielsweise schwere Transporte von Holz zu ermöglichen. Laut Norwegens Forsteigentümerverband (Norges Skogeierforbund) sind zur Zeit 1.050 der insgesamt 11.350 Brücken und Fährhäfen im Kreisstraßennetz nicht für Transporte über 60 Tonnen Gewicht zugelassen.

Sicherheit geht vor

Hintergrund der Bemühungen ist das wachsende Verkehrsaufkommen auf norwegischen Straßen. Bereits heute misst Sv auf manchen Strecken knapp 300 Lastkraftwagen (Lkw) pro Stunde. Insgesamt belief sich die 2017 erbrachte Fahrleistung im Straßenverkehr auf über 45 Milliarden Kilometer, nahezu 1 Prozent mehr als im Vorjahr. Lkw und Sattelzüge haben im gleichen Zeitraum sogar um 1,5 Prozent zugelegt. Großtransporteure werden wohl dafür sorgen, dass der Trend nicht abbricht: Die Post Nord hat beispielsweise laut Presseberichten vor, 30 Prozent der bisher per Zug beförderten Güter auf Lkw zu verlagern.

Zumindest private Autofahrer sollen aber ihre eigenen vier Räder öfter stehen lassen. Um sie davon zu überzeugen, werden 2019 immerhin 3,7 Milliarden nkr (etwa 390 Millionen Euro) für den Personennah- und -ferntransport sowie den Bau von Fußgänger- und Fahrradwegen an stark befahrenen Straßen bereitgestellt. Dies entspricht einer Steigerung von 45 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Ausgewählte Investitionsprojekte im Straßenbau
Projekt Investitionssumme (in Mio. Euro) 1) Projektstand Anmerkungen
E6 Sorfold, Neubau von Brücke und Tunnel 896 Planungsphase; geplanter Baustart 2022 Bauherr: Statens vegvesen; http://www.vegvesen.no
E18 Retvet-Vinterbro, Anpassung für Schwer- und Fernverkehr 738 Vorbereitende Bauarbeiten beginnen 2019 Teil des Projekts E18 Orje-Vinterbro; Bauherr: Statens vegvesen
E8 Sorbotn-Laukslett, Neubau der Straße als Umfahrung 232 Planungsphase, geplanter Baustart 2022 Bauherr: Statens vegvesen
E39 Betna - Stormyra; Ausbau von 3 Streckenabschnitten; insgesamt 26 km 221 Planungsphase; geplante Bauzeit 2019-2023 Bauherr: Statens vegvesen
E136 Flatmark - Monge - Marstein, Straßenausbau für verbesserte Verkehrssicherheit und Erreichbarkeit, Länge 8,3 km 105 Planungsphase, geplante Bauzeit 2021-2024 Bauherr: Statens vegvesen
E6 Ringebu - Otta, Abschnitt Sjoa - Otta, zweispuriger Straßenausbau mit Mittelleitplanken und Überholabschnitten k.A. Planungsphase, geplanter Baustart 2023 Teil des Projekts E6 Biri - Otta; Bauherr: Statens vegvesen

*) Umrechnung gemäß: 1 Euro = 9,4898 nkr; Stand: 24.10.18

Quellen: Statens vegvesen; Recherchen der GTAI

Mehr zu Norwegen erfahren Sie unter http://www.gtai.de/Norwegen.

Dieser Artikel ist relevant für:

Norwegen Straßen-, Brücken- und Tunnelbau

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