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08.04.2019

Österreich investiert 8 Milliarden Euro in Fernstraßennetz

Zunehmender Verkehr erfordert Handeln / Von Axel Simer

Bonn (GTAI) - Volle Kassen durch Mauteinnahmen: Der staatliche Schnellstraßenbetreiber Asfinag profitiert vom gestiegenen Verkehrsaufkommen.

Die österreichische Konjunktur läuft seit einigen Jahren auf Hochtouren. Dementsprechend steigt das Verkehrsaufkommen: allein 2018 um 2,8 Prozent. Pkw und Lkw legten auf Österreichs Straßen 32 Milliarden Kilometer zurück, wobei der Schwerverkehr sogar um sechs Prozent zulegte.

Das steigende Verkehrsaufkommen spült viel Geld in die Kassen des Autobahn- und Schnellstraßenbetreibers Asfinag. Die Mauteinnahmen stiegen 2018 von 2,03 auf 2,23 Milliarden Euro, wie Gabriele Csoklich, Direktorin Asfinag, Anfang März 2019 gegenüber der Presse erklärte. Das Geld kann die zu einhundert Prozent staatseigene Gesellschaft sehr gut gebrauchen. Im Jahr 2019 werden 1,2 Milliarden Euro in das Straßennetz investiert. Davon fließen 700 Millionen Euro in neue Strecken, zusätzliche Tunnelröhren sowie Erweiterungen (dritte Autobahn-Fahrspur). Weitere 500 Millionen Euro gehen in die Erneuerung und Instandhaltung bestehender Straßen, sagte Asfinag-Vorstand Hartwig Hufnagl.

Die Investitionen seien auch ein wichtiger Impuls für die Bauwirtschaft und sicherten beziehungsweise schafften tausende Arbeitsplätze. "Im Vordergrund steht aber die Verkehrsentlastung und -sicherheit", sagte Verkehrsminister Norbert Hofer. Mit 33 Toten durch Unfälle auf Autobahnen und Schnellstraßen sei im Vorjahr ein historischer Tiefstand erreicht worden, "aber das ist immer noch zu viel". Deshalb sei wichtig, dass jeder zweite Euro in die Verkehrssicherheit fließe.

Tunnel ohne Gegenverkehr

Ein Meilenstein für Österreichs Fernstraßennetz sei die zweite Röhre des Gleinalmtunnels auf der Pyhrnautobahn (A9). Der Tunnel soll - nach Erneuerung der alten Röhre - zum Jahresende 2019 in Betrieb gehen. Damit sei die gesamte Pyhrnachse zweiröhrig ausgebaut, womit es auf dieser Nord-Süd-Route keine gefährlichen Gegenverkehrsabschnitte mehr gebe, so Hofer.

Weitere große Tunnelprojekte betreffen die Arlberg-Schnellstraße S16 (zweite Röhre und Generalsanierung des Perjentunnels) sowie die zweite Röhre für den Karawankentunnel der A11. Insgesamt belaufen sich die geplanten Investitionen von Asfinag bis 2024 auf 8,1 Milliarden Euro. Das Unternehmen stemme das aus eigener Kraft, ohne staatlichen Zuschuss, betonte Hufnagl. Im Vorjahr steigerte Asfinag den Gewinn von 709 Millionen auf 831 Millionen Euro. 170 Millionen Euro davon fließen als Dividende an den Staat.

Für die Linzer Autobahn (A26) haben die Arbeiten mit dem Bau der neuen Donaubrücke im Februar 2019 begonnen. Diese Westumfahrung soll die Innenstadt von Linz entlasten. Veranschlagte Investition: 668 Millionen Euro.

Das heikelste und mit 1,9 Milliarden Euro teuerste Projekt dürfte das neue 19 Kilometer lange Teilstück der Wiener Außenringschnellstraße (S1) mit dem Lobautunnel sein. Hier sei ein Baubeginn des S1-Abschnitts Schwechat bis Süßenbrunn noch 2019 geplant, kündigte Hufnagl an. Der Freilandabschnitt nördlich der Donau (Groß Enzersdorf bis Süßenbrunn) werde dann bereits befahrbar sein.

Beim Lobautunnel laufen indes noch zwei Verfahren zum Wasser- und Naturschutzrecht. Hufnagl gab sich jedoch optimistisch, dass diese - nach dem seit Mai 2018 vorliegenden positiven Bescheid zur Umweltverträglichkeitsprüfung - ebenfalls positiv abgewickelt würden. Einen Zeitraum nannte er aber nicht. Das Schließen der Lücken im Wiener Außenring werde nicht nur die Lebensqualität der Anrainer zwischen Raasdorf und Gänserndorf verbessern. Das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) habe errechnet, dass die A1 direkt und indirekt durch Betriebsansiedlungen 32.000 Arbeitsplätze schaffe und sichere.

Internetadresse:

Die Bundesgesellschaft Asfinag mit Sitz in Wien plant, finanziert, baut, betreibt, wartet und bemautet 2.200 Kilometer Autobahnen und Schnellstraßen in Österreich: http://www.asfinag.at

Weitere Informationen zu Österreich finden Sie unter: http://www.gtai.de/oesterreich

Dieser Artikel ist relevant für:

Österreich Straßen-, Brücken- und Tunnelbau

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