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29.03.2018

Omans Flughäfen auf Wachstumskurs

Neuer Terminal in Maskat eröffnet / Ausbau kleinerer Flughäfen / Von Robert Espey

Dubai/Maskat (GTAI) - Oman möchte auf dem kräftig wachsenden internationalen Flugtransitmarkt eine größere Rolle spielen. Dazu soll der gerade eröffnete neue Terminal in Maskat beitragen. Schon in den letzten fünf Jahren hat sich in Maskat die Passagierzahl um 90 Prozent auf 14 Millionen erhöht. Die Planungen für den weiteren Ausbau des Flughafens haben bereits begonnen. Oman steht im Wettbewerb mit den anderen Flughäfen der Region, die ebenfalls an ambitionierten Expansionsprogrammen arbeiten.

Am 20. März 2018 hat der Flughafen von Maskat mit der Eröffnung des neuen Terminals und des neuen Frachtzentrums die erste Phase seines Ausbauprogramms weitgehend abgeschlossen. Das alte, 1973 fertiggestellte und 1983 erweiterte Terminal wurde geschlossen. Mit dem Bau des neuen Terminals, einer neuen Start- und Landebahn sowie eines neuen Towers wurde vor etwa sieben Jahren begonnen. Als letzte Maßnahme der ersten Ausbauphase ist die Instandsetzung und Erweiterung der derzeit nicht genutzten alten Start- und Landebahn geplant, dafür sind 35 Millionen US-Dollar (US$) vorgesehen. Seit Ende 2016 liegt ein Angebot der zyprischen Joannou & Paraskevaides Gruppe vor. Wann über die Vergabe entschieden werden soll, ist unklar.

Die erste Ausbauphase des Flughafens Maskat war Teil eines 5 Milliarden US$ Programms zur Entwicklung der beiden internationalen Flughäfen des Landes, Maskat und Salalah im Süden. Anfang 2013 gab es einen Wechsel im Projektmanagement. Das 2005 engagierte Team aus der dänischen Cowi und den lokalen Larsen Architects & Consulting Engineers wurde gegen das US-Unternehmen Hill International ausgetauscht.

Die 0,8 Milliarden US$ teure Erweiterung des Flughafens in Salalah konnte bereits 2015 im Wesentlichen abgeschlossen werden. Die Ausbauarbeiten umfassten unter anderem ein neues Terminal, eine zweite Star- und Landebahn und einen Kontroll-Tower. Das neue Terminal hat eine Kapazität von jährlich 1 Millionen Passagieren, das alte Terminal wird weiterhin für Inlandsflüge genutzt. Das Passagieraufkommen in Salalah stieg 2017 um 28 Prozent auf 1,5 Millionen, davon entfielen 0,9 Millionen auf Inlandsflüge. In Salalah ist langfristig eine Kapazitätsausweitung auf 6 Millionen Passagiere vorgesehen, einen konkreten Zeitplan gibt es dafür allerdings noch nicht.

Oman: Entwicklung des Passagieraufkommens 2012 bis 2017 (in 1.000)
Flughäfen (IATA Code) 2012 2014 2016 2017
Muscat (MCT) 7.546 8.711 12.031 14.035
.internationale Flüge 1) 6.817 7.872 11.008 12.824
.Inlandsflüge 729 839 1.023 1.211
Salalah (SLL) 629 842 1.198 1.528
.internationale Flüge 1) 124 233 431 579
.Inlandsflüge 505 609 767 949
Sohar (OHS; In- und Auslandsflüge) 2) 2) 2) 113
Khasab (KHS; nur Inlandsflüge) k.A. k.A. 59 3)
Mukhaizna (UKH; nur Inlandsflüge) 4) k.A. k.A. 39 3)
Duqm (DQM; nur Inlandsflüge) - 5) 24 3)

1) einschließlich Transit; 2) regulärer Flugbetrieb ab zweite Hälfte 2017; 3) sind in der Zahl der Inlandsflüge von Maskat enthalten; 4) gehört zur Ölgesellschaft; 5) Eröffnung Mitte 2014

Quelle: Public Authority for Civil Aviation

Neuer Terminal in Maskat schon am Limit?

Auch in Maskat gilt die jetzt erfolgte Eröffnung des neuen Terminals nur als erste Phase eines langfristigen Expansionsprogramms. Der von einem Konsortium aus Bechtel (USA), Enka (Türkei) und der lokalen Bahwan Engineering Company gebaute Terminal kostete 1,8 Milliarden US$ und ist auf eine nominale Kapazität von 12 Millionen Passagieren ausgelegt, drei weitere Ausbauphasen sollen eine Erhöhung auf letztlich 48 Millionen bringen.

Die Kapazität des neuen Terminals wird aktuell nicht mehr mit 12 Millionen, sondern mit 20 Millionen Passagieren angegeben, von konzeptionellen Änderungen gegenüber der Planung ist jedoch nichts bekannt. Schon 2017 wurden im nun stillgelegten alten Terminal 14 Millionen Passagiere (2016: 12 Millionen) abgefertigt, davon entfielen 6,4 Millionen auf Transitpassagiere. Auch in diesem und den nächsten Jahren sollen die Passagierzahlen weiter kräftig zulegen.

Die weiterhin stark defizitäre Oman Air strebt bis 2030 eine gewaltige Steigerung ihrer Passagierzahlen auf 39 Millionen an, rund 8,5 Millionen waren es 2017 (2016: 7,7 Millionen). Die Fluglinie kauft neue Maschinen und bietet zusätzliche Verbindungen noch Europa und Afrika an. An den 2017 über 114.000 Starts und Landungen in Maskat hatte Oman Air einen Anteil von 72 Prozent, gefolgt von Qatar Airways mit 4 Prozent. Auf jeweils rund 3 Prozent kamen die 2016 gegründete omanische Billigfluglinie Salam Air, Emirates, FlyDubai, Air Arabia (Sharjah) sowie die indischen Gesellschaften IndiGo, Air India Express, Air India und Jet Airways.

Obwohl auch zukünftig von hohen Wachstumsraten im internationalen Flugverkehr auszugehen ist, muss sich Maskat als Transit Hub der regionalen Konkurrenz stellen. Neben den Großflughäfen Dubai und Istanbul sind auch die anderen Flughäfen der Region auf Wachstumskurs, es drohen Überkapazitäten. Neue Terminalkapazitäten sind in Abu Dhabi, Saudi-Arabien, Kuwait und Bahrain im Bau. Doha hat 2014 einen neuen Terminal eröffnet und plant für 2,5 Milliarden US$ eine Erweiterung des Terminals, die die Passagierkapazität auf 50 Millionen verdoppeln würde.

Ausbau von Regionalflughäfen

In Duqm (Provinz Al Wusta) und Sohar (Provinz Al Batinah North) werden Flughäfen mit einer Kapazität von jeweils 0,5 Millionen Passagieren gebaut, einzelne Bauphasen sind schon abgeschlossen. Ungewiss ist die weitere Entwicklung von Flughafenprojekten in Ras Al Hadd (Provinz Ash Sharqiyah South) und in der Provinz Musandam.

Der Flughafen der im Aufbau befindlichen Wirtschaftssonderzone Duqm wurde Mitte 2014 in Betrieb genommen. Die 4 Kilometer lange Start- und Landebahn ist auch für große Flugzeuge geeignet. Die Start- und Landebahn sowie die entsprechende Infrastruktur (Rollbahnen, Vorfeld) wurden für 103 Millionen US$ von der süd-koreanischen Hanjin Heavy Industries & Construction Company gebaut. Die sonstige Infrastruktur des Flughafen (wie Zufahrtsstraßen, Strom- und Wasserversorgung, Abwasserentsorgung) wurde für 70 Millionen US$ von einer lokalen staatlichen Firma gebaut.

Bislang wird der Flugverkehr in Duqm ohne Terminal abgewickelt. Der Auftrag zum Bau eines 94 Millionen US$ Terminals mit einer Jahreskapazität von 500.000 Passagieren und 20.000 Tonnen Fracht ging 2014 an das indische Unternehmen Larsen & Toubro. Die Fertigstellung ist bis Ende 2018 vorgesehen. Aktuell wird Duqm sechsmal pro Woche von Oman Air mit einer Boeing 737-800 angeflogen. Der Flughafen hat 2017 lediglich 34.347 Passagiere abgefertigt.

Der Flughafen von Sohar wurde im November 2014 offiziell eröffnet. Ein regelmäßiger Flugbetreib begann aber erst im zweiten Halbjahr 2017. Sohar wird von Air Arabia aus Sharjah (12 Flüge pro Woche) und von Qatar Airways (13 Flüge) angeflogen. Der Flughafen gilt deshalb als Omans dritter internationaler Airport. In Sohar sind 2017 rund 113.000 Passagiere abgefertigt worden. Auch in Sohar fehlt noch der Passagierterminal, ein Auftrag über 93 Millionen US$ ist zwar schon 2016 an Larsen & Toubro vergeben worden, die Bauarbeiten haben allerdings noch nicht begonnen.

Die Zukunft des Flughafenprojekts Ras Al Hadd ist unklar. Bislang wurden 123 Millionen US$ investiert. Die Start- und Landebahn ist seit 2013 fertig. Der geplante Bau eines 300 Millionen-US$-Terminals liegt aber seit 2014 auf Eis. Ein regelmäßiger Flugverkehr findet noch nicht statt.

Die Planung für den Bau eines neuen Flughafens in der nördlichen Provinz Musandam wurde 2013 nach vierjähriger Diskussion aufgegeben. Zwei Jahre später ist aber mit einer Neuplanung begonnen worden. Musandam ist vom restlichen Oman durch die Vereinigten Arabischen Emirate getrennt. Die kleine Hafenstadt Khasab in Musandam hat einen militärisch-zivilen Flughafen, den Oman Air neunmal wöchentlich anfliegt. In Khasab wurden 2016 rund 60.000 Passagiere abgefertigt.

Für einen möglichen neuen Flughafen in Musandam sind derzeit vier Standorte in der Diskussion. Die Kosten werden mit 500 Millionen US$ kalkuliert. Die spanische Beratungsfirma Airia hat 2016 eine erste Durchführbarkeitsstudie abgeschlossen. Eine Kosten- und Umweltverträglichkeitsstudie ist geplant.

In Adam (Region Ad Dakhiliyah) sind die Planungen für einen zivilen Flughafen offensichtlich aufgegeben worden. Es befindet sich dort ein Militärflughafen im Aufbau.

Weitere Informationen zu Wirtschaftslage, Branchen, Geschäftspraxis, Recht, Zoll, Ausschreibungen und Entwicklungsprojekten in Oman können Sie unter http://www.gtai.de/oman abrufen.

(R.E.)

Dieser Artikel ist relevant für:

Oman Flughafenbau, Luftverkehr / Flughäfen, Architektur, Bau-Consulting, Bauüberwachung, Luftfahrzeuge

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