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18.10.2018

Perus Regierung modernisiert die Wasserversorgung

Projekte in Arbeit / Defizite im Visier / Von Anne Litzbarski

Santiago de Chile (GTAI) - Peru investiert großflächig in den Wasser- und Abwassersektor. Besonders auf dem Land ist der Bedarf immens. Die Regierung hält verschiedene Programme bereit.

Perus Regierung setzt 2018 zahlreiche Wasser- und Abwasserprojekte um. Das Branchenministerium MVCS (Ministerio de Vivienda, Construcción y Saneamiento) hat von Januar bis September 2018 bereits 562 Millionen US-Dollar (US$) für die Durchführung von 484 Trink- und Abwasserprojekten auf nationaler Ebene freigegeben, um das Netz zu erweitern und Lücken zu schließen. Vor allem für die Straßenentwässerung und den Wiederaufbau nach Naturkatastrophen sind Beratungsdienstleistungen nötig.

Im 1. Quartal 2019 wird ein 600 Millionen US$ teures Wasser- und Abwasserprojekt in Lima vergeben. Für 2019 plant das Ministerium, zusätzlich mehr als 1 Million Peruaner mit Trink- und weitere 1,2 Millionen mit Abwassersystemen zu versorgen, so Minister Javier Piqué. Laut Regierung haben circa 3,5 Millionen der insgesamt rund 32 Millionen Peruaner keinen direkten Trinkwasserzugang und circa 8,3 Millionen sind nicht an die Kanalisation angeschlossen. Eine vollständige Abdeckung ist landesweit bis 2030 geplant, für die Hauptstadt Lima bis 2021. Zudem melden private Produzenten in Peru Bedarf an innovativen Methoden zur Wassergewinnung aus Rohstoffen, zur Wiederverwendung und einem effizienteren Einsatz an.

Weltbank engagiert sich

Die Weltbank investiert bis 2030 rund 70 Millionen US$ in die Modernisierung von Trinkwassersystemen in Peru. In den letzten drei verbleibenden Monaten des Jahres 2018 steht die Modernisierung von Abwasserentsorgern an. Diese Empresas Prestadoras de Servicios de Saneamiento (EPS) betreiben den Großteil der Kläranlagen, koordiniert von der Behördeneinheit OTASS.

Die verschiedenen regionalen Programme des Ministeriums MVCS für Investitionen in die Wasserver- und entsorgung teilen sich wie folgt auf: Die ländlichen Bezirke fördert das Programa Nacional de Saneamiento Rural, die städtischen das Programa Nacional de Saneamiento Urbano. Auf ärmere Gebiete bezieht sich das Programa Mejoramiento Integral de Barrios und auf die Hauptstadtregion das Programa Agua Segura para Lima y Callao.

Investitionsmöglichkeiten durch PPP

Unternehmen können im Rahmen von Public-private-Partnerships (PPP) in die Wasserversorgung einsteigen, unterstützt von der staatlichen Investitionsagentur ProInversión und dem Wirtschaftsministerium. Seit Anfang 2018 ist ein neuer regulatorischer und institutioneller Rahmen weitgehend abgeschlossen. Die Weltbank hat PPP-Projekte mit ausgearbeitet. Sie unterstützte auch ein neues Risikoteilungsmodell sowie die Entwicklung von Finanzierungsinstrumenten in Landeswährung, um private Mittel anzulocken.

Perus Landwirtschaft verbraucht jährlich 86 Prozent des Wassers, der Bergbau 1,3 und die Industrie 0,6 Prozent, womit der Bevölkerung 12 Prozent verbleiben. Lima und andere bevölkerungsreiche Städte liegen in der wüstenhaften Küstenebene. Dort ist die Versorgung besonders problematisch, die Verteilung aus den wasserreichen östlichen Regionen funktioniert nicht ausreichend und der Zuzug in die Städte hält an. Defizite gibt es besonders auf dem Land, auch wenn sich die Leistungsdaten seit den 1980er Jahren deutlich verbessert haben.

Anders als im Nachbarland Chile, wo der Sektor komplett privatisiert ist, ist Wasser in Peru ein öffentliches Gut (Chile-Bericht unter https://www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Trade/Maerkte/suche,t=chilenischer-wassersektor-meldet-investitionsbedarf,did=1912886.html abrufbar). Eine komplette Wasserprivatisierung sei auch nicht geplant, so Premierminister César Villanueva. Wegen der Budgetkürzungen im Fiskaljahr 2017 kam es kurzzeitig zu Schwierigkeiten bei der Finanzierung. Unter anderem die Amazonasregion Ucayali nutzte für Projekte PPP und private Allianzen. Laut Gesetz (Ley General de Recursos Hídricos) muss der Staat den Zugang zu Trinkwasser garantieren und die Beteiligung des Privatsektors fördern.

Kontaktanschriften

Bezeichnung Kontakt Anmerkung
Ministerio de Vivienda, Construcción y Saneamiento (MVCS) https://www.gob.pe/vivienda Ministerium für Wohnungen, Bau und Abwasser
Autoridad Nacional del Agua (ANA) http://www.ana.gob.pe Nationale Wasserbehörde
Superintendencia Nacional de Servicios de Saneamiento (SUNASS) http://www.sunass.gob.pe Nationale Aufsichtsbehörde für Abwassereinrichtungen
Servicio de Agua Potable y Alcantarillado de Lima (SEDAPAL) http://www.sedapal.com.pe Wasserversorger Lima
Agua Potable y Saneamiento del Cusco (SEDACUSCO) http://www.sedacusco.com Wasserversorger Cusco
Servicio de Agua Potable y Saneamiento de Arequipa (SEDAPAR) https://www.sedapar.com.pe Wasserversorger Arequipa
Empresa Municipal de Agua Potable y Alcantarillado Coronel Portillo (EMAPACOP) https://www.emapacopsa.com.pe Kommunaler Wasserversorger Coronel Portillo
Empresa Municipal Prestadora de Servicios de Agua Potable y Saneamiento de Huaral (EMAPA Huaral) http://www.emapahuaral.com Kommunaler Wasserversorger Huaral
ProInversión Peru - Agencia de Promoción de la Inversión Privada https://www.proinversion.gob.pe Investitions-Förderagentur
Ministerio de Economía y Finanzas Peru https://www.mef.gob.pe Ministerium für Wirtschaft und Finanzen

Weitere Informationen zu Wirtschaftslage, Branchen, Geschäftspraxis, Recht, Zoll, Ausschreibungen und Entwicklungsprojekten in Peru sind unter http://www.gtai.de/peru abrufbar.

Dieser Artikel ist relevant für:

Peru Wasserversorgung, -gewinnung, Bewässerung, Abwasserentsorgung

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