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18.03.2016

Pkw-Neuzulassungen in Österreich 2015 wieder gestiegen

Fördermaßnahmen erhöhen die Beliebtheit von Elektroautos

Bonn (gtai) - Nach einem schwachen 1. Halbjahr sind die Neuwagenverkäufe von Pkw in Österreich in der zweiten Jahreshälfte 2015 um 7,5% angestiegen. Im Gesamtjahr betrug das Wachstum 1,7%. Laut Statistik Austria waren Ende 2015 im Land knapp 4,8 Mio. Pkw zugelassen, gut 1,1% mehr als im Vorjahr. Elektroautos werden immer beliebter, auch weil sich Käufer über zahlreiche Vergünstigungen und Förderungen freuen können.

Nach dem Rückgang bei Neuzulassungen im Jahr 2014 um 4,9% wurden in Österreich 2015 knapp 310.000 Neuwagen registriert, was einem Aufschwung um 1,7% entsprach. Im Vergleich zur Entwicklung auf dem gesamteuropäischen Markt liegt diese Wachstumsrate weit unter dem Durchschnitt der EU-Länder, denn nach Angaben des europäischen Automobilherstellerverband ACEA stiegen die Pkw-Neuzulassungen in der EU 2015 im Vergleich zum Vorjahr um 9,3% auf rund 13,7 Mio. Fahrzeuge (2014: 12,6 Mio.). Dies war der höchste Stand seit 2009, als nach der Finanzkrise staatliche Abwrackprämien in vielen Ländern für eine Sonderkonjunktur sorgten. Unter den fünf größten Volkswirtschaften Europas verzeichneten Spanien (+20,9%) und Italien (+15,8%) eine überdurchschnittlich steigende Nachfrage nach neuen Pkw.

Pkw-Neuzulassungen in Österreich nach Kraftstoffarten/Energiequelle 2015

Kraftstoffarten/Energiequelle 2014 Anteil (in %) 2015 Anteil (in %) Veränderung (in %) *)
Benzin, inklusive Flex-Fuel 126.503 41,7 122.832 39,8 -2,9
.darunter Flex-Fuel 4 0 0 0 -100,0
Diesel 172.381 56,8 179.822 58,3 4,3
Elektro 1.281 0,4 1.677 0,5 30,9
Erdgas 279 0,1 167 0,1 -40,1
Benzin/Flüssiggas (bivalent) 2 0 0 0 -100,0
Benzin/Erdgas (bivalent) 509 0,2 536 0,2 5,3
Benzin/Elektro (hybrid) 2.167 0,7 2.824 0,9 30,3
.darunter Plug-In 331 15,3 931 33,0 181,3
Diesel/Elektro (hybrid) 193 0,1 688 0,2 256,5
.darunter Plug-In 103 53,4 170 24,7 65,0
Wasserstoff (Brennstoffzelle) 3 0 9 0 200,0
Insgesamt 303.318 100,0 308.555 100,0 1,7

*) Veränderung 2015 gegenüber 2014

Quelle: Statistik Austria, Kfz-Statistik, Rundungsdifferenzen nicht ausgeglichen

Ein Blick auf die Antriebstechnologien zeigt, dass Autos mit Benzinmotoren 2015 in Österreich weniger gefragt waren. Die Anzahl der neu registrierten Pkw mit Benzinantrieb, inklusive Flex Fuel, verringerte sich um knapp 3%, die Zahl der Fahrzeuge mit Dieselantrieb nahm dagegen um über 4% zu. Die Neuzulassungen von Pkw mit einem kombinierten Antrieb (hybrid) entwickelten sich ebenfalls positiv (Benzin/Elektro +30%; Diesel/Elektro +256%). Dagegen ging die Zahl der Neuzulassungen bei rein mit Erdgas angetriebenen Pkw ebenfalls um 40% zurück. Bei Elektroautos betrug der Anstieg fast ein Drittel. Insgesamt waren 5.032 elektrisch angetriebene Pkw am Jahresende 2015 in Österreich angemeldet, knapp 50% mehr als Ende 2014.

Über 30% der Pkw-Neuzulassungen entfallen auf die Marken VW, Opel und Skoda, obwohl VW im Vergleich zum Vorjahr einen Rückgang von 2,5% hinnehmen musste. Zweistellige Wachstumsraten konnten Suzuki (22%), Fiat (20%), Nissan (14%) sowie Mercedes (12%) erzielen. In der Rangfolge der zehn Pkw-Marken mit den höchsten Beständen änderte sich auch 2015 wenig. Einzig Skoda verbesserte sich vom bisher siebenten auf den sechsten Platz und steht 2015 in der Liste der zehn in Österreich am häufigsten registrierten Pkw-Marken jetzt vor Mercedes. Mehr als ein Drittel des Pkw-Bestandes (39% oder 1,8 Mio. Pkw) wurde vor 2006 zugelassen und ist somit älter als zehn Jahre.

Bundesländer fördern Kauf von Elektroautos

Die Nachfrage nach Elektroautos in Österreich steigt weiter, nicht zuletzt auch deshalb, weil sich Käufer über zahlreiche Vergünstigungen und Förderungen freuen können. Anfang Juli 2015 hat der Nationalrat eine Steuerreform beschlossen, die positive Effekte für die Elektromobilität beinhaltet. So entfällt seit Jahresbeginn 2016 für Batteriefahrzeuge, die als Dienstwagen genutzt werden, der Sachbezug. Zudem sind alle Elektroautos für Selbständige und Unternehmer mit Anschaffungskosten bis zu 48.000 Euro vorsteuerabzugsfähig. Für Kraftfahrzeuge, die ausschließlich elektrisch betrieben werden, wird keine motorbezogene Versicherungssteuer erhoben. Zudem gewähren viele Versicherungsgesellschaften 10 bis 20% Nachlass für Elektrofahrzeuge.

Die einzelnen Bundesländer bieten bereits seit Jahren finanzielle Kaufanreize beim Erwerb von Elektrofahrzeugen. So erstattet Kärnten für ein Elektroauto 12% des Kaufpreises, inklusive 60 Monate Miete für den Akku, sofern dieser nicht im Kaufpreis enthalten ist. Die maximale Förderhöhe beträgt 3.500 Euro für neue batteriebetriebene zweispurige Serienautos.

Auch das Bundesland Salzburg unterstützt die Anschaffung von Elektroautos für Privatpersonen. Die Förderung von 3.000 Euro pro Fahrzeug wird in Form eines einmaligen Investitionskostenzuschusses bewilligt. Wer nachweist, zusätzliche Kapazitäten zur regenerativen Stromerzeugung zum Beispiel durch eine Fotovoltaikanlage geschaffen zu haben, erhält 4.000 Euro Förderung pro Fahrzeug. Der Maximalbetrag liegt bei 35% der förderungsfähigen Kosten.

In Oberösterreich bekommen Käufer von Elektroautos 2.500 Euro beziehungsweise 10% der Bruttoanschaffungskosten erstattet. Diese Unterstützung erhält jeder, der die Richtlinien zur Umweltförderung des Bundeslandes anerkennt und einhält.

Das Burgenland unterstützt die Neuanschaffung eines Elektrofahrzeugs oder auch den Umbau auf vollelektrischen Betrieb mit 30% der Kosten bis maximal 750 Euro. In Niederösterreich werden bis zu 3.000 Euro der Anschaffungskosten eines Elektroautos, Plug-In Hybridfahrzeugs sowie Range Extender Fahrzeugs erstattet. Daneben gibt es Mobilitätszusatzleistungen, zum Beispiel Vorteilskarten für den öffentlichen Personennahverkehr, für Fahrtrainings, etc. von bis zu 2.000 Euro. In den restlichen Bundesländern Steiermark, Tirol, Vorarlberg und in Wien wird derzeit keine Landesförderung für den Ankauf von Elektrofahrzeugen für Privatpersonen ausgewiesen.

Eine detaillierte und aktuelle Übersicht über Fördermöglichkeiten von Elektromobilität in Österreich bietet die Initiative für Elektromobilität und nachhaltige Energieversorgung auf der Internetseite http://www.e-connected.at.

(L.R.)

Dieser Artikel ist relevant für:

Österreich Fahrzeuge, -zubehör, allgemein, Wirtschaftsförderung, Industriepolitik, Personenkraftwagen (Pkw), Elektromobilität

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