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21.09.2017

Polen automatisiert Verpackungsprozesse

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Zunehmendes Zuckerangebot verbilligt Produktion von Süßwaren / Tabakindustrie investiert weiter / Von Beatrice Repetzki

Warschau (GTAI) - Polnische Nahrungs- und Genussmittel sind im Ausland beliebt. Die steigende Nachfrage wirkt sich auf den Bedarf an Verpackungen aus. Zahlreiche Unternehmen investieren in die Vergrößerung und Modernisierung ihrer Kapazitäten. Bei den Apotheken gelten OTC-Produkte (rezeptfreie Arzneimittel) als besonders zukunftsträchtig. Polen geben zudem mehr Geld für Körperpflegemittel und Kosmetika aus.

Die in Polen in zunehmendem Maße hergestellten Artikel des täglichen Bedarfes (FMCG) müssen für das In- und Ausland verpackt werden. Dazu sind moderne Ausrüstungen erforderlich. Vorreiter bei der Automatisierung ist die Firma Tago, deren zerbrechliche Süßwaren Präzisionsroboter des ABB-Konzerns verpacken, die 900 Stück pro Minute einsortieren können. Der Output von Tago erreicht 180 bis 270 Tonnen täglich.

Bei der Automatisierung von Verpackungs- und Palettierungsprozessen hat die inländische Nahrungsmittelindustrie laut dem Leiter des Regionalzentrums für Roboteranwendung bei ABB, Jakub Pawlak, noch Nachholbedarf. Das Interesse daran wachse aber angesichts der Vielfalt der Aufgaben. Zudem werden importierte Waren in den immer zahlreicher werdenden Logistikzentren konfektioniert und verpackt.

Die Umsätze des inländischen Einzelhandels mit FMCG 2016 veranschlagt die DNB Bank Polska auf etwa 250 Milliarden Zloty (Zl; rund 57 Milliarden Euro, 1 Euro = 4,3632 Zl; Durchschnittskurs 2016). Sie erwartet mittelfristig jährliche Steigerungen um circa 2,5 Prozent.

Nahrungs- und Genussmittel

Etwa 84 Prozent der Exporte gehen in andere EU-Länder; Polen strebt aber verstärkt auf entferntere Märkte. Der Exportüberschuss erhöht sich 2017 laut Prognose des Instituts für Land- und Nahrungsmittelwirtschaft (IERiGZ, http://www.ierigz.waw.pl) auf 8 Milliarden Euro nach 7,1 Milliarden Euro 2016. Die Importe sollen 2017 um etwa 2 Prozent auf 17,3 Milliarden Euro steigen.

Polnischer Export von Agrarerzeugnissen und Nahrungsmitteln (in Milliarden Euro)
2010 2011 2012 2013 2014 2015 2016 2017 *)
13,5 15,2 17,9 20,4 21,9 23,9 24,2 25,3

*) Prognose

Quellen: Finanzministerium, IERiGZ

Die Nahrungs- und Genussmittelindustrie investiert weiter. Bei Nahrungsmitteln erreichten die Aufwendungen 2016 laut Statistischem Hauptamt GUS 7.048,5 Millionen Zl (2015: 6.756,6 Millionen Zl). Im 1. Quartal 2017 beschleunigten sie sich auf 1.312,8 Millionen Zl (nominal +8,9 Prozent gegenüber dem 1. Quartal 2016). Der Output an Geflügel, Frucht- und Gemüsesäften, Käse und anderen steigt. Die große Nahrungsmittelgruppe Maspex setzt mittlerweile auch auf Heil- und Nahrungsergänzungsmittel. Sie hatte sich 2015 zu 44 Prozent an Sequoia beteiligt, die unter anderem pharmazeutische Präparate für Babys und Schwangere produziert, und will die übrigen Anteile erwerben.

Im Jahr 2016 stiegen die Investitionen in die Getränkeherstellung auf 922,9 Millionen Zl (2015: 832,8 Millionen Zl), um im 1. Quartal 2017 um -24,4 Prozent auf 158,3 Millionen Zl einzubrechen. Der zum französischen Danone-Konzern gehörende Hersteller von Mineralwasser Zywiec Zdroj S.A. erweitert für 48 Millionen Zl sein Werk für PET- und Glasflaschen in Radziechowy-Wieprz in der Sonderwirtschaftszone (SWZ) von Katowice (Kattowitz). Die Tabaksparte wandte 2016 (2015) rund 1.528,3 (921,7) Millionen Zl auf; im 1. Quartal 2017 investierte sie 232,9 Millionen Zl (+12,6 Prozent).

Produktion ausgewählter Nahrungsmittel (Menge in Tonnen, sofern nicht anders angegeben, Veränderung 2016 zu 2015 in Prozent)
2014 2015 2016 Veränderung
Wurstwaren (ohne Geflügel) 775.300 774.800 849.500 9,6
Wurst aus Geflügelfleisch 196.100 182.700 190.100 4,1
Tierische Speisefette, geschmolzen 95.147 112.166 121.228 8,1
Gefrorenes Gemüse 651.800 610.400 706.300 15,7
Raffiniertes Speiseöl aus Raps und Rübsen 463.549 508.326 489.011 -3,8
Margarine / fettarme Mischungen (nicht flüssig) 421.400 348.300 359.100 3,1
Butter 179.573 191.411 204.054 6,6
Käse und Quark 799.510 833.422 871.318 4,5
Joghurt, in 1.000 hl 4.200 4.125 3.829 -7,2
Haustierfutter 447.499 495.547 588.236 18,7

Quelle: Statistisches Hauptamt GUS, Industrieproduktion

Öko-Nahrungsmittel sind noch Nischenprodukte; die Verkäufe sollen 2017 den Betrag von 1 Milliarde Zl übersteigen. Als "gesunde Nahrungsmittel" gelten Getreide-Reiswaffeln, die derzeit jährlich für 150 Millionen bis 160 Millionen Zl verkauft werden. Ein Hersteller davon ist Planet Food, der diese nun auch exportieren will. Die Polen mögen solche Snacks; süße Riegel und Hefegebäck dürften dabei künftig weniger gefragt sein.

Convenience Food ist ein dynamisch wachsendes Segment im Nahrungsmittelhandel. Die Polen legen dabei Wert auf Qualität, Frische und eine gesunde Ernährung. Die auf dieses Segment spezialisierte QFG Food Group will ab 2018 auch vegetarische Speisen herstellen. An dieser Gesellschaft beteiligte sich 2015 der US-amerikanische Fonds Highlander Partners zu 60 Prozent.

Fleisch

Bislang ist QFG auf Convenience Food aus Geflügel-, Schweine-, Rind-, und Schaffleisch spezialisiert, das gekühlt, gefroren, sterilisiert oder pasteurisiert ist. Die Hauptabnehmer davon sind Handels- und Gastronomieketten. Rund 80 Prozent der Produkte werden in andere europäische Länder exportiert, der Rest wird in Polen verbraucht. Mitte 2018 will QFG eine moderne Geflügelschlachterei in Radom in einer SWZ in Betrieb nehmen, in die sie rund 170 Millionen Zl investiert. An ihrem Standort in Pionki plant sie bis 2022 Investitionen von etwa 400 Millionen Zl unter anderem in ein Futtermischwerk.

Polen festigt seine Position als größter Geflügelverarbeiter in der EU. Das Land stellte 2016 laut GUS 2,5 Millionen Tonnen Geflügelfleisch her (+16,8 Prozent) und im 1. Halbjahr 2017 rund 1,3 Millionen Tonnen (+7,8 Prozent gegenüber dem 1. Halbjahr 2016). Die Agentur für den Agrarmarkt ARR (http://www.arr.gov.pl) erwartet 2017 bei Geflügelfleisch eine Exportsteigerung um 9 Prozent und bei Schweinefleisch um 5 Prozent.

Die polnischen Fleischausfuhren stiegen 2016 auf insgesamt rund 5,5 Milliarden Euro. Das Land exportierte 1,03 Millionen Tonnen Geflügel-, 432.000 Tonnen Schweine- und 359.000 Tonnen Rindfleisch in über 100 Länder, vor allem in die EU. Für die wachsenden Lieferungen in entfernte Länder sind entsprechende Verpackungen notwendig. Der Output an Wurstwaren ohne Geflügel stieg im 1. Halbjahr 2017 um 4,7 Prozent auf 417.000 Tonnen.

Milchprodukte

Laut Polnischer Milchkammer PIM (http://izbamleka.pl) erwirtschafteten die milchverarbeitenden und Käse herstellenden Betriebe 2016 einen Umsatz von 27,6 Milliarden Zl (2015: 26,5 Milliarden Zl). Der inländische Pro-Kopf-Verbrauch stieg 2016 laut GUS und IERiGZ um 4,5 Prozent auf 219 Liter Milch dank verarbeiteter Produkte wie Joghurt, Käse, Desserts und Quark. Die Marktforschungsfirma Nielsen, die Handelsketten untersucht, veranschlagt die Verkäufe von Milchprodukten 2016 auf 16,1 Milliarden Zl (+1,3 Prozent).

Wertmäßige Anteile am Verkauf von Milchprodukten 2016 in Handelsketten (in Prozent)
Fette Milch Weißer Käse/Quark Joghurt Gelber Käse Sahne
20,1 16,3 15,5 13,8 10,2 7,4

Quelle: Nielsen

Die Hersteller verarbeiteten rund 11 Milliarden Liter Milch, was laut PIM auch 2017 der Fall sein soll bei einer inländischen Milchproduktion von rund 13 Milliarden Liter. Der Anteil der direkten Exporte an ihren Einnahmen nahm 2016 auf 15,7 Prozent zu; der Ausfuhrwert auf Euro-Basis war allerdings rückläufig. Dennoch sehen die Molkereibetriebe auch beim Export weitere Chancen, etwa nach Asien und Afrika. Hier steigt die Nachfrage nach Käse.

Export der Molkereibranche (in Milliarden Euro)
2012 2013 2014 2015 2016
1,45 1,72 1,91 1,62 1,47

Quelle: IERiGZ

Zucker, Süßwaren

Das zunehmende Angebot an Zucker verbilligt die Produktion von Süßwaren. In der Saison 2016/17 wurden laut Branchenverband KZPBC (http://kzpbc.com.pl) 2,084 Millionen Tonnen Zucker erzeugt; das waren 620.000 Tonnen mehr als 2015/16. Zum Oktober 2017 schafft die EU die Produktionsquoten und Mindestpreise dafür ab. Die Zuckerverkäufe nahmen 2016 laut IERiGZ auf 5,5 Milliarden Zl (2015: 4,8 Milliarden Zl) zu, und der Nettogewinn der Branche auf 955 (280) Millionen Zl.

Polen exportierte 2016 rund 465.000 Tonnen Zucker, darunter 285.000 Tonnen in die EU, und importierte 230.000 Tonnen, darunter 86.000 Tonnen aus der EU. Der Inlandsverbrauch liegt bei etwa 1,7 Millionen Tonnen, der Pro-Kopf-Verbrauch bei 42 Kilogramm jährlich. Marktführer ist mit einem Anteil von 39,1 Prozent die inländische Krajowa Spolka Cukrowa , gefolgt von Pfeifer & Langen (26,4 Prozent), Südzucker (25 Prozent) und Nordzucker (9,4 Prozent).

Die Nahrungsmittelindustrie ist ein wichtiger Zuckerabnehmer. Im polnischen Einzelhandel finden sich aber immer mehr Produkte mit der Aufschrift "ohne Zusatz von Zucker". Eine solche Produktreihe gehört zum Beispiel zum Sortiment des Süßwarenherstellers Wawel, der jährlich insgesamt rund 45.000 Tonnen erzeugt. Er freut sich über eine rege Auslandsnachfrage und investiert mindestens 40 Millionen Zl in der SWZ von Krakow (Krakau), um seine Kapazitäten aufzustocken und neue Produkte herzustellen. Wawel beschafft modernste Ausrüstungen und Roboter für Produktion und Verpackung. Der Nestle-Konzern erwägt Produktionsverlagerungen - unter anderem von der Schokoladenwaffel "Blue Riband" - vom Vereinigten Königreich nach Polen. Das Vereinigte Königreich und Deutschland waren 2016 mit je 20 Prozent die größten Abnehmerländer von kakaohaltigen Produkten aus Polen.

Außenhandel mit Schokolade und anderen kakaohaltigen Zubereitungen (in Millionen Euro)
2013 2014 2015 2016 *)
Export 1.297 1.448 1.706 1.751
Import 574 645 769 777

*) vorläufig

Quelle: Agentur für den Agrarmarkt ARR gemäß Finanzministerium

Alkoholische Getränke

Das mit Abstand beliebteste alkoholische Getränk ist Bier, von dem immer mehr Sorten besonders von kleinen lokalen und regionalen Brauereien auf den Markt kommen. Der Output geht jedoch etwas zurück; 2016 wurden laut GUS 40,731 Millionen Hektoliter gebraut und im 1. Halbjahr 2017 rund 20,207 Millionen Hektoliter (1. Halbjahr 2016: 20,898 Millionen Hektoliter).

Bewegung gibt es in der Wodkaproduktion. Den Familienbetrieb Janton übernimmt der bisherige Stellvertretende Vorsitzende Jakub Nowak mit Hilfe des Investmentfonds Enterprise Investors. Das Unternehmen will mit neuen Produkten seine Position auf dem Inlandsmarkt stärken sowie vermehrt exportieren. Das Angebot an Vorprodukten wächst. Die Gesellschaft Marie Brizard Wine&Spirits (MBW&S) investiert zurzeit 20 Millionen Euro in eine Destillationsanlage in Lancut. Ende 2017 soll sie ihre volle Kapazität von 32 Millionen Liter reinem Spiritus jährlich erreichen.

Produktion von Wodka in Polen (in 1.000 Hektoliter) 1)
2012 2013 2014 2015 2016 2017 2)
1.032 1.157 881 961 971 437

1) umgerechnet in 100 Prozent Alkohol; 2) 1. Halbjahr (-1,7 Prozent gegenüber 1. Halbjahr 2016)

Quelle: GUS

Tabakprodukte

Der Output an legal hergestellten Zigaretten stieg im 1. Halbjahr 2017 um 5,3 Prozent auf 99,2 Milliarden Stück (2016: +2 Prozent auf 174,8 Milliarden, 2015: +10 Prozent auf 171,3 Milliarden Stück). Polen ist der größte Produzent von Tabakwaren in der EU, die großenteils exportiert werden. Die vier Konzerne British American Tobacco (BAT), Imperial Tobacco, Japan Tobacco International (JTI) und Philip Morris investieren weiter in ihre Kapazitäten in Polen, wo sich sieben große Zigaretten- und Tabakfabriken befinden.

Als neuste kam Mitte Juni 2017 ein Werk für 200 Millionen US$ von JTI in Stary Gostkow bei Lodz (Lodsch) hinzu. Das Sortiment umfasst rauchfertigen Tabak, der für das In- und Ausland bestimmt ist. Die hergestellte Menge wird über 30 Milliarden Zigaretten jährlich entsprechen. Als Zusatzsortiment sind Zigarren und Pfeifentabak vorgesehen. Das Werk erhält über 30 Produktions-, Verarbeitungs- und Verpackungslinien für fertigen Tabak.

Seit 08. September 2016 gilt auch in Polen die EU-Tabakrichtlinie 2014/40/EU. Die vor Gesundheitsschäden warnenden Darstellungen auf Packungen sind jährlich zu ändern. Der Verkauf von Slim-Zigaretten sowie von aromatisierten Zigaretten und Tabak mit Ausnahme von Mentholprodukten ist seit 20. Mai 2017 untersagt. Elektronische Zigaretten werden herkömmlichen Tabakwaren weitgehend gleich gestellt. Vorgesehen ist die Einführung einer Verbrauchsteuer für Liquids.

Zigarettenkäufe des Großhandels und Steuereinnahmen des Fiskus *)
2011 2012 2013 2014 2015 2016
Zigarettenabsatz (Milliarden Stück) 55,6 52,2 46,6 41,9 41,0 41,3
Steuereinnahmen (Milliarden Zl) 18,3 18,6 18,2 17,8 17,8 18,5

*) Verbrauchsteuer

Quellen: Cyber Service, Branchenvertreter, Finanzministerium, 2016 Schätzung des Business Centre Club

Arzneimittel

Die Apothekenumsätze betrugen im 1. Halbjahr 2017 laut Marktforschungsfirma PEX Pharma Sequence 16,741 Milliarden Zl (+6,2 Prozent), darunter mit frei verkäuflichen Mitteln (OTC) 7,024 Milliarden Zl (+11 Prozent). Bis Jahresende sollen die Umsätze 33 Milliarden Zl übersteigen (+5,2 Prozent).

Prognosen für die Apothekenumsätze (in Milliarden Zl)
2016 2017 2018 2019 2020 2021
31,4 33,0 34,7 36,3 37,9 39,6

Quelle: Marktforschungsfirma PMR

Zur inländischen Pharmaindustrie gehören über 100 Betriebe mit fast 100.000 Beschäftigten. Ihr Umsatz stieg 2016 laut GUS real um 0,5 Prozent auf 13,505 Milliarden Zl und im 1. Halbjahr 2017 um 0,7 Prozent auf 6,851 Milliarden Zl. Über 80 Prozent ihrer Erzeugnisse sind Generika. Marktführer ist Polpharma. Deren Anteil an den im Inland insgesamt verkauften Medikamenten liegt mengenmäßig bei etwa 85 Prozent und wertmäßig bei über 60 Prozent.

Verkäufe von rezeptfreien Mitteln in Apotheken (in Milliarden Zl)
2015 2016 2017 *) 2018 *) 2019 *)
10,3 11,1 11,6 12,3 12,9

*) Prognose

Quelle: Marktforschungsfirma PMR

Ein bedeutender Wachstumsmarkt sind OTC-Mittel, unter denen die Nachfrage nach Vitaminen und Mineralien laut PMR am stärksten steigt. Im Jahr 2016 hatten hier Heilmittel mit 54,6 Prozent den größten Anteil an den Umsätzen der Apotheken, gefolgt von Nahrungsergänzungsmitteln (23,4 Prozent), dermatologischen Kosmetika (11 Prozent) und übrigen (11 Prozent). Im Jahr 2022 sollen die Apotheken mit OTC-Produkten laut PMR bereits 19 Milliarden Zl einnehmen, die außerdem über andere Absatzkanäle vertrieben werden.

Körperpflegemittel und Kosmetika

Den größten Anteil an den Ausgaben für Körperpflegemittel und Kosmetika sollen 2017 laut Euromonitor International Gesichtspflegeprodukte haben mit 20 Prozent, gefolgt von Haarpräparaten (19 Prozent), Rasierbedarf, Herrenprodukten (16 Prozent), Parfums, Eaux de Toilette (14 Prozent), dekorativer Kosmetik (12 Prozent), Badezusätzen (9 Prozent) und übrigen (10 Prozent).

Verkäufe von Körperpflegemitteln und Kosmetika (in Milliarden Zl)
2013 2014 2015 2016 2017 *)
19,2 19,9 20,8 22,0 23,0

*) Prognose

Quelle: PMR

Branchenvertreter erwarten auch künftig gute Zuwächse bei der Inlandsnachfrage nach Körperpflegemitteln und Kosmetika. Der Pro-Kopf-Verbrauch von Kosmetika lag 2016 laut PMR bei 131 Euro.

Verkäufe dekorativer Kosmetik in Polen (in Milliarden Zl, reale Preise; Anteil in Prozent)
2014 2015 2016 2017 *)
Verkäufe 1,6 1,7 1,9 2,0
Anteil am gesamten Markt für Körperpflegemittel und Kosmetika 11 11 12 12

*) Prognose

Quelle: Euromonitor International

Noch schneller als die Inlandsnachfrage sollen die Ausfuhren wachsen. An dem Export von Körperpflegemitteln und Kosmetika haben laut Schätzungen der Bank Zachodni WBK Hersteller mit Inlandskapital einen Anteil von 25 bis 30 Prozent. Der Großteil entfällt auf internationale Konzerne wie L'Oreal, Colgate Palmolive, Beiersdorf Manufacturing Poznan, Avon und andere. Dekorative Kosmetik und Hautpflegeprodukte hatten 2016 an den Exporten einen Anteil von 43 Prozent, gefolgt von Parfums und Eaux de Toilette (14 Prozent), Rasier- und Badebedarf sowie Desodorants (14 Prozent), Zahn- und Mundpflege (13 Prozent), Haarprodukten (13 Prozent) und übrigen (2 Prozent).

Export von Körperpflegemitteln und Kosmetika (in Milliarden Zl)
2012 2013 2014 2015 2016
Insgesamt 8,7 9,0 9,4 10,2 11,8
.Kosmetika 3,74 3,95 3,94 4,29 5,12

Quelle: GUS

In- und ausländische Unternehmen erweitern ihre Produktionskapazitäten in Polen. Sie wollen von 2015 bis 2020 über 300 Millionen Zl für Fabriken, Produktionslinien und Lager ausgeben. Das Unternehmen Dr Irena Eris errichtet bis 2019 für 45 Millionen Zl eine Fabrikhalle in Piaseczno bei Warschau, um seine Kapazitäten zu verdoppeln. Die Invalidengenossenschaft Swit investiert von 2015 bis 2018 rund 50 Millionen Zl. Sie erwarb einen von Avon stillgelegten Betrieb in Garwolin, wo sie Parfums und Aerosole herstellen will; Swit hatte 2016 schon eine Fabrik von Colgate-Palmolive in Halinow bei Warschau gekauft.

Die Firma Bell wendet circa 100 Millionen Zl auf, unter anderem um ab Sommer 2017 in einer neuen Halle Verpackungen zu produzieren. Bis Jahresende installiert sie außerdem neue Produktionslinien. Für 60 Millionen bis 70 Millionen Zl erweitert Ziaja ihre Produktions- und Lagerkapazitäten. Die für Pflegeprodukte bekannte Danziger Firma Oceanic will im Herbst 2017 dekorative Kosmetik auf den Markt bringen. Inglot plant, ihre Produktion um 40 Prozent aufzustocken.

(B.R.)

Dieser Artikel ist relevant für:

Polen Nahrungs- und Genussmittel, allgemein, Arzneimittel, Diagnostika, Körperpflegemittel und Kosmetika, Getränke, Nahrungsmittel

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