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16.05.2019

Polen setzt auf moderne Kohle- und Gaskraftwerke

PGE stellt Steinkohleblöcke in Oppeln fertig / Von Beatrice Repetzki

Warschau (GTAI) - Polen will weiter fossile Brennstoffe zur Energieerzeugung nutzen. Das Land baut seine Kohle- und Gaskraftwerkskapazitäten aus.

Polen gehörte 2018 zu den elf Ländern weltweit, die neue Projekte für Kohlekraftwerke initiiert haben. Das Management des Kraftwerkes Energa Elektrownie Ostroleka in Ostrolenka hat im Dezember 2018 mit dem Bau des neuen Blocks C mit einer Kapazität von 1 Gigawatt (GW) begonnen. Das von den beiden inländischen Energiegruppen Energa und Enea gemeinsam initiierte Projekt hat einen Wert von 1,4 Milliarden Euro. Hauptauftragnehmer ist ein Konsortium bestehend aus GE Power Sp. z o.o. und Alstom Power Systems S.A. Der neue Block soll 2023 in Betrieb gehen und strenge Umweltauflagen bezüglich der Schadstoffemissionen erfüllen.

Auch zuvor hatte Polen seine Kohlekraftwerkskapazitäten erweitert: Die Bauarbeiten an den beiden großen Steinkohleblöcken in Opole (Oppeln) im Gesamtwert von 2,6 Milliarden Euro nähern sich dem Ende. Der erste Block soll am 15. Juni 2019 ans Netz gehen, der zweite am 30. September. Noch länger andauern werden die Bauarbeiten an dem Braunkohleblock beim Kraftwerk Turow, der rund 931 Millionen Euro kosten soll. Dieser Block soll im 1. Halbjahr 2020 in Betrieb gehen. Investor ist in beiden Fällen die Polska Grupa Energetyczna (PGE, Polnische Energiegruppe), deren Investitionen 2018 rund 1,6 Milliarden Euro erreichten. Gleichzeitig verbuchte die Gruppe im Berichtsjahr steigende Umsatzerlöse und einen deutlich niedrigeren Gewinn als 2017.

Finanzergebnisse der PGE (in Millionen Euro)
2017 2018
Einnahmen 5.426 6.078
Nettogewinn 611 353

Quelle: PGE

Für 2019 erwartet die PGE insgesamt ein schlechteres Ergebnis als 2018, denn die Kohle soll sich um 20 Prozent verteuern, und auch die CO2-Emissionskosten steigen. Der Wärme- und Energieverteilungsbereich wird der Prognose zufolge schlechtere Zahlen schreiben. Auf der anderen Seite rechnet die PGE mit einer vollständigen Entschädigung für das gesetzlich verordnete Einfrieren der Strompreise.

Besserer Energiemix angestrebt

Einen neuen Steinkohleblock für etwa 279 Millionen Euro planen auch die Stickstoffbetriebe Zaklady Azotowe Pulawy. Mit dem Bau des Blocks soll im 3. Quartal 2019 begonnen werden soll. Hauptauftragsnehmer ist ein Konsortium bestehend aus den inländischen Gesellschaften Polimex-Mostostal S.A., Polimex Energetyka Sp. z o.o. und SBB Energy S.A. Der Block soll Ende 2021 oder Anfang 2022 in Betrieb gehen. Er wird nach Aussage des Vorsitzenden der Zaklady Azotowe Pulawy, Krzysztof Bednarz, die Energieversorgung des Unternehmens einschließlich künftiger Investitionen in Kunstdünger und Chemieprodukte sichern.

Um einen besseren Energiemix zu erreichen, will Polen mehr Erdgas zur Energieerzeugung verwenden. Die PGE hat angekündigt, im 2. Quartal 2019 die Auswahl eines Hauptauftragsnehmers zum Bau von zwei Erdgasblöcken beim Kraftwerk Dolna Odra in Angriff zu nehmen. Die PGE plant zudem, einen solchen Gaskraftwerksblock auch in Rybnik zu bauen. Die Gruppe spricht laut ihrem Stellvertretenden Vorsitzenden Ryszard Wasilek mit mindestens drei an diesen Projekten interessierten potenziellen Auftragnehmern, um die Kosten dafür möglichst niedrig zu halten.

Weitere Informationen über Polen finden Sie unter: http://www.gtai.de/Polen.

Dieser Artikel ist relevant für:

Polen Strom-/ Energieerzeugung, Fossile Energien

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