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22.02.2019

Polnischer Erdölkonzern will mehr Biokomponenten produzieren

Hydrierte Pflanzenfette für die Kraftstoffproduktion / Von Beatrice Repetzki

Warschau (GTAI) - Polens größter Erdölkonzern PKN Orlen investiert in Biotreibstoffe. Dabei legt er ein besonderes Augenmerk auf die Verwertung von Abfallrohstoffen.

PKN Orlen plant, verstärkt Biokomponenten herzustellen, die flüssigen Brennstoffen auf Erdölbasis beigemischt werden. Ein entsprechendes Programm des Konzerns soll die Infrastruktur dafür schaffen: der Bau einer Anlage zur Herstellung von Biobrennstoffen, Forschungs- und Entwicklungsarbeiten (F&E) sowie eine entsprechende Anpassung der Logistikbasis. Über den Wert der Investition macht PKN Orlen noch keine Angaben.

Mit den Maßnahmen will PKN Orlen der Novelle der EU-Richtlinie über erneuerbare Energiequellen RED II (Renewable Energy Directive II) entsprechen, wonach der Anteil der erneuerbaren Energien bis 2030 auf mindestens 32 Prozent zu erhöhen ist. Die neuen Bestimmungen sollen auch dazu führen, mehr Biobrennstoffe der zweiten Generation zu produzieren. Diese bestehen unter anderem aus Algen, Stroh und anderen Abfallrohstoffen.

Verwertung von Abfallrohstoffen

PKN Orlen rechnet damit, dass die Bedeutung erneuerbarer Energien im Transportwesen steigt. Das Unternehmen möchte, laut Angaben des Mitglieds der Geschäftsführung, Armen Artwich, optimal vorbereitet sein. Bei der Umstellung auf mehr Biobrennstoffe will der Konzern auch bestehende Raffinerieanlagen an seinem Hauptsitz in Plock (Plozk) und im tschechischen Litvinov nutzen. Dort soll eine Co-Hydrierung auf industrieller Ebene stattfinden. Dabei werden Pflanzenöle oder gebrauchte Fette gleichzeitig mit Erdölbestandteilen der Raffinerie zugefügt. Der so gewonnene Dieseltreibstoff enthält die Biokomponente HVO (hydriertes Pflanzenöl).

Bis 2020 will PKN Orlen darüber hinaus entschieden haben, ob eine Anlage zur Herstellung von HVO gebaut wird. Der Konzern analysiert außerdem, ob sich eine Produktionsanlage für Bioäthanol aus Zelluloserohstoffen lohnt. Weitere Technologien zur Gewinnung von hochentwickelten Biokomponenten werden geprüft.

PKN Orlen ist insbesondere daran interessiert, Abfallrohstoffe zu verwerten und sie so dem Wirtschaftskreislauf wieder zuzuführen. In den ersten drei Quartalen 2018 verarbeiteten die Raffinerien der PKN Orlen-Gruppe insgesamt 24,7 Millionen Tonnen Erdöl. Das war 1 Prozent mehr als von Januar bis September 2017.

Jahresverarbeitungskapazitäten der zu PKN Orlen gehörenden Raffinerien (in Mio. t)
Plock (Polen) Mazeikiai (Litauen) Litvinov (Tschechische Republik) Kralupy nad Vltavou (Tschechische Republik)
16,3 10,2 5,4 3,3

Quelle: PKN Orlen

Kontaktadresse

Bezeichnung Internetadresse
PKN Orlen S.A. ir@orlen.pl, http://www.orlen.pl

Mehr zum Land finden Sie unter: http://www.gtai.de/Polen.

Dieser Artikel ist relevant für:

Polen Strom-/ Energieerzeugung, Bioenergie

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