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27.02.2019

Privater Verbrauch steigt in Slowenien

Haushalte dank hoher Lohnzuwächse in Kaufstimmung / Von Waldemar Lichter

Ljubljana (GTAI) - Der Verbrauch der privaten Haushalte in Slowenien wird in den nächsten Jahren kräftig steigen. Das erhöht die Absatzchancen für langlebige Konsumgüter.

Die slowenische Wirtschaft wird sich auch in den nächsten Jahren noch eines hohen Wachstums erfreuen. Die Europäische Kommission rechnet für 2019 mit einer realen Zunahme des Bruttoinlandsprodukts von 3,1 und für 2020 von 2,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Das Wachstum schwächt sich damit zwar im Vergleich zu 2017 und 2018 (4,9 und 4,4 Prozent) ab, wird aber im Vergleich innerhalb der Europäischen Union immer noch sehr hoch bleiben.

Privater Verbrauch kurbelt Wachstum an

Dem privaten Konsum kommt dabei eine immer größere Bedeutung zu. Nach einem Plus von 1,9 und 2,2 Prozent 2017 und 2018 geht die Europäische Kommission für 2019 von einer Zunahme von 2,9 und für 2020 sogar von 3,1 Prozent aus. Ursachen sind sinkende Arbeitslosigkeit, wachsende Beschäftigung und steigende Löhne.

Die durchschnittlichen Bruttolöhne nahmen 2018 gegenüber dem Vorjahr um nominal 3,4 und real um 1,7 Prozent zu. Die Arbeitslosenquote sank im 3. Quartal 2018 nach Angaben des Statistikamtes in Ljubljana auf 5 Prozent. Das war der niedrigste Stand seit 2008. Analysten erwarten für die kommenden Jahre, dass sich die steigenden Reallöhne und die günstige Beschäftigungsentwicklung fortsetzen und den Konsum weiter anfeuern werden.

Prognosen von Fitch Solutions zufolge werden die durchschnittlichen Ausgaben der privaten Haushalte in Slowenien von 23,7 Milliarden Euro 2017 auf 26,9 Milliarden 2019 zunehmen. Bis 2023 rechnen die Fitch-Marktforscher mit einem Anstieg auf 32,1 Milliarden Euro. Für den Zeitraum 2019 bis 2023 entspricht das einer durchschnittlichen Wachstumsrate von 2,6 Prozent pro Jahr.

Slowenien gehört zu den Ländern der Region mit einem relativ hohen Pro-Kopf-Einkommen. Trotzdem ist der Anteil der Ausgaben für lebensnotwenige Verbrauchsgüter wie etwa Nahrungs- und Genussmittel, Bekleidung, Schuhe, Wohnungsmieten, Kommunikation oder Transport an den gesamten Konsumausgaben der Haushalte hoch. Nach Berechnungen von Fitch Solutions belief sich dieser 2017 auf 58,3 Prozent. Die Ausgaben für diese Gütergruppe werden zwar zwischen 2019 und 2023 um durchschnittlich 4,6 Prozent pro Jahr steigen. Deren Anteil an den Gesamtausgaben dürfte aber leicht auf rund 58,0 Prozent sinken.

Ausgaben für dauerhafte Konsumgüter wachsen stärker

Etwas stärker (4,8 Prozent pro Jahr) werden im genannten Zeitraum dagegen die Aufwendungen der privaten Haushalte für dauerhafte Konsumgüter zulegen. Bis 2023 erreichen diese einen Anteil von 42 Prozent an den Gesamtausgaben der Haushalte, so die Prognosen von Fitch Solutions. Angetrieben wird das Wachstum durch höhere verfügbare Einkommen und leichter erhältliche Verbraucherkredite. Nach Einschätzung der Fitch-Marktforscher dürften die Ausgaben für Bildung, Versicherungen, Gesundheits- und Finanzdienstleistungen infolge der höheren Einkommen stärker wachsen. Ähnliches sei auch für die Ausgaben für Möbel und Wohnungsausstattung zu erwarten.

Konsumausgaben privater Haushalte nach ausgewählten Gütergruppen (in Milliarden Euro)
Gütergruppe 2017 2019 *) 2023 *)
Ausgaben, insgesamt 23,7 26,9 32,1
davon Ausgaben für lebensnotwendige Güter (Essentials) 13,8 15,6 18,6
.Lebensmittel, Genussmittel 3,5 3,9 4,6
..Lebensmittel 3,2 3,5 4,1
..alkoholische Getränke und Tabakwaren 1,2 1,4 1,7
.Bekleidung und Schuhe 1,3 1,4 1,7
..Bekleidung 1,0 1,1 1,3
.dauerhafte Haushaltsgüter 1,6 1,8 2,2
..Möbel 0,3 0,4 0,5
..Hausgeräte 0,3 0,3 0,4
..Audio-, Fotogeräte und Computer 0,2 0,3 0,3
..Spielzeug, Sportgeräte, Haustierbedarf 0,5 0,6 0,7
.Körperpflege 0,8 0,7 0,8

Quelle: Fitch Solutions

*) Prognose

Weitere Informationen zu Slowenien finden Sie unter http://www.gtai.de/Slowenien

Dieser Artikel ist relevant für:

Slowenien Konsum / Konsumentenverhalten

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