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22.12.2016

Produktmärkte in Serbien 2017

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Positive Grundstimmung überwiegt / Jan Triebel

Belgrad (GTAI) - Die bessere Konjunktur in Serbien schafft auf zahlreichen Produktmärkten mehr Nachfrage. Als beispielhaft dafür gelten fabrikneue Pkw. Nach 2016 mit einer Steigerungsrate von rund 20% sehen hier die Verkäufer auch 2017 einem satten Absatzplus entgegen. Genauso wie dem Fahrzeuggeschäft, das sich zuvor mehrere Jahre am Stück immer neue Negativrekorde hinzunehmen hatte, war es auch dem Bausektor ergangen. Dessen Auftragslage hat sich nun im Zuge des Aufschwungs deutlich gebessert.

Maschinenbauindustrie: Anstieg der Investitionen liefert positive Impulse

Im Zuge der gestärkten Investitionsneigung dürften2016 und 2017 die Zuwächse der Bruttoanlageinvestitionen im Bereich von etwa 6%liegen. Dementsprechend sind auch positive Effekte für das Segment industrielle Ausrüstungen zu erwarten. In diese fließen in Serbien erfahrungsgemäß große Teile der Investitionsbudgets. Der Anteil, der auf Erzeugnisse des Maschinen- und Anlagebaus entfällt, machte in den letzten Jahren durchschnittlich etwa 54% aus. Die serbische Maschinenbaubranche profitiert 2016 jedoch kaum vom allgemeinen Investitionsschub. Nachdem deren Vertreter in den beiden Jahren zuvor ihre Fertigung jeweils recht deutlich ausgeweitet hatten, verbuchten sie 2016 zwischen Januar und September im Vorjahresvergleich einen Rückgang um 5,8%. Daher dürften lokale Akteure eigene Investitionen eher drosseln.

Weitere Informationen:

http://www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Trade/Maerkte/Branchen/Branche-kompakt/branche-kompakt-maschinen-und-anlagenbau,t=branche-kompakt-absatzmarkt-fuer-maschinenbau-expandiert-in-serbien-in-kleinen-schritten,did=1512722.html

Chemieindustrie: Petrochemie rechnet mit verbesserter Ertragslage

In den meisten Teilbereichen der chemischen Industrie geht es 2016 weiter aufwärts. Bereits 2015 konnten chemische Zwischen- und Enderzeugnisse mit leichten Zuwächsen den Negativtrend des Vorjahres im gesamten Sektor umkehren. Ausnahmen bilden 2016 die wichtigen Segmente Petrochemie und Arzneimittel, deren Produktionsindizes noch geringfügig nachgaben. Vor allem in der petrochemischen Industrie hatte die längere Flaute beim Ölpreis die Investitionsbudgets geschmälert. Der für 2017 erwartete Preisauftrieb bei Rohöl und eine verbesserte Ertragslage dürften nun ein Gegensteuern ermöglichen. Für Ende 2016 ist bei HIP Petrohemija ein umfassender Schuldenschnitt geplant, der die laufende Suche nach einem strategischen Partner für den Hersteller von Ethylen und Propylen erleichtern soll.

Weitere Informationen:

http://www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Trade/Maerkte/Branchen/Branche-kompakt/branche-kompakt-chemische-industrie,t=branche-kompakt-serbien-fragt-wieder-mehr-chemiewaren-nach,did=1459104.html

Energiewirtschaft: Mehr Engagements in den Bereichen Wind und kleine Wasserkraft

Bei der Sicherstellung der Energieversorgung ist in Serbien auch auf lange Sicht nicht mit einer Abkehr von der Braunkohle als wichtigster Ressource zu rechnen. Zahlreiche sektorale Großvorhaben zu Modernisierung und Ausbau von Kapazitäten zur Strom- und Wärmeversorgung sind daher in diesem Segment angesiedelt. Hinzu kommen mehrere Projekte, die sich der intensiveren Nutzung von Wasserkraft widmen. Hier soll vor allem mit der vermehrten Installation von kleinen Anlagen die bereits seit langem praktizierte Nutzung im Rahmen von Großkraftwerken effektiv ergänzt werden. Ein stärkeres Interesse für alternative Energiequellen finden in Serbien zudem Windkraft und Biomasse. Für entsprechende Aktivitäten gelten die Entscheidungswege in der Regel aber noch als recht lang.

Weitere Informationen:

http://www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Trade/Maerkte/suche,t=serbien-stockt-seine-infrastruktur-zur-erdgasversorgung-auf,did=1461894.html;

http://www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Trade/Maerkte/suche,t=serbien-forciert-den-ausbau-der-kleinen-wasserkraft,did=944230.html;

http://www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Trade/Maerkte/suche,t=serbien-strebt-im-energiebereich-staerkeren-rueckgriff-auf-erneuerbare-ressourcen-an,did=1008788.html

Bauwirtschaft: Positive Stimmung dank guter Auftragslage

Die Baukonjunktur in Serbien ist nach einer längeren Durststrecke wieder angesprungen. Impulse geben vor allem einige Großprojekte in den Bereichen Verkehrs- und Energieinfrastruktur sowie im Städtebau. Der Ausblick auf 2017 ist recht vielversprechend, wofür vor allem eine gute Auftragslage spricht. Das komplexe Bearbeitungsprocedere von Bauanträgen wurde zwischenzeitlich deutlich gestrafft, was die Zahl der erteilten Baugenehmigungen deutlich in die Höhe schnellen ließ: Im 1. Halbjahr 2016 stiegen diese immerhin um 12,2% gegenüber der entsprechenden Vorjahresperiode. Noch deutlich stärker mit einem Plus von 64,2% legte in diesem Zeitraum das wertmäßige Volumen an Neuaufträgen zu.

Weitere Informationen:

http://www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Trade/Maerkte/Branchen/Branche-kompakt/branche-kompakt-bauwirtschaft,t=branche-kompakt--bauwirtschaft--serbien-2015,did=1343002.html

Gesundheitswirtschaft: Knappe Kassen verhindern große Sprünge

Der Modernisierungsbedarf des serbischen Gesundheitswesens gilt unverändert als sehr hoch. Dem stehen jedoch vergleichsweise überschaubar ausfallende Mittelzuwendungen der öffentlichen Kassen gegenüber, was eine tiefgreifende Verbesserung der Versorgungsqualität behindert. Der positive Konjunkturverlauf dürfte jedoch den finanziellen Spielraum leicht ausweiten. Zu den größten Einzelprojekten zählen vier große Klinikzentren in Belgrad (86.000 qm), Nis (48.000 qm), Kragujevac (20.000 qm) und Novi Sad (33.000 qm), die für insgesamt 200 Mio. Euro modernisiert und erweitert werden sollen. Die Europäische Investitionsbank hat Kreditlinien über 150 Mio. Euro als Teilfinanzierung zugesichert. Konkret wird die Umsetzung bisher einzig in Nis verfolgt. Parallel dazu expandiert der private Gesundheitssektor recht dynamisch.

Weitere Informationen:

http://www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Trade/Maerkte/Branchen/Branche-kompakt/branche-kompakt-medizintechnik,t=branche-kompakt-serbiens-nachfrage-nach-medizintechnik-waechst-nur-langsam,did=1367386.html

Kfz-/Kfz-Teile-Produktion: Zulieferbranche verstärkt ihre Präsenz

Die lokale Kfz-Produktion, die im engeren Sinne mit Fiat-Ableger FCA Srbija nur einen Akteur umfasst, sieht pessimistisch in die Zukunft. Die Nachfrage nach dem hauptsächlich für den Export gefertigten Modell flaut weiter ab. Nach 92.000 Autos im Jahr 2015 werden 2016 wohl kaum mehr 70.000 vom Band rollen. Somit wird sich Fiats Bedarf bei Teilen und Komponenten reduzieren. Spürbar steigt hingegen der Bedarf bei Vorprodukten für die Teileproduktion. Immer mehr Zulieferer, darunter aus Deutschland, nutzen Serbien, um mitteleuropäische Pkw-Montagewerke zu versorgen. Der Hersteller von Bordnetz-Systemen Leoni etwa wird künftig laut Medien rund 22 Mio. Euro in einen dritten Produktionsstandort in Serbien investieren. Konkurrent Kromberg & Schubert hat eine Investitionsvereinbarung über 30 Mio. Euro unterzeichnet.

Weitere Informationen:

http://www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Trade/Maerkte/suche,t=deutsche-exporteure-gewinnen-in-serbien-marktanteile-hinzu,did=1508832.html

http://www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Trade/Maerkte/Branchen/Branche-kompakt/branche-kompakt-kfz-industrie-und-kfz-teile,t=branche-kompakt-serbiens-kfzmarkt-waechst-nach-durststrecke-wieder,did=1438856.html

Nahrungsmittelindustrie: EU-Perspektive macht technische Anpassung nötig

In Serbien gilt die Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie mit einem Umsatzanteil von knapp 30% als wichtigster Pfeiler des verarbeitenden Gewerbes im Land. Der dort in technologischer Hinsicht herrschende Ausrüstungs- und Anpassungsbedarf wird derzeit stark durch die Perspektive des Landes auf Mitgliedschaft in der EU beeinflusst. Wer von den rund 3.400 Branchenvertretern im Rahmen des EU-Binnenmarktes bestehen möchte, hat über kurz oder lang bestimmte Hygiene- und Sicherheitsvorschriften zu erfüllen. Besonders in der Fleischbranche mit zahlreichen Schlachthöfen und Verarbeitungsbetrieben oder im Bereich Molkereiprodukte ist die technische Aufrüstung ein Muss. Die Betriebe sind angesichts einer überschaubaren lokalen Fertigung zumeist auf Ausrüstungszukäufe im Ausland angewiesen.

Weitere Informationen:

http://www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Trade/Maerkte/suche,t=verhaltene-nachfrage-nach-nahrungsmittel-und-verpackungsmaschinen-in-serbien,did=1104904.html

Umwelttechnik (Wasser und Abfall): Umfassender Nachholbedarf

Im Zusammenhang mit der voranschreitenden Übernahme von EU-Regularien sind im serbischen Umweltbereich schon jetzt rege Aktivitäten festzustellen. Um allen Anforderungen gerecht zu werden, geht das zuständige Ministerium von einem langfristigen Finanzierungsbedarf von bis zu 10,5 Mrd. Euro aus. Die Leistungspalette ausländischer Akteure ist beim Aus- und Neubau von Kapazitäten im Wasser- und Abwassersektor sowie im Bereich Abfallwirtschaft und Recycling gefragt. Bei den häufig mit finanzieller Hilfe bi- und multilateraler Geber realisierten Vorhaben besteht neben technischen Ausrüstungen auch Bedarf an Beratungs- und Bauausführungsleistungen. Ein modernes Abfallmanagementsystem für Belgrad gilt als das größte sektorale Einzelprojekt.

Weitere Informationen:

http://www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Trade/Maerkte/Branchen/Branche-kompakt/branche-kompakt-recycling-und-entsorgungswirtschaft,t=branche-kompakt--recycling-und-entsorgungswirtschaft--serbien-2015,did=1324140.html

http://www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Trade/Maerkte/suche,t=serbiens-hauptstadt-krempelt-ihre-muellentsorgung-grundlegend-um,did=1155856.html

Kfz-Markt: Gestärkte Kaufkraft lässt Nachfrage deutlich anziehen

Dank der allgemeinen Aufhellung der Verbraucherstimmung hat der Markt für fabrikneue Pkw in Serbien endgültig die Talsohle durchschritten und steuert voraussichtlich auch 2017 auf einen recht beachtlichen Zuwachs zu. Im Jahr 2016 lagen die Verkäufe nach neun Monaten bereits mit 21,7% im Plus. Automobilexperten zufolge bleibt jedoch weiterhin deutlich Luft nach oben. Gemessen an der Größe des Marktes gilt dessen Potenzial mit dem für 2016 erwarteten Absatz von circa 28.500 Neuwagen als bei weitem noch nicht ausgeschöpft. Pkw der Kategorien Kleinwagen, Kompakt- und Mittelklasse werden die besten Wachstumsaussichten vorausgesagt. Ein Aufwärtstrend kennzeichnet zudem das Nfz-Segment, wo vor allem das Speditionsgewerbe mit Zugmaschinen der Abgasnorm Euro VI aufrüstet.

Weitere Informationen:

http://www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Trade/Maerkte/suche,t=in-serbien-ziehen-pkwverkaeufe-wieder-an,did=1429964.html

Einen Ausblick auf die gesamtwirtschaftliche Entwicklung finden Sie unter: http://www.gtai.de/GTAI/Navigation/DE/Trade/Maerkte/Wirtschaftsklima/wirtschaftsentwicklung,t=wirtschaftsausblick-winter-201617--serbien,did=1612954.html

Dieser Artikel ist relevant für:

Serbien Nahrungs- und Genussmittel, allgemein, Energie, Wasser, Wärme, allgemein, Bauwirtschaft, allgemein, Umweltschutz, Entsorgung, Klimaschutz, allgemein, Chemische Industrie, allgemein, Gesundheitswesen allgemein, Medizintechnik, allgemein, Fahrzeuge, -zubehör, allgemein, Maschinen- und Anlagenbau, allgemein

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Christian Overhoff

‎+49 (0)228 24 993-321

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