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14.03.2017

Russlands Bahnsektor setzt auf Highspeed: "Deutsche Firmen sind aktiv beteiligt"

GTAI im Gespräch mit dem Koordinator der Deutschen Initiative für Hochgeschwindigkeitsverkehr in Russland

Moskau (GTAI) - Die Deutsche Initiative für Hochgeschwindigkeitsverkehr (HGV) vereint unter der Schirmherrschaft der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer branchenführende Unternehmen und Experten aus Deutschland, die sich am Aufbau eines Hochgeschwindigkeitsbahnnetzes in Russland beteiligen möchten. Über die Erfolge der Initiative, Beteiligungsmöglichkeiten neuer Unternehmen sowie über Geschäftschancen im Eisenbahnbereich sprach GTAI mit dem Koordinator der HGV, Nikolai Misin. (Kontaktanschrift)

GTAI: Welche Fortschritte konnte die Deutsche Initiative seit ihrer Gründung verzeichnen?

Misin: Die Deutsche Initiative hat sich in diesen Jahren als zuverlässiger und leistungsstarker Partner der Russischen Eisenbahn etabliert. Deutsche Firmen sind seit Jahren an entscheidenden Prozessen vor Ort aktiv beteiligt. So hat Siemens mit seinen mittlerweile 16 gelieferten Sapsan-Zügen für Russland die Tür zum Hochgeschwindigkeitsverkehr geöffnet und die Voraussetzungen für deren lokale Fertigung geschaffen. Die Deutsche Bahn hat unter anderem die Machbarkeitsstudie für die HGV-Strecke Moskau-Kasan vorbereitet. Als Initiative haben wir deutsche ingenieurtechnische Kompetenz in die Entwicklung des Normenwerks und ins Audit der Planungsdokumentation eingebracht. Nicht zuletzt hat die Deutsche Initiative ein konkurrenzfähiges Kofinanzierungsangebot erarbeitet und ist im Dialog mit russischen Partnern zur Realisierung der HGV-Strecke.

GTAI: Die Deutsche Initiative stellt sich als Bieterplattform der deutschen Wirtschaft in Bezug zur russischen Bahn (RZD) dar. Wie können sich weitere interessierte deutsche Firmen an ihr beteiligen?

Misin: Die Deutsche Initiative wurde ins Leben gerufen, um die besten deutschen Erfahrungen im Eisenbahnbereich und speziell für die Hochgeschwindigkeit gebündelt anzubieten. Mit den aktuell zwölf Mitgliedern verfügen wir über ein breites Spektrum an bahnrelevanten Lösungen, sind aber weiter für neue Mitglieder in unterschiedlichen Gewerken offen. Beitrittsinteressierte Unternehmen müssen bereit sein, innerhalb der Initiative den Transfer ihrer innovativen Technologien zu leisten und mit der russischen Seite intensiv vor Ort zusammenzuarbeiten. Unser Kooperationsfeld reicht von Vorschriften und Streckenplanung über die Konzessionsthemen bis hin zur Ausbildung von hochqualifizierten Fachkräften.

GTAI: Für welche Produkte oder Dienstleistungen sieht die Deutsche Initiative die größten Geschäftschancen?

Misin: Hoch gefragt sind ressourcensparende und kosteneffiziente Technologien, die bei der Modernisierung bestehender sowie beim Bau neuer Eisenbahnlinien eingesetzt werden können. Das bezieht sich insbesondere auf die in der russischen Verkehrsstrategie bestimmten Hochgeschwindigkeitsstrecken. Deutsche Unternehmen, die zur Lokalisierung ihres Know-hows bereit sind, haben grundsätzlich gute Aussichten. Da denke ich in erster Linie an die in Deutschland entwickelte und erprobte neue Oberbauform, die feste Fahrbahn.

Das Interview führte Ullrich Umann, GTAI Moskau.

Kontaktanschrift

Deutsche Initiative für Hochgeschwindigkeitsverkehr in Russland (Deutsche Initiative für HGV) bei der Deutsch-Russischen Auslandshandelskammer

Vorsitzender: Dr. Rolf Epstein

E-Mail: rolf.epstein@siemens.com

Projektkoordinator Deutsche Initiative für HGV in der AHK: Nikolai Misin

Tel.: 007 495/234 49 50 - 2959

E-Mail: misin@deinternational.ru, Internet: http://russland.ahk.de/mitglieder/komitees-und-arbeitsgruppen/hochgeschwindigkeit/

(U.U.)

Dieser Artikel ist relevant für:

Russland Eisenbahnbau, Schienenfahrzeuge

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Edda Wolf

GUS/Südosteuropa

‎+49 228 24 993 214

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