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01.05.2017

Serbischer Außenhandel wächst 2016 erneut

Exporte steigen stärker als Importe an / Deutlicher Fokus auf EU / Von Jan Triebel

Belgrad (GTAI) - Serbiens Außenhandel knüpfte 2016 an das gute Abschneiden im Vorjahr an. Dabei entwickelten sich die Ausfuhren erneut temporeicher als die Einfuhren. Fast 30% der für Abnehmer im Ausland bestimmten Waren gehen auf das Konto von 15 lokal produzierenden Firmen. Mit der EU-28 bestritt Serbien 2016 gut 63% der Importe und rund 66% der Exporte. Wichtigste Handelspartner des Landes sind Deutschland und Italien. Die Warengruppe Straßenfahrzeuge ist im- wie exportseitig führend.

Vorläufigen Erhebungen des Statistikamtes RZS (Republicki zavod za statistiku) für 2016 zufolge erhöhten sich Serbiens Importe um 6,1% auf 17,39 Mrd. Euro. Mit plus 11,5% legten die Exporte abermals temporeicher zu. Ihr Umfang belief sich auf 13,43 Mrd. Euro. Im Zuge der höheren Dynamik der Ausfuhren ging der chronische Passivsaldo weiter zurück. Im Vorjahresvergleich gab er um 8,9% auf 3,96 Mrd. Euro nach.

Top-15 der exportierenden Firmen mit breiter Produktvielfalt

Die hohe Dynamik des Exportgeschehens zählte 2016 zu den wichtigsten Trägern für den wirtschaftlichen Aufschwung im Land. Naturgemäß im Fokus steht dabei das Abschneiden der exportintensivsten Unternehmen, wofür das serbische Finanzministerium (Ministarstvo finansija) regelmäßig aktuelle Daten veröffentlicht. Demnach steuerten die 15 ausfuhrstärksten Firmen des Landes 2016 zusammen einen Beitrag von 29,0% zu Serbiens Gesamtexporten bei. Mit 29,3% war diese Gruppe - in leicht anderer Konstellation - ein Jahr zuvor noch leicht stärker gewichtet.

Neu gegenüber dem Vorjahr tauchen unter den 15 wichtigsten serbischen Exporteuren 2016 die Unternehmen MK Group, Victoria Group und der serbische Ableger der Bosch-Gruppe auf. Die Gruppe verließen stattdessen der Produzent von Aluminiumwalzerzeugnissen Impol Seval, der Hersteller von Aluminiumverpackungen Ball Pakovanja Evropa und der Pumpenspezialist Grundfos Srbija.

Serbiens führende Exportunternehmen (Lieferwert in Mio. Euro)
Unternehmen (Standort) Produktionsprofil 2015 2016 Veränderung 2016/15 (in %)
FCA Srbija (Kragujevac) Pkw 1.178,8 1.068,3 -9,4
Hesteel Serbia Iron & Steel (Smederevo) *) Stahl, Heiß- und Kaltwalzgut 319,0 368,7 15,6
Tigar Tyres (Pirot) Automobilreifen 291,0 315,7 8,5
NIS (Novi Sad) Erzeugnisse der Ölverarbeitung 273,5 235,8 -13,8
Philip Morris Operations (Nis) Tabakwaren 153,0 220,2 43,9
MK Group (Novi Sad, Kula) Nahrungsgüter k.A. 212,7 k.A.
HIP-Petrohemija (Pancevo) Polymere 152,2 194,0 27,5
Gorenje (Valjevo, Stara Pazova) Elektrische Haushaltsgeräte 179,6 181,7 1,2
Tetra Pak Production (Belgrad) Verpackungsmittel 178,5 176,0 -1,4
Victoria Group (Becej, Sid) Pflanzliche Agrarerzeugnisse k.A. 172,6 k.A.
Yura Corporation (Raca) Automobilelektrik 135,9 157,6 16,0
Hemofarm (Vrsac) Arzneimittel 153,5 153,4 -0,1
Drustvo za trgovinu Robert Bosch (Belgrad) Automobilelektrik k.A. 152,2 k.A.
Leoni Wiring Systems Southeast (Prokuplje) Automobilelektrik 103,2 146,7 42,2
Jugoimport-SDPR (Belgrad) Wehrtechnik 116,3 144,8 24,5

*) bis Ende Juni 2016 unter der Bezeichnung Zelezara Smederevo

Quelle: serbisches Finanzministerium unter Verwendung von Daten der Zollverwaltung

Starke Fokussierung beim Warenaustausch auf EU

In der geografischen Struktur der Warenströme hat es kaum Verschiebungen gegeben. Mit zuletzt leicht nach oben weisender Tendenz ist die EU der mit Abstand wichtigste Handelspartner Serbiens. Der Beitrag der EU-28 zum Außenhandel des Landes machte 2016 auf Seiten der Importe 63,1% (2015: 62,4%) aus. Bei den serbischen Exporten entfiel ein Anteil von 66,1% (65,7%) auf Abnehmer in der EU-28.

Entwicklung von Ein- und Ausfuhr in Serbien nach wichtigen Ländern (in Mio. Euro)
Land 2015 2016 Veränderung 2016/15 (in %)
Einfuhr insgesamt; darunter aus: 16.387,5 17.389,6 6,1
.Deutschland 2.031,6 2.235,2 10,0
.Italien 1.732,0 1.792,2 3,5
.VR China 1.386,2 1.449,2 4,5
.Russische Föderation 1.567,4 1.368,1 -12,7
.Ungarn 780,9 801,1 2,6
.Polen 685,2 753,7 10,0
.Türkei 521,3 603,6 15,8
.Frankreich 480,5 528,2 9,9
.Österreich 480,0 528,1 10,0
.Slowenien 494,3 510,7 3,3
Ausfuhr insgesamt; darunter nach *): 12.041,0 13.429,7 11,5
.Italien 1.945,6 1.954,2 0,4
.Deutschland 1.503,8 1.750,1 16,4
.Bosnien und Herzegowina 1.055,3 1.118,6 6,0
.Rumänien 670,5 769,4 14,8
.Russische Föderation 653,2 718,0 9,9
.Montenegro 612,0 651,5 6,5
.ejR Mazedonien 472,0 534,4 13,2
.Kroatien 399,5 467,3 17,0
.Ungarn 320,9 456,8 42,3
.Slowenien 375,1 400,1 6,7

*) Nennenswert fällt zudem die Ausfuhr nach Kosovo aus, die von serbischer Seite nicht erfasst wird. Laut kosovarischer Statistik beliefen sich 2016 die dort als Einfuhr aus Serbien registrierten Lieferungen auf 387,8 Mio. (2015: 382,1 Mio.) Euro.

Quelle: Republicki zavod za statistiku (RZS; Statistikamt Serbiens)

Automobile im- wie exportseitig tonangebend

Straßenfahrzeuge bestimmen, trotz zuletzt jeweils leichter wertmäßiger Einbußen, relativ deutlich das Bild von Ein- wie Ausfuhren bei der Warenstruktur. Auf Seiten der Importe lieferten sie 2016 mit 9,6% (2015: 10,6%) den wichtigsten Beitrag. Bei den Exporten belief sich der Anteil auf 10,2% (11,7%).

Als nächstwichtigste Produktgruppe der Einfuhren erreichten Erdöl und Erdölerzeugnisse 5,5% (6,6%). Der Anteil der bei den Ausfuhren zweitplatzierten elektrischen Maschinen, Apparate, Geräte, Einrichtungen und elektrische Teile davon machte 8,3% (7,7%) aus.

Entwicklung von Ein- und Ausfuhr in Serbien nach wichtigen Warengruppen (in Mio. Euro)
Warengruppe (SITC) 2015 2016 Veränderung 2016/15 (in %)
Einfuhr *):
.Straßenfahrzeuge (78) 1.736,1 1.664,7 -4,1
.Erdöl, Erdölerzeugnisse und verwandte Waren (33) 1.082,9 964,7 -10,9
.Elektrische Maschinen, Apparate, Geräte, Einrichtungen und elektrische Teile davon (77) 703,2 808,9 15,0
.Maschinen, Apparate und Geräte für verschiedene Zwecke und Teile davon (74) 648,7 598,6 -7,7
.Arzneimittel (54) 574,9 584,8 1,7
.Garne, Gewebe, fertiggestellte Spinnstofferzeugnisse (65) 455,8 493,5 8,3
.Papier, Pappe (64) 469,1 480,9 2,5
.Metallwaren, andere (69) 436,4 468,7 7,4
.Kunststoffe in Vorformen (57) 484,1 463,9 -4,2
.NE-Metalle (68) 466,9 450,1 -3,6
.Eisen und Stahl (67) 498,3 425,3 -14,6
.Verschiedene bearbeitete Waren (89) 396,1 421,3 6,4
.Geräte für die Nachrichtentechnik; Bild- und Tonaufzeichnungs- und -wiedergabegeräte (76) 425,0 398,5 -6,2
.Arbeitsmaschinen für besondere Zwecke (72) 455,6 355,7 -21,9
.Erdgas (34) 559,0 345,9 -38,1
Ausfuhr:
.Straßenfahrzeuge (78) 1.411,0 1.375,1 -2,5
.Elektrische Maschinen, Apparate, Geräte, Einrichtungen und elektrische Teile davon (77) 927,8 1.120,3 20,7
.Gemüse und Früchte (05) 687,6 727,8 5,8
.Getreide und Getreideerzeugnisse (04) 575,1 632,9 10,1
.Kraftmaschinen und Kraftmaschinenausrüstungen (71) 383,7 603,2 57,2
.NE-Metalle (68) 506,4 542,0 7,0
.Bekleidung und Bekleidungszubehör (84) 474,9 535,9 12,8
.Kautschukwaren, andere (62) 426,7 486,2 13,9
.Metallwaren, andere (69) 479,3 475,8 -0,7
.Eisen und Stahl (67) 440,2 447,3 1,6
.Verschiedene bearbeitete Waren (89) 407,7 436,7 7,1
.Maschinen, Apparate und Geräte für verschiedene Zwecke und Teile davon (74) 332,7 383,5 15,3
.Möbel und Teile davon (82) 314,6 365,8 16,3
.Tabak und Tabakerzeugnisse (12) 226,2 323,3 42,9
.Papier, Pappe (64) 296,4 311,3 5,0

*) Einen nennenswerten Umfang erreicht zudem die Gruppe der nicht klassifizierten Waren (99), zu denen etwa militärische Ausrüstungen oder Güter in Zollagern und in Freizonen zählen. Im Jahr 2016 betrugen die entsprechenden Einfuhren 2,76 Mrd. Euro (2015: 1,36 Mrd. Euro).

Quelle: RZS

(T.J.)

Dieser Artikel ist relevant für:

Serbien Außenwirtschaft, allgemein, Wirtschaftsbeziehungen zur EU, Außenhandel / Struktur, allgemein

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