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26.09.2019

Sloweniens Nahrungsmittelindustrie wächst und investiert

Lebensmittelhersteller profitieren von guter Binnen- und Auslandsnachfrage / Von Waldemar Lichter

Ljubljana (GTAI) - Die slowenische Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie setzt ihren Wachstumskurs weiter fort. Hohe Investitionen bieten Chancen für Maschinen- und Anlagenanbauer.

Die slowenische Nahrungsmittelbranche kann mit Zuversicht in die Zukunft blicken. Die Krise von 2008/09 scheint überwunden, der Trend bei Produktion und Umsätzen zeigt seit fünf Jahren stark nach oben. Die gute Wirtschaftslage, der steigende Verbrauch und die hohe Auslandsnachfrage lassen für die nächsten Jahre eine positive Entwicklung des Industriezweiges erwarten.

Nahrungsmittelindustrie wächst 2019 weiter

Das seit 2014 anhaltende Produktionswachstum setzt sich etwas abgeschwächt auch 2019 weiter fort. Zwischen Januar und Juli 2019 nahm die Nahrungsmittelerzeugung um 2,4 Prozent zu. Zwischen 2016 und 2018 stieg der Produktionswert jeweils gegenüber dem Vorjahr um 3 und 5,3 und 2,9 Prozent. Die Getränkeindustrie schwächelt dagegen. Hier ging die Erzeugung in den ersten sieben Monaten 2019 um 0,5 Prozent zurück, nach einem Plus von 4,2 und 3,6 in beiden Jahren davor.

Produktion der slowenischen Nahrungsmittelindustrie (Produktionswert in Millionen Euro, Veränderung in Prozent)
Produktsparte 2017 2018 Veränderung 2018/2010
Nahrungsmittelindustrie 1.750 1.801 21,3
.Verarbeitung von Fleisch und Produktion von Fleischprodukten 601 607 16,7
..Geflügelfleisch 189 202 15,6
.Verarbeitung von Obst und Gemüse 94 96 7,1
.Tierische und pflanzliche Speisefette 36 37 k.A.
.Milchprodukte 327 338 30,0
.Backwaren 341 354 30,0
.Schokolade und andere Süßwaren 33 35 17,3
Getränke 237 245 -9,4

Quelle: Statistikamt Sloweniens

Den größten Teil der Umsätze erzielt die slowenische Nahrungsmittelindustrie zwar auf dem Inlandsmarkt. Die Exporte haben für die Branche jedoch eine hohe Bedeutung. Die slowenischen Ausfuhren von Nahrungsmitteln haben sich zwischen 2008 und 2018 fast verdoppelt. Der größte Teil (2018: 74 Prozent) geht dabei in andere Länder der Europäischen Union (EU), weitere 14 Prozent in die Mitgliedsstaaten des Mitteleuropäischen Freihandelsabkommens (CEFTA).

Hoher Exportanteil

Der Anteil der Umsätze, die auf Auslandsmärkten erzielt wurden, belief sich 2018 nach Angaben der Branchenvereinigung für Nahrungsmittelindustrie bei der slowenischen Wirtschaftskammer (GZS) auf 28,6 Prozent. Am höchsten war der Ausfuhranteil dabei in der Produktgruppe "andere Nahrungsmittel" (56,1 Prozent), zu der unter anderem Zucker, Schokolade und andere Süßwaren gehören. Es folgen die Milchverarbeitung (40,4), verarbeitetes und konserviertes Obst und Gemüse (35,8), Müllerei- und Stärkeerzeugnisse (29,6), pflanzliche- und tierische Fette (25,9), Getränke (23,4) sowie Fleisch und Fleischerzeugnisse (22,4 Prozent).

Slowenische Exporte von Nahrungsmitteln und Getränken (in Millionen Euro)
SITC-Produktgruppe 2017 2018 davon in die EU 2018 davon nach Deutschland 2018
0 Nahrungsmittel und lebende Tiere 1.593 1.800 1.364 97,9
00 lebende Tiere 119 118 56 0,1
01 Fleisch und -zubereitungen 200 239 138 10,4
02 Milch und Milcherzeugnisse 214 230 189 12,0
03 Fische und -zubereitungen 32 35 27 0,6
04 Getreide und -erzeugnisse 162 197 184 2,5
05 Gemüse und Früchte 327 326 272 60,4
06 Zucker und -waren 27 34 29 4,5
07 Kaffee, Tee, Kakao, Gewürze und Waren daraus 68 82 65 1,8
08 Tierfutter 258 340 319 0,2
09 Verschiedene genießbare Waren und Zubereitungen 184 197 83 5,3
11 Getränke 113 126 74 1,4

Quelle: Eurostat

Hohe Investitionen in der Fleisch- und Milchverarbeitung

Die günstige Entwicklung, aber auch der Einstieg ausländischer Unternehmen in die slowenische Branche, haben die Investitionen in der Nahrungsmittel- und Getränkeindustrie befeuert. Nach einem starken Rückgang 2012 und 2013 nehmen sie wieder kontinuierlich zu. Das Rekordniveau von 2009 (83,6 Millionen Euro) wurde nach Angaben von Eurostat aber erst 2017 (85,7 Millionen Euro) wieder überschritten.

Im Zeitraum 2008 bis 2017 beliefen sich die Investitionen in der Nahrungsmittelindustrie auf insgesamt 695 Millionen (davon in Maschinen und Anlagen: 417 Millionen) und in der Getränkebranche auf weitere 198 (80) Millionen Euro. Der größte Teil entfiel dabei in dieser Periode auf Fleisch und Fleischverarbeitung (165 Millionen), die Backwarenbranche (164 Millionen) und die milchverarbeitende Industrie (131 Millionen).

Maschinenimporte nehmen seit 2014 wieder zu

Die rege Investitionstätigkeit spiegelt sich in der slowenischen Importstatistik für Nahrungsmittelmaschinen wieder. Nach starken Rückgängen 2009, 2010 und 2013 begannen die Einfuhren erst seit 2014 wieder kontinuierlich zu steigen. Zwischen 2013 und 2018 nahmen die Importe zwar um über 60 Prozent zu. Trotzdem erreichten sie nur knapp das Rekordniveau von 2008 (61,5 Millionen Euro).

Deutschland gehört zwar zu den führenden Lieferländern dieser Ausrüstungen nach Slowenien, hat jedoch in den vergangenen zehn Jahren deutlich an Marktanteilen verloren. So gingen die deutschen Lieferungen zwischen 2008 und 2018 von 27,3 Millionen auf 11,4 Millionen Euro zurück. Die Importe aus Italien nahmen dagegen im gleichen Zeitraum um 26,2 Prozent auf 28,1 Millionen Euro zu. Deutschlands Anteil nahm von 44,3 auf 18,6 Prozent ab, während der Italiens von 36,2 auf 45,7 zulegen konnte.

Sloweniens Importe von ausgewählten Nahrungsmittelmaschinen (in Millionen Euro)
HS Zolltarifnummer 2016 2017 2018 davon aus Deutschland 2018
84.3780 Maschinen, Apparate und Geräte für die Müllerei oder zum Behandeln von Getreide 0,3 0,2 0,2 0,05
84.38 Maschinen und Apparate, zum Auf- oder Zubereiten oder Herstellen von Lebensmitteln, Futtermitteln oder Getränken 18,8 24,9 25,7 5,2
84.2230 Maschinen und Apparate zum Füllen, Verschließen, Versiegeln oder Etikettieren von Flaschen, Dosen 11,0 10,7 17,0 2,3
84.2240 Maschinen und Apparate zum Verpacken oder Umhüllen von Waren 19,7 21,1 16,9 3,7
84.35 Pressen, Mühlen und ähnliche Maschinen, Apparate und Geräte, zum Bereiten von Wein, Most, Fruchtsäften oder ähnl. Getränken 1,1 1,3 1,1 0,04

Quelle: Eurostat

Bedeutende Unternehmen der Nahrungsmittelindustrie in Slowenien (Umsatz in Millionen Euro)
Unternehmen Eigentümer Branche Umsatz 2018
Ljubljanske mlekarne d.o.o. Lactalis (Frankreich) über Dukat d.d. (Kroatien) Milchverarbeitung 169
Droga Kolinska d.d. Atlantic Grupa d.d.(Kroatien) Nahrungsmittel und Getränke 168
Perutnina Ptuj d.d. MHP (Ukraine) Geflügelfleischprodukte 167
Pivovarna Lasko Union d.o.o. Heineken International B.V. (Niederlande) Bier 156
Zito d.o.o. Podravka d.d. (Kroatien) Müllereierzeugnisse, Back- und Süßwaren 104
Celjske mesnine d.o.o. CM Invest d.o.o.(Slowenien) Fleischverarbeitung 86
Panvita MIR d.d. Familie Polanic (Slowenien) Fleischverarbeitung 62
Mlekarna Celeia d.o.o. Diverse Genossenschaften (Slowenien) Milchverarbeitung 61
Incom d.o.o. Andrej Slokar Speiseeis 57
Mlinotest d.d. Mlino d.o.o. (78 Prozent) Teig- und Backwaren 56
Fructal d.o.o. Nectar Backa Palanka (Serbien) Säfte, Kindernahrung 43

Quelle: EMIS Intelligence

Geschäftserkundungsreise nach Slowenien

Über Chancen auf dem slowenischen und kroatischen Markt können sich deutsche Unternehmen im Rahmen einer Geschäftsreise zum Thema Lebensmittel vom 18. bis 22. November 2019 nach Zagreb und Ljubljana informieren. Veranstalter ist die GEFA Exportservice GmbH im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), gemeinsam mit der AHK Slowenien (DESLO) und der AHK Kroatien als Durchführer vor Ort.

Kontaktadresse

GEFA Exportservice GmbH

Ansprechpartner: Paulina Minzila

T +49 (0)30 40 00 477 10

minzila@gefaexportservice.com

http://www.germanexport.org/gefa-exportservice-gmbh.html

Weitere Informationen zu Slowenien finden Sie unter http://www.gtai.de/Slowenien

Dieser Artikel ist relevant für:

Slowenien Nahrungsmittel- u. Verpackungsmaschinen, Getränke, Nahrungsmittel

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